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Die Afghanenschlächter aus Washington

15.09.2007 14:17 - Statler & Waldorf by Statler

Beim Grünen-Sonderparteitag wird gerade darüber verhandelt, wie sich diese sich heute doch mal wieder recht präpubertär darstellende Partei zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr verhalten soll, vor allem zum Einsatz von Bundeswehrtornados. Die verwirrteren Delegierten — vegane Ernährung und ein gesunder Hirnstoffwechsel, das ist oft ein Widerspruch — reden nun heute öfters von einem angeblichen “Krieg der US-Streitkräfte gegen die afghanische Zivilbevölkerung“.

Erklärt mir das mal jemand, vielleicht einer von den Grünenverstehern dort draußen? Wo genau führen die Amerikaner dort einen Krieg gegen die Zivilbevölkerung? Die Nachrichtenlage deutet schließlich doch eher darauf hin, daß dort, wo leider, leider nicht genügend internationale Soldaten sind, die Taliban und andere Extremisten einen Krieg gegen die Zivilbevölkerung führen. Oder ist es einfach so, daß für die Grünen die Taliban die Hüter der Zivilgesellschaft sind, ergo ein Krieg gegen die Taliban einem Zivilistenschlachten gleichkommt?

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10 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

TCHe, 15.09.2007 16:37

Ernsthaft? Naja, die Grünen wollen nicht verstehen, dass die Taliban einen Art der Kriegsführung praktizieren, die, wie auch bei Hizb’Allah oder Hamas, darauf abzielt, die Zahl der getöteten Zivilisten zu erhöhen.
Weil alles, was mit „Krieg“ auch nur im entferntesten zu tun hat, „böse“ ist, kapieren die auch nicht, was hinter Guerilla-Kriegsführung und Terrorismus für eine Logik steckt.

Mal ganz davon abgesehen, dass es sich immer lohnt, gegen die bösen Amis zu hetzen, natürlich.

Ich habe mir heute den Beginn der „großen“ „Anti-Kriegsdemo“ in Berlin angesehen. Das Gestammele dort entspringt der gleichen Logik: USA = böse; Militär = böse; Westen = böse.

Deshalb ist man für Frieden um jeden Preis, egal ob es eigenen angeblich emanzipatorischen Ansprüchen zuwider läuft. Weil schuld ist immer der Westen und die Taliban sind eigentlich auch nur Antiimperialisten, die halt noch in kulturell bedingten Kategorien denken.

 
T. Albert, 15.09.2007 17:22

wieder kein zitat! na, ich les`es morgen in der nzz nach.

 
Alrik, 15.09.2007 20:06

NaJa, auch die Grünen sind nur Deutsche.
Und was haben wir Deutschen aus dem allierten Bombenterror gelernt ?
“Das Krieg immer nur die Unschuldigen trifft und noch nie etwas gebracht hat…”

Aus dem Blickwinkel sind die unbeabsichtigten Opfer der westlichen Kriegsführung schlimmer zu ertragen als die beabsichtigten Opfer des Talibanregimes.
Wenn wir uns nicht am Krieg beteiligen müssen wir auch kein schlechtes Gewissen haben, wir haben uns nicht die Hände schmutzig gemacht.

Und sollte man doch mal ein schlechtes Gewissen bekommen weil in den Gebieten in denen die Taliban herrschen noch gesteinigt wird und Frauen keine Chance auf Bildung oder Lebensunterhalt ausserhalb der klassischen Ehe haben - was solls, das Gewissen kann man wunderbar damit beruhigen das eigentlich die Amis daran Schuld sind das dort die Taliban herrschen…

Natürlich sind nicht alle Grünen oder Deutschen so ;-)
Wenn man, statt Verschwörungstheorien, eine konservativen Vorstellung von gesellschaftlicher Entwicklung und Politik hat (die alte langweilige Idee mit Produktionsformen welche die Gesellschaft formen und Politik als Ausdruck von Interessen und Ideologien ) kann man es durchaus für gut halten die Taliban zu bekämpfen.

Das bei diesen Kampf die Zahl der zivilen Toten und Verletzten möglichst gering sein sollte versteht sich von selbst.
Dazu muß man die Taliban dort zum Kampf stellen, wo es am wenigsten Zivilisten gibt.
Dazu muß man sie finden, und dazu braucht man Aufklärungsflugzeuge.

Ob es weniger Zivile Opfer gibt, wenn man die Aufklärungstornados abzieht ?
Oder wird es eher mehr geben, weil die Taliban dann vermehrt dort zuschlagen können wo sie es wollen ?

 
Mathias, 15.09.2007 22:19

Die Gruenen sind mir tausendmal lieber als “die Linke”. Sie sind wenigstens in einigen wirtschaftlichen Fragen nicht total daneben und haben schon haeufiger bewiesen, dass, wenn es hart auf hart kommt, Pragmatismus vor Ideologie geht. Natuerlich sind die meisten noch Pazifisten und, wie Malzahn es so schoen fuer SPON formulierte, um “die Gemuetlichkeit am linken Stammtisch besorgt”. Es ist aber gut, dass es linke Konkurrenz fuer “die Linke” gibt. Denen ist naemlich alles recht und zuzutrauen, die sind komplett von der Realitaet losgeloest.

 
Christian Hoffmann, 16.09.2007 03:30

In diesem Fall waren die Opfer zwar Pakistanis, aber dennoch ist dieser “Vorfall” nur einer unter vielen. Man beachte die Larmoyanz der amerikanischen Reaktion.

http://tagesschau.sf.tv/nachrichten/archiv/2007/06/24/international/isaf_gesteht_tod_von_zivilisten_in_pakistan_ein

Wenn permanent Zivilisten Opfer der Kriegsführung werden, dann wird faktisch ein Krieg gegen die Zivilbevölkerung geführt.
Die Zeiten, zu denen Kriege noch mehr oder minder an der Zivilbevölkerung vorbei geführt werden konnten, sind ohnehin längst Vergangenheit.

 
Alrik, 16.09.2007 17:06

Die zeiten in denen eine westlich Armee gezielt die Zivilbevölkerung angreift auch…

 
georg, 16.09.2007 17:32

Wann bitte wurden Kriege an der Zivilbevölkerung vorbei geführt?

 
TCHe, 16.09.2007 18:53

@ georg

Zumindest idealtypisch zur Zeit der „Kabinettskriege“.
Aus dieser Zeit stammt auch die weitgehendste Kodifizierung des (westlichen) Kriegsvölkerrechts. Gedanke dahinter war es, dass der Herrscher Krieg führen können solle, „ohne dass es der Bauer auf seiner Scholle“ bemerkt.

 
Hardy, 16.09.2007 22:50

Ein paar kleine Tatsachen:
Zivile Opfer wird es in einem Krieg immer geben, daran führt kein Weg vorbei.
Je mehr eine Kriegspartei eine asymetrische Kriegsführung betreibt respektive bevorzugt, desto mehr zivile Opfer gibt es, da bei selbiger auch nie deutlich erkennbar ist, wer Zivilist und wer Kriegführender ist.
Aus diesen Gründen jedoch darauf zu verzichten, einen IMHO gerechtfertigten Krieg zu führen wäre Schwachsinn³.
Pazifismus ist zwar auch meiner Ansicht nach eine sehr schöne Sache, jedoch sollte man dann auch bereit sein, die Folgen desselbigen zu tragen. Und das würden weder die Grünen noch die Linkspartei wollen.
Übrigens sterben, zu mindestens im Irak, meines Wissens nach jetzt weniger Menschen pro Tag, als während der Zeit Saddam Husseins. Und das trotz der Terroranschläge. Und ich schätze mal, dass selbiges auch auf Afghanistan zutrifft. Zu mindestens definitiv in den von den Truppen kontrollierten Gebieten. Was ferner bedeuten würde, dass mehr Truppen benötigt werden.

 
icke, 30.09.2007 23:00

Haben SIe den Grünen-Parteitag in voller Länge genossen? Dann wäre Ihnen zweifellos nicht entgangen, dass für die Grünen die Taliban keineswegs die Hüter der Zivilgesellschaft sind. Die Debatte schien mir eher offen, kontrovers und nicht unter der Prämisse “Zusammenhalt um jeden Preis!” geführt worden zu sein.

 

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