Archiv: Oktober 2007

Blaming Big Oil

31.10.2007 21:23 - Audiovideo, Statler & Waldorf by Statler - 1 Kommentar

Danke an TPR für den Link!

Braungrüne Koalition

17:04 - London Calling by Oliver M.H. - 6 Kommentare

Wenn sich Fremdenfeindlichkeit und Ökologismus verbinden, kommt folgende braungrüne Soße dabei heraus:

Millions of people have arrived on Britain’s shores over the last 10 years and millions more are on their way. They will want houses to live in; cars, and roads to drive them on. They will be need electricity, and with fewer nuclear power stations this will be generated mainly by greenhouse gas emitting technology.

Those going to the south east of England (the majority) will want access to dwindling supplies of water which will eventually have to be supplied by building giant dams and reservoirs elsewhere in the country.

The environmentalists will be on hand to campaign against individual projects. There will be sit-ins petitions and demonstrations to protest about a bypass here, a power station there, and housing estates the size of large towns being built on a Greenfield sites. But it is time the green lobby looked at the bigger picture and realised that many of the schemes, which they so vehemently decry, would not be necessary if the population were to remain stable.

Who knows, perhaps sometime soon we will be able to look forward to a joint press conference starring Friends of the Earth, Greenpeace, professional anti-motorway protestor Swampy, and Sir Andrew Green of Migrationwatch to call for a halt to mass immigration in order to protect our environment from unsustainable overcrowding.

Gefunden in einem Blogeintrag des konservativen britischen Unterhausabgeordneten David Davies MP. Merke: Das Boot ist voll, und Wasser, auf dem es schwimmen könnte, ist bald auch nicht mehr da.

Es ist übrigens nur ein Gerücht, dass sich die Konservativen bald in Neomalthusiasten umbennen wollen.

140 Prozent Lohnerhöhung gefordert

Vergesst die deutschen Lokführer mit ihrer Forderung nach lumpigen 30 Prozent mehr Lohn. Wendet euren Blick hin zu Herrn Sarkozy: Der will eine Lohnerhöhung von 140 Prozent!

Diese Forderung hält er für durchaus angemessen: “Alle anderen verdienen mehr”, beklagte er sich jetzt. Benchmark für ihn ist die deutsche Bundeskanzlerin, die letztes Jahr etwas mehr als 21.000 Euro im Monat verdiente.

Exklusive französische Küche Tag und Nacht, Wohnung an bester Lage und Gratisreisen rund um den Globus verdient der französische Präsident lausige 100.000 Euro im Jahr.

Es ist nicht bekannt, ob er in den Ausstand getreten wäre, hätte das Parlament seiner Forderung nicht stattgegeben.

Vom Frust der Bloggerei

09:36 - Allgemein, F.M.R. by Bodo Wünsch - 24 Kommentare

Doch, es gibt sie: Die intelligenten, die einsichtigen, die wahrhaft diskursiven Kreise der Blogosphäre. Ein guter Teil der ‘liberalen’ Vertreterschaft traf sich neulich in Gummersbach und hatte sich reichlich lieb ;-)

Was mich jedoch schon lange immer wieder regelrecht frustriert, …

Der Schweizer ihr Problem mit deutschen Polizisten

Was ich noch kurz sagen wollte – die Schweizer haben ein Problem mit deutschen Polizisten. Nein, nicht auf der Autobahn (ihr wisst, welche ich meine) wegen zu schnellem Fahren.

Nein, wegen der Euro 08. Nächstes Jahr sollen nämlich deutsche Polizisten mithelfen, das Schlimmste rund um die Schweizer Stadien zu verhüten.

Nun wollte die Schweiz die Polizisten in Zivilschutzanlagen unterbringen. So, wie die anderen Polizisten aus den übrigen Kantonen und aus Frankreich, die nach Basel, Zürich, Bern und Genf abkommandiert werden. Denkste.

Schöne rote Zahlen

55.jpg

Nein, gerne gebe ich das wirklich nicht zu, aber es ist wohl wirklich so: Schon die halbherzigen Arbeitsmarktreformen Schröders machen in diesem Aufschwung einen echten Unterschied. Dort oben in der Tabelle sieht man für alle Bundesländer die jeweilige Veränderungen des Bestands an Arbeitslosen über 55 Jahre, verglichen mit den Daten aus dem Oktober 2006.

Der kurze Aufschwung reichte bereits aus, um jeden fünften Arbeitslosen über 55 wieder in einen Job zu vermitteln. Von allen in den letzten zwölf Monaten gemeldeten freien Stellen (etwa 1,8 Millionen) waren übrigens nur etwa 0,3 Millionen geförderte Stellen. Es sind also weit überwiegend reguläre, sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze, die hier entstanden sind.

Jede auch nur halbwegs vitale Regierungspartei würde diese Entwicklung stolz für sich reklamieren — die SPD hingegen will die Voraussetzungen des Arbeitsmarkt-Aufschwungs rückgängig machen. Kann man noch klarer zeigen, wie parteipolitisch rationaler Populismus zu gesellschaftlich irrationalem Handeln führt?

The Rt. Hon. John Redwood MP: “Ich blogge selbst”

15:52 - London Calling by Oliver M.H. - 5 Kommentare

Nachdem wir am Wochenende in Gummersbach viel über bloggende Politiker diskutiert hatten, hatte ich heute Morgen das Vergnügen, mit einem solchen zu frühstücken. Allerdings nicht mit Dirk Niebel (aber der bloggt ja eigentlich auch nicht), sondern mit John Redwood. Ich erzählte Mr Redwood, der Minister für Wales unter Premierminister John Major war, von unserem Seminar und den Bedenken deutscher Politiker, was das Bloggen betrifft.

Redwood konnte das alles nicht so recht nachvollziehen. Er schreibe alles alleine, bemühe sich, täglich zu bloggen (“Sonst kommen die Leser ja nicht wieder.”). Er moderiert auch die Kommentare selbst (“Manchmal muss ich Beschimpfungen entfernen”), und mögliche Abweichungen von der Parteilinie scheinen ihn auch nicht zu stören (“In vielen Bereichen haben wir doch gar keine Parteilinie.”). Und überhaupt: Meinungsfreiheit sei doch etwas Schönes, und beim Klimawandel (“Ich bin da Agnostiker”) gebe es doch noch viele offene Fragen, über die man schreiben sollte.

John Redwoods letztes Buch hieß übrigens “I want to make a difference – but I don’t like politics.” Quite. Schade, dass es so Typen wie Redwood nicht auch in der FDP gibt.

Volksaktie

Nehmen wir mal an, die Bahn würde so privatisiert, wie die SPD es wünscht, also mit stimmrechtslosen “Volksaktien”. Daß diese stimmrechtslos sind ist eine Sache, das ist zwar in gewisser Weise ein Makel, aber da für den Kleinaktionär sein Stimmrecht sowieso kaum einen Wert hat, wird das für sich genommen noch nicht viele Privatanleger vom Kauf der Aktie abhalten. Was auch die kleinen Anleger antizipieren ist allerdings, daß die Bahn in diesem Privatisierungsmodell letztendlich eine staatlich kontrollierte Angelegenheit bleiben wird, die vermutlich recht geringe Gewinne abwerfen wird — schließlich werden so auch weiterhin teure politische Wünsche an den Konzern herangetragen.

Gibt es bei mageren Gewinnerwartungen einen Grund, die Bahn-Volksaktie zu kaufen? Zunächst nicht. Allerdings sollte man beachten, daß diese Erwartungen nur das Kerngeschäft betreffen, den Bahnverkehr in Deutschland. Die Bahn kann das kompensieren, indem sie den Kurs weiter verfolgt, den Mehdorn schon angedeutet hat, nämlich indem sie sich zu einem internationalen Logistikkonzern ausbaut. Überdurchschnittliche Gewinne z.B. aus der Luftfracht oder dem Betrieb von Reedereien irgendwo auf der Welt würden dann den deutschen Bahnbetrieb quersubventionieren und dem Konzern zu passablen, den Finanzmarkt zufriedenstellenden Gewinn- und Wachstumserwartungen verhelfen.

So kann es laufen. Das andere Szenario wäre ein Börsendesaster, in dem die “Volksaktie” zu Spottpreisen verscherbelt und keinen nennenswerten Beitrag zur Kapitalausstattung des Unternehmens leistet. Man könnte also auch sagen, daß die SPD wahrscheinlich mit ihrer Volksaktie letztlich selbst eine Heuschrecke schaffen wird, allerdings eine, in deren deutschem Nest es schön kommod bleibt. Wird so “soziale Gerechtigkeit” definiert?

Der SPD-Parteitag hatte doch etwas Gutes

29.10.2007 21:56 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 19 Kommentare

Demokratischer Sozialismus ist wie die unbefleckte Empfängnis. Man kann daran glauben, aber man wird es nicht erleben.

Dirk Niebel heute in der FTD :-) Und Westerwelle hat sich klar von der absurden Idee einer “sozialliberalen” Koalition mit der real existierenden SPD distanziert: also hatte der SPD-Parteitag doch etwas Gutes.

Knarren

Hannes Stein macht sich Gedanken über amerikanische Waffengesetze. Sehr interessant.

Die große Stille

Zur Abwechslung mal ein Fernsehtipp: Um 20.40 Uhr zeigt arte heute abend den Dokumentarfilm Die große Stille, der zugleich fast ein Stummfilm ist — während der gesamten gut zweieinhalb Stunden werden vielleicht zehn Sätze geredet — und der in sehr eindrucksvollen Bildern das Leben in der Grande Chartreuse dokumentiert. Das ist nichts für jeden Geschmack, aber ich fand, daß dies so ziemlich der beeindruckendste (im wahrsten Sinne) Film war, den ich letztes Jahr gesehen habe.

Tempo 130 auf Autobahnen

Ich fahre ein ziemlich schnelles Auto. Und deshalb ist für uns Schweizer so eine deutsche Autobahn (ich meine nur die nach dem Krieg gebauten Abschnitte) das reinste Vergnügen. Denn was in der Schweiz unter die Kategorie “Raser” fällt, also alles ab Tempo 120 aufwärts, läuft in Deutschland unter “sportliches Fahren”.

Ich bin also von und nach Gummersbach mit dem Auto gefahren. 500 und ein paar zerquetschte Kilometer von und nach Basel. Und was zeigt mein Bordcomputer nach der Tausendkilometerstrecke für eine Durchschnittsgeschwindigkeit? Schlappe 92,5 Km/h.

Sollten Politiker bloggen?

28.10.2007 16:44 - Statler & Waldorf by Statler - 9 Kommentare

Gut, man muß wohl schon ein wenig naiv gewesen sein, wenn man von der Erkenntnis überrascht wurde, daß ein Berufspolitiker sein Weblog nicht selbst mit Inhalten füllt. Zugegeben, in diesem Fall — und wer darauf hofft, in diesem Beitrag noch zu erfahren, von welchem Politiker die Rede ist, der hofft vergeblich — war ich wohl etwas naiv, und auch entsprechend überrascht. Oder entsetzt?

Kurt Beck beheizt die Republik

“Ein Stück Wärme”, hat Kurt Beck dem “Spiegel” gesagt, das sei es, was wir in Deutschland brauchten — und, mal abgesehen davon, dass man ihn fragen möchte, ob es, wenn man vier Stück Wärme bestellt, eines umsonst gebe, abgesehen davon möchte man sich gar nicht vorstellen, was Karl Marx, der die Deutschen mit den “Blitzen des Gedankens” entflammen wollte, wohl zu dieser Betriebstemperatur der deutschen Sozialdemokratie gesagt hätte.

schreibt Claudius Seidl in einem furiosen Artikel in der Sonntags-FAZ. Die Frage, ob Kurt Beck damit noch CO2-neutral ist, interessiert einen Klimaskeptiker wie mich natürlich weniger. Aber ob ein SPD-Anhänger im Bewußtsein, so einen Vorsitzenden zu haben, noch ruhigen Gewissens Witze über unbeholfene Redeauftritte von George W. Bush machen kann? Ich weiß nicht, ich weiß nicht…

Wegen Betriebsausflug geschlossen

25.10.2007 21:17 - Allgemein by jo@chim - 22 Kommentare

Wegen Betriebsausflug nach Gummersbach bleibt Antibuerokratieteam.net über das Wochenende geschlossen.
Ab Freitag abend wird dafür unter liveblog.antibuerokratieteam.net ein Liveblog zum Seminar (mastered bei Daniel Fallenstein) online gehen… stay tuned.

Vorwärts Genossen, zurück zu den Traditionsreflexen

Fast hilflos musste die Linke in der SPD erkennen, dass sich in unserer einen Welt plötzlich neue Volkswirtschaften aus der Knechtschaft des Entwicklungs- oder Schwellenlandstatus befreiten – und ernste Konkurrenten für deutsche Industriearbeiter mit IG-Metall- und SPD-Mitgliedschaft wurden, weil sie sich nicht um deutsche Lohnniveaus, deutsche Arbeits- und Urlaubszeiten und andere hart erkämpfte Standards kümmerten. So hatte die Linke die Teilhabe der bisherigen Habenichtse an der Internationale der reichen Industriestaaten nicht gemeint. Teilhabe ja, aber natürlich zu unseren Bedingungen.

Über den Zusammenhang zwischen sozialdemokratischen Illusionen und nationaler Besitzstandswahrung, sowie Becks Rolle rückwärts – mein Lieblingsgrüner Oswald Metzger im SPON at his Best.

Stagnierende Reallöhne für die Mittelschichten in den USA?

24.10.2007 23:35 - Statler & Waldorf by Statler - 7 Kommentare

For the last thirty years, twenty-eight percent growth in median wages is the best available estimate.  Don’t let anyone tell you it is zero or negative.

Wohl doch eher nicht.

Dämpfer für die Schlapphüte

Nein, wir sind nicht in Weissrussland: Wie Welt Online aktuell berichtet, hat der BGH den Haftbefehl gegen Andrej H. heute aufgehoben.

Er sei zwar in die “linksextremistische Berliner Szene eingebunden”, der für einen Haftbefehl notwendige dringende Tatverdacht der Mitgliedschaft in der linksterroristischen “Militanten Gruppe” sei aber nicht gegeben. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft beruhten unter anderem auf “Sprachanalysen” per Google-Recherche.

Dieser Dämpfer für die Schlapphüte freut mich: auch und gerade diejenigen, die den Rechtstaat angreifen und desavouieren wollen, dürfen nur mit rechtsstaatlichen Mitteln bekämpft werden.

Tanken statt Essen?

12:04 - Liberté d'abord! by Oliver Luksic - 9 Kommentare

Hans Werner Sinn beschreibt in einem lesenswerten Artikel in der Wirtschaftswoche die Grenzen des Biokraftstoff-Hypes. Werden die Preise für Nahrungsmittel langfristig an die Energiepreise gekoppelt sein? Die jetzt ansteigenden Lebensmittelpreise sind wohl nur der Vorbote der möglichen perversen Folgen eines unkontrollierten Booms der Biokraftstoffe.