Eine echte Herausforderung für die Frau: Liberale könnten sich um sie bemühen!

04.10.2007 13:12 - Gaeste, Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 23 Kommentare

Anlässlich einer Diskussion um

Deren Frauenbild ist unfertig, also offen, und wird im Entwurf gehalten. Es würde sich also noch was machen lassen. Vielleicht ist es ja auch nur ‘im Wandel’ steckengeblieben, bestenfalls aber wird es, wenn wir Glück haben, schon mal diskutiert, wie sich überhaupt vieles bei denen in permanenter Diskussion befindet, vor allem der Wettbewerb, den sie auch gern untereinander betreiben und von dem sie nie genug bekommen können. Wir kommen da eher selten vor. Möglich, dass sie nur diskret unsere intellektuelle Optimierung abwarten, was nicht unbedingt gegen sie spräche. Oder aber sie wollen uns gar nicht anders, als wir (bisher gewesen) sind, und die Geistesfelder weiter allein beackern, was ich als Beleidigung sähe. Mal ehrlich: Kaum eine von uns hat dort den Fuss in der Tür, und kaum einer von denen hält sie ihr auf. Warum denn nicht? Sind doch höfliche Leute, sind doch gebildet, geben sich hoch- und überqualifiziert, rein gar nichts ist ihnen zu kompliziert. Nur wir.

Wissen die denn nicht, dass es höchste Zeit ist, uns in verbesserter Form, in weiblicher Bestform also, anzunehmen und uns dabei auf halbem Weg entgegen zu kommen, dahin, wo irgendwo die gefühlte und gedachte Mitte ist? Da treffen wir uns dann, okay? In den USA , habe ich gelesen soll die Vermütterlichung der Gesellschaft mit allen ihren nichts als gut gemeinten Folgen unaufhaltsam voranschreiten, worüber sich ein Bill Maher auf seine Weise lustig macht. Zugegeben, ist nicht jedermanns Sache, aber sollen wir uns das wirklich antun, es auch so weit kommen lassen? Nein, bloss nicht! Das überspringen wir. Wir wollen doch mitdenken, nicht immer nur mitfühlen, bis es zu spät ist! Ich hoffe, das spricht sich mal herum bei denen.

P.S.: Die Frage ist nur noch, woher wir die Zeit dafür nehmen sollen, ohne dass Kindermädchen und Haushaltshilfe für alle möglich werden. Aber da sollen die sich mal drum kümmern, vom Markt her, ob und wann er es hergibt. Bis dann!

Herzliche Grüsse,

Lina

:-)

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23 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Bodo Wünsch, 04.10.2007 18:30

Interessant: Achim postet das um 13:12 Uhr, und bis jetzt (18:25 Uhr) hat sich nicht ein Liberaler zu einer Anmerkung hinreißen lassen wollen.

Wenn das keine Bestätigung der ganz wunderbaren Gedanken ist, die Lina geschrieben hat, dann weiß ich auch nicht.

Meine Anmerkung: Ich konnte auch nicht wählen, als Mann geboren zu sein. Und wisst ihr was? Es ist wurscht. Denn die Empirie (hier: Biologie) ist eine Krücke, die kaum für die sog. “empirischen Wissenschaften” taugen (Unschärferelation [Heisenberg], Frage beeinflusst Befragten [ESF]), und schon gar irrelevant ist für jede ‘politische’ Norm. Ja, Norm. Denn Frau/Mann haben eineindeutig eins Gemeinsam: Ihre geschlechtslose Vernunft. Und ‘wir’ täten gut daran, uns stets an sie zu erinnern und stets an sie zu erinnern. Vom Gebrauch derselben mag ich noch nicht reden…

Bernie, 04.10.2007 20:36

Ich weiß nicht, ob ich ein “Liberaler” bin, aber ich hab’s einfach nicht gelesen.

Bodo Wünsch, 05.10.2007 12:40

Hmm, Ihr Einwand “gegen” die Todesstrafe lässt nicht darauf schließen, dass Sie einer sind…

 
 
jo@chim, 05.10.2007 18:28

Bodo, zumindest AFL weiss wieder ganz genau, in welche staatsfinanzierte Parkbank er Hakenkreuze ritzen muss, um aufzufallen:

Vielleicht sollte gerade im Hinblick auf die Frauen ernsthaft über den Entzug des Wahlrechts für alle Nettostaatsprofiteure nachgedacht werden.

… wenn ich mir nicht sicher wäre, dass er’s bitter ernst meint, würde ich sagen: Klasse Persiflage zur Tatsache, dass Liberalismus immer noch vor allem Männerbündlerei bedeutet. Q.E.D.
P.S., lieber Bodo, wg. “geschlechtsloser Vernunft”: ich bestreite zwar nicht, dass Kastraten auch vernünftig handeln können… aber Gevatter Kant hatte schon Eier, oder? Dem kategorischen Imperator ein Sprüchlein von Paolo Watzlawick* (den sowohl ich als auch m.M. ;-) sehr schätzen) ins Poesiealbum:

Der Glaube, dass die eigene Sicht der Wirklichkeit die Wirklichkeit schlechthin bedeutete, [ist] eine gefährliche Wahnidee. Sie wird dann aber noch gefährlicher, wenn sie sich mit der messianischen Berufung verbindet, die Welt entsprechend aufklären und ordnen zu müssen – gleichgültig, ob die Welt diese Ordnung wünscht oder nicht.

… ist also unsere männliche Sicht der Wirklichkeit tatsächlich die menschliche “geschlechtslose”?

(*übrigens auch aus der neuen ef – “Menschenbilder und die Suche nach Wahrheit”… Du liest sie doch noch heimlich, oder?)

 
 
Lina, 05.10.2007 21:07

Damit das Ganze doch noch den Streitwert bekommt, den hier alles – zu Recht – zu haben hat, auch das noch: Geschlechtslos vernünftig wäre es wohl gewesen, diese satirische Anbiederung – ja, genau das ist mir passiert! – der frei denkenden Frau an den frei denkenden Mann erst gar nicht zu veröffentlichen. Dem Zorn des (dafür verprügelten?) Einrückers des Briefes sei zur Besänftigung wie auch zu meiner Entlastung gesagt, dass Gevatter Kant seine Eier nicht nur sagen liess: ‘Der Mann ist leicht zu erforschen, die Frau verrät ihr Geheimnis nicht’ , sondern auch ‘Aufklärung ist die Maxime, jederzeit selbst zu denken’, und das hat er auch ihr gesagt, nicht nur den Männern.

Und wenn ich schon mal dabei bin, soll noch Henry Miller zu Wort kommen: ‘ Wenn die Frau heute nur die Gleichberechtigung anstrebt und nichts weiter, ist das ein Zeichen, dass sie dem Mann seine jahrhundertlange Vorherrschaft verziehen hat.’ Mein Angebot ging wohl zu deutlich darüber hinaus.

Bodo Wünsch als vernunftbetontem Kavalier, der mich als Einziger verstanden haben muss, sei hier ausdrücklich gedankt!

 
Oliver M.H., 07.10.2007 12:30

Ein Mann hätte ich auch nicht werden wollen, denn der hat (für mein Gefühl) wieder zu viel Verstand,

Woher das Vorurteil stammt, dass Männer verstandgeleitet sind, würde ich dann doch gerne einmal wissen. Mir sind dafür schon zu viele unverständige und unvernünftige Männer begegnet.

Aus eben diesem Grund halte ich die Geschlechterdiskussion an sich für wenig zielführend, da sie mir viel zu sehr pauschalisierend ist. Gerade aus liberaler, individualistischer Sicht ist mir eine Verallgemeinerung nach Geschlecht suspekt.

Lina, 07.10.2007 18:02

Inzwischen kalter Kaffee. Aber es ist zumindest kein Vorurteil, sondern erwiesenermassen so, dass die Geschlechter sich verstandesmässig unterscheiden, und das nicht zu knapp.

Der Hirnforscher Simon Baron-Cohen behauptet, dass das weibliche Gehirn ein “E”-Gehirn sei, was für “Empathie” steht, also die Fähigkeit, sich in die Gefühle und Denkweisen anderer hineinzuversetzen. Männer dagegen hätten tendenziell ein “S”-Gehirn, was für “System” steht.

Schattierungen und Vermischungen gibt es hier wie dort. Was für ein Gehirn haben aufgeklärte Frauen? Das noch unerforschte ‘ES’-Doppelhälftenhirn der “geschlechtslosen Vernunft” etwa, das mich neulich fordern liess, dass wir uns, Mann und Frau, zum Ausgleich unserer Gaben und Defizite aufeinander zubewegen sollten, damit der Kampf aufhört, damit wir reden können? Was für ein Schwachsinn! Das ‘ E’ und das ‘S’ machen nicht nur den Unterschied, sondern auch die notwendige Reibung – ”which makes the world go round and round and round”. Hinterher weiss man es immer besser…

Ein Fehler war es auch, weiblicherseits dennoch – und dann auch noch auf diese Art!!! – an den Aufnahmebedingungen für ‘liberale Individualisten’ rütteln zu wollen. Zielführend war das nicht, um wissen zu wollen, ob aus einem männlichen Bolzplatz nicht auch ein weiblich zugänglicher Ort werden könnte, und warum überhaupt der Liberalismus so gut (?) wie ohne Frauen auskommt. Die Geschlechterperspektive hat immerhin Antworten darauf, wenn auch – naturgemäss – nur materielle. Die aber wiegen so schwer, dass ideell kaum dagegen zu halten ist.

stefanolix, 07.10.2007 18:41 Subscribed to comments via email

Offen gesagt hat mich die Frage nach dem Frauenanteil in politisch ausgerichteten Internet-Debattierzirkeln nie allzu lange beschäftigt. Soweit ich es beurteilen kann, sind Frauen nicht nur bei den Liberalen in recht geringer Zahl vertreten. Diese Frage kann man doch aus liberaler Sicht ganz einfach beantworten: die Frauen entscheiden sich mit ihrem eigenen Verstand, in ihrer eigenen Verantwortung und vor allem zum eigenen Nutzen für andere (Freizeit)-Beschäftigungen.

Die alten Rollen stimmen doch im Grunde immer weniger und die alten Rollenspiele passen nicht mehr mit dem modernen Leben zusammen. Im Internet kann man ohnehin in mehreren Rollen agieren, was im echten Leben ziemlich schwer wäre. Vielleicht maskieren sich auch einige Kommentatorinnen mit neutralen Benutzernamen, um als mit ihren Aussagen und nicht als Frau wahrgenommen zu werden. Mich persönlich interessiert immer die Meinung meines Gegenübers und wenn sich draus ein interessanter Ansatz ergibt, dann diskutiert man miteinander. Insofern muss bei uns niemand an der Tür rütteln und sagen: »ich bin eine Frau, lasst mich mitdiskutieren!«

Ich kann das Ergebnis dieses Hirnforschers nicht widerlegen, es mag reproduzierbare Belege dafür geben. Aber der Mensch handelt doch zum großen Teil als gesellschaftliches Wesen und unterdrückt dabei die »angeborenen« (biologisch bestimmten) Verhaltensweisen. Es gibt einen gewissen Anteil von Frauen ohne jede (gelebte) Empathie, es gibt Männer mit einer gut ausgeprägten Empathie. Das sind aber — meiner bescheidenen Meinung nach — alles gesellschaftlich bestimmte Verhaltensweisen.

Lina, 07.10.2007 22:00

Sie sagen: “Die alten Rollen stimmen doch im Grunde immer weniger und die alten Rollenspiele passen nicht mehr mit dem modernen Leben zusammen.”

Das ist wahr, weil es unserem Wunsch entspricht, Rollen an die gesellschaftliche Wirklichkeit anzupassen und umgekehrt. Der Begriff ‘Rolle’ entlarvt allerdings auch, dass hinter ihr etwas Originales, womöglich Unveränderbares steht, das die neuen Kleider immer wieder abwerfen will. Da kommt es dann schon mal zu geschlechtsspezifischen Allergien. Das meine ich, wenn ich die Biologie betone und damit die Unterschiede von “E”- und “S”-Gehirnen.

Und was die verfügbaren Rollen im Internet betrifft: Sie gehören zum Spiel, das ein solches Medium (auch) eröffnet. Insofern haben Sie Recht, wenn hier nur das Argument, nicht aber die Herkunft desselben zählen soll.

(Ich sagte ja, ich habe mich verrannt…)

stefanolix, 08.10.2007 07:42 Subscribed to comments via email

Lina schrieb: (Ich sagte ja, ich habe mich verrannt…).

SCNR und bitte nicht missverstehen: Ich habe noch nie eine Frau kennengelernt, die das so einfach zugeben würde ;-)

David, 08.10.2007 08:07

hehe. Und Männer?

stefanolix, 08.10.2007 08:15 Subscribed to comments via email
 
 
Lina, 08.10.2007 10:45

Ziemlich unwesentlich eigentlich, aber ich glaube, ich habe Sie doch missverstanden – nachdem Sie mich missverstanden haben?

Zur Klarstellung also: Ich bin die Frau, die vorher anklopft, bevor sie ein libertäres Männerblog betritt, nichts anderes.

(Und was heisst überhaupt: SCNR?)

stefanolix, 08.10.2007 11:03 Subscribed to comments via email

Das ist Netzjargon: SCNR = »sorry, could not resist«, wird oft in Newsgroups oder E-Mails angewendet, wenn man die deutsche (ausgeschriebene) Redewendung zu umständlich findet.

Lina, 08.10.2007 11:22

Danke! Cannot resist – zugeben zu müssen, dass mir hier einiges noch fremd ist.

Zugeben ist übrigens ganz leicht! Kann theoretisch jeder.

btw (das kann ich schon!): Wo ist eigentlich mein Wolfskommentar zu Ihren Wolfsrudelbemerkungen weiter unten geblieben? Vom bösen Wolf gefressen? Oder muss ich erst noch lernen, auf Senden zu klicken? Ich meine zumindest, es ordnungsgemäss getan zu haben, kann mich aber irren. Jedenfalls ist er veschwunden.)

stefanolix, 08.10.2007 12:46 Subscribed to comments via email

Hier bleiben öfter mal Kommentare im Filter hängen und müssen dann erst freigeschaltet werden. Das passiert auch bei Kommentaren von Stammgästen ;-)

Ich habe am Wochenende übrigens mal eine Mini-Umfrage unter Frauen im Familien- und Bekanntenkreis gestartet: »Hast du Interesse an Diskussionen über Politik in Blogs oder Foren?« — das Interesse hielt sich in sehr engen Grenzen. Immerhin zwei von sechs Befragten antworteten: vielleicht vor der nächsten Wahl.

Lina, 08.10.2007 14:42

Das hätte ich nicht gedacht!

Ich komme aus einer politisch immer schon sehr interessierten Familie, in der kein ‘Kaffekränzchen’ ohne politischen Stoff (plus Schwarzwälderkirsch…) auskommt.

Vielleicht auch wegen des breiten Spektrums an Meinungen von ganz links bis zur liberalen und moderaten, auch strengen Mitte, wo sogar – sorry – der Irakkrieg noch durchgeht. Sehr viel weiter rechts hat es zwar mal zwei BDM-Grossmütter gegeben, aber die stören nur noch gelegentlich, wenn wieder einmal die Rechtssprechung gegenüber Neonaziumzügen versagt. Aber sonst ist alles drin und beweglich, und ich kann mir gar nicht vorstellen, wie man am politischen Geschehen unausgesprochen vorbeikommt.

Kurz gesagt: Ihre Umfragewerte erschüttern mich und gäben Anlass für eine breiter angelegte Studie, um zu erfahren, ob Tradition hier ein entscheidender Faktor sein könnte. Hier vielleicht mal umhören?

stefanolix, 08.10.2007 14:58 Subscribed to comments via email

Bei uns wird auch sehr rege über politische Fragen diskutiert, aber das geschieht nur am Tisch und nicht im WWW. Alle Befragten nutzen E-Mail, Google, teilweise auch ebay & Co. Alle konnten auch etwas mit Blogs und Foren anfangen, allerdings bloggt keine der Befragten.

Aber über politische Dinge im WWW diskutieren? Keine Chance. — Ich werde bei den demnächst anstehenden Familientreffen gern ausführlicher nachfragen.

Lina, 08.10.2007 15:58

Aha! Das bringt mich zur Überlegung, dass ich möglicherweise die Einzige in der Familie bin, die sich auf Blogs äussert, die mir – je nach politischer Ausrichtung – die Möglichkeit dazu geben. Und tatsächlich: Ich betrachte mich dort als dankbarer Gast, Danke, Achim, Danke, Oliver…)

Ansonsten verhält es sich bei uns so, dass das, was einmal der klassische Leserbrief im Kuvert war, heute in viel grösserer Zahl online versendet wird. Ausserdem werden die Parteien über ihre Plattformen ebenso angesprochen wie Zeitungsleser-Feedbacks – zustimmend oder eben nicht – beantwortet, d.h. es wird über das Medium Meinung geäussert, bestenfalls auch diskutiert.

Aber von Blogs hat tatsächlich ausser mir noch keiner gesprochen, fällt mir auf.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Rayson, 07.10.2007 19:30

Also ich weiß nur, dass meine Liebste ganz anders denkt als ich, mich aber auch wegen meiner Denke liebt. Das könnte darauf hindeuten, dass Liberalismus männliche Gene hat. Mich wundert das nicht: So, wie Liberalismus oft (männlicherseits) kommuniziert wird, pflegt er das Ideal des einsamen Wolfes und lässt jedwede Komponente vermissen, die auf menschliche Interaktion abzielt.

Die Lücke ist aber beabsichtigt. Weil sie individuell zu füllen ist, ohne jede Norm von oben. Und das ist das Dilemma:: Dass der Liberalismus Raum für positiv Empfundenes lässt, wird nicht ihm gut geschrieben, sondern dem positiv Empfundenen. Eine Art Manager-Schicksal.

Persönliches, obwohl männliches Beispiel: Ich bin auch deswegen ein Liberaler, weil Liberalismus freie Religionsausübung bedeutet. Und ich glaube, dass viele Akte christlicher Nächstenliebe als positiv empfunden werden. Das wird aber nicht der Ideologie zu Gute gehalten, die eine Entfaltung dieses Antriebs erst ermöglicht, sondern eher dem Antrieb selbst.

Ich weiß nicht, ob der Liberalismus “ohne Frauen auskommt”. Eine liberale Gesellschaft, die lebenswert sein möchte, könnte das jedenfalls nicht. Und so, wie ich weiblichen Pragmatismus kennen gelernt habe, wage ich zu behaupten: Was Frauen nicht passt, werden sie schon sagen. Das wiederum ist sehr liberal – Je weniger irgendeiner etwas regeln will, um so weniger Anlass zu Widerspruch gibt es.

Lina, 07.10.2007 22:31

Es mag billig klingen, wenn ich jetzt sage, das gefällt mir – aber es gefällt mir wirklich, dass Ihre Liebste Ihre andere “Denke” liebt. Der “einsame Wolf” ist überhaupt ein beliebtes Motiv für Frauen – weil unbändig libertär und schützenswert dazu. Gleichzeitig bestätigt es, was ich über den notwendigerweise gelebten Unterschied, ob wg. Liebe oder aus gesuchter Reibung oder beidem nachgetragen habe.

Interessant, was sie zur Lücke als “Manager-Schicksal” sagen. Ich meine schon, dass das positiv Empfundene auch ohne ein liberales Etikett gut auskommt; es entspricht unserer nach dieser Qualität von Empfindungen suchenden Natur. So auch in Sachen Religion. Das Gute ist vorhanden und will sich zeigen, lässt sich aber mittels Religion/Ideologie besser kanalisieren. Sie ist Mittel zum Zweck, und der Liberalismus gibt beidem nur einen Namen.

Sie sagen es: “Was Frauen nicht passt, werden sie schon sagen.” Ihre Schwierigkeiten dürften dann eher bei der Durchsetzung liegen…

stefanolix, 08.10.2007 07:39 Subscribed to comments via email

Manchen Frauen mag die früher recht ruppige Diskussionsweise in den Blogs nicht gepasst haben. Da ist die Durchsetzung ganz einfach: sie klickten weiter oder klinkten sich aus. Vielleicht ändert sich das jetzt, seit die Diskussionen ruhiger und manchmal auch gehaltvoller geworden sind.

Zum einsamen Wolf: Wölfe sind eigentlich Rudeltiere. In den Rudeln gibt es eine feste Hierarchie und Rollenverteilung. Seiner Natur nach wäre der Wolf also nicht für das einsame Leben geeignet. (Notiz für mich: mal wieder den »Steppenwolf« lesen).

Lina, 08.10.2007 10:03

“Wölfe sind eigentlich Rudeltiere”, schreiben Sie – und natürlich stand dieses Bild auch gleich vor mir.

‘Einsam’ dürfte das überaus dominante Männchen nur dann sein, wenn es einer schwer beherrschbaren Überzahl an Weibchen gegenübersteht, die ihn – wenn er seine Aufgaben nicht meistert – auch schon mal abhängen, ja verstossen können. Dann geht’s ihm schlecht, denn woanders kommt er nicht mehr unter, es sei denn, er findet eine ebenso einsame, von ihresgleichen gemobbte Wölfin.

Sich als Wolf einsam zu fühlen, erklärt sich vielleicht bei einem aufgeklärt liberalen Wolf auch aus der Einsicht, dass er sich zuvor prinzipiell zu viel zugemutet hat…

Lauter Spekulationen. Keine, sondern ein offenes Geheimnis ist es, dass Frauen viel leichter etwas zugeben können als Männer, die sowas bloss als Eingeständnis von Schwäche sehen. Dabei ist es doch ‘heldenhaft’…

Aber: “Pssst!”…

 
 
 
 

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