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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Tachles und Helferei in Zürich, New Israel Fund und Ha’aretz – Vier gegen Israel (Teil I)

Esther Scheiner, 23.09.2016

Die einst als liberal geltende Tageszeitung Ha’aretz muss heute als links ausgerichtet betrachtet werden. Federführende Journalisten wie Gideon Levy und Amira Hass sind nicht die einzigen, aber sicher die im deutschsprachigen Raum bekanntesten. Im Tachles, dem einzigen verbliebenen jüdischen Wochenblatt in der Deutschschweiz, bekommt Levy mehrmals im Jahr Doppel- und Dreifachseiten, um dort seine politischen anti-israelischen Ungereimtheiten verbreiten zu dürfen. Die Leser vom Tachles werden es Yves Kugelmann, Teilhaber und Chefredakteur dieses seichten Blättchens danken. Die kritische und ausgewogene Auseinandersetzung mit Israel und dem Judentum wurde mit der Namensänderung von „Israelitisches Wochenblatt“ in „tachles“ aufgegeben.

Zurück zum Ha’aretz. 1919 unter dem Namen „Chadashot min Ha’aretz“ (Neuigkeiten aus dem Land (Israel)) gegründet, endete der erste Teil seiner Geschichte bereits 1922. Diesmal waren es Berliner Zionisten, die das marode Blatt kauften und als Genossenschaft weiterführten. 1933, mit der Machtübernahme Hitlers wurde diese in eine Anteilsgesellschaft umgewandelt.

Salman Schocken, Zionist und Journalist, lebte nach dem Motto: Rückbesinnung auf jüdische Werte und Traditionen ist gleich Selbstbehauptung.“ 1934 wanderte er zunächst nach Palästina aus, wo er 1937 mit dem Kauf des Ha’aretz den Grundstein für die Ha’aretz Gruppe legte. 1940 wanderte er in die USA aus.

Von 1939 bis 1990 fungierte sein Sohn Gershom Schocken als Chefredakteur vom Ha’aretz. Er bezeichnete die Zeitung als unabhängig von jeder Partei und sah sie im politisch liberalen Spektrum als Mitte-Links angesiedelt. Seit seinem Tod ist Amos Schocken Herausgeber.

Obwohl die Auflage der Printversionen (Englisch und Hebräisch) sehr klein ist und der Leseranteil im Jahr 2015 nur zwischen 4,6% und 5,8% lag, gilt Ha’aretz als eine der wichtigen Zeitungen weltweit. Leider wurde vor einigen Jahren ein knallharter „pay wall“ eingerichtet, der selbst das Lesen von tagesaktuellen Artikeln kurz nach deren Freischaltung verhindert.

Eine ganz normale Zeitung also? Mit ganz normalen Eigentümern?

Bis zum Jahr 2006 war Familie Schocken Alleineigentümerin der Ha’aretz Gruppe. Mit Hilfe von Avi Primor, dem ehemaligen Botschafter Israels in Deutschland, wurde ein Deal mit der deutschen Verlegergruppe DuMont Schauberg eingefädelt, die 25% der Ha’aretz Gruppe kauften.

Im Jahr 2011 erwarb Leonid Nevzelin 20%, wobei er 15% des Unternehmens von der Eigentümerfamilie Schocken erwarb und 5% von DuMont Schauberg. Seither liegen 60% der Anteile bei der Gründerfamilie und je 20% bei ihm und bei DuMont Schauberg.

Der Verkauf an das Verlagshaus DuMont Schauberg ist bis heute in Israel nicht unumstritten. Kurt Neven DuMont, Sohn des Unternehmensgründers, trat 1927 in den Verlag ein. Seit 1805 wurde dort u. a. die Kölnische Zeitung (sic) herausgegeben. Nach anfänglichem Beharren auf einer Politik der Mitte, passte sich die Ausrichtung bereits vor 1933 der Beeinflussung durch die Nationalsozialisten an, verfolgte strikt die Parteilinie und schrieb am 1. Januar 1933: Das Jahr 1933 stellt Hitler vor die Entscheidung, ob er als vergötterter Führer und vielleicht auch als Märtyrer einer Glaubensgemeinschaft vor den Toren der Politik stehen bleiben will, oder ob er die Verantwortung zu tragen bereit ist, die positiven Kräfte seiner Bewegung in die Waagschale der praktischen Politik zu werfen. Im Interesse einer nationalen Festigung möchte man hoffen, dass Hitler den zweiten Weg findet.“

Die im Juni 1933 von führenden Grossindustriellen angeregte Adolf-Hitler-Spende der deutschen Wirtschaft, war für jeden Unternehmer verpflichtend. Der zu zahlende Beitrag betrug 5 Promille der gesamten Lohnkosten und erbrachte bis 1945 die Summe von 700 Millionen Reichsmark. Auf der Berechnungsbasis von 2008 entspräche die Kaufkraft einer RM heute dem Gegenwert von € 3,10. Initiiert worden war die Spende, um die Bande zwischen der Wirtschaft und der NSDAP zu verbessern. In Tat und Wahrheit handelt es sich aber um ein „Taschengeld ad usum proprium“ des Führers. Der Beitrag des Hauses DuMont dazu betrug zwischen 5.000 und 6.500 RM pro Jahr.

1937 bereits war Kurt Neven DuMont der NSDAP beigetreten. Im Gegensatz zu anderen, renommierten Zeitungsverlagshäusern gelang es ihm, sozusagen unter dem direkten Schutz des Reichspropagandaministeriums seinen Verlag bis zum Ende des Krieges aktiv und unbehelligt am Leben zu erhalten. Seine früh einsetzenden opportunistische Einstellung verhalf der Kölnischen Zeitung zu Ruhm und Ehre, sie war das Aushängeschild, dass der Welt beweisen sollte, wie frei und ungehindert der deutsche Journalismus inmitten von finsterster Meinungsunfreiheit blühte.

Antisemitische Tendenzen zeigten sich schon sehr früh. Im Jahr 1816 erschien im Beiblatt der Zeitung die Werbung für ein antisemitisches, im eigenen Verlag erschienenes Buch. Sie (die Juden) sind in ihrem jetzigen Zustande Wucherpflanzen, die die Staatskräfte aussaugen, indem sie sich ausbreiten; die, bei denen ihnen in den neuesten Zeiten eingeräumten Vortheilen, Verderben über die Länder bringen, und der Sittlichkeit der Einwohner, die sie zugleich arm machen, höchst gefährlich werden.“

Ob die Familie DuMont sich direkt oder indirekt am Erwerb von jüdischem Eigentum   bereichert hat, wollte der Spiegel im Jahr 2006 aufklären. Offensichtlich konnte er seine Argumente nicht ausreichend belegen, sodass er den Prozess gegen die Klägerfamilie DuMont verlor.

Der New Israel Fund (NIF) bekräftigt auf seiner Schweizer Facebook Seite: „Auch in der Schweiz – wir sind Israel!“ und hat sich anlässlich seines 20 jährigen Europa Jubiläums einem medialen Lifting unterzogen. Kurz und prägnant werden die Inhalte vermittelt, die dem NIF wichtig zu sein scheinen: „Ja aus Liebe zu Israel“ und „Ja zu gewaltfreiem Dialog“ „Ja zum verantwortungsbewussten Umgang mit Ressourcen“. Schlagworte, mit denen sich jeder gesunde Mensch, der Israel liebt, durchaus identifizieren kann. Seit der Gründung im Jahr 1979 in den USA gibt er an, sich für Demokratie, Respekt und soziale Gerechtigkeit in Israel einzusetzen. Dies ganz im Sinne der zionistischen Staatsgründer. Deren Ziel, so kann man nachlesen sei es gewesen, allen Bürgern, ohne Rücksicht auf Herkunft und Religion die gleichen sozialen und politischen Rechte zu gewähren. So, wie es in der Gründungsurkunde vom 14. Mai 1948 nach einigen Diskussionen festgeschrieben wurde: Er wird all seinen Bürgern ohne Unterschied von Religion, Rasse und Geschlecht, soziale und politische Gleichberechtigung verbürgen.“

Wenn also die Ziele des Staates Israel und des NIF so deckungsgleich sind, dann kann man unbesorgt spenden und sogar Legate errichten. Das Geld wird den Weg in die richtigen, wünschenswerten Kanäle finden! Ist das so?

Seit seiner Gründung hat der NIF laut eigenem Bekunden mehr als 200 Millionen Dollar an über achthundert wegbereitende Bürgerrechtsorganisationen vergeben.

Als Spender wir der NIF in den nachfolgenden NGOs genannt:

Btselem also jener Organisation, die u. a. die radikalen Palästinenserinnen in einigen demonstrationsbereiten Dörfern mit modernsten Videorekordern ausgestattet hat. Jeden Freitag begeben sich Frauen und Kinder der Dorfgemeinschaft in die Nähe des Grenzzaunes, um dort gegen die „israelische Besatzung“ zu demonstrieren. Wenn es nur dabei bliebe! Eine Familie aus dem Tamimi Clan missbraucht ihre Kinder regelmässig. Begonnen hat es mit Ahed Tamimi (im Internet bekanntgeworden als Shirley Temper) die lautstark und mit dem ganzen Körpereinsatz einer damals 12 jährigen Soldaten der IDF aus der Ruhe zu bringen versuchte. Bevor sie sich, ein wenig zu alt geworden, um als Kinderstar des Widerstandes aufzutreten, zurückzog, beeilten sich die Präsidenten Erdogan und Abbas, sie wie einen Superstar zu empfangen. Ihre Rolle haben mittlerweile die kleine Schwester und der Bruder übernommen. Btselem hat auch jüdische Aktivisten mit Kameras ausgestattet, die nun tagtäglich an den grossen Checkpoints rund um Jerusalem lauern und während den Stosszeiten jedes Auto filmen. Es könnte ja mal etwas Spannendes geschehen, dann hätten sie authentisches, gegen Israel zu verwendendes Material.

 

Auch Breaking the Silence  darf sich jährlich über eine erkleckliche Unterstützung durch den NIF erfreuen. Dass die Aktivisten von BtS mittlerweile Hausverbot in allen militärischen Einrichtungen haben, ändert nichts mehr am Schaden, der in den vergangenen Jahren angerichtet worden ist. In anonymisierten Berichten verfolgt BtS nur ein einziges Ziel: Die Integrität der IDF zu untergraben und Israel zu beschuldigen, regelmässig Kriegsverbrechen zu begehen. Als wäre es der Regierung nicht extrem wichtig, jedes Verbrechen, dass gegen Palästinenser und/oder Araber begangen wird bis zum letzten Detail aufzuklären und entsprechend zu ahnden. Das beste Beispiel ist der derzeitig verhandelte Vorfall, bei dem Elor Azaria am 23. März in Hebron einen bereits wehrlosen Terroristen erschossen haben soll. Die Kameras von Btselem scheinen diesen Vorgang zu belegen, die Zeugen sind sich immer noch nicht einig. Eine dokumentarische Ausstellung von BtS fand im Jahr 2015 in der Helferei in Zürich statt. Die entsprechende Ausstellung in Köln, die im Rahmen zu „50 Jahre diplomatische Beziehungen Deutschland-Israel“ geplant war, wurde abgesagt.

Rabbis for Human Rights 1988 gegründet von Rabbiner Arik Asherman hat es sich zum Ziel gesetzt, immer und in jedem Fall die Sache der Palästinenser zu stärken. Ob dies nun durch menschliche Schutzschilde geschieht, die die Olivenbäume der Palästinenser vor Plünderung oder Zerstörung durch jüdische Siedler schützen, durch Hilfe in Rechtsfällen, vor Gericht oder auch durch Widerstand gegen den Abriss von illegalen Häusern. Auch seine Aufrufe an die Palästinenser zu Widerstand gegen die (israelische) Staatsgewalt sind Zeichen seiner durch und durch anti-israelischen Einstellung.

Diese drei Beispiele sollen die Frage aufwerfen, ob die seitens des NIF unterstützten NGOs in Israel tatsächlich „wegbereitende Bürgerrechtsorganisationen“ sind. Vom zionistischen Gedanken haben sie sich offensichtlich sehr weit entfernt.

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