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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Toleranz per Gesetz

Oliver Luksic, 17.08.2007

Die Arbeitswelt ist durch das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nicht besser geworden, die per Gesetz verordnete Toleranz macht die Arbeitswelt aber verlogener und kostet viel Geld. Das bürokratische Anti-Diskriminierungsgesetz kostet den Steuerzahler nicht nur wie häufig berichtet 5,6 Millionen Euro, was sich nur auf die Einrichtung einer neuen Verwaltungsstelle bezieht. Laut einer Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) werden die Unternehmen mit 1,7 Milliarden Euro belastet. Für jeden sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten mussten die Unternehmen im vergangenen Jahr durchschnittlich 72,52 Euro ausgeben.

Knapp ein Drittel der Gesamtkosten in Höhe von 532 Millionen Euro entfielen auf die Mitarbeiterschulungen, weitere 602 Millionen würden für die Einführung neuer Standards und “strategischer Implementierungen” aufgewandt. 84 Prozent der befragten Unternehmen verschicken nur noch nichtssagende Standardabsagen an Bewerber. “Aus Angst vor Missbrauch teilen Unternehmen Bewerbern kaum noch die Gründe für die Absage mit”, meint INSM-Geschäftsführer Max Höfer. Dies verbaue den Jobsuchenden die Chance auf ein ehrliches Feedback. Aus Anzeigen und Bescheiden werden nämlich alle Formulierungen gelöscht, die mit Alter oder Geschlecht zu tun haben. Da der Arbeitgeber durch die Umkehr der Beweislast nun alles dokumentieren muss entstehen hier zusätzliche Bürden. 87 Prozent der befragten Unternehmen verbinden den Ergebnissen zufolge mit dem Gesetz im Wesentlichen zusätzliche Bürokratie, wobei über 74 Prozent der befragten Unternehmen das Gesetz insgesamt als überflüssig bewerten.



7 Kommentare zu “Toleranz per Gesetz”

  1. quer

    Irgendwie muß es doch möglich sein, der Wirtschaft und den Arbeitnehmern zu ihrem eigenen Wohle Knüppel zwischendie beine zu werfen. Wer kann uns darin schon übertreffen?

  2. FAB.

    Mich irritiert die Überschrift. Was, genau, hat das AGG mit “Toleranz” zu tun?

  3. perfectcrime

    Die Kosten für die Steuerzahler und die Kosten für die Unternehmen sind zwei paar verschiedene Schuhe. Außerdem musste das Ergebnis der INSM-Studie ziemlich krass ausfallen. Wie sonst soll man mit dem Ergebnis gegen das Ungeliebte Gesetz lospoltern??

  4. Westaflex Markenwelt Lufttechnik Schallschutz Filtration » Blog Archiv » Jubiläum ohne Interesse

    [...] einem Jahr ist das Anti-Diskriminierungs-Gesetz in Kraft getreten. Dieses Ereignis „feierte“ man in der Wirtschaft mit gemischten [...]

  5. INSM

    Studienautor Andreas Hoffjan hat in einem Interview mit der Frankfurter Rundschau erläutert, wohin falsch verstandene Regulierung wie im Fall des AGG führen kann. Auf die Frage, ob seit Inkrafttreten des AGG weniger diskriminiert werde, antwortete Hoffjan: “Das ist fraglich. In den Experteninterviews, die wir im Vorfeld der Studie durchgeführt haben, zeigt sich eher: Jetzt wird AGG-konform diskriminiert.” Zudem gebe es “Scheinbewerbungen” von Leuten, die es nur darauf anlegen, später Schadenersatzanforderungen geltend zu machen.

  6. INITIATIVE NEUE SOZIALE MARKTWIRTSCHAFT - INSM/INSM - Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft » Blog Archiv » INSM-Studie zum Antidiskriminierungsgesetz (AGG): Weitere Resonanzen von FAZ bis WAZ

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  7. Ökologie? Der moderne Ersatz für Glauben | fxneumann · Blog von Felix Neumann

    [...] eigentlich bemerkenswerte am vorliegenden Fall ist aber nicht die bekannte Kritik an Antidiskriminierungsgesetzgebung, auch wenn meine Kritik damit zu tun hat: Hier wird die [...]

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