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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Eine Medaille für die Helden der Krim

Sascha Tamm, 23.04.2014

In diesem Blog beschäftigen wir uns selten mit Münzen und Medaillen (jedenfalls dann, wenn sie nicht aus Gold sind). Aber zuweilen sind sie spannend – und geben Hinweise auf Zusammenhänge.

Das russische Verteidigungsministerium verteilt gern Medaillen an die, die sich bei seinen Operationen auszeichnen. So gibt es jetzt die Medaille „Für die Rückkehr der Krim“: Die Medaille wird nach Befehl 160 des russischen Verteidigungsministeriums „für Verdienste bei der Gewährleistung der Sicherheit von Maßnahmen in Verbindung mit der Verteidigung der Rechte der Bürger der Krim, der Durchführung des Referendums auf der Krim, des Eintritts der Krim in den Bestand der Russischen Föderation im Ergebnis des Referendums“ verliehen.

Quelle: http://goo.gl/JQHrnD

Quelle: http://goo.gl/JQHrnD, russische Wikipedia


Inzwischen sind viele Hinweise auf die Medaille wieder von der Website des Ministeriums verschwunden, doch die russischen Numismatiker waren schnell. So kann man Befehl 160 mit Anhängen hier nachlesen, und über die Medaille gibt es einen Wikipedia-Eintrag. Allerdings ist beides nur auf russisch.

Laut offizieller russischer Propaganda gab es zwar gar kein russisches Eingreifen auf der Krim, und schon gar nicht in anderen Teilen der Ukraine. Es waren spontan entstandene lokale Selbstverteidigungskräfte, die zufällig nagelneue Uniformen ohne Hoheitszeichen, Maschinenpistolen und gepanzerte Fahrzeuge in ihren Garagen hatten und das Land vor den sich aus Kiew nähernden Faschisten schützen sollten. Nun, wer das geglaubt hat, dem ist ohnehin nicht zu helfen.

Ein Detail der Medaille ist besonders interessant: Der Zeitrahmen der Operation zur Rückkehr der Krim wird auf der Medaille mit 20.Februar – 18. März angegeben. Das ist ebenso spannend wie erhellend:

Am 20. Februar war es auf der Krim weitgehend ruhig. Dagegen wurden in Kiew zahlreiche Menschen durch Schüsse getötet. Das Kollektiv aus russischer Propagandamaschine und westlichen Putinverstehern unterstellt gern, dass die Toten auf dem Maidan das Werk von Auftragskillern gewesen seien, die von ukrainischer Opposition und EU gemeinsam angeheurt wurden. Es spricht eher einiges dafür, dass sich die erfolgreichsten Schützen jetzt mit der schönen Medaille schmücken können. Denn die Operation zur Rückkehr der Krim hatte begonnen – und Tote und Aufruhr machten die Gefahr für die Russen auf der Krim plausibler.

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