Fußball und Politik

08.10.2007 18:52 - Statler & Waldorf by Statler - 50 Kommentare

Der deutsch-iranische U21-Nationalspieler Ashkan Dejagah weigert sich, ein Länderspiel gegen Israel zu bestreiten. Der DFB steht hinter dem Wolfsburger, …

Braucht nun ernsthaft noch irgendwer einen weiteren Grund, zum England-Fan zu werden? Und jetzt alle.

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50 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

TCHe, 08.10.2007 19:03

Auch wenn ich sonst britische Musik sehr mag, das ist nicht ganz meine Richtung.

Aber ein „England!” schreie ich trotzdem mal (wobei es mit dem Antisemitismus dort ja auch nicht wirklich viel besser aussieht)

 
Rayson, 08.10.2007 19:09

Als ob der englische Fußballverband in einer ähnlichen Situation anders handeln würde…

 
lemar2, 08.10.2007 19:24

Vielleicht sollte man nicht allem, was in dieser Hinsicht passiert einen antisemitischen Hintergrund unterstellen. Unter diesen Umständen (http://www.readers-edition.de/2007/10/07/deutscher-u21-nationalspieler-spielt-nicht-gegen-israel-aus-politischen-gruenden/)
kann man Herrn Dejagahs Beweggründe, nicht auflaufen zu wollen eigentlich verstehen. Vielleicht ist es nicht besonders idealistisch und es spielt den Machthabern in Teheran in deren Hände. Ich würde allerdings nicht für ein Fußballspiel mit dem Schicksal meiner Familie spielen…

 
Markus Oliver, 08.10.2007 19:28

Ah, jetzt ist es mir klar! Von denen hattest Du also den Tipp England würde Weltmeister werden. :-D

 
PS, 08.10.2007 19:29

Wenn ich nahe Verwandte im Iran hätte und dort ab und zu hinfahren würde, dann würde ich auch auf eine Reise nach Israel verzichten.
Und nicht, weil ich ein Problem mit Juden oder Israel habe, sondern, weil ich Angst um meine Angehörigen im Iran hätte.
Zum Glück versteht das der DFB und steht hinter Dejagah.

 
el-flojo, 08.10.2007 19:36

Seh ich auch so. Der Mann will seine Familie vor möglichen Repressionen schützen und schon schreien alle wieder “Antisemit”. Auch ein schönes Beispiel für Vorverurteilung. Das war aber schon immer eine deutsche Paradedisziplin – noch vor Fußball.

 
stefanolix, 08.10.2007 19:45

Zu verurteilen ist einzig das Regime in Teheran: nämlich dafür, dass es Sportler und Angehörige in Angst vor Strafe und Sanktion leben lässt. Weder der Club des Spielers noch der DFB haben in dieser Sache einen Handlungsspielraum. Und bei allem Respekt vor Israel und den oft richtigen Stellungnahmen des Zentralrates der Juden: hier schlägt der Zentralrat auf den Falschen ein.

Absolut unverständlich ist die reißerische Aufmachung in BILD und SPON. SPON hat allerdings dann unter einer reißerischen Überschrift und einem sinnfreien Anreißer doch noch einen recht ausgewogenen Artikel.

 
Statler, 08.10.2007 20:01

Nein Leute, da macht Ihr es Euch zu einfach. Mag ja sein, daß er nicht gegen Israel spielen *kann*, weil er sonst seine Verwandten im Iran in Gefahr bringen würde. Aber da gibt es so viele elegante Möglichkeiten, das zu lösen — von einer Sprunggelenksentzündung über eine Hinternzerrung bis zum grippalen Infekt. Nur: Der Kerl stellt sich hin und sagt klipp und klar, daß er aus weltanschaulichen Gründen nicht mitspielen will. Damit ist die Sache doch klar, oder?

 
csy20@web.de, 08.10.2007 20:11

wann hat denn dejagah “weltanschauliche gründe” angegeben? er hat gesagt, er hat verwandte im iran und will nicht in israel spielen um diesen ärger zu ersparen. ich halte diese haltung für ehrlicher als eine vorgeschobene verletzung.

Statler, 08.10.2007 20:15

Die Chronologie der Entschuldigungen gibt es hier:

http://lizaswelt.blogspot.com/2007/10/spielt-nicht-gegen-juden.html

Zuerst waren es politische Gründe, die Geschichte mit der Familie wurde nachgeschoben, als die öffentliche Empörung anschwoll.

Thomas Wolf, 08.10.2007 20:22

Die spätere Erklärung kann man genausogut als Erläuterung auffassen. “Politische Gründe” ist hinreichend unspezifisch. Das kann auch “Angst um die Familie” bedeuten.

 
stefanolix, 08.10.2007 22:04

Die Erklärung mit der Familie ist doch absolut plausibel, wenn man sieht, wie die iranischen Machthaber gegen andersdenkende und (von ihrer Warte aus) andersartige Menschen vorgehen.

Wer von uns wollte sich denn bitte hinstellen und ihm empfehlen, in Israel anzutreten, wenn er die Folgen für den Spieler und seine Angehörigen nicht abschätzen kann?

Die Situation wäre sofort eine andere, wenn es verbürgte anti-israelische Äußerungen des Sportlers gäbe. Aber prinzipiell sollte doch auch in dieser Sache die Unschuldsvermutung gelten.

 
 
 
lemar2, 08.10.2007 20:18

Niemand ist in Deutschland so blöd und stellt sich selbst öffentlich als Antisemit hin. Das wäre ja dann gleichbedeutend mit dem Karriereende. Mit einer vorgetäuschten Verletzung hätte er allerdings eine eventuell vorhandene antisemitische Einsellung und ggf. Sympathie für das Regime vertuschen können.
Aber zu sagen, aus bekannten politischen Gründen nicht spielen zu können, ist meiner Meinung nach sehr viel ehrlicher und auch eine Art des Protestes. Immerhin hat er so auf das Problem aufmerksam gemacht und es wird darüber geredet.

Thomas Wolf, 08.10.2007 20:23

Finde ich einleuchtend.

 
 
Thomas Wolf, 08.10.2007 20:19

Leider ist die Sache damit überhaupt nicht klar. Es stehen immer noch grundsätzlich drei Möglichkeiten im Raum:
1. Er spielt nicht, weil er Juden hasst.
2. Er spielt nicht, weil er sich die Chance bewahren will, für das iranische Nationalteam zu spielen.
3. Er spielt nicht, weil er um seine Angehörigen fürchtet.

Welche der drei Möglichkeiten zutrifft, bzw. welchen Anteil die drei Möglichkeiten an den wahren Gründen haben, können wir auf Grundlage der vorhandenen Informationen überhaupt nicht beurteilen.

Dass er die Sache nicht diskreter behandelt hat, macht keine der drei Möglichkeiten wahrscheinlicher. Es kann leicht sein, dass er einfach naiv ist, oder ein bisschen doof, oder eine ehrliche Haut.

dagny, 09.10.2007 00:28

ad 2) Wäre es sein erstes Spiel für Deutschland und zählt die U-Xx Mannschaft da mit? Wenn nicht, bzw. schon, dann kann er nicht mehr für den Iran spielen.

dagny, 09.10.2007 00:40

Sorry. War nicht richtig informiert. Er kann in der Tat wohl noch für den Iran spielen.

Thomas Wolf, 09.10.2007 08:09

Die Regelung ist relativ neu. Früher war es tatsächlich so, dass Länderspiele im Juniorenbereich den Spieler an den jeweiligen Verband gebunden haben. Auslöser der Änderung war, wenn ich mich nicht irre, der Fall eines australischen Profis, der als fünfzehnjähriger mal im Urlaub auf Samoa (?) für zehn Minuten in ein Jugendländerspiel eingewechselt wurde (er war samoanischer [?] Abstammung) und damit nicht mehr für Australien spielberechtigt war. So im Prinzip jedenfalls. Die Details sind mir jetzt gerade nicht so geläufig, und zum Suchen habe ich gerade keine Zeit.

 
 
 
 
Michael Kastner, 09.10.2007 08:21

Und wieder regt sich Herr Statler über ein Problem auf, das er staatstreuer Demokrat mitzuverantworten hat:

Staatliche Sportpolitik

Die libertär-liberal-radikal-individualistisch-fundamentalistische und damit selbstverständlich vernünftigste, konsistenteste und genialste (hab’ ich noch was vergessen?) Lösung:

Abschaffung der staatlichen Sporthilfe und damit Abschaffung des Monopols des Bundesinnenministeriums für die Lizenzierung des Titels “Deutsche Nationalmannschaft”. Und ob sich dann Mannschaften zukünftig “Nationalmannschaft” nennen wollen, bleibt ihnen selbst überlassen.

Letztendlich wird der Markt entscheiden.

dagny, 09.10.2007 14:36

Wollten nicht ein paar aus der FDP Sport ins GG aufnehmen ?

 
 
Gast, 09.10.2007 08:49

Tut mir leid Statler, kann dir nicht folgen.

Erstens ist Spocht Spocht und der Zentralrat der Juden hat da ebensowenig zu suchen wie profilierungssüchtige Politiker aller Parteien.

Zweitens hat er gar nichts begründet sondern sich damit bei seinen sportlichen Vorgesetzten entschuldigt die sich wiederum mit selbiger Begründung an die Öffentlichkeit gerichtet haben.

Etwas dumm vielleicht und nicht ganz PR technisch geschickt, aber nochmal, Spocht ist Spocht und Sammer und Co. (auch wenn ich ersteren nicht ausstehen kann) kein weichgespülter korrekter PR Polit Presseprfoi wie die Kollegen aus der Parteienlandschaft und vom Zentralrat der Juden dass sind.

Übrigens nichts worum man letztere beide Gruppen drum beneiden sollte im Gegenteil.

Und in Bezug auf England? WTF? Na gut – da würde sowas natürlich nie vorkommen, höchsten würde mal David B absagen weil er den letztzen Shopping Trip in B-Hills von VB-Ham nicht verpassen will. Bei McLarens Schaudertruppe ist das eh egal aber es stört auf der Insel nicht wirklich jemand, den wenn es beim Footie nicht läuft kippt man sich halt beim Ruggers oder beim Cricket die Pints hinter die Binde um dann schön über die Inder im Team abzulästern.

Aber ein Spieler der U21 Mannschaft sollte sich ehrlich gesagt bei seinem Team entschuldigen können wenn er einen negativen Impact auf seine Familie erwartet. Und ja sicher, das hätte man alles eleganter lösen können. In dem man einfach einmal die Klappe hält und Politik macht. Spocht ist nun mal Spocht oder hat jemals jemand von Mario Basler eine bühnenreife Interpretation des Grundgesetzes erwartet.

 
Medea, 09.10.2007 10:12 Subscribed to comments via email

Der Mann hat einen deutschen Pass, seine Eltern leben ebenfalls hier. Es ist geradezu lächerlich, wie hier das “ich spiele nicht gegen Juden” geschönt und entschuldigt wird. Der eigentliche Skandal ist aber, dass der DFB, der ja sonst sooo unpolitisch sein will, dem zugestimmt hat.

Rayson, 09.10.2007 10:46

Dass die antisemitische Hetzpresse dafür auch noch Verständnis äußert! http://www.sueddeutsche.de/sport/weltfussball/artikel/121/136848/

Unglaublich. Wo kämen wir denn da hin, wenn wir es zuließen, dass andere Erklärungen überhaupt in Betracht gezogen werden, wenn so eindeutig antisemitische Bekundungen wie “politische Gründe” im Raum stehen. Und Moslem ist der Mann auch noch. Wirklich, ein Skandal!

Lina, 09.10.2007 11:50

Was antisemitisch ist oder in diese Kategorie gehört, bestimmen heute ausschliesslich sprachgewaltige Einzelkämpfer mit grosser Publikum. Und sie nutzen jeden beliebigen Anlass, der ihnen geeignet erscheint, zur Diffamierung ernstgemeinter Bemühungen, unterscheiden zu wollen.

Der Iran selbst, das lässt sich sagen, zeigt eine deutlich antisemitische Haltung. An diesem Fall aber sehe ich schwerlich ein antisemitisches Motiv, sondern nur blanke Angst vor Repression – und einen Mangel an persönlicher Souveränität. Mutig wäre es freilich von dem Mann, dennoch zu spielen, aber kann man das verlangen?

(Langsam frage ich mich wirklich, wer einen ‘Judenknacks’ hat, wir oder sie?)

Björn, 09.10.2007 12:09

Das Dumme an der Sache ist halt, dass der DFB hier einmal mehr bewiesen hat, dass er ein fürchterliches Krisenmanagement hat und nicht in der Lage ist koordiniert zu handeln. Wenn der DFB sofort erklärt hätte, dass Dejagah nicht spielt, weil er befürchten muss, dass seine Familie im Iran dafür die Folgen trägt, dann wäre das eine Sache gewesen. So wie es jetzt steht, sieht es so aus als wäre das ein nachgeschobener Vorwand, der über eine möglicherweise antisemitische Weltsicht hinwegtäuschen soll.

Und ein professioneller Verband wie der DFB, immerhin der Mitgliederstärkste in Deutschland wenn ich mich nicht irre, sollte in der Lage sein abschätzen zu können, wie heikel ein solches Spiel sein kann. Man denke auch an das Debakel “Aufarbeitung der DFB-Historie zur Nazi-Zeit”, die eigentlich hätte klar machen müssen, dass man bei diesen hochbrisanten Themen souveräner handeln muss.

By the way, so wie ich das sehe fischen wir hier alle im Trüben: Die Vermutungen, dass Dejagah ein Antisemit und Ahmadinetschad-Sympathisant sein könnte sind eben so wenig auf Aussagen gegrundet wie die Vermutung, dass Dejagah aus Angst um seine Familie nicht spielt oder die Aussage in der Süddeutschen später tatsächlich lieber für den DFB als für den Iran auflaufen möchte. Wobei ich es verstehen könnte wenn der DFB oder sein Manager dem Jungen einen Maulkorb verordnet hätten um die Situation nicht noch schlimmer zu machen.

Dass Stigma das dem Kerl jetzt anhängt – ob verdient oder nicht – hätte man aber beim DFB mit einer vernünftigen PR-Strategie verhindern können.

 
 
Schmock, 09.10.2007 12:23
 
 
 
Gast, 09.10.2007 11:43

Der Mann hat einen deutschen Pass. Na und. Wie gesagt er ist kein Politiker und hat ein Recht auf Meinungsfreiheit. Nur weil die Politik sich gerne im Licht des Spochtes sonnt (so lange man erfolgreich und PK ist – siehe Radsport) heisst das nicht dass die Spochtler sich irgendwie politisch betaetigen sollen.

Hat der Mann einen antisemitischen Bewegrund ist das nicht schoen und verachtenswert und so weiter….

Wissen wir aber nicht. Punkt. Schluss aus. Schrecklich diese moralische Besserwisserei wenn es um Fragen des Antisemitismus geht – schrecklich meiner Meinung auch das Verhalten des Zentralrat der Juden in dieser Beziehung. Es gibt sicherlich wichtigere Probleme als ob ein junger Fussballspieler in einem absolut unbedeutenden Spiel gegen Israel (fussballerisch uebrigens ebenso unbedeutend) auflaeuft oder nicht und ob er dies tut weil sein Hamster krank ist, er Duennschiss hat oder aber weil er verachtenswerte politische Motive hat. Es ist f***king Spocht und sollte in einer politischen Diskussion nichts verloren haben.

Björn, 09.10.2007 11:57

Es ist f***king Spocht und sollte in einer politischen Diskussion nichts verloren haben.

Aber Sport ist leider immer auch politisch. Vom panem et circenses der Antike über Hitlers Olympiade 1936, die gegenseitigen Olympia-Boykotts 1980 und 1984, die letzte WM in Deutscland und die nächste WM in Südafrika, bis hin zur nächsten Olympiade in China. Gerade das wird ein hochpolitisches Event.

Medea, 09.10.2007 12:51 Subscribed to comments via email

@Björn

ja, so sehe ich das auch. Sport ist immer auch politisch. Interessant auch die Olympiade in China, Kritik wird da nicht gerade laut, auch nicht was Doping angeht.

 
 
 
Schmock, 09.10.2007 12:58

Die Erklärungen von Ashkan Dejagah wirken schon befremdlich, so auch diese:
“ich habe mehr iranisches als deutsches Blut in meinen Adern. Außerdem tue ich es aus Respekt. Schließlich sind meine Eltern Iraner.”
Was will er uns damit sagen?
Wenn er oder seine Familie ernsthafte Probleme mit dem Iran bekommen, wenn er in Israel spielt, OK, das könnte er aber doch sagen, aus dem staatlich verordneten Boykott Israels macht der Iran doch keinen Hehl. Dann kann man ihm wirklich nichts vorwerfen.
Allerdings sind hier Sprüche wie “Spocht ist Spocht” einfach nur dämlich. Der Iran und Konsorten versuchen einen Boykott gegen Israel zu etablieren und niemand unternimmt etwas dagegen, nicht die FIFA, nicht der DFB, nicht die deutsche Politik. Als vor einiger Zeit, die Kameruner “nicht regelkonforme” Trikots tragen wollten wurde die FIFA sehr schnell und resolut aktiv.
Meiner Meinung nach sollte man den Iran aus der FIFA ausschliessen, da die Politik den Sport instrumentalisiert und der Boykott eines Mitglieds nicht im Sinne der FIFA und der Fußballfans sein kann.

” Es gibt sicherlich wichtigere Probleme als ob ein junger Fussballspieler in einem absolut unbedeutenden Spiel gegen Israel (fussballerisch uebrigens ebenso unbedeutend) auflaeuft oder nicht ”
Im Fussball erscheint Israel wirklich zu unbedeutend, als dass man den Boykott stark verspürt. Anders ist die Sache hingegen in anderen Sportarten, im Schach ist Israel eine Macht, insbesondere ihr Spitzenmann Boris Gelfand. Ein gravierendes Beispiel war die FIDE WM 2004, die in Tripoli stattfand und wo der Zionistische Feind (z.B. Gelfand, Sutovsky, Smirin) nicht teilnehmen durfte.

 
DDH, 09.10.2007 13:24

Sport ist Sport (und vielleicht auch ein bißchen Erotik ;-)) aber sicher keine Politik!

 
Medea, 09.10.2007 13:49 Subscribed to comments via email

@Schmock

In dem der Fußballverband sich die Aufstellung von den Mullahs diktieren lässt, unterstützt er vor allem das antisemitische Regime in Teheran. Da ist der Skandal, nicht beim einzelnen Fußballspieler.

Und was die FIFA angeht, so hatte sie schon früher keine Probleme mit diktatorischen Staaten, auch nicht mit Hinrichtungen im Fußballstadion, Hauptsache der Rasen war in Ordnung.

 
c.sydow, 09.10.2007 14:17

dieter eilts und der vfl wolfsburg akzeptieren dejagahs entscheidung – also genau jene denen er seine beweggründe dargelegt hat.

warum blieb der große aufschreiaus, als vahid hashemian, spieler des mächtigsten deutschen fussballvereins, bayern münchen, sich zweimal weigerte gegen maccabi tel aviv zu spielen und ihn ein uli hoeneß unter vortäuschung von verletzungen dafür deckte?

 
Gast, 09.10.2007 15:15

“Aber Sport ist leider immer auch politisch. Vom panem et circenses der Antike über Hitlers Olympiade 1936, die gegenseitigen Olympia-Boykotts 1980 und 1984, die letzte WM in Deutscland und die nächste WM in Südafrika, bis hin zur nächsten Olympiade in China. Gerade das wird ein hochpolitisches Event.”

Leider ja. Aber das ist nicht die Intention des Sports sondern die derjeniger die ihn dazu missbrauchen. Und leider wird das mal fuer positive Motive und Ansichten getan, mal einfach fuer egoistische und ganz oft leider auch fuer totalitaere.

Aber wenn man schon einschlagen muss, was man meiner Meinung nach nicht muss, dann bitte wie hier bereits gesagt, auf den Iran der genau jenes auch tut, den Sport politisch missbrauchen. Aber im Umkehrschluss ist die Antwort – auch wenn sie moralisch richtiger ist – des Zentralrates und der versammelten Riege deutscher Hinterbaenkler auch nur der Vesuch den Spocht zu missbrauchen.

 
Schmock, 09.10.2007 20:25

@Gast
“Nur weil die Politik sich gerne im Licht des Spochtes sonnt (so lange man erfolgreich und PK ist – siehe Radsport) heisst das nicht dass die Spochtler sich irgendwie politisch betaetigen sollen.”
Als Nationalspieler vertritt auch ein Fußballer den Staat Deutschland, nimmt also schon repräsentative Aufgaben wahr, und der DFB hat dafür zu sorgen, dass er Deutschland nicht blamiert.
Im übrigen suchen auch die Fußballspieler Kontakte zum Staat. Kaum ein Verein in Deutschland hat ein eigenes Stadion, das muss dann die Stadt bauen, Vereinen, die kurz vor der Pleite stehen, wird von staatlicher Seite geholfen, aber auch im Alltag fördert der Deutsche Staat seine Spitzensportler, so richtig mit Geld. Kein Wunder also, dass er Gegenleistungen wie ein adäquates Benehmen erwartet, vor allem in der Nationalmannschaft.

Natürlich ist das Spiel Fußball nicht politisch, die Fussballer und Funktionäre aber häufig schon, wie man an dem Boykott gegen Israel sehen kann. Aber wenn Fußball unpolitisch sein soll, so wäre es doch ganz nett, wenn man die nächste Weltmeisterschaft in Israel ausrichten würde, vielleicht würden Iran und Saudi-Arabien dann nicht teilnehmen, dies wäre aus sportlicher Sicht kein großer Verlust. Ach ja, da ist noch das Poblem mit der Sicherheit, wie könnten wir das nur lösen, man kann schließlich verstehen, wenn Kicker Angst davor haben in die Luft gejagt zu werden, vielleicht sollte man eine Mauer bauen, die militanten Gruppen bekämpfen und Grenzkontrollen verstärken, gibt es schon alles, dann ist ja gut.

 
Schmock, 09.10.2007 20:35

Im übrigen ich wäre da auch sehr vorsichtig mit Bezichtigungen Richtung Dejagah, auch wenn einem manche seiner Erklärungen übel aufstoßen, denn wir sollten mittlerweile gelernt haben, die geistigen Kapazitäten von Fußballern nicht zu überschätzen und es gibt ja durchaus plausible und vernünftige Argumente warum er nicht spielen will. Man sollte wirklich gegen den Iran vorgehen, vor allem da seine Politik hier Einfluß auf uns hat. In einem anderen Fall, war der politische Einfluß Grund für eine Suspendierung:
http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,424847,00.html

 
tazInfarkt, 09.10.2007 21:01

Und wie genau soll sich jetzt der Bürger aus Mügelns Meute beim nächsten Mal verhalten, der den braunen Kameraden jeden Tag über den Weg laufen muß?
Wofür gibt es die unzähligen Kampagnen (getragen auch durch den DFB)?

Ashkan Dejagah muß Rot sehen!

Viele Grüße

 
Libero, 09.10.2007 21:49

Hier wird ständig über das Motiv und die Erklärungen des Ashkan Dejagah gerätselt. So heißt der Fußballspieler des VfL Wolfburg.

Der eigentliche Entscheider heißt aber Mohammed Dejagah und ist nicht mehr in dem Alter, in dem man als Fußballspieler auf einen Einsatz in einer Profimannschaft hoffen darf. Es ist nicht mal anzunehmen, daß er über fußballerische Qualitäten verfügt.

 
Sven, 10.10.2007 00:31

Oh Mann, wenn man sich die Kommentare hier durchliest, z.B. die von Moechtegern-Liberalen wie Rayson und den Schwachsinn den der Herr mit dem passenden Namen Schmock hier verzapft, dann ist man doch wirklich froh, nicht mehr in Deutschland zu leben.

Wer sich weigert, fuer die deutsche Nationalmannschaft gegen Israel zu spielen, voellig egal aus welchen Gruenden, der kann dann eben nicht mehr fuer Deutschland auflaufen, so einfach ist das. Wenn er sich weigert, gegen Juden anzutreten, dann muss er halt fuer den Iran spielen. Und er scheint ja auch grundsaetzlich kein Problem damit zu haben, fuer das Terrorregime in Teheran aufzulaufen, denn er hat ja geaussert, dass er sich eventuell fuer den Iran entscheiden wuerde.
Vom DFB war ja eigentlich nicht mehr zu erwarten, als das dilletantische PR Disaster der letzten Tage, aber von einigen “liberalen” Kommentatoren koennte man dann doch vielleicht etwas mehr gesunden Menschenverstand erwarten. Oder vielleicht auch nicht.

Rayson, 10.10.2007 00:58

Ich fühle mich zwar geschmeichelt, wenn meine Kommentare als so wichtig empfunden werden, dass man eine Standortwahl daran festmacht, aber jetzt bin ich dann doch gespannt, wie man die “offiziell gültige liberale Meinung” (TM) zu diesem Thema ableitet.

Dass der eine oder andere die Deutungshoheit über den “gesunden Menschenverstand” für sich beansprucht, nehmen wir dabei einfach mal als gegeben hin. Man ist zu Hermannschen Zeiten ja schon froh, wenn es nicht das “gesunde Volksempfinden” ist.

Sven, 10.10.2007 10:55

Da musst Du Dir ja eigentlich keine Sorgen machen, bist ja schliesslich mit Volkes Empfinden ziemlich im Einklang, was das Thema hier angeht.
Und zur Standortwahl sind Deine Kommentare groesstenteils wirklich sehr hilfreich, man bekommt die falschen Argumente immer sehr klar dargelegt, dafuer vielen Dank.

Rayson, 10.10.2007 11:07

Gern geschehen. Ich will auf jeden Fall vermeiden, irgendetwas zu sagen, was auf deine Zustimmung stoßen könnte. Das wäre mir wirklich peinlich.

Aber welche Meinung zum Thema die für Liberale angemessene ist und wie man das ableiten kann, dazu kannst du nichts beitragen? Mal ein “richtiges Argument” bringen statt einer zusammenhanglosen Aneinanderreihung?

Sven, 10.10.2007 21:25

Und deshalb lese ich halt S&W und nicht BLOG, komischerweise stimme ich mit Statler meistens ueberein, es sei denn er spricht ueber Musik. Es ist halt ueberraschend zu sehen, dass Ihr von BLOG, obwohl meistens nur eine Nuance entfernt, in vielen Faellen so falsch liegt. Ist schon ziemlich traurig.

Es sollte sonnenklar sein, dass jemand, der sich weigert, gegen Israel anzutreten, nicht in der deutschen Nationalmannschaft spielen kann. Egal welche Gruende er hat. In manchen Faellen koennte der Spieler einem Leid tun, wenn es aus Angst vor Repressalien gegen die Familie geschieht und er sein tiefstes Bedauern darueber zum Ausdruck gebracht hat, dass er nicht gegen Israel antreten kann und er unter anderen Umstaenden gerne gegen Israel spielen wuerde. Die Aussagen von Herrn Dejagah hoerten sich da aber doch etwas anders an, von wegen iranisches Blut und Respekt vor den Eltern etc, mein Mitleid mit diesem Arschloch haelt sich also sehr in Grenzen.

 
 
 
 
Medea, 10.10.2007 11:26 Subscribed to comments via email

@Sven

Meines Erachtens ist es völlig richtig, die Sache nicht an einem einzelnen Fußballer aufzuhängen, der vielleicht noch seine Verwandten im Iran besuchen will. Er muss Gefahr laufen, dass er das nicht mehr kann, wenn er gegen Israel antritt. Und das hat eindeutig mit der antisemitischen Haltung des Iran zu tun. Allerdings sollte er dann nicht mehr für die Nationalmannschaft spielen.

Beleidigungen wie “Schwachsinn” gegen Rayson und Schmock finde ich unangebracht. Kritik kann man auch in einem anderen Ton ausüben.

Sven, 10.10.2007 21:30

Da hast Du Recht, er sollte nicht mehr fuer die Nationalmannschaft spielen, das sehen andere Kommentatoren hier allerdings anders, was ich absolut unglaublich finde.
Wie schon oben gesagt sollte Dejagah auch sein tiefstes Bedauern ausdruecken anstatt von iranischem Blut zu faseln, so kann ich jedenfalls null Verstaendnis fuer den Mann aufbringen.

Und wenn Leute Schwachsinn verzapfen, und bei manchen geschieht das leider sehr hauefig, finde ich es legitim, darauf hinzuweisen. Und wenn alle im gleichen Ton Kritik ueben wuerden waere die Welt ziemlich langweilig.

Schmock, 11.10.2007 00:43

Ich entschuldige mich vielmals für meinen schwachen Verstand, durch den es mir nur möglich ist schwachsinnige Kommentare zu schreiben und nicht einmal gegeben ist zu verstehen welche meiner Sätze Du für Schwachsinn erachtest und warum Du das tust. Aber ich bin eben ein Schmock.

Sven, 11.10.2007 04:23

Nehme den Schmock zurueck, hatte nur Deinen Kommentar gelesen, in dem Du von vernuenftigen Gruenden des Herrn Dejagah sprichst. Sorry, dass ich Dich mit Rayson in eine Tonne gekloppt habe.

 
 
 
 
 
 
fpk, 10.10.2007 03:19

sorry für den langen Link. I know, tinyurl is your friend.

 
Sven, 10.10.2007 23:10

Das Thema ist dann ja wohl durch. Hier ist der Fall nochmal gut zusammengefasst:

http://lizaswelt.blogspot.com/2007/10/talente-bei-der-imagepflege.html

Ist schon eine Schande, dass man diesen Drecksack womoeglich irgendwann im Trikot der A-Nationalmannschaft sehen wird. Da kann man wirklich nur noch das Kotzen kriegen.
Gruss nach Deutschland. Ihr befindet Euch auf einem guten Weg.

 

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