Coase für Ehrenfeld
In direktem Zusammenhang mit dem vorherigen Eintrag hätte ich noch einen Vorschlag für die Ehrenfelder: Sammelt Geld! Wenn die empfundene Belästigung durch die Moschee tatsächlich so groß ist, dann kauft der Ditib doch einfach das Grundstück ab. Für irgendeinen Preis wird sie es schon hergeben. Und dann geht sie mit dem Geld und ihren Bauplänen halt irgendwo hin, wo sie ein wenig mehr willkommen ist.
Und wenn Ihr nicht genug Geld zusammen bekommt — dann ist die Belästigung durch zwei Minarette in der Nachbarschaft (die nicht höher werden sollen als gewöhnliche Industrieschornsteine) ja vielleicht doch nicht ganz so schlimm.
Pay up or shut up. Oder so.
Disclaimer: Ich bin ein großer Fan von Ralph Giordano als Autor, und schon allein für sein Engagement in der kritischen Phase zu Beginn der 1990er hat er sich allergrößte, bleibende Hochachtung verdient. Vermutlich stand er bisher in so ziemlich jeder politischen Auseinandersetzung auf der richtigen Seite. Aber diesmal hat er sich ganz fürchterlich verrannt.







Nun, wenn es genau so einfach wäre, für solche Zwecke die Staatskasse zu plündern, wie wenn es darum geht, den Erwerb und die Nutzung von Immobilien durch die “NPD” zu verhindern, dann hätte dieses Modell sicherlich Zukunft.
Ich gehe mal davon aus, daß Statler und Mr. Rogers auch in diesem Fall ein Einspringen des kommunalen Steuerzahlers für den guten Zweck befürworten?
Vom kommunalen Steuerzahler war nicht die Rede. Selbst sammeln ist der Auftrag an die Moscheegegner.
Wie schade. Werde den Stadtkämmerer dran erinnern, wenn´s mal wieder gegen die anderen Unerwünschten geht.
Schauen wir uns mal die Bauwerke in anderen nicht gerade für windelweiche christliche Standpunkte bekannte Gesellschaften an:
New York hat eine Moschee, die so ähnlich aussieht:
http://www.fordham.edu/halsall/medny/nymosq1.html
Santiago de Chile auch:
http://www.missionislam.com/knowledge/muslimschile.htm
Buenos Aires:
http://www.akworld.net/webblog/?p=446
Die Moschee von Madrid hat keine Minarette:
http://www.sacred-destinations.com/spain/madrid-mezquita.htm
Dafür aber die Moschee von Paris:
http://www.thehotspotonline.com/thewurld/articles/Mosque.htm
Oder Rom:
http://www.thehotspotonline.com/thewurld/articles/Mosque.htm
Lisabon:
http://archnet.org/library/images/one-image.tcl?location_id=5665&imag e
Zwar sollte man bestimmte Tendenzen in der islamischen Welt sicher unter Beobachtung stellen, aber man kann einfach eine Religion, die es seit mehr als 1000 Jahren gibt und an die eine Menge Leute glauben, einfach so für grundsätzlich und für alle Zeiten gefährlich erklären.
Sehe ich auch so – man kann.
;-)
Im Ernst: wieso sollten Alter oder Anhängerzahl dagegen sprechen, eine Religion/Ideologie (oder von mir aus auch: ein transzendent begründetes Wertesystem) grundsätzlich (abstrakt) für gefährlich zu halten? Ist das nur bei Ideologien statthaft, die neu sind und noch wenige Anhänger haben?
“Den” Islam gibts seit über 1000 Jahren und hat bisher weder die Menschheit insgesamt noch sich selbst vernichtet.
Wir haben 2 Optionen:
a) sich auf den Islam berufenden Leuten die Grenzen unserer Akzeptanz deutlich machen und auf innere Reformprozesse hoffen oder
b) den Islam an sich bekämpfen.
b) ist angesichts der Menge an Muslims einfach nicht mit einem einigermassen friedlichen Umwelt vereinbar. Bei mir bekannten Muslimen hab ich festgestellt, dass die ziemlich unterschiedlich sind und sicher keine amorphe, explosive Masse, denen man keine repräsentative religiöse Zentren zugesteht.
@SaltofTheEarth:
> “Den” Islam gibts seit über 1000 Jahren …
Leider.
Ist ja schon richtig, daß er die Menschheit nicht vernichtet hat, aber eine Menge Menschen hat er schon vernichtet (mehr als jede andere Religion). Und dem stehen umgekehrt verdammt wenige Vorteile gegenüber.
Wir werden nun weiter mit ihm auskommen, müssen, aber die Weltgeschichte wäre wohl insgesamt deutlich angenehmer verlaufen wenn Der-der-nicht-karikiert-werden-darf seinen ersten Kampf nicht überlebt hätte.
> a) sich auf den Islam berufenden Leuten
> die Grenzen unserer Akzeptanz deutlich
> machen und auf innere Reformprozesse
> hoffen …
Ist in der Tat die einzige sinnvolle Option.
Aber mit diesem “deutlich machen” müßten wir schon etwas klarer werden als bisher üblich.
Dazu gehört umgekehrt bevorzugt die Gruppen zu behandeln, die diese innere Reform schon weitgehend hinter sich haben (z. B. die Aleviten).
Salve!
Also für gewöhnlich schätze ich Statlers Artikel, aber das ist einfach nur polemisch.
1. Ist Ehrenfeld nicht gerade der Stadtteil mit dem höchsten Durchschnittseinkommen.
2. Gibt es die Option weg zu ziehen. Das wäre allerdings wirklich unproduktiv, da gerade in diesem Bereich Ehrenfelds eine recht angenehme Mischung von zugewanderten und alt eingesessenen Bürgern gibt. Dies ware bei grösseren Weg und Zuzügen den warscheinlich nicht mehr der Fall.
3. Ich halte den Vergleich mit Industrieschornsteinen für ausgezeichnet. Das Ding wird mitten in der Stadt gebaut. Da wäre ich auch gegen eine Fabrik. Zumindest in einem Wohngebiet das flächig eine Bebauung von höchstens 5 Etagen hat.
Davon abgesehen lese ich den Blog wirklich gerne. Herzlichen Denk und viel erfolg mit der neuen “Wohnung”
–
Tinnitus
@ Statler, zum Disclaimer: Geht mir genauso.
Wenn Giordano gegen das Dasein der Abu-Bakr-Moschee in Köln-Zollstock, ein übler fundamentalistischer Haufen, über den sich kaum ein Kölner aufregt, protestieren würde, so wäre dies mindestens erheblich weniger unverhältnismäßig.
@ Tinnitus, zu 1. und 2.: Allerdings ist Ehrenfeld seit ca. Mitte der Neunziger ökonomisch langsam aber stetig auf dem auftsteigenden Ast. (Die eifernde PI-Gemeinde gibt sich übrigens verschiedenen virtuellen Orts mithin Mühe, kölnunkundigen Lesern Köln-Ehrenfeld gleichsam als Berlin-Neukölln zu verkaufen.)
Zu 3.: Die Minarette sind ästhetisch ansprechender als Industrieschornsteine. Und Muezzin-Rufe, von denen ich als Anwohner genervt wäre, werden nicht erklingen. Eine veritable Anwohnerbelästigung dürfte also lediglich durch die Verknappung von Parkplätzen während der Veranstaltungszeiten entstehen. Aber die Kölner CDU streitet lieber für weniger Minarett als für mehr Parkplätze auf dem Moscheegelände.