antibuerokratieteam.net

Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Bußgelder brutal rauf!

Waldorf, 29.09.2007

So titelt die Bildzeitung heute auf Seite eins und führt als Beispiele auch die Alkoholfahrt (nun 500 statt 250 Euro) und das Drängeln (nun 400 anstatt 250 Euro) auf. Ehrlich gesagt, mich macht eine solche Schlagzeile krank, denn unterschwellig wird damit suggeriert, dass es sich bei den bezeichneten Vergehen um Kavaliersdelikte handeln würde, die nun auf einmal mit total überzogenen Bußgeldern bestraft würden. Dabei ist gerade im Hinblick auf Alkoholfahrten die Abschreckung noch lange nicht hoch genug. Wenn es nach mir gehen würde, hätten wir schon lange ein totales Alkoholverbot am Steuer und die Strafen für Alkohol am Steuer würden wesentlich drastischer ausfallen. Denn wer beispielsweise für 200 Euro die Flasche Wein trinken kann, wird sich auch von einem Bußgeld in Höhe von 500 Euro nicht wirklich abschrecken lassen. Eine Nacht hinter Gittern hätte da beispielsweise schon eine ganz andere Wirkung.



64 Kommentare zu “Bußgelder brutal rauf!”

  1. Michael

    Ist heute der 1.April? Totales Alkoholverbot? Höhere Strafen? Ich glaub, ich seh nicht recht. Das und dieses 200€-Wein-Beispiel ist wohl hoffentlich dem Restalkohol am frühen Samstagmorgen zuzuschreiben.

  2. Karsten

    Die Gesetzesverachtung der meisten Liberalen hat ihre Grenzen, und fast jeder einen Hobbybereich, in dem er ganz besonders strenge Regeln bevorzugen würde.

  3. Robert Grözinger

    Why Drinking and Driving Should not be a Crime
    Ein Artikel von Sean Gabb:
    http://www.seangabb.co.uk/flcomm/flc015.htm

  4. Waldorf

    Nicht totales Alkoholverbot, ABER totales Alkoholverbot am Steuer, also für einen Fahrer.

    Mein liberales Denken hört einfach da auf, wo jemand nicht nur sich selbst, sondern auch Andere gefährdet. Von mir aus kann jemand auch nach einer Flasche Schnapps in seinem Keller an seinem Revolver spielen, aber wer sich betrunken an das Steuer eines Auto setzt, riskiert das Leben anderer Menschen.

    Davon abgesehen haben auch 0,5 Promille auf eine Vielzahl von Menschen schon eine akute Wirkung, die zu wesentlichen Beeinträchtigungen führen kann. Nicht umsonst gibt es ja auch schon ab 0,3 Promille richtig “Probleme”, wenn wirklich etwas passiert.

    Was die 200 Euro Flasche Wein angeht: So ungewöhnlich ist das nun nicht. Ich habe jedenfalls schon öfters erlebt, dass Leute zu knauserig für ein Taxi waren, nachdem sie gerade mit 4 Personen mehr als 500 Euro auf der Rechnung für ein Abendessen hatten. In solchen Momenten kommt mir die Galle hoch.

  5. dagny

    Ich verstehe immer weniger warum das liberale A-Team mit dem offenbar nicht liberalen S-W fusionieren musste.

    Die Liberale Lösung kann nur sein die Alkohol-am-Steuer Frage der Ausgestaltung der (KFZ-)Haftpflicht zu überlassen. Auch gibt es genuegend (nicht veröffentlichte) Studien, wonach man mit etwa einem Glas Sekt entspannter Auto fährt.

    Und was die 200-Euro-Weinfrage angeht: Höre ich hier einen (linksintellektuellen) Sozialneid heraus? Wer sich Wein leisten kann, muss sich auch ein Taxi leisten können?

    *Kopfschuettel und völlige Fassungslosigkeit*

  6. Florian

    @ Dagny:
    Deine “Liberale Lösung” wäre nur dann korrekt, wenn die Kfz-Haftpflicht in der Lage wäre, den Schaden Dritter auszugleichen.
    Das geht aber nicht. Wenn (z.B.) meine Frau tot gefahren wird, dann kann das die Kfz-Haftpflicht nicht ausgleichen – ganz egal, wie viel sie mir zahlt.

    In der Ökonomen-Sprache:
    Durch Alkohol-Fahrten entstehen negative externe Effekte, die durch eine Versicherung nicht vollständig internalisiert werden können.
    Das ist der klassische Fall, in dem – auch aus liberaler Sicht – staatliche Verbote gerechtfertigt sind.

  7. TCHe

    Als absolut überzeugter Schubladenverweigerer kann ich nur sagen:

    Volle Zustimmung, Waldorf!

  8. jo@chim

    Also, dieses “S&W-passen-hier-nicht-her” Getue geht mir auf den Geist, ehrlich gesagt: Antibuerokratieteam.net ist keine politische Organisation. Statler und Waldorf sind keine Libertären. So what? Ich empfinde die Beiträge der beiden als grosse Bereicherung (was sich übrigens durchaus auch in einer grösseren Reichweite zeigt). Dies ist ein liberales Weblog – und das meine ich in einem weiten Sinn: von den eher konservativen Positionen, die Oliver M.H. hier vertritt, bis hin zu den “libertären Flanken” von Bodo Wünsch. Wen diese Meinungsvielfalt verstört, der kann sich ja rechts in der Sidebar, die entsprechenden “Teamblog”-Links in den Feedreader packen (was übrigens auch einige aus dem “alten” Statler & Waldorf Umfeld tun). Wobei ich mich fragen würde, was das für einen Sinn haben soll.

    In der “Alkoholfrage” stehe (wanke? hick! *fg*) ich als Libertärer sehr viel näher bei Robert und Dir:

    However, that is what the law must be like in a free country. It must be essentially passive. It must leave people to go about their business, free of inspection and control, and do nothing even when it is plain that some of them are up to no good. It must act only after a crime has been committed against life or property, and must then hit out very severely—so far as possible deterring the lawbreakers from misbehaving again by the weight of punishment, and deterring others from similar misbehaviour by the example of punishment.

    Diese Argumentation im von Robert verlinkten Text erscheint mir in der Tat schlüssiger, als ein präventiver Ausbau des (Alkohol- etc. pp.-)Überwachungsstaates.
    Wobei Liberalität allerdings IMHO keineswegs bedeutet, auf Regeln zu verzichten und jedem besoffenen Arsch einen “Freifahrtsschein” zu geben. Von daher kann ich mir gut vorstellen, die Haftung für den Unfallverursacher zu verschärfen (nicht nur für Unfälle, die unter dem Einfluss von Alkohol und anderen Drogen verursacht wurden – mancheiner ist schon nüchtern eine Gefahr für den Strassenverkehr).
    Aber wie gesagt – das wäre zu diskutieren. “Patentlösungen” gibt’s sowieso nur auf dem Papier.

  9. wingman

    “Entspannter” Auto fahren kann man sicherlich auch nach dem Konsum einer Flasche Schnaps. Vermutlich viel entspannter.
    Wenn jemand im Straßenverkehr vorsätzlich andere gefährdet (also durch Trunkenheit am Steuer oder Drängeln), bin ich für ein endgültiges Fahrverbot.

  10. Markus Oliver

    Mal ein paar Ideen dazu:

    1. Die Haftung für den alkoholisierten Fahrer zu verschärfen würde letzten Endes dazu führen, dass die Gemeinschaft der Haftpflichtversicherten mit in die Haftung genommen würde. Der Großteil der Verursacher ist nämlich nicht in der Lage die verursachten Schäden jemals im Leben zu ersetzen. Besonders liberal finde ich das nicht.
    Alle kausalen Schäden müssen auch heute schon ersetzt werden.
    In Bezug auf die Rückgriffsansprüche hat der Verursacher auch heute schon verloren.
    2. Wer schon einmal ein Kind hat sterben sehen, weil ein alkoholisierter Idiot sich ans Steuer setzen musste, weiß um die Tragik dieser Situation. Wer anschließend noch zu den Eltern musste um ihnen die Nachricht zu überbringen, weiß es umso eher.
    Ich möchte hier nicht in Details verfallen, aber so etwas verändert auch für den Überbringer der Nachricht das Leben.
    3. Das sind Verkehrsunfälle, die mit dem Preis einer Taxifahrt hätten vermieden werden können. Mein Mitleid mit dem Täter hält sich in Grenzen.
    4. Ich lehne es ganz entschieden ab, den Gegnern einer harten Strafverfolgung die “liberale” Position zu überlassen. Das ist nicht liberal, sondern verantwortungslos.
    Im Straßenverkehr gibt es keine hundertprozentige Selbstverantwortung. Dafür sind die Teilnehmer am Straßenverkehr mit viel zu unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet. Sowohl in technischer, als auch in menschlicher und finanzieller Hinsicht.
    5. Ganz nebenbei hat eine harte Verfolgung bei Verkehrsstraftaten erwiesenermaßen enorm positive Effekte auf die Kriminalitätsentwicklung insgesamt. Kriminelle laufen nämlich ungern.
    Aus Erfahrung kann ich sagen, dass wer sich im Straßenverkehr diszipliniert und verantwortungsbewusst verhält, dass auch sonst im Leben tut. Andersherum fallen Kriminelle enorm oft durch Verkehrsdelikte auf. Man kann mit einer harten Strafverfolgung von Ordnungswidrigkeiten und Verkehrsstraftaten einen enormen Anteil an Schwerkriminalität schon im Vorfeld verhindern. Außerdem werden gerade Jugendliche durch eine harte Verfolgung bei Verkehrsverstößen oftmals daran gehindert auf die schiefe Bahn abzugleiten. Eine Binsenweisheit, die einem jeder Dorfpolizist bestätigen kann. Lasst den Bengels ihren Unsinn mit dem Mofa, dem Motorrad und dem Auto nicht durchgehen, und sie lernen schon geradeaus zu gehen.

    In England hat man wegen dieses Effekt die Verkehrspolizei wieder massiv aufgestockt. Glaubten viele Leute früher die Verkehrspolizei sei überflüssig, weiß man heute, dass 80 % aller Haftbefehle durch die Verkehrspolizei vollstreckt werden. Das geschieht meistens dann, wenn der Gesuchte so dumm ist beim Fahren auch noch eine Ordnungswidrigkeit zu begehen. Ich habe den Zusammenhang von Kriminalität und Verkehrsverstößen ja schon oben erläutert.

    Es gibt meiner Meinung nach keine wertvollere Verwendung eines Polizeibeamten als in der Verkehrspolizei. Die Kriminalarbeit kann heutzutage schon durch Akademiker viel effizienter erledigt werden.

    6. Es ist ein Skandal, dass man alkoholisierten Fahrern in Deutschland noch immer nicht den Pkw entziehen kann. Beim Fahrern ohne Fahrerlaubnis kann – unter der Voraussetzung, dass der Fahrer Eigentümer des Kfz ist (der Brief darf also auch nicht auf der Bank liegen), nach der dritten Tat der Pkw entzogen werden. Bei Alkoholverstößen ist das m.E. noch immer nicht möglich. Selbst beim Fahren ohne Fahrerlaubnis wird das – bei Vorliegen der Voraussetzungen – nur sehr selten gemacht.

    In England dürfen sich Fahrer die Alkoholisiert fahren, angucken wie ihr Auto vor ihren Augen in die Schrottpresse geladen wird. Eine unglaublich wirksame Maßnahme, die ich einmal in Worthing/ Sussex miterleben durfte.

  11. dagny

    @Florian

    Hmm, es koennte auch der Strassenbetreiber oder deine lokale Gemeinde in Ihre Strassenbenutzungs-AGBs schreiben, dass alkoholisiertes Fahren verboten ist.

    Auch würde ein Verhalten mit Todesfolge in einer libertären Gesellschaft vor einem privaten Strafgericht wohl immer sanktioniert werden – aber wie gesagt, auch dazu braucht es kein absolutes Alkoholverbot am Steuer.

    (insofern ist meine liberale Loesung nicht vollstaendig, da stimme ich Dir zu)

  12. Markus Oliver

    Noch etwas: Wenn man sich einmal die schiere Anzahl der Lichtzeichenanlagen (Bürokratendeutsch für Ampel) in Deutschland anschaut und diese Zahl mit den Ampeln in UK vergleicht, wird einem schnell auffallen, dass die Zahl in UK sehr viel geringer ist.

    Brauchen die Briten etwa nicht so viele Ampeln? Haben die eine bessere Straßensituation – nein, das Gegenteil ist der Fall. Dank Bomber Harris sind die Straßen in Deutschland sehr viel besser ausgebaut als in UK. Warum also so viele Ampeln in D?

    Weil sie von Siemens gebaut werden, dass ist der Grund.

    Eine liberale Verkehrssicherheitspolitik sollte vielleicht an dieser Stelle einmal ansetzen.

  13. dagny

    1. Die Haftung für den alkoholisierten Fahrer zu verschärfen würde letzten Endes dazu führen, dass die Gemeinschaft der Haftpflichtversicherten mit in die Haftung genommen würde.

    Nein. Die Versicherungen wuerden wohl das Risiko individueller berechnen.

    3. Das sind Verkehrsunfälle, die mit dem Preis einer Taxifahrt hätten vermieden werden können. Mein Mitleid mit dem Täter hält sich in Grenzen.

    Keine Frage. Das steht nicht zur Debatte.

    . Ich lehne es ganz entschieden ab, den Gegnern einer harten Strafverfolgung die “liberale” Position zu überlassen. Das ist nicht liberal, sondern verantwortungslos.
    Im Straßenverkehr gibt es keine hundertprozentige Selbstverantwortung. Dafür sind die Teilnehmer am Straßenverkehr mit viel zu unterschiedlichen Fähigkeiten ausgestattet.

    …Wenn die Selbstverantwortung heute im Strassenverkehr negiert wird, ist sie morgen ganz weg.

    6. Es ist ein Skandal, dass man alkoholisierten Fahrern in Deutschland noch immer nicht den Pkw entziehen kann.

    Nein. Ist es nicht.
    Wobei ich einem temporären Entzug der Fahrerlaubnis (warum eigentlich braucht es einen staatlichen Führerschein…) als Alternative zu Geld u. Gefängnisstrafe begrüssen wuerde.

  14. dagny

    Also, dieses “S&W-passen-hier-nicht-her” Getue geht mir auf den Geist, ehrlich gesagt: Antibuerokratieteam.net ist keine politische Organisation. Statler und Waldorf sind keine Libertären. So what?

    Dann änder den Untertitel der Webseite.

  15. Markus Oliver

    @ Dagny:

    Wie bitte sollen die Versicherungen das machen? Ich bitte um etwas genauere Informationen, weil ich die nämlich an einen Freund weitergeben würde, der gerade an neuen AHB in München schreibt.

    Die Selbstverantwortung ist natürlich schon da. Das heisst aber nicht, dass es keine harte Strafverfolgung geben darf, oder dass das weniger liberal wäre. Ganz im Gegenteil: Da der Staat mir als Vater eines gefährdeten Kindes nicht erlaubt selbst dafür zu sorgen, dass der Alkoholiker aus der Nachbarschaft nicht mehr besoffen fährt, erwarte ich, dass der Staat eine dauerhafte Lösung findet.
    Sonst finde ich eine.

    Noch etwas zum Entzug des PKW: Wer heute alkoholisiert fährt und ankündigt morgen wieder betrunken zu fahren, dem kann das Auto nur bis zu seiner Nüchternheit sichergestellt werden.
    Es gibt keine dauerhafte Handhabe, einem alkoholisierten Fahrer vor seiner ersten Verhandlung den Pkw zu entziehen. Der bekommt ihn tatsächlich immer wieder ausgehändigt. Und hat immer wieder die Möglichkeit alkoholisiert zu fahren. Niemand hält ihn auf, weil es Grundlage dafür gibt. Und die Polizei kann nicht hinter jedem Idioten einen Beamten stellen.
    Wenn diese Situation kein Skandal ist, dann weiß ich es auch nicht mehr.

  16. jo@chim

    “Sektion der neoliberalen Weltverschwörung” steht da ironisierend. Wo ist das Problem?

  17. dagny

    Wie bitte sollen die Versicherungen das machen? Ich bitte um etwas genauere Informationen, weil ich die nämlich an einen Freund weitergeben würde, der gerade an neuen AHB in München schreibt.

    Na, es gibt doch auch eigene Tarife für Leute mit Garage, für Leute die nur selber fahren, Tarife nach Typ des Autos gestaffelt und so weiter.

    Warum nicht da in den Versicherungsvertrag schreiben ‘Der Autofahrer verliert den VSchutz, wenn er XYZ getrunken/gegessen/geraucht hat?

    Bzw ‘die Versicherung und der Teilnehmer vereinbaren eine 0.0-0.3-0.5-0.8 Promille-Regelung…

    Oder willst Du wissen, wie die Versicherung das Riskio dafüer berechnen soll?

  18. Markus Oliver

    Der Versicherungsnehmer haftet doch jetzt schon gegenüber seiner Versicherung, wenn er alkoholisiert fährt.
    Die Versicherungen können doch durch Vertragsgestaltung in keiner Weise verhindern, dass jemand alkoholisiert fährt.

    Und was den Versicherungsraten passiert, wenn der VN alkoholisiert fährt, ist doch auch allgemein bekannt. Die gehen massiv nach oben beim nächsten Versicherungsvertrag.

    Im Außenverhältnis kann die Versicherung ihre Haftung gegenüber dem Geschädigten doch gar nicht begrenzen.

    Ich kann gerade überhaupt nicht nachvollziehen, was Du meinst.

    Ich habe übrigens keine Kinder, ich wollte damit nur klarstellen, wie meine Position als Familienvater wäre.

  19. Dietmar-Dominik Hennig

    Finde es grundsätzlich garnicht so schlecht, daß das A-Team als Plattform und Kontaktbörse für alle zur Verfügung steht, die sich irgendwo zwischen paxx.tv und WMD bewegen. Das lockert auf.

  20. dagny

    …Mein Problem ist, dass ich S&W nicht als liberal empfinde.

    Aber ich mache dem A-Team da keine Vorschriften, sondern wande eben weiter zu Blogs die sich nicht mit Verbotsforderungen beschaeftigen.

  21. jkg

    Schon heute verliert ein Fahrer seinen V-Schutz wenn er alkoholisiert Auto fährt. Die Versicherung zahlt zwar den Schaden, der Schadenverursacher muss diesen aber an die Versicherung zahlen -> Stichwort: grob fahrlässig.

  22. Alrik

    Wäre natürlich nett wenn die Versicherung nicht zahlen müsste wenn der besoffene Fahrer einen Unfall baut.

    “Tut mir leid Herr xyz, der Fahrer der sie angefahren hat war betrunken und hat damit seinen Versicherungsschutz verloren. Leider kann unsere Versicherung damit nicht für die Schäden aufkommen, die Sie erlitten haben.
    Gute Besserung !”

  23. Max

    Sicherlich kann ich Waldorf’s Vorschlag und seine Strenge in dieser Hinsicht akzeptieren, denn ich würde sagen Alkohol und Autofahren ist ein No-No.
    Denn ich glaube, auch ein Marktargument würde hier nicht ziehen, da die Besitzer der Straßen sicher nicht auch noch Haftbar gemacht werden wollen, für etwaige Schäden auf Grund von Alkohols am Steuer. Es würden also gleichfalls scharfe (wahrscheinlich noch höhere) Busen gesetzt werden.
    Die Sache ist jedoch, dass ich als Liberal dies wirklich durch die privaten Besitzer sehen möchte, und nicht durch das “Über-den-Daumen-gepeile” der Politik.

    Es wäre zum Beispiel auch schön, wennman aus der 80er Begrenzung für die Truckies eine schöne 120er Begrenzung (ähnlich den Highways in Canada) machen würde, um den Verkehr etwas homogener zu gestalten. Desweiteren könnte man so etwaige Elefantenrennen etwas schwerer gestalten.

    Leider gehört Verkehrsplanung zu einer der größten Schwachstellen des Staates, vor allem was Response Zeiten bei Schwachstellen und Flaschenhälsen angeht. Das zeigt eben die verspätete Erhöhung der Strafen, aber auch der Desolate Zustande der Straßen und der Schilderwälle.

    Jedoch im Gegensatz zu Waldorf seh ich hier eher einen Bedarf an Privaten Gegenmitteln, als eine weitere circa Regulierung durch den Staat…

  24. dagny

    …Deine Ansprüche gegen den Unfallverursacher bleiben selbstredend bestehen. Entweder du Vollstreckst bei dem oder genauso denkbar – die Versicherung bezahlt erst Deine Schäden und nimmt dann Regress.

  25. jo@chim

    “Kontaktbörse” ?!? Jetzt aber mal langsam, Dominik, sowas würde meine Frau niemals tolerieren!! Pass auf, was Du sagst, die meldet noch die Domain ab…

  26. Waldorf

    @ Dagny: Deine Lösung würde ich auch vertreten, WENN DA nicht die Schäden wären, die nicht durch eine Versicherung abzugelten wären. Und damit meine ich insbesondere menschliche Schäden, denn gerade Alkoholfahrten fordern jährlich eine große Zahl von Todesopfern.

  27. Waldorf

    Florian, das hat Du wunderbar erklärt.

  28. Waldorf

    …Wenn die Selbstverantwortung heute im Strassenverkehr negiert wird, ist sie morgen ganz weg.

    @ Dagny: Der Schlüssel zu Deiner Aussage ist SELBSTverantwortung. Das bezieht sich im Normalfall auf die Verantwortung für das eigene ich. Im Falle einer Trunkenheitfahrt geht es aber eben um mehr, nämlich um die Gefährdung Dritter.

  29. jo@chim

    Aaaach ja – die “reine Lehre” (oder Leere?). So gesehen dürftest Du gar keine Blogs mehr lesen. Ein wenig Rothbard für den Intellekt und etwas Rand für die Entspannung. Für mich ist es 1000x spannender, hier das Pro und Contra jenseits festgefügter steriler Doktrinen zu lesen. Damit werden Menschen überzeugt (Verhältnisse verändert!), nicht mit der Rezitation von Parolen. Vielleicht lernt Waldorf ja noch was draus. Oder Du lieber Dagny.

  30. Libero

    Ein Blick auf die Kommentare zeigt doch, daß sich Frauen hierher nicht verirren. Das ist ein Hahnbalzplatz, um den die Hennen einen großen Bogen machen.

  31. Libero

    Ich möchte nicht wissen, wieviele Kreuze an den Strassenrändern in den neuen Bundesländern stehen. An den Stellen ist meistens nicht nur einer der Insassen des Autos ums Leben gekommen. Die anderen Insassen sind auf jeden Fall zu schaden gekommen. Die wenigsten dieser Unfälle wären nicht passiert, wenn eine der hier vorgeschlagenen Maßnahmen wirksam wäre. Einen toten Fahrer interessiert es herzlich wenig, ob danach seine Haftpflicht die Sachschäden übernimmmt. Personenschäden? Der entstandene Schaden kann gar nicht gedeckt werden. Verhindern solcher Unfälle durch Selbstorganisation? Wenn die Begleiter die Fahrzeuginsassen davor gewarnt haben, sich nicht betrunken ins Auto zu setzen, dann hören die nicht darauf. Solche Menschen mußt du schon die Schlüssel abnehmen oder sie mit massivem Einsatz in ein Taxi verfrachtet. Eigenverantwortung für das eigene Leben und Verantwortung für das Leben anderer, die mitfahren? Fehlanzeige!

    seh ich hier eher einen Bedarf an Privaten Gegenmitteln, als eine weitere circa Regulierung durch den Staat

    Einen Bedarf. Gott wie vornehm distanziert. Da hilft bei manchen Fahrer nur noch die Freiheitsberaubung durch die Menschen, die seine Fahruntüchtigkeit abschätzen können. Einsicht in die eigene fahruntüchtigkeit ist selten vorhanden. Auch hilft der Appell an das Unverantwortliche seines tun nicht. Manche sind ja auch noch stolz darauf, voll wie eine Haubitze noch fahren zu können. Ist ja immer gut gegangen.

  32. Björn

    Gilt das nicht für 90% des Internets?

  33. Lina

    Hahnbalzplatz? Eher ein Hahnenbolz- oder -kampfplatz. Gebalzt wird hier nicht, und die Ehefrauen der Beteiligten müssen sich keine Sorgen machen. Frauen machen wohl nur deshalb einen grossen Bogen herum, weil hier mit harten Bandagen und hart in der Sache ums Rechthaben gekämpft wird. Das ist in Ordnung, aber in der Regel doch nicht ihr Fall und schon gar nicht ihr Stil.

    Mir (als Frau) gibt Ihre Bemerkung immerhin Gelegenheit, ein Weblog zu fordern, das sich zwischen männlich besetzten Bussgeldkatalogen und weiblich gerührten Rezept- und Gefühlsvergleichen nur so lange hin und her bewegen muss, bis zwischen den Extremen Hahnenkampfplatz und Häkelecke eine Plattform gefunden ist, auf der sich vernünftig über Sachen reden lässt, die beide Geschlechter angehen.

    Aber wer will das schon? Hahn ist Hahn und Henne ist Henne, und man trifft sich nur zu einem Zweck. (Dennoch musste dieses Ei mal von mir gelegt werden.)

  34. Libero

    Ich habe bewußt Hahnenbalzplatz geschrieben.

    Eigenartigerweise ist den Liberalen und Libertären bei ihrem frohen Singen auf dem Weg zur Freiheit noch gar nicht aufgefallen, daß die Frauenstimmen fehlen.

    Aber vielleicht ist es den Liberalen ja gelungen, nicht nur den Weg zur Freiheit, sondern auch zur frauenarmen Gesellschaft zu entdecken. Vielleicht ist das ja eine notwendige Voraussetzung, die in der begreiflichen Eile bisher noch nicht kommuniziert wurde.

    Ich persönlich werte das eher als ein Handikap, aber es gibt ein Alter vor und nach, wo man es noch oder schon wieder anders sieht.

  35. Libero

    Lauschen wir doch einfach den Worten des ehrwürdigen Hayek

    In einer komplexen Gesellschaft hat der Mensch keine andere Wahl, als sich entweder an die für ihn blind erscheinenden Kräfte des sozialen Prozesses anzupassen, oder den Anordnungen eines Übergeordneten zu gehorchen. Solange er nur die harte Schule des Marktes kennt, wird er vielleicht denken, dass die Leitung durch einen anderen vernünftigen Kopf besser wäre; aber wenn es zum Versuch kommt, entdeckt er bald, dass ihm der erstere immer noch wenigstens einige Wahl lässt, während ihm der letztere gar keine lässt, und dass es besser ist, die Wahl zwischen verschiedenen unangenehmen Möglichkeiten zu haben, als zu einer von ihnen gezwungen zu werden.

    Welche unangenehme Möglichkeiten, ist es nur eine Fehlleistung, das der Markt nur unangenehme Möglichkeiten produziert, entwickelt in diesem Fall der Markt, um Menschen, die durch Alkohol fahruntüchtig werden, die Folgen dieser Fahruntüchtigkeit zu verdeutlichen?

    Das wir ja zu allerst die Eigenverantwortung, im deutlichen Abstand die Verantwortung des Fahrers einfordern, ist es nicht weiter verwunderlich, daß er die unangenehmste Möglichkeit selbst beisteuert.

    Indem er fehlsteuert und nicht nur sein, sondern auch das Leben der anderen Insassen oder gar das anderer Fahrer gefährdet oder beendet. Das ist mit Sicherheit die unangenehmste Möglichkeit, aber darin blind Hayek folgend, die die harte Schule des Marktes für ihn bereit hält.

    Gäbe es keinen Weg, der nicht zu dieser unangenehmen Konsequenzen bzw überhaupt zu unangenehme Konsequenzen führt?

    Wäre die Konsequenz, daß alle auch am nächsten Tag unversehrt leben, wenn auch nicht unangenehm, wie gefordert, so doch wünschenswert? Auch wenn er dazu gegen den energischen Widerstand des edlen Hayek auf einen vernünftigen Menschen hören müßte, der nicht blind, sondern weitsichtig ist.

  36. David

    “Auch wenn er dazu gegen den energischen Widerstand des edlen Hayek auf einen vernünftigen Menschen hören müßte”

    War Hayek Straßenverkehrstheoretiker?

    Ich glaube ehrlich gesagt, Hayek würde sich über diese Diskussion hier krumm lachen.

  37. DDH

    Hihi, na ich weiß ja nicht, was Du so suchst, aber wer ein Blog mit Kommentarfunktion betreibt, muß schon ein wenig masochistisch veranlagt sein.

  38. Lina

    Ich hoffe, dass ich Sie richtig interpretiere:

    In der begreiflichen Eile wurde bisher noch nicht kommuniziert, dass Frauen die Liberalen auf dem Weg zur Freiheit (in Markt, Gesetz und Gesinnung) mit ihrer eher sozialen Ausrichtung stören könnten.

    Aber das lässt sich nachholen, wenn gewollt – ist es aber nicht. Denn sie würden bei Beteiligung den Prozess auf jeden Fall behindern und verlangsamen. Und darum geht es ihnen doch: Dass er sich beschleunigt.

    Mir (als Frau) soll es egal sein, solange ich ein Wahlrecht habe. Es nicht gehabt zu haben, wäre ein echtes Handicap für mich gewesen – vor und nach und auch dazwischen.

  39. jo@chim

    Ja DDH, manchmal frage ich mich auch, ob es daran liegen könnte, dass ich mich nun schon seit bald 3 Jahren von ausgemachten Hornochsen öffentlich abwatschen lasse.
    Aber wenigstens hält sich die Trollplage hier in den Kommentarspalten in letzter Zeit in Grenzen. Im Vergleich zu manch anderem Blog oder gar den Heise’schen Trollgrüften muss ich mich da wirklich nicht beschweren.

  40. Libero

    soziale Ausrichtung klingt für einige der Herren nach Wohlfahrtsstaat. Was es nicht ist. Was Sie meinen, ist die Wohlfahrt in Familien, in Wahlverwandten und in Freundeskreises. Die gegenseitige Hilfe eben.

    Die beschleunigt eigentlich den Weg zur Freiheit, vor allem ertüchtigt sie Heranwachsende, ihre Freiheit auch zu nutzen. Allerdings glaube ich nicht, das das nur eine bei Frauen besonders ausgeprägte Eigenschaft ist.

    Liberale Denker haben die Notwendigkeit der privaten Wohlfahrt sehr wohl wahrgenommen und dies in ihren Texten auch ausgedrückt.

    Ich glaube nicht, daß die staatliche Wohlfahrt die private Wohlfahrt deformiert hat. Es hat und wird immer Familien gegeben, in denen sie gelebt wurde und leider eben auch Familien, auch kinderreiche Familien, in denen sie nicht gelebt wurde. Man muß doch nur den Menschen zuhören, wie sie mit ihren Kindern, ihren Verwandten oder Freunden und letztendlich mit sich selbst umgehen. Das soll sich durch den Wohlfahrtsstaat verstärkt haben? Das hat es nicht, dazu sind die literarischen Spuren früheren Jahrhunderte für diese unartige Tradition im sozialen Umgang einfach zu stark.

    Manche schaffen es, die familiäre Tradition zu durchbrechen, entwickeln ihr Talent zur Freundschaft und leben private Wohlfahrt in ihren Familien, ihren Freundeskreisen und Wahlverwandschaften.

    Ich hatte vor zwei Jahren ein Erlebnis am Flughafen Berlin. Ich half einem 80-Jährigen Immigranten aus London, sein Ziel bei Potsdam zu erreichen. Obwohl er schlecht sah und über 40 Jahre nicht in Deutschland war, war er voller Selbstvertrauen und ohne Sorge. Ich habe ihn gefragt, warum er so sorglos sei. Er sagte mir, daß er als junger Mann auch alten Menschen geholfen hatte, im sicheren Bewußtsein, dann als alter Mann auf Jüngere zu treffen, die ihm helfen würden. Der Beweis wäre ja meine Hilfe. Das was man erwartet, erlebt man meistens auch.

  41. mousseman

    Es gibt eigentlich drei Ansätze, um das Problem zu lösen:

    0.x Promille, mit sofortigem Führerscheinentzug und einer Woche Haft, für mindestens 3 Monate, weil der Fahrer eine Gefährung für die Gesellschaft sein könnte, wobei der Wert “x” im Bereich von “2″ angesetzt wird.
    Harte Alkohollimiten abschaffen, aber dafür die alkoholisierten (oder mit Drogen vollgepumpten) Unfallverursacher wegen der Eventualvorsätzlichkeit der Handlung (die Argumentaton ist, dass der Alkohol vorsätzlich getrunken wurde und der Fahrer deshalb vorgängig hätte die Rückfahrt durch nüchterne Fahrer sicherstellen müssen) härtestens bestrafen, mit, falls finanziell notwendig, zwangsweisen Organspenden und Körperstrafen als zusätzliche Abschreckung. Dass Problem, ist dass hier jeder über die Haftpflichtversicherung die Folgen solcher Unfälle mitfinanziert.
    Die Haftpflicht führt spezielle Kategorien für 0.0-Promille-Fahrer ein und stellt mittels drakonischer Strafen sicher, dass man sich auch daran hält. Die Polizei hätte im Fahrzeugausweis des Versicherungsnehmers ein Flag, dass signalisiert, dass jeder Verstoss des Lenkers an die Versicherung gemeldet werden muss, sobald das Fahrzeug unter einer 0.0-Promille-Police versichert ist.

    Aus liberalem Ansatz wäre Option 3 sicher die Beste, handkehrum hat jeder Mensch auch das Recht, nicht von besoffenen Fahrern umgebracht oder vollinvalid gefahren zu werden. Der Mensch, so scheint es, ist nicht vernünftig genug, den PkW stehen zu lassen, wenn er getrunken hat.

    Und das schreibt jemand, dem mal von einer mit Alk und Speed vollgepumpten Ulknudel ein Fahrzeug zu schrott gefahren wurde, während er (nüchtern) am Steuer sass.

    (Übgrigens: Eure Bussentarife sind sogar neu immer noch für Weicheier und HartzIV-Empfänger: Alkohl am Steuer kostet hier mindestens einen Monatslohn und drei Monate ohne Rennpappe, 50 km/h zu schnell auf der Autobahn ist auch locker 1000 CHF weniger, ein Rotlicht überfahren gibt auch gleich eine Strafanzeige und mindestens 700 CHF weniger auf dem Bankkonto. Die Deutschen können von unseren Bussen ja ein Liedlein singen….)

  42. Lina

    Schöne Geschichte, die Sie da erzählen, aber ich meinte schon das, was ‘die Herren’ als Folge sozialer Ausrichtung im politischen Sinn verstehen, den Wohlfahrtsstaat. Den gilt es eng zu begrenzen, meinen sie, und ich kann ihnen eine gewisse Berechtigung zu dieser Forderung nicht absprechen, weil die ‘Hängematte’ tatsächlich schon in zu vielen Haushalten hängt – mit der Folge wachsender Apathie und anderer schlimmer Deformationen. Ich glaube auch an eine Verstärkung durch den Wohlfahrtsstaat, weil eine schnell und umfassend eintretende Demotivation fatale Folgen haben kann. Dazu sollte es nicht kommen können, finde ich, und dazu braucht es neue politische Konzepte.

    Die geschlechterspezifische Variante sozialer Ausrichtung, die mit einer ausgeprägten Fähigkeit zur Empathie einhergeht, ist für Frauen ebenso typisch wie selbstverständlich (menschlich), und wie ich lese, auch für Sie. Sie hat Tradition, führt im besten Sinn zu einem Ausgleich der Interessen, und ist somit unverzichtbar in der Familie wie bei den ‘Wahlverwandtschaften’ (für mich als Begriff übrigens immer schon Synonym für mein selbst gewähltes Umfeld). Das sehe ich wie Sie.

    Was mich (als Frau) an der Debatte stört ist, dass sie in neoliberalen Kreisen oft mit grosser verbaler Härte geführt wird. Frauen stösst das eher ab, weshalb sie, wenn sie sich gefühlsbetont äussern, als Störfaktor empfunden werden könnten – um wieder zum Ausgangspunkt zurückzukommen. Dass sich Frauen hier wenig zu Wort melden, dass dies unter den ‘Sängern für Freiheit’ nicht kommuniziert wurde, dass sie demnach nicht fehlen, erklärt sich wohl auch daraus.

  43. Bodo Wünsch

    Interessant, dass Frauen im Selbstbild oft meinen, das “Soziale” dem vermeintlich “kalten” (weil männlich dominiertem?) Liberalismus hinzuzufügen.

    Dabei ist doch (Radikal-)Liberalismus das Sozialiste, wo gibt.

  44. Lina

    Ich begrüsse ausdrücklich Ihre Aussage, nach der radikaler Liberalismus das Sozialste sei, wo gibt! Womöglich stimmt das sogar…

    War aber irgendwo von männlicher Kälte die Rede? Nein, doch eher von der Härte ihrer Argumente, die anders als bei Frauen zumeist aus ihrer betont rationalen, intellektuellen Herangehensweise kommt. Das weibliche Selbstbild tritt hier nicht in eine Wertekonkurrenz, verteidigt im Vergleich allenfalls die notwendige ergänzende Funktion.

    Und noch eine Spekulation: Männlich dominiert ist der Liberalismus vielleicht deshalb, weil er inspirierter und visionärer ist, als Frauen es mit ihrem ausgeprägten Bewahrerinnen-Mentalität sein können. Könnte das nicht der Grund sein?

  45. Libero

    Das liegt an der Art Ihrer Argumentation. Sie ist einfach zu sachlich und vor allem stocknüchtern.

    Von Ihnen weiss ich zum Beispiel, das Sie im persönlichen Gespräch ganz anders wirken, als man nach Ihren Texten vermuten würde

    Selbst die besten Zutaten brauchen Gewürze. Das ist einerseits das Vor-Bild und das Vor-Leben für Menschen, die aus einem unfreien Umfeld stammen und ihm nicht durch eigene Anstrengung entkommen können.

    Das andere ist das Entstehen eines Wir-Gefühls unabhängig vom Staat. Dafür sind, jetzt werden sie wahrscheinlich lachen, zum Beispiel Lieder, aber auch Gedichte geeignet, die optimistische Botschaften vermitteln.

    Rayson hatte mich auf die Wise Guys aufmerksam gemacht. Dafür bin ich ihm dankbar. Da ich vor allem klassische Musik ohne Gesang höre, sind die mir glatt entgangen.

    Nehmen Sie nur dieses Lied
    “Lebendig und kräftig und schärfer”
    Merken Sie nicht die Kraft dieser Zeilen?

    Oder diese Zeilen von der eisernen Lerche

    Brecht das Doppeljoch entzwei!
    Brecht die Not der Sklaverei!
    Brecht die Sklaverei der Not!
    Brot ist Freiheit, Freiheit Brot!

    die im 19. Jahrhundert sehr wohl ihre Berechtigung hatten und in vielen Ländern der Welt immer noch gültig sind. Solche Zeilen wirken mehr als nüchterne Schriften von Hayek oder Mises, die allenfalls kopflastige Menschen anziehen.

    Gibt es sprachlich ähnlich wirksame Lieder und Gedichte vom Liberalismus? Wie soll man ohne Lieder und Gedichte den Weg zur Freiheit vollenden?

  46. R.A.

    Und wieder einmal reagiert der Gesetzgeber mit Strafverschärfungen, um Handlungsfähigkeit zu demonstrieren bei einem Problem, daß er ansonsten verpennt.

    Ich glaube nicht, daß der Unterschied zwischen 250 Euro und 500 Euro möglicher Maximalstrafe auch nur eine Alkoholfahrt verhindern hilft.
    Waldorfs Vorschläge, den Hammer noch weiter zu vergrößern sind auch eine Sackgasse.

    Weiterhelfen würden nur mehr Kontrollen auf den Straßen.
    Die bestehenden Strafen sind völlig ausreichend, man muß sie nur oft genug verhängen, d.h. das Risiko erhöhen, bei zuviel Alkohol auch mit vernünftiger Wahrscheinlichkeit erwischt zu werden.

  47. Libero

    Ich glaube eher, daß der Wohlfahrtsstaat verdeutlicht, mit welchen Handikaps zu viele Menschen das Erwachsenleben beginnen.

    Das Demotivieren, die Gleichgültigkeit und das Degradieren zu einem unfreien Wesen beginnt in zu vielen Familien recht früh, schon bevor die Kinder in der Schule sind.

    Diese Menschen werden doch nicht dadurch Engeln der Nächstenliebe, wenn sie zum Beispiel das Abschieben der Eltern in ein Heim erschweren oder der Verantwortung der Kinder überlassen. Oder wenn sie arbeiten.

    Unsere beiden Katzen vertragen sich nicht so besonders. Wenn ich sie morgens zum Fressen von ihren nächtlichen Streifzügen ins Haus rufe, kommen sie aus ihren unterschiedlichen Lieblingswinkeln und fauchen sich ersteinmal an. Nur wenn es kalt ist, schlafen sie zusammengekuschelt in einem Winkel. Ist Solidarität dergestalt an Not gebunden?

    Das stammt aus Stefan Blankertz Buch “die Therapie der Gesellschaft”, wenn ich der Rezension glauben kann. Die Antwort ist bei den meisten Menschen Ja leider, wenn Sie Not allgemein als Bedrohung verstehen.

  48. Gast

    “Die Liberale Lösung kann nur sein die Alkohol-am-Steuer Frage der Ausgestaltung der (KFZ-)Haftpflicht zu überlassen. Auch gibt es genuegend (nicht veröffentlichte) Studien, wonach man mit etwa einem Glas Sekt entspannter Auto fährt.”

    Nicht veroeffentlichte Studien? WTF!!!!!

  49. Lina

    Sie (‘Libero’) schreiben: “Ich glaube eher, daß der Wohlfahrtsstaat verdeutlicht, mit welchen Handikaps zu viele Menschen das Erwachsenleben beginnen.”

    Ja, das tut er leider überdeutlich; aber im ungünstigen Fall unterstützt er (nicht selten, sondern häufig) auch die dahinter stehende Haltung, und das sollte (politisch) zu verhindern sein, meine ich. Und ja: Solidarität in der Not mag Katzen genügen, Menschen aber nicht.

  50. Libero

    Ob das “Verhindern ” in der Ebene des Politischen richtig angesiedelt ist, bezweifele ich. Lina, ich denke, daß hat viel mehr mit Vertrauen und Mißtrauen zutun. Auch Vertrauen zu sich selbst. Das ist einerseits auch Begabung, aber oft eben auch Erfahrung. Mancher löst sich durch eine längere Reise von seinem Umfeld des Mißtrauens und der Unfreiheit. bei anderen ist es das Erleben der eigenen Leistungsfähigkeit und der dafür erhaltenen Anerkennung außerhalb des schulischen Bereiches, vor allem im musischen Bereich.

  51. Lina

    Es ist schon so, wie Sie sagen; ‘verhindern’ war auch das falsche Wort für das, was ich meine. Die Politik muss aber doch aus neueren Erkenntnissen der Armutsforschung (die gibt’s wirklich!) die Konsequenz ableiten, dass ein Zuviel an Fürsorge einen lähmenden Effekt haben kann. Es wäre verhängnisvoll, wenn sie daraus nicht neue Konzepte entwickeln würde, die vor allem als Stütze die Eigenverantwortung stärken können. Der Mensch braucht Aufgaben, sonst wird er krank, und bei Bildung und Arbeitsmarkt liegt der therapeutische Schlüssel dazu. Ich würde es vorziehen, in diesen Bereichen vorsorglich Stütze zu erhalten, anstatt sie am Ende ‘beziehen’ zu müssen.

    (By the way: Ist es nicht vermessen, unser Zwiegespräch so lange und weit auszudehnen? Andere schreiben Bücher darüber, aber wir versuchen in immer enger werdenden Spalten, das Problem in Prosa und Lyrik zu erörtern; mein ‘soziales Gewissen’ sagt mir, dass das auf dieser Plattform als unfair empfunden werden könnte…)

  52. Libero

    kann meine email-Adresse an Sie weitergeben.

  53. RPH

    Es wäre zum Beispiel auch schön, wennman aus der 80er Begrenzung für die Truckies eine schöne 120er Begrenzung (ähnlich den Highways in Canada) machen würde, um den Verkehr etwas homogener zu gestalten. Desweiteren könnte man so etwaige Elefantenrennen etwas schwerer gestalten.

    Hört sich toll an. Schonmal überlegt, wieviel kinetische Energie ein 40 Tonner mit 80 und wieviel einer mit 120 hat? Vieleicht doch nicht so toll, sondern einfach nur unausgereift.

  54. David

    Hehe. Bei Unfällen muß dann jedenfalls keiner mehr leiden, die sind sofort alle tot.

  55. RPH

    Hehe. Bei Unfällen muß dann jedenfalls keiner mehr leiden, die sind sofort alle tot.

    Leider nur unter der Randbedingung, dass es durch das mehr an kinetischer Energie nicht auch mehr Unfallopfer gibt, sonst gibt es mehr leidende Opfer…
    Aber unter der Randbedingung wäre das sogar ein zynischer Humanismus.

  56. Bodo Wünsch

    @Libero

    Sie kennen mich persönlicih? Das ist spannend, entweder hab ich mal wieder nich aufgepasst oder so…

    Ansonsten finde ich Ihre Antwort treffend. Ich selbst muss zugeben, dass mich gerade die für viele nüchternsten Texte am meisten faszinieren, denn für mich hat Nüchternheit einen durchaus ästhetischen Reiz. Nicht nur in sprachlicher Hinsicht.

  57. drchaos

    Mal Butter bei die Fische: Wie viele Todesopfer sollen das eigentlich sein, die bei Unfällen mit Fahrern unter 1,1 Promille (ab da gibt’s jetzt schon Strafverfahren und Führerscheinentzug, also Waldorfs “ganz grossen Hammer”) ums Leben kommen? Die Antwort: es sind ganz, ganz wenige, die allermeisten Alkoholunfälle ereignen sich weit jenseits dieser Grenze.

    Abgesehen von der generellen Fragwürdigkeit opferloser Straftaten (es geht ja um folgenlose Alkoholfahrten!) ist eine weitere Senkung der Promillegrenze (wie schon vorher die von 0,8 auf 0,5) also völlig am Problem vorbei gedacht, denn es sind eben nicht diejenigen, die mal zwei, drei Halbe trinken und dann gemütlich von der Kneipe heimgondeln, die die schweren Unfälle verursachen, sondern diejenigen, die wirklich hackedicht am Steuer sitzen (und sich davon offenbar auch nicht durch drakonische Strafen abschrecken lassen).

    Nicht zuletzt wäre ein totales Alkoholverbot nun endgültig der Todesstoß für alle Kneipenwirte, die sind schon vom Rauchverbot genug geplagt; allein mit stocknüchternen Nichtrauchern und Fußgängern kann man halt nun mal keinen Umsatz machen, erst recht nicht auf dem platten Land (andererseits haben wir unsere Schleichwege und werden sowieso nicht erwischt :-))

  58. dagny

    Meines Wissene beruhen die angesprochenen ‘Dscounfälle’ nicht darauf, dass der Fahrer alkoholisiert fährt (das hat sich unter der Jugend schon rumgesprochen) sondern auf Übermüdung (Freitag abend nach der Arbeit bis um 4 in die Disco) und auf Überholen auf der Landstrasse, denn das lernt man in der Fahrschule nicht.

  59. Libero

    Es ist eine Mischung aus Übermüdung, Aufputschmitteln und Alkohol.
    Wer geht von der Arbeit in die Disko? Die Jugendlichen, die ich kenne, schliefen von 18.00 bis mindestens 22.00. Vor 23.00 ging es gar nicht los.

  60. drchaos

    Es wäre zum Beispiel auch schön, wennman aus der 80er Begrenzung für die Truckies eine schöne 120er Begrenzung (ähnlich den Highways in Canada) machen würde

    120 werden die wenigsten schaffen, das führt dann nur zu noch mehr Elefantenrennen. Zudem steigt der Verbrauch stark an, so dass wohl so manch einer die zulässige Höchstgeschwindigkeit nicht voll ausnutzen wird, Folgen s.o.

    Vermutlich wäre 100 km/h ein besserer Wert. In Frankreich und Belgien liegt das Limit übrigens schon heute bei 90 km/h. Laut dieser Untersuchung lässt sich durch eine Erhöhung des LKW-Tempolimits von 80 auf 100 km/h die mittlere Geschwindigkeit aller Fahrzeuge einer zweispurigen Autobahn um 10 bis 15% steigern, was sich entsprechend positiv auf die Kapazität auswirkt.

    Schonmal überlegt, wieviel kinetische Energie ein 40 Tonner mit 80 und wieviel einer mit 120 hat?

    Das ist hingegen irrelevant, denn zum einen hat sich auch der Stand der Technik weiterentwickelt, so dass die Bremswege gar nicht mal unbedingt länger werden müssen (gegenüber dem Norm-LKW), auch könnte man zusätzliche Sicherheitseinrichtungen vorschreiben (ESP, Abstandsradar, …). Zum anderen ist das ungebremste Hineinfahren in Staus kein regulärer Betriebszustand für den LKW, d.h. es kommt nicht auf die Geschwindigkeit an, mit der das geschieht, sondern darauf, dass das überhaupt nicht geschieht. Diesbezüglich kann ein höheres Tempolimit sogar zu einer Verbesserung der Sicherheit führen, da sich die höhere Geschwindigkeit positiv auf das Hauptrisiko “Unaufmerksamkeit” auswirkt (verbesserte Warnsysteme würden natürlich auch helfen, in Frankreich z.B. werden bei einem Unfall Warnleuchten auf allen Notrufsäulen des betroffenen Streckenabschnitts automatisch aktiviert, man fragt sich schon warum so was in Deutschland nicht klappt).

  61. RPH

    Das ist hingegen irrelevant, denn zum einen hat sich auch der Stand der Technik weiterentwickelt, so dass die Bremswege gar nicht mal unbedingt länger werden müssen (gegenüber dem Norm-LKW),

    Na ich weiß nicht. Die Physik kann nicht überlistet werden. Moderne LKW mit 80 bilden dann immernoch bedeutend weniger Gefahr als moderne LKW mit 100 oder gar 120. Wenn ich jetzt nur mal die kinetische Energie von einem 40 Tonner mit 100 gegenüber einem mit 80 nehme ist der Unterschied schon gewaltig und diese Mehrenergie muß beim Bremsen ja auch wieder abgebaut werden.

    auch könnte man zusätzliche Sicherheitseinrichtungen vorschreiben (ESP, Abstandsradar, …). Zum anderen ist das ungebremste Hineinfahren in Staus kein regulärer Betriebszustand für den LKW, d.h. es kommt nicht auf die Geschwindigkeit an, mit der das geschieht, sondern darauf, dass das überhaupt nicht geschieht.

    Es ist kein regulärer Betriebszustand, passiert aber. Auch durch diese neu vorgeschriebenen zusätzlichen Sicherheitseinrichtungen werden aber aktuelle LKWs (insbesondere aus dem Ausland) nicht besser. Oder willst Du zwei Limits für LKWs eins von 80 für die alten Gurken und eins von 100 für die modernen? BTW: Wie willst Du das durchsetzen?

    Diesbezüglich kann ein höheres Tempolimit sogar zu einer Verbesserung der Sicherheit führen, da sich die höhere Geschwindigkeit positiv auf das Hauptrisiko “Unaufmerksamkeit” auswirkt

    Das halte ich schlicht und ergreifend für Unsinn. Eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit ändert an der Aufmerksamkeit mal gerade gar nichts.

    (verbesserte Warnsysteme würden natürlich auch helfen, in Frankreich z.B. werden bei einem Unfall Warnleuchten auf allen Notrufsäulen des betroffenen Streckenabschnitts automatisch aktiviert, man fragt sich schon warum so was in Deutschland nicht klappt).

    Keine Ahnung. Aber warum die französichen sowenig Katzenaugen haben wüsste ich auch mal gerne. Macht gerade bei Regen viel Spaß.

  62. drchaos

    Oder willst Du zwei Limits für LKWs eins von 80 für die alten Gurken und eins von 100 für die modernen?

    So wie sich diese Untersuchungen lesen, ist das wohl nur für neue LKW mit entsprechender Ausstattung angedacht. Die Übergangszeit ist das zwar ein Problem, aber nicht ganz so schlimm, weil ein LKW mit 100er Zulassung (und entsprechender Motorisierung) dann doch deutlich schneller ist als ein 80er (d.h. die Elefantenrennen dauern nicht so lange, bei Anhängern gibt es eine entsprechende Regelung seit Jahren und sie verursacht auch keine grösseren Störungen).

    BTW: Wie willst Du das durchsetzen?

    Aktuelle LKW regeln so etwa bei 95 ab (bei 80 geht nicht wg. Frankreich/Belgien), bei denen mit 100er Zulassung wäre das natürlich nicht so. Und Fahrtenschreiber, Tempokontrollen etc. gibt’s ja weiterhin.

    Das halte ich schlicht und ergreifend für Unsinn. Eine höhere Durchschnittsgeschwindigkeit ändert an der Aufmerksamkeit mal gerade gar nichts.

    Doch, schon. Fahren mit niedriger, gleichförmiger Geschwindigkeit über lange Strecken verleitet dazu, nebenbei was anderes zu machen (manche Brummi-Lenker sind da sehr kreativ) und/oder führt zur vorzeitigen Ermüdung (*). Wer schneller fährt und gelegentlich mal überholt, fährt konzentrierter, und ganz besonders aufmerksam fährt man, wenn man bewusst das Tempolimit überschreitet und deswegen intensiv nach Kontrollen Ausschau hält…

    (*) das Problem ist bei der Eisenbahn noch grösser, weil man da nicht mal lenken muss, deswegen gibt es ja dort (anders als im LKW) auch sog. Totmannknöppe.

  63. antibuerokratieteam.net » Blog Archive » Eine echte Herausforderung für die Frau: Liberale könnten sich um sie bemühen!

    [...] einer Diskussion um Hahnenbalz-, -bolz-, und/oder Kampfplätze (nicht nur) in diesem Weblog ist hier eine Zuschrift unserer Leserin Lina eingegangen, die ich [...]

  64. RPH

    So wie sich diese Untersuchungen lesen, ist das wohl nur für neue LKW mit entsprechender Ausstattung angedacht. Die Übergangszeit ist das zwar ein Problem, aber nicht ganz so schlimm, weil ein LKW mit 100er Zulassung (und entsprechender Motorisierung) dann doch deutlich schneller ist als ein 80er (d.h. die Elefantenrennen dauern nicht so lange, bei Anhängern gibt es eine entsprechende Regelung seit Jahren und sie verursacht auch keine grösseren Störungen).

    Die Übergangszeit wird mindestens 10 Jahre dauern (Guck Dir mal wieviele ältere MAN und Mercedes LKWs noch rumfahren. Sicher, daß das kein Problem ist? Insbesondere, da aktuelle LKWs durchaus Geschwindigkeiten >90 erreichen? Na, ich weiß nicht.

    Aktuelle LKW regeln so etwa bei 95 ab (bei 80 geht nicht wg. Frankreich/Belgien), bei denen mit 100er Zulassung wäre das natürlich nicht so. Und Fahrtenschreiber, Tempokontrollen etc. gibt’s ja weiterhin.

    Du weißt, dass es Tempokontrollen für LKWs praktisch nicht gibt? Die Wahrscheinlichkeit, daß das BAG die kontrolliert ist nicht hoch genug. Leider.

    Doch, schon. Fahren mit niedriger, gleichförmiger Geschwindigkeit über lange Strecken verleitet dazu, nebenbei was anderes zu machen (manche Brummi-Lenker sind da sehr kreativ)

    Das ist keine Frage, allerdings gibt es eine Gewöhung an diese Geschwindigkeit, so daß man die immer höher machen müßte. Man teste einfach mal, wie langsam einem 120 nach einer gewissen Zeit >180 vorkommen.

    und/oder führt zur vorzeitigen Ermüdung (*). Wer schneller fährt und gelegentlich mal überholt, fährt konzentrierter, und ganz besonders aufmerksam fährt man, wenn man bewusst das Tempolimit überschreitet und deswegen intensiv nach Kontrollen Ausschau hält…

    Wann bist Du das letztemal >500 km am Stück gefahren? Man fährt -insbesonder bei bekannten Strecken- dann in einem “Automatikmodus” und es stört einen noch nicht einmal wenn man viel zu schnell fährt. Ohne Tempomat fährt man dann mal gerne viel zu schnell in 130er Zonen. Einfach mal ausprobieren. Sowohl moderne LKWs als auch PKWs liefern kein Feedback über die gefahrene Geschwindigkeit (was auch gut so ist) und verleiten geradezu dazu zu schnell zu fahren. Die Aufmerksamkeit steigt allerdings nicht.

    (*) das Problem ist bei der Eisenbahn noch grösser, weil man da nicht mal lenken muss, deswegen gibt es ja dort (anders als im LKW) auch sog. Totmannknöppe.

    Ist bekannt. Aber ich sehe immernoch nicht, warum die Aufmerksamkeit bei einer Erhöhung der Geschwindigkeit um gerade mal 25% so gewaltig steigen soll. Die kinetische Energie steigt, keine Frage, aber die Aufmerksamkeit? Nicht wirklich.

Einen Kommentar schreiben

Copyright © 2012 by: antibuerokratieteam.net • Template by: BlogPimp • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.