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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Friedensnobelpreis an Al Gore: “Celebrity-Kult”

M.M., 13.10.2007

Lesenswerter Kommentar in der Neuen Zürcher Zeitung zur Verleihung des Friendensnobelpreise an Al Gore.

Nach dem Oscar, einer Emmy nun der Friedensnobelpreis – kann man überhaupt noch mehr ausgezeichnet werden als Al Gore? Alle drei Ehrungen Gores liegen auf einer Linie, jener des Celebrity-Kults, der süchtigen Verneigung vor jeder Berühmtheit.

Die NZZ wirft dem Osloer Nobelkomitee eine Verwässerung des Friedensbegriffs vor:

Vom Frieden im klassischen Sinn – Kriegsbeilegung, Kriegsverhinderung – hat sich das Nobel-Komitee des Storting in Oslo schon vor längerer Zeit verabschiedet und zwar in Jahren, in denen die Erde keineswegs friedfertiger geworden ist. Der Wunsch der Norweger, auf das kurzfristige politische Geschehen Einfluss zu nehmen, ist unübersehbar.

Die NZZ – sie wird wohl künftig bei spon neu unter die Rubrik “Klimawandelleugner” eingereiht werden, wirft Gore “und vielen Medien” vor, eine offene und sachliche Diskussion über Sinn oder Unsinn in der Klimadiskussion zu verhindern.

Die Motivation, den Planeten zu retten, genügt nicht. Es handelt sich nicht, wie der Erweckungsprediger Gore feststellt, um eine moralische Frage. Bisher dominierten Sensation, Einschüchterung und unkritische Rezeption der Verlautbarungen aus Regierungskanzleien, die sich wiederum von Meinungsumfragen leiten lassen – ein wahrer Teufelskreis.



9 Kommentare zu “Friedensnobelpreis an Al Gore: “Celebrity-Kult””

  1. Chripa

    Man will Leute auszeichnen, die Konflikte schon im Ansatz zu verhindern helfen. Yunus trägt mit seiner Bank dazu bei, dass Leute nicht mehr bettelarm sind und nicht mehr so riesige Familien gründen. Wenn man der These vom menschengemachten Klimawandel zustimmt, kommt man auch nicht umhin davon auszugehen, dass auch dadurch Kämpfe provoziert werden könnten (knappere Agrarflächen etc.). Insofern hat auch die Auszeichnung von Gore eine gewisse Logik. Eine andere Frage ist, was man zu den weitergehenden Absichten und Einstellungen von ihm sagt (Klimapolitik als Vehikel um Macht über andere Menschen zu gewinnen, die Vergötterung von “Mutter Natur” usw.).
    Außerdem ist es schon der vierte Preisträger in kurzer Zeit, der seine Auszeichnung George Bush zu verdanken hat (Carter, Annan, Baradei und Gore).

  2. antistate

    der spon artikel ist echt zum kotzen. anders kann man es nicht sagen.

  3. Robert Grözinger

    Kann es sein, daß all diese Auszeichnungen eine subtile Botschaft an Al Gore sind? So in etwa: “Ja, iss ja gut, wir haben Dich gehört. Hier, nimm und halt jetzt endlich die Schnauze!” Wäre schön.

  4. bitter_twisted

    Als ob es nicht schon genug ist das jemand der den Ruf hat ein krankhafter Lügner zu sein als Politiker trotzdem noch tragbar ist.

  5. SchnurzelPurzel

    Ich lese gerade etwas ganz erstaunliches auf der Europa-Seite der FDP: http://europa.fdp.de/

    “Holger Krahmer MdEP: Friedensnobelpreis nicht für Propaganda vergeben!”

    Eigentlich haette ich ja darauf gewettet dass die sich dem Chor der Lobhudelei fuer Gore mit anschliessen wuerden.

  6. multi_io

    Wen hat er denn “krankhaft” belogen und womit? Nicht dass du das am Ende mit Helmut Kohl verwechselst, der war ja immerhin auch nominiert.

  7. M.M.

    Vielleicht liest Herr Krahmer auch die NZZ ;-)

  8. googlehupf

    Eigentlich hätte ich den Herrn Krahmer exakt so eingeschätzt.

  9. c.h.

    Ein weiterer hervorragender Kommentar der NZZ (von Andreas Hirstein) zum Friedensnobelpreis:

    http://www.nzz.ch/nachrichten/wissenschaft/lob_von_falschen_freunden_1.568955.html

    Er betont den schädlichen Effekt der Politisierung der Wissenschaft. Dies ist mit Sicherheit nicht nur für die Meteorologie relevant, sondern auch auf die Wirtschaftswissenschaften und generell auf den gesamten Wissenschaftsbetrieb übertragbar.

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