Vier Beine und ein Bischof
So, jetzt lasst mich auch mal ran. Seit die beiden von drüben hierher gezügelt sind, herrscht hier ein Gedränge, es ist ja nicht zum Aushalten. Also, was ich sagen wollte – jetzt habe ich doch glatt den Faden verloren. Was war es noch gleich?
Oder war es diese Studie der international hoch angesehenen ETH Zürich, in der nachgewiesen wird, dass der Lomonossow-Rücken eine zwar nur wenige Meter breite, aber immerhin, Anbindung an den Gotthard hat und die Schweizer nun auch Schiffe an den Nordpol schicken (mit Flagge), um ihren Anspruch auf die dort lagernden Bodenschätze anzumelden?
Nein, weil heute Samstag ist und es auch mal etwas Unterhaltung sein darf, erstatte ich Bericht von diesen Tierdingsbums, von diesen Tierfreunden im Kanton Basel-Landschaft (der seit einem Sezessionsscharmützelchen auf der Hülftenschanz 1832 von Basel getrennt und seither ein so genannter Halbkanton ist – aber das ist eine andere Geschichte).
Wo war ich? Ah ja, bei diesen Tierfreaks. Da gibt es in Läufelfingen (den Ort muss man sich nicht merken) seit geraumer Zeit einen Tierfriedhof. Und der wird von Herrn und Frau Mörgeli betrieben.
Und gleich nebenan im „Kafistübli“ treffen sich „jeden Sonntag viele Menschen zu Kaffee und Kuchen, um den Verlust eines geliebten Tieres gemeinsam zu verarbeiten“, schreibt die Basler Zeitung (hallooo auf den billigen Plätzen – es wird nicht gelacht!). Man könne sich aber auch über den Schmerz ob des Verlusts der Schwiegermutter austauschen, sagt die Frau Mörgeli.
Da dachten sich die Mörgelis: Wo an der Schwelle soviel Trauer herrscht, sollte doch zumindest danach zusammenfinden, was auf vielen gemeinsamen Spaziergängen zusammengehörte: Herrchen und Frauchen gehören zu Füssen ihrer geliebten Vierbeiner bestattet, wenn denn der für uns alle unausweichliche Moment im Leben gekommen ist.
Ausser mir finden alle anderen einen solchen Bestattungswunsch offensichtlich völlig normal. Also wir leben in Zeiten! Die Röm.-Kath. Kirche zum Beispiel – besorgt um jedes Schaf, das sich halten lässt - grenzt da nicht etwa aus. (Haben Sie übrigens den Pups von diesem holländischen Röm.-Kath.-Bischof mitbekommen, der allen Ernstes vorschlägt, man solle IHN in Allah umbenennen?)
Die Röm.-Kath. Kirche will „die Menschen dort begleiten, wo sie stehen.“ Nach dieser etwas eigenwilligen Aussage fügte der Sprecher der Röm.-Kath. Kirche noch hinzu: „Die Abdankungsfeier sollte aber möglichst in einer Kirche stattfinden.“ Was immerhin noch eine Hintertür zur Hundehütte offen lässt.
Die spinnen, die Schweizer. Oder ist es der Bischof?




Bisher keine Kommentare