Magdalen Nabb (1947-2007)
Oliver M.H., 22.08.2007
Manchmal haben Ausländer einen besseren Blick auf ihr Gastland als diejenigen, die dort seit ihrer Geburt gelebt haben. Sie sehen Dinge, die den Einheimischen gerade aufgrund ihrer scheinbaren Selbstverständlichkeit lange verborgen bleiben.
Magadelen Nabb war eine solche Ausländerin. Geboren 1947 in England, lebte sie seit 1975 in Florenz. Dort begann sie, ihre Eindrücke von der Stadt literarisch zu verarbeiten: in Romanen, wie sie sagte; in Krimis, wie andere meinten.
Sie tat dies, lange bevor Donna Leon auf der Szene erschien und den Markt für italienische Expat-Krimis beinahe für sich monopolisierte. Doch anders als Leon, deren Krimis letztlich immer demselben Schema und denselben Klischees folgen, gab es bei Magdalen Nabb immer wieder wieder überraschende und berührende Schilderungen des italienischen Alltagslebens – und keine vorhersehbaren Handlungsstränge.
Magdalen Nabb starb am vergangenen Samstag in Florenz nach einem Schlaganfall im Alter von 60 Jahren. Bei der Beisetzung bildeten die Florentiner Carabinieri eine Ehrengarde, wie der Telegraph heute in seinem Nachruf berichtet.
Was das alles mit Liberalismus zu tun hat? Gar nichts. Aber als Fan von Magdalen Nabb und ihrem Maresciallo Guarnacci war dies für mich heute die traurigste Nachricht bei der morgendlichen Zeitungslektüre.
antibuerokratieteam.net





Oh, das ist echt schade und bedauerlich. Magdalen Nabb habe ich gerne gelesen. Ihr Romanheld machte auf mich immer den Eindruck eines “italienischen Columbo.”