Bernd Ziesemer vom Handelsblatt fragt sich:

Niemand will gegenwärtig Asset Backed Securities kaufen – zu keinem Preis. Wie ist das Marktversagen zu erklären?

Eine ganz schnelle Antwort, da ich etwas in Eile bin: Es ist falsch, von Marktversagen zu sprechen, nur weil gerade keine Transaktionen stattfinden. Und ich gehe jede Wette ein, daß es irgendeinen Preis größer als Null gibt, zu dem sich Käufer für die Asset Backed Securities finden würden. Ehrlich gesagt, wenn sie sonst niemand will, würde ich sie selbst nehmen — solange der Preis zwar positiv, aber hinreichend klein ist.

Wenn hier gerade keine Transaktionen stattfinden, dann liegt das nicht an den Käufern, sondern an den (potentiellen) Verkäufern der ABS — deren Preisforderung ist offenbar höher als das, was die Käufer zu zahlen bereit wären. Wie Ziesemer richtig feststellt, haben wir eine erhebliche Unsicherheit über den wahren Wert der ABS, aber wir können davon ausgehen, daß diese Unsicherheit nicht beide Seiten des Marktes gleichermaßen betrifft. Die Verkäufer werden eher abschätzen können, was ihre ABS noch wert sind. Die verhinderten Käufer haben mit größerer Unsicherheit zu tun (Kann ein Verkäufer den wahren Wert glaubhaft signalisieren? Wohl kaum). In diesem Fall mit einer riesigen Unsicherheit die den ganzen Markt betrifft, das ist nochmal was ganz anderes als z.B. ein Gebrauchtwagenkauf auf Akerlof’s market for lemons. Also verlangen sie Preisabschläge, die niemand zu gewähren bereit ist.