München
Statler, 10.10.2007
Ja, die Berge mag ich, das südliche Bayern auch, aber in München packt mich doch immer ein leichtes Fremdeln. So sehr, daß ich bei der Ankunft am Bahnhof immer erstmal kurz denke, jetzt Geld in die lokale Fremdwährung umtauschen zu müssen. Und in manchen Ecken dieser Stadt hat man das Gefühl, hier gäbe es nur Wirtschaftsprüfer, Steuerberater und Rechtsanwälte.
Anscheinend ist hier in der Stadt gerade eine Immobilienmesse. Das erklärt die Häufung von Horst-Schlämmer-Lookalikes in der Hotellobby. Und es erklärt, daß man 250 Euro für eine Nacht in einem 4*-Hotel zahlt, das an allen kultivierteren Orten der Welt nur als 3*-Hotel durchgehen würde, denn hinter der noblen Fassade sind die Innenwände so dünn, daß man in der Nacht vom Poltern betrunkener Horst Schlämmers, die gerade vom Messebesäufnis zurückkehren, ein wenig zu viel hört.
Andererseits: die Museen. Die Alte Pinakothek, die Glyptothek, die Antikensammlung — das alles hat schon was. Da lohnt es sich sogar, mal einen Nachmittag beim Verein zu schwänzen.
antibuerokratieteam.net





Statler! Die Expo Real ist eine der wichtigsten Immobilienmessen überhaupt. Mindestens so wichtig für den Wohlstand Münchens, wie BMW, Burda, tausende von jungen und alten Unternehmen, die so etwas wie alte Pinakothek, Glyptothek und Antikensammlung überhaupt erst möglich machen. Kein Grund zu sozioaffektiertem Neid, wie er nördlich des Mains immer wieder üblich ist, sondern eine Aufforderung an den Rest Deutschlands auch so viel zu leisten, wie es die Münchner tun.
Pfff, wegen der Expo Real sind die Hotelpreise von 80 Euro auf 200 euro geschnellt, was natürlich arme Hiwis, die dem Prof nicht klar macchen können, dass es diese Woche mit Hotels schlecht aussieht, in den Wahnsinn treibt…
Das sich die Immobilien Makler in einer der teuersten (die teuerste?) Wohnstadt Deutschlands treffen, ist bezeichnend, aber vielleicht auch erschreckend. Sollten die sich nicht lieber auf nem Schnäppchenfleckchen versammeln, oder lassen sich Immobilienverkäufer gerne bei Immobilien (sprich Übernachtungen) ausnehmen ;)
Die Geier lassen sich immer auf den dicksten Brocken nieder.
Wie mein Makler zu mir sagte:
Gute Lagen werden richtig gute Lagen.
Schlechte Lagen bleiben schlechte Lagen.
Naja, es sind eher nur die elitären Makler anwesend und viele kommunale Verteter und Anwälte und Steuerberater und (böse) Projektentwickler und Investoren.
ja, mei, Stadler, was erwarten Sie denn?
Da wir schon die Grenzbefestigungen gen Norden (=Limes) abbauen mussten, den Volksstamm der Franken (Gruss an integriert haben (ja, ich wollte nicht sowas wie kolonisiert schreiben) bleibt doch nur der unfreundiche Hauptbahnhof (Sie wissen schon. 10 Minuten) um Preissn abzuschrecken.
btw. haben die anderen Bundeslaender auch den Begriff der Staatsangehoerigkeit in der Landesverfassung, so wie es in Bayern der Fall ist?
Also Frankfurt ist diese Woche auch nicht besser, während der Buchmesse verdreifachen sich die Preise, und Absteigen verlangen schon 200 Euro.
ExpoReal ist die Schlämmer-Messe, auf die Du abhebst.
Auf’n Kaffee hätts’te mich ja mal kontaktieren können….
Gruß, Bodo, Wahl-Münchner, der allerdings froh ist, dass man hier nicht Slalom um Hundekacke laufen muss (Berlin), es im Sommer auch mal warm ist (nicht so Hamburg), Italien in buchstäblicher Rufweite ist, und man sein Auto auch mal unverschlossen auf der Straße stehen lassen kann
Hey, immerhin haben die Franken gutes Bier :) Vor etwa 1 Woche habe ich mal ein paar Franken in Nürnberg besucht, und die Auswahl an Bieren waren wirklich, equisit. Nicht um sonst ist die lokale Bierbrauerei dort so dicht gesiedelt.. Jetzt würde mich interessieren, ob diese auch aus eigener Kraft dort bestehen oder eher künstlich erhalten werden.. Joachim?
Hey, ich kann in Karlsruhe auch mein Auto unverschlossen und mit geöffnetem Fenster rumstehen lassen ;)
Hundekackeslalom muss ich nur Im Hardtwald durchstehen und Italien ist auch nur eine Fahrt durch den Godhardt-Tunnel entfernt :)
Neben Freiburg sind wir wohl eine der mildesten und wärmsten Städte Deutschlands plus wir haben eine hohe Dichte einwandfreier Baggerseen.
Das einzige was mich an Berlin reizt, ist die tatsache, dass ihr jetzt bis 24 Uhr aufhabt.. *grml*
Hey, ich war erst vor kurzem in Nürnberg und mir wurde das Nürnberger Altstadthof Bier empfohlen (bei sovielen lokale Brauereien im Frankenland auch nicht weiter verwunderlich; mich würde interessieren wieviele davon eigentständig überleben können?).. Wie siehts also damit aus Joachim? Sind die BRauerein wirklich so frei, wie ich sie gerne hätte?
Naja, wir in Baden kämpfen immer noch für unsere Unabhängigkeit von Württemberg, danach können wir weiter reden :)
Wenn man Baden verstaatlichen wollte, dann musste man sie einfach an das staatstreue Württemberg anhängen! Wer sonst hat seine Schutzbefohlenen (Leibeigene) an die Amerikaner verkauft?!
Bayern leistet sich ja sogar den Luxus eines VEB (volkseigenen Brauereibetriebs). Aber das eigentliche Zentrum der Bierbraukunst liegt nicht in Nürnberg oder gar im bayrischen Süden… sondern um Bamberg herum (hat schon seine Gründe, warum ich als westlicher Westmittelfranke nach dem Studium hier in Oberfranken hängengeblieben bin). Wir haben nicht nur ein Brauereimuseum, sondern auch die höchste Brauereidichte der Welt hier, was vor allem den nach wie vor vielen Gasthausbrauereien geschuldet ist, die ihr Bier (Lager, ungespundet hefetrüb) im Hektoliterbereich ausschliesslich für ihre Gäste brauen.
Zum Beispiel den Max, der schon Generationen von Studis den Lappen gekost’ hat und sein Bier vielleicht besser dem BtmG unterstellen sollte.
Aber selbst unser Äquivalent zum Industriebier schmeckt allemal besser als die Plörre, die die Südbayern ihren Gästen zum Oktoberfest zumuten.
Schade dass ich nicht zu dem Bloggerseminar kommen kann, aber es findet sich schon mal eine Gelegenheit, , um das mit dem Bier feuchtfroehlich auszutrinken….
> Das erklärt die Häufung von
> Horst-Schlämmer-Lookalikes in
> der Hotellobby.
Hey, Statler, woher kennst Du unseren OB?
Der wie viele andere kommunale Mandatsträger der festen Meinung ist, eine zünftige Sause in München auf Kosten des Steuerzahlers würde direkt die Investoren in die spendable Kommune locken …