“Gemeinnutz vor Eigennutz!” – oder: Was will Eva?
Bodo Wünsch, 10.10.2007
“Gemeinnutz vor Eigennutz”: Dies war eine der zentralen Parolen, die den Nationalsozialismus im “Dritten Reich” nicht nur ausmachten, sondern lange, nämlich bis zum Mord an Millionen, trugen.
Was viele, zu viele -darunter leider auch mein geschätzter Teamkollege Statler – nicht zu verstehen scheinen, ist nicht die Tatsache, dass es etwa in dem inzwischen mehr als peinlichen Disput um Blondie Eva Herman (sie flog gestern nun selbst bei “Kerner” raus, dessen Sendung gar nicht den Anspruch akademischer Qualität hat, SPON berichtete) nur vordergründig-aufgeregt um “Nazi-Vergleiche” oder “-verwischungen” oder “-Nähen” geht.
Natürlich hat Frau Herman nix dazugelernt (wie auch, frage ich mich ;-)), natürlich ist sie kein Nazi, aber natürlich fehlen ihr entscheidende Lektionen einfachst erwerbbarem historiografischen Wissens. Und – ja, gewiss doch! – natürlich müssen NPD, DVU und das “Forum Doieutscher Katholiken“ die Ärmste als neue Mutterkreuzlerin begrüßen. Und natürlich wird – das ist längst so gängig wie auffällig - auf “die” 68er eingedroschen, “die 68er”, immer wieder “die 68er”, die immer dann als unpersonales Kollektivsubjekt herhalten müssen, um von der wahrhaft hanebüchenen eigenen Bräsigkeit abzulenken.
Doch worum geht es dann, wenn man sich zu Recht von dieser Frau und vielen anderen im Lande distanzieren mag, ja muss? Es geht um etwas, wie ich kürzlich bei F.M.R. schrieb, was alle Kollektivisten, alle Etatisten, alle Sozialisten, alle Antiliberallalas, alle Anti-Indivdualisten und mit ihnen selbstverständlich die Nationalsozialisten des “Dritten” und anderer Reiche einigt: Sie erheben einen beliebigen, wie auch immer empirischen, vermeintlich empirischen, natürlichen, göttlichen, utilitaristischen, meistens jedoch, wenn nicht sogar immer den ganz eigenen, jedenfalls aber BESTIMMTEN Zweck zum Kollektivzweck und versuchen, entsprechend zweckgerichtetes Handeln als “Kollektivpflicht” (verbales Indiz: ‘wir müssen…’) zu statuieren. Nun, der Schritt dahin, eben ausgerechnet den Staat als Hilfswilligen für jenen Zweck ‘in die Pflicht’ zu nehmen, ist nur ein kleiner, und er ist naheliegend in einer Nation, die nicht mehr unbedingt erkennen lässt, das Freiheitsprinzip hochzuhalten . Darin liegt - das nur nebenbei - auch der Kern der aus meiner Sicht nur halblibertären Kritik, “der” Staat sei an “allem” schuld; ja, vielfach ist er es; aber er wurde eben längst und zu lange schon missbraucht, und nicht als das angesehen, was seine einzige, seine tiefe Bestimmung ist: Auschließlich Diener der menschlichen Freiheit und damit Vernunftstaat zu sein. Sprachen die Nazis noch von “Gemeinnutz geht vor Eigennutz”, so ist es heute der Ruf vieler nach “sozialer Gerechtigkeit”, nach “Miteinander”, nach “Gemeinwohl” oder “Schutz der natürlichen Ressourcen”, der von Eva Hermans Gerede so lediglich wie absehbar im Niveau unterschritten wird.
Ist dieser Schritt (zur Machtergreifung) aber erst getan, führt kaum ein Weg am KZ vorbei; am KZ für all jene, die – aus welchen Gründen auch immer, es muss dann nicht mal mehr das Eintreten für bloße Freiheit sein, es können auch all jene sein, die wiederum mit ihrem eigenen Zweck nicht zum Zuge kamen (z.B. der Kommunist im “Dritten Reich”) – für all jene also, die ihr ganz eigenes Leben eben nach ganz eigenen Prinzipien zu gestalten gedenken und ansonsten den Anderen in Ruhe lassen.
Die Eva Hermans dieser Welt sind die Totengräber der Freiheit. Sie sehnen sich nach Fronten, die man grüßend zu Marschmusik abschreiten kann, nach Kriegszügen, nach Lebensraum, nach Willenstriumphen. Johannes B. Kerner hat ihr geduldig alle Chancen gegeben, zurückzukehren in den Kreis der Freiheitsgemeinschaft. Viel zu lange, viel zu naiv hat er gehofft, sie würde es begreifen. Sie hat nichts begriffen. Sie und andere zündeln weiter.
antibuerokratieteam.net





http://tkurbjuhn.blogspot.com/2007/10/deutsche-sind-primitiv-aber-glcklich.html
Ich bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass Eva Herman Berhard Buebs “Lob der Disziplin” gelesen haben muss und sich bei der Wiedergabe des angeeigneten Wissens verhaspelt hat. Sie hat Buebs Gedanken mit eigenen Argumenten anreichern wollen und dabei Buebs Kernaussagen ins Gegenteil verkehrt.
Buebs Kritik an der Pädagogik (die diesen Namen nicht verdient) der 68er Generation ist ein intellektueller Volltreffer. Buebs weiß sich aber sehr sicher auf dem gefährlichen Gebiet der Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus zu bewegen. Er kann weiter auseinanderdifferenzieren als jeder vermeintliche Kritiker.
Wie ich darauf komme sie hätte ihre Kritik aus Buebs Buch? Nun, ich bin der Meinung sie auf einem seiner Vorträge gesehen zu haben… :-D
Das Buch von Bueb erschien auch genau nachdem Herman ihr erstes Buch fertiggestellt hatte und ihre Neuveröffentlichung lässt sich mit der Erscheinung von “Lob der Disziplin” ganz gut erklären.
Danke! – Wunderbar aufklärende Worte, die Licht ins Dunkel der natürlichen Abwehr (des Kollektivismus) bringen!
Gegen sein, wie Sie schreiben, verbales Indiz: “Wir müssen” muss das Kraut erst noch wachsen, aber die Allergien sind da, wie man sehen kann.
Ob er noch kommt, der “Vernunftsstaat”, wie er sein soll? Ihm würde ich den Schritt zur “Machtergreifung” gern zugestehen.
Markus, Ich denke eher an “Die Kultur der Freiheit” von Udo di Fabio, so ab Seite 140
@Lina
Was aber, wenn nur ein Mensch die Stufe der geschlechtlosen Vernunft erreicht hat. Ist der dann nicht, selbstverständlich im Namen der Freiheit, gezwungen, alleine die Macht zu ergreifen?
Naja,
1. Traue ich der guten Frau nicht zu Di Fabio zu verstehen.
(Wer kann schon erklären, WARUM und INWIEFERN Gleichheit für Freiheit wichtig ist?)
2. Glaube ich nicht, dass sie ein Buch von ihm gelesen hat.
3. Ist das Buch schon zu weit weg von ihrem Thema.
4. Ist das Buch von Bueb erschienen, als das Buch von Herman gerade ein Bestseller war.
5. Kann Herman in der Zeit seit der Erscheinung des Buches von Bueb das neue Buch geschrieben haben, das passt.
6. Sagt Bueb das in seinem Buch, was Herman sagen wollte:
Die 68er haben nicht nur den Nationalsozialismus beseitigt, sondern auch eine familienbezogene auf Disziplin bezogene Erziehungskultur. Hermans Fehler liegt darin nicht klar hervorzuheben, dass diese familiären Werte auch schon unter den Nazis angegriffen wurden. (HJ und Co.)
Bueb schafft diesen Schritt.
Statt zu sagen, es sei nicht alles schlecht gewesen, hätte sie lieber sagen sollen, dass das Gute von den Nazis abgeschafft werden sollte und von den 68er abgeschafft wurde.
Aber Di Fabio hat natürlich eine ganz ähnliche Auffassung. Freiheit kann nur bestehen, wenn die Menschen sich selbst zur Einhaltung ihrer Grundwerte zwingen. Freiheit und Unfreiheit gehen also Hand in Hand.
@Markus
Vorsicht. Udo di Fabio spricht von abwehrender und sich bindender Freiheit und NICHT von Unfreiheit. Ich glaube nicht unbedingt, daß sie das Buch gelesen hat, aber ich halte es für sehr wahrscheinlich, das sie mitgelesen und mitgehört hat.
Doch tut er – indirekt -, nämlich indem er die Vermittlung von Werten fordert und den Menschen die Freiheit nimmt sich diese selbst zu suchen.
Die Herman hätte den nie verstanden.
@Markus Oliver
Das Vermitteln von Werten ist immer nur ein Angebot durch ein Vorleben. Die meisten Heranwachsenden reagieren auf Autoritäre allergisch. Autoritäten werden freiwillig akzeptiert. Insofern suchen sich die meisten Heranwachsenden ihre Werte auch bei di Fabio selbst.
Die Herman wird Udo di Fabio wie viele seiner Leser nicht verstehen, aber sie würde es gerne.
Also die Polemik in allen Ehren. Aber zu behaupten, dass von kollektivistischem Denken (“Gemeinnutz geht vor Eigennutz”) der Weg direkt ins KZ führen würde, ist doch völlig unsinnig.
Und da soll Frau Herman Niveaulosigkeit und mangelndes historisches Verständnis vorgeworfen werden?
Mal ganz davon abgesehen, dass praktisch überhaupt nicht darauf eingegangen wird, inwiefern Frau Herman sich überhaupt in dieser Weise geäußert hat. Ich weiß ja nicht, was so alles in ihren Büchern steht, aber von KZs für Familienmuffel konnte ich da bei ihr in Kerners Sendung nichts heraushören. Vielmehr hat sie gefordert, das Kitageld direkt an die Eltern auszuzahlen, damit diese selbst darüber entscheiden können, wie sie es verwenden. Das klingt nicht gerade nach “Gemeinnutz vor Eigennutz”, oder?
Nun gibt es sicher einige Äußerungen von Frau Herman über die man durchaus einige Worte und auch kritische verlieren kann, aber mit so einer Wischiwaschi-Vorlage ist weder ihrer Sache noch der Kritik gedient.
Das Autoritäten freiwillig akzeptiert werden wird landläufig so vermittelt, wage ich aber zu bezweifeln.
Wenn ich den Fernseher ausschalte, kann meine Nichte brüllen wie sie will.
Es sei denn, man sieht Freiwilligkeit darin das Schicksal zu ertragen oder unterzugehen. ;-)
Mit Freiwilligkeit hat das nichts zu tun.
@Markus
Ein unterschätzter Aspekt der Wertevermittlung ist ohne Zweifel das Ausschalten des Fernsehers. -)
Muss sein: Vernunft ist weder geschlechts- noch seelenlos, sondern im besten Fall wissend neutral. Ich persönlich finde sie sogar sexy.
eben und damit ist sie nicht geschlechtlos. Aber die Frau, die so dachte und vielleicht diesen Begriff auch prägte, war es wahrscheinlich irgendwie schon. Obwohl sie doch so sehr gegen das Kollektiv war, schuf sie selber eins. Murray Rothbard hat das sehr klar erkannt.
Nein, das ist nicht unsinnig, sondern angesichts der -zig Millionen, die in den KZs, “Volksgefängnissen” und Gulags verreckt sind, empirisch belegt.
Man könnte aber auch argumentieren, dass Hitlers Kollektivismus gar keiner war. Das deutsche Volk hat den doch einen Scheißdreck interessiert. Offenkundig wurde das, als der Fall des Reichs offensichtlich wurde: Sprach er da nicht vom berechtigten Untergang des schwächeren Volkes?
Hitler wollte wohl vor allem sich selbst verwirklichen. Die Menschen waren doch nur Statisten in Hitlers wirrer Selbstverwirklichung.
So selbstverständlich finde ich den Weg vom Kollektivismus ins KZ nicht. Es ist doch sogar so, dass das Kollektiv mit jeder ins KZ geschickten Gruppe immer kleiner wird.
Soviel mein Beitrag zu einer unappetitlichen Diskussion.
Aber es gibt ebenso historische Beispiele, in denen dem Gemeinnutz eine höhere Stellung als Eigennutz zuerkannt wurde, ohne dass dafür Millionen umgebracht wurden.
Insofern ist das mit dem “direkten Weg” scho a weng sehr plump.
es gibt ein gegen den Staat gerichtetes Wir und ein vom Staat gleichgerichtetes und instrumentiertes Wir.
Ich glaube trotzdem, dass man es sich da viel zu einfach macht. Ich habe z.B. mehrere Kibbuzim in Israel besucht. Auch dort wurde solchem “kollektivistischen Gedankengut” gefrönt. Trotzdem hat dort keiner ein KZ errichtet, nicht mal dem Ansatz nach.
Wenn man in die Geschichtsbücher schaut, wird man doch feststellen, dass es irgendwie noch mehr gab als bloßen Kollektivismus, das den Weg nach Auschwitz ebnete. Antisemitismus und pathischer Judenhass, Rassenhass, Revanchismus, Krise der Demokratie, Wirtschaftskrise und Militarismus lassen sich nicht einfach auf “Gemeinnutz vor Eigennutz” reduzieren. Stellt die Judenvernichtung einen Dienst an der Allgemeinheit dar? Wohl kaum.
@Robin
Sicher, die historischen Gründe etwa für das “Dritte Reich” sind vielfältig, und sie sind komplex. Niemand behauptet etwas anderes.
Kibbuzim haben den schönen Vortei, dass ich sie – bei Nichtgefallen etwa – verlassen kann. Kollektivismus, ja Sozialismus sind mir persönlich sogar einerlei – sobald er freiwilliig bleibt. Habe nichts dagegen, wenn sich andere bestimmten Zwecken unterwerfen, solange sie das nicht von mir verlangen, ja solange sie schon nicht behaupten, es gäbe (von wem?) bestimmte kollektive Pflichten (etwas des Kinderkriegens). Aber Eva Herman hat ja Angst, “die Deutschen stürben aus” (O-Ton gestern bei Kerner)….
Ich kann durchaus meinen “Eigennutz” (gibt es denn einen anderen?) jedem beliebigen “Gemeinnutz” unterwerfen, etwa durch Zahlen von Mitgliedsbeiträgen im ADAC. Eine echte “Unterwerfung” wird dennoch nicht daraus. Sie bleibt frei-willig.
Völlig fehl geht aber Hermans Forderung nach einem ‘wir müssen’. Einen Scheißdreck müssen ‘wir’, und das ist das eigentliche, was mich an der Frau und ihren Claqueuren stört: Diese bräsige, sich über die Menschen erhebende Selbstverständlichkeit einer ‘göttlichen’, einer ‘natürlichen’ Ordnung.
@Bodo Wünsch:
Das ist dein gutes Recht und was die Ablehnung von kollektivistischer Zwangsbeglückung geht, bin ich da bei Dir.
Ich finde es bloß wenig zielführend, jede Diskussion gleich im Dunst der rauchenden Schlote der Krematorien untergehen zu lassen.
Zustimmung. Danke für Deine Klarstellung Libero. Ich habe mich auch nicht gegen “Gemeinnutz” im Sinne von freiwilligem Altruismus ausgesprochen, sondern gegen die Zwangsbeglückung durch staatliche Machthaber und solche die es werden wollen.
Rauchende Schlote… da ist leider, leider – ich wünschte, es wäre so – keine “Keule”, die mal eben “rausgeholt” wird. Sie sind Realität, auch wenn ich “KZ” hier als böse Metapher verwende, wie jeder sofort sieht.
Das Töten, die Gewalt generell unter Menschen in der ganzen Geschichte ist doch Legion; schauen wir aktuell nach Myanmar: Unfreiheit hat Tod zur Folge, und ein natürlicher ist es selten.
Eben dagegen richte ich mich, und ich halte es für eine moralische Plicht, “den Anfängen zu wehren”. WIR müssten es heute einfach besser wissen, doch die Salamischeiben, die taktisch geschnitten werden, sind heute dünner als Blattgold… daher ist es wichtig, empfindlich zu sein.
Einspruch: Es sind im Gegenteil die Kerners dieser Welt, die vom bequemen (durch Zwangs-Abgaben warmgehaltenen) Sessel aus, die Massen dazu bringen, zu johlen und Beifall zu klatschen, wenn Minderheiten oder Einzelne diffamiert, schikaniert oder gequält werden oder sich dafür einzusetzen, sämtliche Freiheiten des Einzelnen abzuschaffen…
Ein Wir, das nicht unbedingt gegen den Staat gerichtet ist, von ihm zu einem beträchtlichen Teil finanziert wird, freut sich heute über den Nobelpreis für Gerhard Ertl. Das Wir sind die Physikochemiker, speziell die, die sich mit Oberflächenreaktionen beschäftigt oder sich für sie interessiert.
Ich erwähne das nur deshalb, weil einer der häufigsten Begriffe, die in den Veröffentlichungen von Gerhard Ertl auftauchen, self-organization ist.
Das unabhängig vom Staat existierende Wir ist meistens sich selbst organisierend und verwaltend.
Libero, wenn Du so weitermachst, sag ich noch “Libertario” zu Dir :P
Johannes B. Kerner der Freiheitskämpfer. Ich glaube kaum, dass sich Herr Kerner tiefgreifende Gedanke über Staat un Gesellschaft gemacht hat. Die ganze Show war unterstes Kaliber. Moderator, Gäste und die Debatte über Frau Hermanns dummes Geschwafel. Jetzt Kerner als Kämpfer für die Freiheit zu stilisieren kann ja wohl nur Ironie sein. Am besten zusammen mit Frau Schreinemakers als eine Art moderne Jean D’Arc.
Alle Selbstorganisationen in der biologischen oder physikochemischen Welt verbrauchen natürlich Energie und so ist auch mit der Selbstorganisation von Menschen. Es erfordert Arbeit, sie aufzubauen und vor allem zu erhalten. Diese Arbeit scheuen leider die meisten Menschen, ob sie nun in einem vom Staat erdrückten oder in einem staatsfernen Miteinander leben. Sehnsucht nach Selbstorganisation ist in dem Fall schlicht und einfach zu wenig.
Es muß auch die Bereitschaft vorhanden sein, freiwillig miteinander zu arbeiten. Diese Bereitschaft ist ja nicht einmal im familiären Kreis vorhanden.
Meistens ist die Bereitschaft zum freiwilligen Miteinander dann vorhanden, wenn sich für jeden einzelnen ein Nutzen daraus erzielen lässt und es von Vorteil ist. Vielleicht ist das klassische Familienbild eben nicht mehr von Vorteil in unsere Gesellschaft. Andere Arten des Miteinander sind vielleicht Vorteilhafter, aber in einer freien Gesellschaft kann das ja jeder für sich selbst entscheiden und sich mit Menschen gleicher Auffassung zusammentun.
Die moderne Arbeitsteilung ist ja auch ein Miteinander. Problematisch wird es halt dort wo der Nutzen auf der Strecke bleibt bzw. die vom Individuum eingebrachte Arbeit eben nicht mehr belohnt wird. Das ist leider in unserem Staat immer mehr zu beobachten. Anstatt Vorteile staatlicher Organisation überwiegen immer mehr die Nachteile und anstatt einer Selbstheilung wie sie z.B. in einer Marktwirtschaft stattfinden kann und sich neue Arten der Zusammenarbeit finden, machen die staatlichen Institutionen genau das Gegenteil und verhalten sich wie ein Leviathan.
Danke Bodo – sehr ähnliche Gedanken gingen mir auch durch den Kopf, als ich Herman gestern stammeln hörte: “WIR sterben aus…”
Aber wie du auf die Idee kommst, dass es die Bestimmung des Staates sei, der menschlichen Freiheit zu dienen (wir reden vom Staat als territorialem Zwangsmonopolisten?), dass wirst du mir ein andermal noch erklären müssen… ;-)
[...] fühlt sich bei Hermans Ausrutschern zur Distanzierung aufgerufen: „Es geht um etwas, was alle Kollektivisten, alle Etatisten, alle Sozialisten, alle Antiliberallalas, …: Sie erheben einen beliebigen, wie auch immer empirischen, vermeintlich empirischen, [...]
Hallo Christian,
das hängt mit meiner Unterscheidung von einerseits der Idee des Staates als mögliche Freiheits- und Rechtsgemeinschaft und andererseits vom Staat als seiner Wirksamkeit in historisch-empirischer Realität zusammen.
Für ersteres trete ich als Libertärer ein (Du kennst meine Haltung zum ‘Anarchismus’), letzteres kotzt mich ebenso an wie Dich. :-)
Nachtrag @Christian: Wer sagt denn, dass “der” Staat territorialer Zwangsmonopolist sein _muss_? Er wird ohnehin bald aufhören, einer zu sein. Du unterliegst dem Zwang auch als territorial Unabhängiger… (qua Steuerstaat, qua Versicherungs-”staat”…)
[...] wir es heute schon von Selbstorganisation zu gemeinsamem Nutzen hatten: A-Team-Leser Dagny hat uns auf eine [...]
Nun, “territorialer Zwangsmonopolist” ist m.E. eine gängige Definition von “Staat” – insofern “muss” er das sein. Der Steuerstaat kann nicht funktionieren ohne ein gleichzeitiges Monopol auf Zwang und Gewalt.
Eine Freiheits- und Rechtsgemeinschat ist daher m.E. nicht nur ohne Staat möglich, sie schliesst einen “Staat” (nach obiger Definition) genau genommen sogar aus.
Aber das ist ja alles nicht neu ;-)
Genau! Frau Hermann vertritt ihre persönliche, individualistische Sicht und muss alleine aufgrund der zahlenmäßigen Unterlegenheit ihrer Anhänger die liberale Position einnehmen.
Auf der anderen Seite stehen die Kerners und die progressiven 68er (falls das zu pauschalisiert ist, dann eben die eingebildeten Senta Bergers, die anklagenden Wippermanns und der Lehrer wie Alan Posener), die Frauen vorgeben wollen, wie sie zu leben haben.
Dieser Beitrag wäre sehr gut und wertvoll, falls man auch alle Sozialisten (ebenso Feinde der individuellen Freiheit) behandeln würde wie Frau Herman.
Auch wenn ich mir dies manchmal wünschen würde – es geschieht offensichtlich nicht. Demnach wird hier eindeutig mit zweierlei Maß gemessen.
Oder anders ausgedrückt: Es ist nur gerechtfertigt, Frau Herman mit dieser Argumentation aus einer Fernsehsendung auszuschließen, wenn man dies genauso mit Herrn Beck tut.
… die es sich in ihren paläo- oder neospießigen Kuschelecken wohnlich eingerichtet haben und die ihren Nachbarn unerbetene Vorschriften über allgemeinverbindliche Lebensstile zu machen sich befugt fühlen im Namen der Chimäre “Gemeinwohl”, über die Bodo Wünsch heute alles Notwendige gesagt hat.
Eigentlich ist es doch ganz einfach. Es gibt halt Rechte und Pflichten.
Zu viel Gemeinschaft ist zu viele Pflichten.
Eine Entscheidung zwischen normalen dingen wie Subjekt und dem Intersubjektiven(ergibt sich sobald ich rede, nicht mehr als Nomade lebe)
zu fällen, ist idiotisch, der Punkt des liberalen ist es, die kontrollierbarkeit einer größeren Sphäre(dem Intersubjektiven/int.-obj) durch eine diese bildende kleinere (das Subjekt) zu bestreiten, nicht die Existenz einer dieser beiden Sphären in Frage zu stellen.
Also macht es auch Sinn über diese Sphäre zu reden, auch totalitär. Die ganzen liberalen, die sich schön von Ideologien gelöst haben, sehen nicht ein, dass man diese Welt nicht richtig einrichten kann, man kann nur so unbekloppt sein wies geht. Worauf würde so ein übers-ganze-denken-ist-doof gellalle hinführen? Kinderchen(herablassender Ton), es gibt nunmal Entscheidungen, Krieg, die von euch noch nicht kritisierten 50-60 anderen Öko- Probleme, die wir haben, die auf einer anderen Organisations Ebene stattfinden, da könnt ihr alle Nach hause gehen