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	<title>Kommentare zu: Walter Kempowski, 1929-2007</title>
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	<description>Sektion der neoliberalen Weltverschwörung</description>
	<lastBuildDate>Fri, 03 Sep 2010 18:06:02 +0200</lastBuildDate>
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		<title>Von: LePenseur</title>
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		<dc:creator>LePenseur</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Oct 2007 16:50:20 +0000</pubDate>
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		<description>&lt;b&gt;@FG:&lt;/b&gt;
&lt;i&gt;Kempowski unterscheidet sich von Grass wohltuend darin, dass er aus seinen pers&#246;nlichen (Schuld-)Erfahrungen nicht in eine gnadenlose moralische Rigidit&#228;t gefl&#252;chtet ist. Man sollte ihm soviel Respekt zollen, dass man ihn auch nach seinem Tod nicht als Stein missbraucht.&lt;/i&gt;

Beide S&#228;tze (und zwar zusammen!) bringen auf den Punkt, worauf es ankommt und was von uns Nachgeborenen heute leider so gerne vergessen wird ...

Chapeau!</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p><b>@FG:</b><br />
<i>Kempowski unterscheidet sich von Grass wohltuend darin, dass er aus seinen pers&#246;nlichen (Schuld-)Erfahrungen nicht in eine gnadenlose moralische Rigidit&#228;t gefl&#252;chtet ist. Man sollte ihm soviel Respekt zollen, dass man ihn auch nach seinem Tod nicht als Stein missbraucht.</i></p>
<p>Beide S&#228;tze (und zwar zusammen!) bringen auf den Punkt, worauf es ankommt und was von uns Nachgeborenen heute leider so gerne vergessen wird &#8230;</p>
<p>Chapeau!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
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		<title>Von: FG</title>
		<link>http://www.antibuerokratieteam.net/2007/10/05/walter-kempowski-1929-2007/comment-page-1/#comment-2610</link>
		<dc:creator>FG</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Oct 2007 10:29:20 +0000</pubDate>
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		<description>[OKOK, falsche Zeichen, noch ein Versuch]

Den Nachrufen ist nicht mehr viel hinzuzuf&#252;gen. Er war wahrscheinlich der herausragendste  Biograph des Deutschlands der letzten Jahrzehnte und ein begnadeter Schriftsteller dazu.

Eine der eindr&#252;cklichsten Eigenschaften Kempowskis war es, dass er bei aller moralischen Standfestigkeit sich scheute, den Stab &#252;ber gebrochene Biographien zu brechen. Er hat geurteilt, aber selten verurteilt.

Seinem Mitarbeiter und Biographen Dirk Hempel hat Kempowski sein pers&#246;nliches Waffen-SS-Erlebnis gschildert: 

„Ende M&#228;rz [1945] wurden wir dann gemustert, zun&#228;chst von der SS. Mutig sagte ich zusammen mit einem Freund: ,Nein, wir wollen nicht zur SS.` Da sein Vater Landrat war und meiner Reeder und &#252;berdies hochdekorierter Offizier, gaben die SS-Leute nach. Die anderen bekamen in ihren Wehrpass gestempelt: ,Meldet sich freiwillig zur SS`, ich nicht. Man stelle sich vor, ich m&#252;sste jetzt und immerfort und &#252;berall angeben, dass ich mich im Fr&#252;hjahr 45 freiwillig zur Waffen-SS gemeldet h&#228;tte! Niemand h&#228;tte sich doch die M&#252;he gemacht nachzurechnen, dass ich damals erst 15 Jahre alt war. Und keiner h&#228;tte mir geglaubt, dass das unter den geschilderten Umst&#228;nden geschehen w&#228;re. So stand ich vor einem Musterungsarzt, der meine d&#252;nnen Arme bef&#252;hlte und in die Stammrolle diktierte: ,Zur&#252;ckgestellt bis Oktober 1945.`“
[Dirk Hempel: Walter Kempowki – Eine b&#252;rgerliche Biographie; S. 60]

Die Geschichte unterscheidet sich im Detail zwar sicher von der Grass-Geschichte, zeigt aber auch, wie schnell man einen lebenslangen Makel abbekommen konnte. Und dass es mitunter einfach Gl&#252;ck war. 
Mit Grass verband ihn offenbar zeitlebens eine herzliche Abneigung (was ihn nicht daran hinderte, den Nobelpreis f&#252;r Grass als Zum Grass-Gest&#228;ndnis ist von Kempowski au&#223;er einem lakonischen „Ein bisschen sp&#228;t kommt das schon.“  nur der Satz &#252;berliefert: „Wer ohne S&#252;nde ist, werfe den ersten Stein.“ 

Kempowski unterscheidet sich von Grass wohltuend darin, dass er aus seinen pers&#246;nlichen (Schuld-)Erfahrungen nicht in eine gnadenlose moralische Rigidit&#228;t gefl&#252;chtet ist. Man sollte ihm soviel Respekt zollen, dass man ihn auch nach seinem Tod nicht als Stein missbraucht.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[OKOK, falsche Zeichen, noch ein Versuch]</p>
<p>Den Nachrufen ist nicht mehr viel hinzuzuf&#252;gen. Er war wahrscheinlich der herausragendste  Biograph des Deutschlands der letzten Jahrzehnte und ein begnadeter Schriftsteller dazu.</p>
<p>Eine der eindr&#252;cklichsten Eigenschaften Kempowskis war es, dass er bei aller moralischen Standfestigkeit sich scheute, den Stab &#252;ber gebrochene Biographien zu brechen. Er hat geurteilt, aber selten verurteilt.</p>
<p>Seinem Mitarbeiter und Biographen Dirk Hempel hat Kempowski sein pers&#246;nliches Waffen-SS-Erlebnis gschildert: </p>
<p>„Ende M&#228;rz [1945] wurden wir dann gemustert, zun&#228;chst von der SS. Mutig sagte ich zusammen mit einem Freund: ,Nein, wir wollen nicht zur SS.` Da sein Vater Landrat war und meiner Reeder und &#252;berdies hochdekorierter Offizier, gaben die SS-Leute nach. Die anderen bekamen in ihren Wehrpass gestempelt: ,Meldet sich freiwillig zur SS`, ich nicht. Man stelle sich vor, ich m&#252;sste jetzt und immerfort und &#252;berall angeben, dass ich mich im Fr&#252;hjahr 45 freiwillig zur Waffen-SS gemeldet h&#228;tte! Niemand h&#228;tte sich doch die M&#252;he gemacht nachzurechnen, dass ich damals erst 15 Jahre alt war. Und keiner h&#228;tte mir geglaubt, dass das unter den geschilderten Umst&#228;nden geschehen w&#228;re. So stand ich vor einem Musterungsarzt, der meine d&#252;nnen Arme bef&#252;hlte und in die Stammrolle diktierte: ,Zur&#252;ckgestellt bis Oktober 1945.`“<br />
[Dirk Hempel: Walter Kempowki – Eine b&#252;rgerliche Biographie; S. 60]</p>
<p>Die Geschichte unterscheidet sich im Detail zwar sicher von der Grass-Geschichte, zeigt aber auch, wie schnell man einen lebenslangen Makel abbekommen konnte. Und dass es mitunter einfach Gl&#252;ck war.<br />
Mit Grass verband ihn offenbar zeitlebens eine herzliche Abneigung (was ihn nicht daran hinderte, den Nobelpreis f&#252;r Grass als Zum Grass-Gest&#228;ndnis ist von Kempowski au&#223;er einem lakonischen „Ein bisschen sp&#228;t kommt das schon.“  nur der Satz &#252;berliefert: „Wer ohne S&#252;nde ist, werfe den ersten Stein.“ </p>
<p>Kempowski unterscheidet sich von Grass wohltuend darin, dass er aus seinen pers&#246;nlichen (Schuld-)Erfahrungen nicht in eine gnadenlose moralische Rigidit&#228;t gefl&#252;chtet ist. Man sollte ihm soviel Respekt zollen, dass man ihn auch nach seinem Tod nicht als Stein missbraucht.</p>
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		<title>Von: FG</title>
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		<dc:creator>FG</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Oct 2007 10:26:55 +0000</pubDate>
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		<description>[Ist die Komentarl&#228;nge begrenzt?? Warum wurde da die h&#228;lfte verschluckt??]

„Ende M&#228;rz [1945] wurden wir dann gemustert, zun&#228;chst von der SS. Mutig sagte ich zusammen mit einem Freund: &gt;Nein, wir wollen nicht zur SS.Meldet sich freiwillig zur SSZur&#252;ckgestellt bis Oktober 1945.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[Ist die Komentarl&#228;nge begrenzt?? Warum wurde da die h&#228;lfte verschluckt??]</p>
<p>„Ende M&#228;rz [1945] wurden wir dann gemustert, zun&#228;chst von der SS. Mutig sagte ich zusammen mit einem Freund: &gt;Nein, wir wollen nicht zur SS.Meldet sich freiwillig zur SSZur&#252;ckgestellt bis Oktober 1945.</p>
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		<title>Von: FG</title>
		<link>http://www.antibuerokratieteam.net/2007/10/05/walter-kempowski-1929-2007/comment-page-1/#comment-2607</link>
		<dc:creator>FG</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 07 Oct 2007 10:05:36 +0000</pubDate>
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		<description>Den Nachrufen ist nicht mehr viel hinzuzuf&#252;gen. Er war wahrscheinlich der herausragendste  Biograph des Deutschlands der letzten Jahrzehnte und ein begnadeter Schriftsteller dazu.

Eine der eindr&#252;cklichsten Eigenschaften Kempowskis war es, dass er bei aller moralischen Standfestigkeit sich scheute, den Stab &#252;ber gebrochene Biographien zu brechen. Er hat scharf geurteilt, aber selten verurteilt.

Seinem Mitarbeiter und Biographen Dirk Hempel hat Kempowski sein pers&#246;nliches Waffen-SS-Erlebnis gschildert: 

„Ende M&#228;rz [1945] wurden wir dann gemustert, zun&#228;chst von der SS. Mutig sagte ich zusammen mit einem Freund: &gt;Nein, wir wollen nicht zur SS.Meldet sich freiwillig zur SSZur&#252;ckgestellt bis Oktober 1945.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Den Nachrufen ist nicht mehr viel hinzuzuf&#252;gen. Er war wahrscheinlich der herausragendste  Biograph des Deutschlands der letzten Jahrzehnte und ein begnadeter Schriftsteller dazu.</p>
<p>Eine der eindr&#252;cklichsten Eigenschaften Kempowskis war es, dass er bei aller moralischen Standfestigkeit sich scheute, den Stab &#252;ber gebrochene Biographien zu brechen. Er hat scharf geurteilt, aber selten verurteilt.</p>
<p>Seinem Mitarbeiter und Biographen Dirk Hempel hat Kempowski sein pers&#246;nliches Waffen-SS-Erlebnis gschildert: </p>
<p>„Ende M&#228;rz [1945] wurden wir dann gemustert, zun&#228;chst von der SS. Mutig sagte ich zusammen mit einem Freund: &gt;Nein, wir wollen nicht zur SS.Meldet sich freiwillig zur SSZur&#252;ckgestellt bis Oktober 1945.</p>
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		<title>Von: Flash</title>
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		<dc:creator>Flash</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Oct 2007 23:48:56 +0000</pubDate>
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		<description>Kempowski hat eine beeindruckende Leistung erbracht mit seinem Archiv (das nur von wenigen benutzt wird, weil die anderen Angst haben, sie m&#252;&#223;ten ihr Welt- und Geschichtsbild revidieren nach Lekt&#252;re...)

Und beil&#228;ufig erw&#228;hnt sa&#223; er in Bautzen ein, von Bauzen hab ich noch nix g&#039;hert. :)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Kempowski hat eine beeindruckende Leistung erbracht mit seinem Archiv (das nur von wenigen benutzt wird, weil die anderen Angst haben, sie m&#252;&#223;ten ihr Welt- und Geschichtsbild revidieren nach Lekt&#252;re&#8230;)</p>
<p>Und beil&#228;ufig erw&#228;hnt sa&#223; er in Bautzen ein, von Bauzen hab ich noch nix g&#8217;hert. :)</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: HD</title>
		<link>http://www.antibuerokratieteam.net/2007/10/05/walter-kempowski-1929-2007/comment-page-1/#comment-2596</link>
		<dc:creator>HD</dc:creator>
		<pubDate>Sat, 06 Oct 2007 19:04:25 +0000</pubDate>
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		<description>Ausgerechnet an dem Abend traktierte uns arte mit endlosen Grass-Huldigungen.

In den dritten Programmen gab es nach Mitternacht ein paar Dokumentationen:  Im NDR ein wunderbares letztes Interview mit Paul Kersten Ende Juni 2007, einen l&#228;ngeren Film &quot;Die B&#252;cher seines Lebens&quot;, in dem viel &#228;lteres Material aus den 70ern verarbeitet ist. Man merkt diesen Teilen oft die Distanz der damaligen Filmleute an. Im SWR eine &quot;B&#252;hler Begegnung&quot; mit einem streckenweise etwas hilflosen Voss.

Ich m&#246;chte noch auf den lesenswerten Nachruf von Vera Lengsfeld verlinken:
http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/adieu_walter_kempowski/</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ausgerechnet an dem Abend traktierte uns arte mit endlosen Grass-Huldigungen.</p>
<p>In den dritten Programmen gab es nach Mitternacht ein paar Dokumentationen:  Im NDR ein wunderbares letztes Interview mit Paul Kersten Ende Juni 2007, einen l&#228;ngeren Film &#8220;Die B&#252;cher seines Lebens&#8221;, in dem viel &#228;lteres Material aus den 70ern verarbeitet ist. Man merkt diesen Teilen oft die Distanz der damaligen Filmleute an. Im SWR eine &#8220;B&#252;hler Begegnung&#8221; mit einem streckenweise etwas hilflosen Voss.</p>
<p>Ich m&#246;chte noch auf den lesenswerten Nachruf von Vera Lengsfeld verlinken:<br />
<a href="http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/adieu_walter_kempowski/" rel="nofollow"></a><a href='http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/adieu_walter_kempowski/'>http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/adieu_walter_kempowski/</a></p>
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