For those about to walk, we salute you!
A-Team Leser dagny hat Recht: bisher fand in der Bloggerszene so gut wie keine solidarische Berichterstattung über die Revolte der jungen Birmesen gegen die Militärdiktatur statt.
Ob es daran liegt, dass da keine antikapitalistischen Parolen gerufen werden (aber wo gibt’s sowas eigentlich noch?) oder dass es bis vor kurzem vorwiegend Mönche waren, die demonstrierten? Ich weiss es nicht.
Es wirkt sicher auch mit, dass es den Machthabern in den letzten Jahrzehnten gelungen ist, das Land völlig zu isolieren. Kein Zweifel, dass sie dabei, wenn nicht kurzfristig, so doch mittelfristig, scheitern werden, auch wenn sie aktuell offensichtlich auf brutale Repression setzen. Nicht zuletzt deshalb, weil Blogger inzwischen auch aus Birma unzensierte Nachrichten und Bilder berichten: via Ko Htike’s Prosaic Collection z.B. oder dem Blog von Nyein Chan Yar







Der Gedanke ist mir gestern auch gekommen. Hab dann in einem technischen Forum meinen Avater auf Free Burma Coalition/National League for Democracy Logo gestellt.
Diese Demonstranten haben schlicht und einfach unzweifelhaft Recht. Wär schade, wenn gerade das von Solidarisierung abhalten würde. Hatte auch eine gewisse Scheu, weil ich in dem warmen Büro und die auf Plätzen voller Waffen und einer durchgeknallten Regierung…
Fänds aber definitiv eine positive Geste, wenn das Internet ein bischen mit deren Logos geflaggt würde. Die wissen schliesslich nicht automatisch, dass sie hier starke Sympathien wecken.
Dem kann ich nur zustimmen und das Logo gleich mitnehmen!!
das oben ist das Logo genau von wem?
Werd aber gleich weiterverwenden.
Das Banner ist aus Ko Htike’s Blog.
Der sollte noch durch einen Satz ergänzt und für mehrere Länder lokalisiert werden. Werde mich dem mal annehmen.
Ein Grund dürfte sein, dass es die Mönche von Anfang an in die Mainstreammedien geschafft haben (selbst als am Samstag “nur” 2000 waren) während die 10-15000, die in Berlin mit grosser Bloggerunterstützung gegen Vorratsdatenspeicherung protestierten in SpOn oder der 20:15-Tagessschau einfach totgeschwiegen worden.
.
Das ist wie früher in der DDR – die Unterdrückten im Ausland (eg. Südafrika) konnten noch so recht haben; wenn man sich von Propagandasekretärinnen unterdrückt fühlt, hat man eben weniger Mitgefühl, solange die eigene Freiheit (wenn auch aus dem Rollstuhl heraus) mit Füßen getreten werden soll.
.
.
.
Ausserdem gibt es darüber hinaus genug Blogs, die sich sehr schnell und fundiert solidarisiert haben. Mehr unter http://netzpolitik.org/2007/internetzensur-in-burma/
Oh, von der Demo in berlin habe ich (ich lebe nicht in Deutschland) in der tat nichts mitbekommen.
Birmas rote Revolte…
Die farbliche Metaphorik hat etwas ironisches im Gepäck: Es sind natürlich nicht die Volksbefreier von der längst ruinierten Rotfront im Geiste von Karl Marx gemeint, sondern buddhistische Mönche, die nicht gerade stellvertretend für eine moderne…
Ich hätte ja auch endlich mal was schreiben wollen, aber der Prüfungsstress! …
Egal, ich pack das Banner auf die Seite. Wenigstens was.
Mehr kann man ja wieder mal nicht machen.
Ich benutz dieses Logo. http://www.fanen.com/files/links_logo_55_cv.jpg
Rein optisch mag zwar das viele rot und der Stern besser zu che2001 als zum antibuerokratieteam zu passen. Scheint aber Buddismus-rot zu sein. (freeburmacoalition.org)
Wie einfach doch alles geworden ist: Logo ist gleich Solidarität. Und auch wie ambivalent: Es gefällt mir und es gefällt mir nicht, weil es einfach nicht ausreicht.
Ich habe mich ja schon in dem Sinne geäussert, als hier mehr als laute Sympathiebekundungen nicht drin sind. In ‘Kulturzeit’ hat ein burmesischer Mönch im deutschen Exil gefordert, Amerika möge mit Waffen kommen, wie es das anderswo auch tut.
Diese naive, aber sichtbar verzweifelte Aufforderung entspricht vielleicht einer mönchischen Sicht der Dinge, nicht aber den Realitäten, denn sie macht die Rechnung ohne die umliegendenden Wirte wie China oder Indien, die den Eingreifer USA kaum als willkommenen Befreier begrüssen würden, profitieren sie doch enorm von der bestehenden Diktatur. Und was taugt die UNO? Wieder nichts.
Bleiben Ohnmacht, Links und Logo? Wie bedauerlich.
aka zunehmende (Welt-)Öffentlichkeit müssen nicht wenig sein (sind wohl sehr viel für die Protestierenden)… wenn man daran denkt, dass die Chinesen als Hauptstütze des Regimes nächstes Jahr gerne “ungestörte” olympische Spiele zelebrieren wollen…
@ Lina
Dann kannst Du auch ganz analog etwas tun, mir flatterte nämlich gerade das ins virtuelle Postfach:
„Aufruf zur Kundgebung am 29.9.2007 vor der chinesischen Botschaft in Berlin 12 Uhr S + U Jannowitzbrücke“
Sehr gute Idee dort eine Kundgebung zu veranstalten, ich werde auch gern hinkommen. Jedoch bezweifle ich, dass viele Menschen dort sein werden.
Grund 1: Keine US-Truppen involviert.
Grund 2: Kein Öl
Aber eventuell kann man doch irgendwie etwas bewirken. Und das allein ist schon Grund genug daran teilzunehmen.
Gute Idee, danke für den Hinweis! Und nächstes Jahr dann Chinaerpressen in Peking…
Wobei ich wie mein Vorredner meine, dass sich elektronisch vielleicht doch ein bisschen was bewegen lässt, gegen die Lockungen von Masse und Meriten aber kein Land der Welt heute noch Olympische Spiele zugunsten von Menschenrechten boykottieren würde.
Ja, so schwarz sehe ich. – Aber schön wär’s, wenn ich mich irren würde.
Die UNO kann nie etwas taugen, solange eine einzige Vetomacht Partikularinteressen durchsetzen kann.
Natürlich legt China ein Veto ein. Zum einen beherrschen sie Birma wirtschaftlich, zum zweiten könnte die eigene Bevölkerung auf “dumme” Gedanken kommen.
Aber was stimmt ist, dass der Druck auf China erhöht werden muss. Den birmesischen Generälen dürfte die Meinung des Westens relativ egal sein und von weiteren Sanktionen profitiert auch nur China.
Irgendwie glaube ich, dass mich die Spiele in Peking nicht sonderlich interessieren werden.
Wie wäre es mit einer mailaktion ans IOC mit dem Aufruf die Spiele abzusagen? (oder zumindest zu boykotieren?)
Glaubst Du wirklich, dass selbiges irgendeinen Erfolg hätte? Dem IOC ist solches doch vollkommen egal.
Ich wäre auch dafür, die Verantwortung dort zu belassen, wo sie am besten aufgehoben ist, nämlich bei den einzelnen Teilnehmern. Wären bei den Spielen Europa und Nordamerika größtenteils abwesend, fiele das auf. Und daß ich das nicht kommen sehe, kann ich dann nicht dem IOC vorwerfen.
Stimmt, die UNO ist damit ein renovierungsbedürftiger Verein, in der bestehenden Form jedenfalls so untauglich, wie Sie sagen.
Den Druck auf China erhöhen? Wie denn? Weil sein Öl aus dem Sudan kommt, hält es im UN-Sicherheitsrat in Sachen Darfur beständig dagegen; dasselbe kann es sich nun im Bezug auf Burma leisten, per Veto eben.
Seine Produkte schlecht machen, wie Mattel es versucht hat? Leider misslungen, weil selber schuld. Für China die Gelegenheit, sich hochmedial weltweit reinzuwaschen vom Vorwurf der Bedenklichkeit seiner verwendeten Materialien.
Na,ja, vielleicht fällt uns noch was ein.
Ich verfolge die Geschehnisse dort mit Spannung und blogge auch das, was mir an Informationen zugänglich ist. Gester interviewte CNN ausführlich die zwei bekanntesten Blogger.
Ich muss allerdings auch feststellen, dass sich das Interesse der deutschen Blogger in Grenzen hält. Schade. Und ich stimme zu darin, dass die unartikulierte Religionskritik evtl. in den tapferen Mönchen ein Manko sieht – Schließlich findet man Esohippies doof und so.
Zum Glück gibt es Stallone und Rambo 4 als Lichtblick. Ich hoffe jedoch, die Mönche und die Bevölkerung schaffen es noch vorher, Millionenschwere Aufstände zu entfachen und das Regime zu stürzen!
Wenn ich das hier so lese, dann dürfte es aber bald zu den fälligen Protesten kommen.
Gegen die aus Kolonialinteressen gespeiste Ausnutzung von Plänkeleien innerhalb der myanmarischen (wer “burmesisch” sagt, ist ein Imperialist) Oberschichten durch die USA und die EU, hinter der irgendwie auch Ronald Reagan steckt.
Damit wäre dann wieder alles in Ordnung.
Ups, da hatten sich unsere beiden Comments überschnitten… angesichts soviel Unverfrorenheit bleibt tatsächlich nur noch Zynismus.
Auf heise.de kam heute morgen die Meldung rein, dass die Generale die Internetverbindungen aus Birma dichtgemacht haben – so ganz wirkungslos blieb wohl die Berichterstattung der Blogger nicht. Währenddessen desolidarisiert sich der “virtuelle Streikbrecher” Harald Neuber auf Telepolis und bestreitet “die These [etwa], dass in Myanmar eine parasitäre Führungsschicht die leidende Bevölkerung ausbeutet” (sic!), macht vielmehr “geostrategische Interessen”, sprich den Weltbösewicht USA für “die blasse Farbrevolution” (sic!) verantwortlich. Wenn nur die Kutten, nicht die Fahnen, rot sind, können die Menschen wohl tatsächlich verrecken im Verständnis der GenossInnen MenschheitsbefreierInnen…
Ich finde es immer wieder erstaunlich, daß der Heise-Verlag im technischen Bereich DAS Paradebeispiel für guten Journalismus (c’t) hat und dann nebenbei ein so unerträgliches Schmierblatt wie Telepolis.
Das würde ich nicht pauschalisieren wollen. Aber in Bezug auf Neuber und Rötzer gebe ich Dir Recht.
Da wären noch einige andere zu nennen. Spontan fällt mir da Mona Sarkis ein. Telepolis ist eigentlich nur noch als blutdrucksteigerndes Mittel zu gebrauchen.
Wer sich die Zynismen der auf Telepolis zitierten “Myanmaristin” Uta Gärtner in voller Länge antun möchte: http://www.jungewelt.de/2007/09-27/010.php
Nach Dr. Gärtner ist es schwierig zu bestimmen, wofür man in Myanmar auf die Straße geht: “Schwieriger ist zu bestimmen, wofür: »Demokratie«, »Versöhnung« sind sehr weite Begriffe …”. Also, solange die Mönche noch keinen fertig ausgearbeiteteten Verfassungsentwurf an Dr. Gärtner geschickt haben, weiß man nicht so recht, was sie eigentlich wollen. Und Auung San Suu Kyi macht sowieso alles falsch: “Doch man kann Demokratie nicht einführen, sie muß wachsen, wie sie auch in Europa unter ganz anderen sozialökonomischen Bedingungen lange Zeit hatte, sich auszuformen, und noch immer Entwicklungspotenzen besitzt.” Bei so viel Unverfrorenheit bleibt einem die Spucke weg.
Ach, solange man das „demokratische“ Potential der Hamas einwandfrei erkennt, dürfen die demokratischen Anliegen anderer (uninteressanter) Religionsgruppen für „Junge Welt“-Leser eben „schwierig zu bestimmen“ sein.
Vielleicht sollte man mal das Gerücht in die Luft setzen, die Junta von Birma/Burma/Myanmar bestünde aus „Zionisten“ …
Wo liefern Neuber und Rötzer schlechten Journalismus ?
Sie liefern die gleiche Qualität wie Michael Moore ;-)
Ich bin nicht erstaunt das vom Heise Verlag eine Solidaritätserklärung (für den antiimperialistischen Kampf des heldenhaften myanmarschen Militärs) kommt.
Das war zu erwarten.
Ich find man sollte Stimmen wie die von Frau Dr. Gärtner nicht grundsätzlich deshalb diskreditieren, weil sie offenbar weniger vom “Kapitalismus” überzeugt ist als z.B. ich und sich von der “Junge Welt” interviewen läßt.
Die Geschichte von erfolgreichen Demokratisierungsprozessen in z.B. Spanien, Chile und Südkorea zeigen imho, dass es in aller Regel nützlich ist, wenn den Machthabern eine Exit-Option gelassen wird, bevor diese dann schrittweise demontiert werden. Mußte bei den Aussagen von Frau Dr. Gärtner auch erstmal schlucken, aber vor diesem Hintergrund machen sie durchaus Sinn.
Sorry, aber was diese “Dame” da von sich gibt, hört sich eher nach der gequirlten Sch….. einer Ex-Stasi Mitarbeiterin an. Auch was sie über Aung San Suu Kyi und deren politischen Bildungsprozess verlauten lässt ist doch nun wirklich Blödsinn³. Das selbige als 15 jährige mit ihrer Mutter, welche im diplomatischer Dienst war, nach Indien ging und später in Oxford studierte, wird ihr von Frau Dr. Gärtner zum Vorwurf gemacht. Dabei vergisst sie wohl, dass eine multinationale Bildung und Erfahrung für Politiker heutzutage notwendig sein sollte. Ich frage mich, an welcher Universität diese Frau ihren Doktortitel bekommen hat.