Archiv: August 2007

Die Rückkehr der Masern

31.08.2007 14:15 - London Calling by Oliver M.H. - 3 Kommentare

England erlebt gerade die Rückkehr der Masern. In diesem Sommer wurden dreimal so viel Fälle der Krankheit registriert wie im Vorjahr, berichtet die Times. Ein Grund dafür: In den vergangenen Jahren ließen weniger Eltern ihre Kinder impfen – aus Angst vor möglichen, jedoch nie belegten Nebenwirkungen:

It was difficult to explain the large increase this year, the HPA said, but parents not vaccinating their children and a lower uptake of a second MMR “booster” dose are thought to be key factors. The triple vaccine has proved highly controversial in recent years over unfounded concerns that it may be linked to autism. The study that first sparked fears about its safety is currently being scrutinised in a hearing by the General Medical Council, the medical watchdog. Andrew Wakefield and two co-authors of his research are currently appearing before the GMC on charges of serious professional misconduct.

MMR coverage began to drop in the late 1990s, though uptake is rising slowly again. The latest figures show that 88 per cent of British children begin school having had one dose of MMR.

Widerstand ist zwecklos! Sie werden assimiliert!

30.08.2007 20:40 - Statler & Waldorf by Statler - 9 Kommentare

Also, was tut sich denn so in den Wirtschaftswissenschaften? Wenn man sieht, woran die großen Fische im Teich gerade arbeiten, dann drängt sich jedenfalls der Eindruck auf, daß die Öffnung für Einflüsse aus den Nachbardisziplinen in eine weitere Runde geht. Benabou entdeckt den mit psychologischen Kosten zu erklärenden Groupthink, wenn er sich fragt, wieso in so vielen Organisationen und in der Politik verfügbare Informationen einfach ignoriert werden und man sehenden Auges Entscheidungen auf der Grundlage von falschen Vermutungen trifft. Tabellini interessiert sich neuerdings für die Frage, ob formale politische Institutionen auf in der Bevölkerung verbreiteten Werten basieren, oder ob Werte erst durch formale Institutionen verbreitet werden — und greift dabei sogar auf Datensätze von Sprachwissenschaftlern zurück.

Werden also die Wirtschaftswissenschaften “weicher“? Weit gefehlt, Benabous formales Modell ist komplex wie eh und je, Tabellini macht weiterhin state-of-the-art Ökonometrie. Die Methoden bleiben erhalten, werden weiterhin geschärft, aber das Interessensgebiet dehnt sich aus. Vielleicht steht also doch eher eine neue Welle des ökonomischen Imperialismus an? In den angelsächsischen Top-Journals der Politologen kann man schon heutzutage kaum noch etwas veröffentlichen, wenn man nicht entweder ein Rational-Choice-Modell (wie in der ökonomischen Theorie) oder quantitative Empirie (mit ökonometrischen Methoden) vorlegt. Insofern: Zieht Euch warm an, in den Nachbardisziplinen!

Ob ich persönlich das gut finde, das ist eine andere Frage. Eigentlich gäbe es noch genügend offene, im engeren Sinne ökonomische Fragen, an denen wir uns abarbeiten sollten.

Podcasts

Wer hört sich eigentlich gerne Podcasts deutscher Blogger an? Ich weiß, ich werde jetzt wieder Prügel kassieren, aber mal ehrlich — der typische Podcast klingt etwa so:

Mmmmmmmmm…hmmm — hier beliebige Befindlichkeitsscheiße einsetzen — ääähhhm…hmmmm…. — hier beliebiges, selbstreferenzielles Rumgenöle einsetzen — hhmmm…ähhhhhmm…tschüß.

Braucht das jemand? In den letzten vier Tagen habe ich hier bei der EEA-ESEM ungefähr dreißigtausend Vorträge gehört, und nicht einmal der jüngste, blutigst anfangende PhD-Student hat so einen lausigen Vortragsstil wie der typische deutsche Podcast-Blogger. Bitte, versucht doch wenigstens mal, erst zu denken und dann zu reden. Dann kriegt Ihr vielleicht auch mal einen geraden Satz heraus.

Oder guckt Euch den Harnasch an und lernt von ihm. Der kann das nämlich.

Hier spricht der nationale Widerstand Mainstream

Presseberichten zufolge hat der Mügelner Bürgermeister Gotthard Deuse in der “Jungen Freiheit” bekundet, er sei “stolz Deutscher zu sein”, und sich darüber beklagt, dass die Deutschen ihren Nationalstolz nicht zeigen dürften.

Und dann ist es schon verständlich, wenn sich dieser “Nationalstolz” bei dem einen oder anderen jungen, ungeduldigen, deutschen Menschen ein Ventil sucht, nicht?

Die billigste Art des Stolzes ist hingegen der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt. Wer bedeutende persönliche Vorzüge besitzt, wird vielmehr die Fehler seiner eigenen Nation, da er sie beständig vor Augen hat, am deutlichsten erkennen. Aber jeder erbärmliche Tropf, der nichts in der Welt hat, darauf er stolz sein könnte, ergreift das letzte Mittel, auf die Nation, der er gerade angehört, stolz zu sein.

Diese Worte Artur Schopenhauers als kleine persönliche Widmung ins nationale Poesiealbum des Herrn Deuse.

Werbung an Schulen erlauben!

16:06 - Liberté d'abord! by Oliver Luksic - 7 Kommentare

Auch wenn die Hamburger CDU vor den Wahlen nun einknickt und Werbung an Schulen doch nicht erlauben will: Schulen sollten selber entscheiden können, ob Sie ihre Schulen für Werbeflächen öffnen um dadurch zusätzliche Einnahmen zu erzielen. Schulen sollten entscheiden, ob Sie Werbung haben wollen und wenn ja wie sie das Geld ausgeben. Den Schulen geht es schlecht. Zusätzliches Geld für Klassenfahrten, Schulfeste und eine bessere Ausstattung kann jede Schule gebrauchen. In Sachsen-Anhalt, Berlin und Bremen ist daher Werbung unter Einschränkungen an Schulen zulässig. Unterrichtsinhalt darf nicht verkauft werden, verboten bleiben weltanschauliche, religiöse oder politische Werbung. Aber wieso keine Werbung auf dem Hallenboden oder der Schulwand? Kinder werden sowieso permanent mit Werbung bombardiert. Schulen könnten offensiv mit dem Thema umgehen, ihren Schülern erklären, wie Werbung funktioniert und vor allem wie man kritisch damit umgeht.

Deutschland hat jetzt auch die doppelte Staatsbürgerschaft

Deutsche in der Schweiz und in den EU-Staaten können sich künftig einbürgern lassen, ohne die deutsche Staatsangehörigkeit zu verlieren. 181’200 Deutsche zählte das Statistische Bundesamt der Schweiz letztes Jahr.

Bisher galt: Wenn sich ein Deutscher in der Schweiz einbürgern liess, erlosch seine deutsche Staatsbürgerschaft automatisch. Wer den Verlust des deutschen EU-Passes vermeiden wollte, musste vor Einreichung eines Einbürgerungsantrags einen kostenpflichtigen Antrag auf Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft stellen.

Allerdings: in den letzten Jahren nahm man die Sache nicht mehr so genau. Wieviele Doppelbürger es gibt, weiss man in Deutschland allerdings nicht. Deutschland registrierte die Doppelbürger einfach als Deutsche.

Der Kurswechsel vollzieht sich still und leise. In den deutschen Medien war die neue Praxis bisher noch kein Thema. Vom neuen Ausländergesetz wurden nicht die Erleichterungen für Deutsche und EU-Bürger wahrgenommen, sondern nur die gleichzeitig eingeführten strengeren Regeln für den Ehegattennachzug türkischer Einwohner.

Quelle: Tages-Anzeiger

Ich hab geträumt, Microsoft würde Flugzeuge bauen


Ach, weil’s so schön ist, gleich noch’n Audiovideo. Gates noch Bodo Wartke?
(Via Schockwellenreiter)

The Nazi Roots of Jihad

29.08.2007 22:46 - Audiovideo, Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 2 Kommentare

Those who cannot remember the past are condemned to repeat it.

Flash-Animation (via horowitzfreedomcenter.org)

Clevere Südkoreaner

Die Südkoreaner sind ja so was von clever. Die verhandeln seit Tagen mit dem Taliban, um ihre Landsleute aus Afghanistan raus zu holen (wen wollten die dort eigentlich missionieren?). Und versprechen den Beim-Barte-des-Prophetigen das Blaue vom Himmel und noch ein paar Dinge dazu.

Wenn dann alle Geiseln befreit sind und im Flieger von Korean Air sitzen, sagen sie zu den Taliban: April, April, wir ziehen weder unsere Truppen ab, noch wird das was mit dem Blau vom Himmel. Wir haben euch reingelegt und das ist auch gut so.

Oder täusche ich mich etwa?