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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Restaurantempfehlung

Waldorf, 13.10.2007

Wie einige Zeitungen gestern vermeldet haben, hat ein Gastwirt in Bayern nun ernst gemacht und nicht nur das Rauchen in seinem Restaurant verboten, sondern auch Kinder unter 12 Jahren. Der Grund: “Vollgepinselte Tischdecken, dreckige Schuhe und Chaos am Buffet…” – so die Welt vom 12.10.2007.

Auch wenn ich damit sicher einen Sturm der Entrüstung auslösen werde: Ich möchte dem Gastwirt ausdrücklich zu seiner Entscheidung gratulieren.

Der Grund ist einfach: Nein, ich bin nicht kinderfeindlich und habe durchaus auch volles Verständnis dafür, dass Kinder sich bewegen und ihre Umgebung erkunden müssen. Aber muss es denn wirklich überall sein? Und warum nehmen gerade die Eltern, die ihren Kindern noch nicht einmal Grundzüge einer Erziehung zu Gute kommen lassen, ihre Kinder überall hin mit? Habe ich da irgendwo ein ungeschriebenes Gesetz verpasst?

Meiner Meinung nach ist die Situation ziemlich eindeutig. Es gibt Plätze, Orte, Gelegenheiten, wo Kinder in einem gewissen Alter einfach nichts zu Suchen haben, weil sie dort einfach nur stören. Solche Situationen sind weder schön für die Eltern, die keine Entspannung finden, noch für die betroffene Umgebung – und schon gar nicht für die Kinder selbst.
Und wenn das ein Gastwirt wirklich einmal so klar ausspricht, sollte man ihm dafür dankbar sein!



46 Kommentare zu “Restaurantempfehlung”

  1. lemar2

    auweia…

  2. M.M.

    Da bin ich völlig gleicher Meinung, Herr Waldorf. Wer ins Restaurant geht, der soll sich benehmen. Wer das nicht kann, soll sich an einem Pulletenstand verpflegen oder bei McDonalds.

    Da legten wir – vier Kinder – einfach wert darauf. Und da gibt es auch nichts zu diskutieren. Wer das nicht kapieren will, soll’s halt bleiben lassen.

    Es gibt übrigens einen Grund, um den Kindern das Essen mit Messer und Gabel beizubringen: die berufliche Zukunft. Mir ist ein Beitrag auf DLF (mein Lieblingssender, so eine Art gesprochene NZZ einfach auf Deutsch ;-) ) in Erinnerung. Da ging es um eine Studie nach x Jahren Gesamtschule und Förderung von Unterschichtenkindern in Deutschland.

    Und siehe da, trotz allem Mühen dominieren die Kinder der Eliten trotz gleichem Bildungshintergrund noch immer die Chefetagen. Einzige Ausnahme bilden Hochschulkarrieren. Man komme jetzt nicht mit Vitamin B.

    Die Studienverfasser mochten das Ergebnis nicht so recht wahrhaben und hängten eine vertiefende Arbeit hintendran. Befragt wurden unter anderen Personalchefs. Und da kam dann an den Tag, dass die Kinder aus Elternhäusern, die – symbolisch gemeint – darauf achteten, dass ihre Kinder wissen, mit Gabel und Messer umzugehen, eher in Führungspositionen aufstiegen. Es hat sich nichts geändert: Es existieren noch immer all die subtilen Benimmcodes.

    Sehr viele Geschäftsabschlüsse werden nun mal während eines Mittag- oder Abendessens getätigt. Oder zumindest die stimmunsmässige Grundlage dafür geschaffen. Dann haben Sie dann so einen 30jährigen Kerl mit Hochschlussabschluss und allem Drum und Dran dabei – passierte mir auch schon – der sich die Forelle so zurecht schneidet, als handle es sich um ein Wiener Schnitzel.

  3. lemar2

    Hmmm, ich hatte den Eindruck, als gänge es bei Waldorfs Beitrag nicht vorrangig um gutes Benehmen sondern um ein Verbot für Kinder “in einem gewissen Alter”.

    Gegen gutes Benehmen an sich lässt sich überhaupt nichts einwenden, im Gegenteil.
    Aber die Förderprogramme für Unterschichtenkinder von denen Sie sprechen – welche meinen Sie da?

  4. skh

    So ein Blödsinn!

    “habe durchaus auch volles Verständnis dafür, dass Kinder sich bewegen und ihre Umgebung erkunden müssen. Aber muss es denn wirklich überall sein?”

    1. Verdammt: Ja, natürlich überall. Du darfst doch auch überall hin. Auch in deinem Alter gibt es Menschen, die keine gute Kinderstube haben.
    2. Es geht hier außerdem um ein Restaurant – auch Kinder müssen essen. Oder willst du, dass die Kinder draußen angebunden warten, bis Herrchen, äh Mutti und Vati wieder vom “Entspannung finden” zurück sind?

    Ich erinnere mich noch gut an eine Szene aus einem Hotel. Meine Familie war gleich als erste am frühen Morgen da. Aber wir wurden nicht als erste bedient, sondern als letzte. Und dann regt sich so ein Arschloch-Wirt auch noch auf, wenn Kinder zum quengeln anfangen. Aber erst mussten ja die Waldorfs dieser Erde versorgt werden; die sind im Anzug, nicht Strampler, zahlen besseres Trinkgeld, haben sicher ein supi wichtiges Businessmeeting heute und haben deshalb viel höhere Priorität “als diese Plagen” Dass du nicht kinderfeindlich bist, nehm ich dir, mit Verlaub, nicht ab.

    B’ezrat Hashem trifft der letzte Vers irgendwann auf dich zu:
    Kinder find’ ich nicht so toll, tut mir wirklich leid.
    Eins kackt sich die Windeln voll und ein and’res schreit.
    Ich soll toleranter sein, keine Angst, ich kann es:
    Wenn es meine eig’nen wär’n, wär das ganz was and’res.

  5. oktaeder

    Arsch,… sorry aber zu mehr reicht dieser Kommentar nicht.

    Schönen Abend noch.

  6. euckenserbe

    Nicht erst seit der Erfindung des Türstehers ist es Usus, dass ein Lokal sich seine Gäste selbst aussucht. Aber der Gast hat auch das Recht, sich sein Lokal auszusuchen. Da gilt dann das ökonomische Prinzip. Spätestens wenn man selbst Kinder hatte und die dem beschriebenen Alter entwachsen sind, wie ich, erlebt man sie immer wieder als Bereicherung und nich als Last. Deshalb: So ein Gastwirt müsste auf mich verzichten. Seine freie Entscheidung, die ich nicht zu kritisieren hätte.

  7. Epameroi

    Es gibt Plätze, Orte, Gelegenheiten, wo Behinderte einfach nichts zu Suchen haben, weil sie dort einfach nur stören. Solche Situationen sind weder schön für die Eltern, die keine Entspannung finden, noch für die betroffene Umgebung – und schon gar nicht für die Behinderten selbst.

    Klingt irgendwie nicht gut, oder?

  8. Kalle

    Wenn ein Wirt Lust darauf hat sollte er das Recht haben, nach beliebigen Kriterien seine Gäste auszusuchen.

    Und machen wir uns nichts vor: natürlich stören, im Gegensatz zu Behinderten, Kinder oft. Nämlich dann, wenn ihre Eltern es versäumt haben sie zu erziehen. Meistens sind das solche Eltern, die dann umso agressiver auf das Recht ihrer Kinder pochen, jeden beliebig intensiv zu belästigen. Und dann versuch mal als Gast, dich über so eine Familie zu beschweren. Versuche mal als Wirt, so eine Familie vor die Tür zu setzen.

    Reicht es denn nicht, daß Kinder in die meisten Restaurants dürfen? Nein, es müssen alle sein! Wegen Flickentepich und Diskriminierung und so. Bundeseinheitlich! Freiheit des Wirts? Freiheit des
    Gasts? Ach was…

  9. lemar2

    Wie gestört muss man eigentlich sein, um so etwas zu schreiben?

  10. Sven

    Ich finde eigentlich, dass die Behinderten meistens mehr stoeren, vor allem die geistig Behinderten, die immer sabbern und so laut rumschreien.

  11. Daniel

    “Nein, ich bin nicht kinderfeindlich…”, klar! Es ist auch niemand frauenfeindlich. Nur die Schlampen im Minirock kann man nicht leiden. Das ganze ist Kinderfeindlich. Weil Kinder eben so sind. Man kann es ihnen verbieten, sicher, aber gut und schön für die Kinder ist das nicht.
    Aber die müssen dann wohl zurückstehen wenn man in Ruhe essen will. Ich halte das zwar für legitim aber kinderfeindlich ist es trotzdem. Sie können also dazu stehen ein (Zitat:) “Arsch” zu sein.
    @Kalle
    Nein. Natürlich müssen Kinder nicht überall hin dürfen. Es ist das gute Recht jedes Wirtes halt einige auszuschließen. Aber es ist auch in Ordnung dazu zu sagen dass es Kinderfeindlich ist. Das ist dem Wirt ja bewußt und dass es seine freie Entscheidung ist ist auch bekannt.

  12. T. Albert

    @Daniel
    das ist doch ironisch gemeint, wie das meiste hier. “Ich bin nicht kinderfeindlich” heisst doch nicht, dass der Herr Waldorf nicht kinderfeindlich wäre. Aber angesichts all der Kinder ohne Grundzüge von Erziehung an Orten, wo sie nur stören, also überall in Deutschland, traut er sich das nicht so zu sagen wie dieser Wirt, der endlich mal wieder ausspricht, was in meiner Kindheit in italienischsprachigem Gebiet dort schon in den sechziger Jahren alle von den Deutschen dachten. Komisch finde ich, dass ich es gelernt habe mit Besteck zu essen, obwohl meine Eltern mich andauernd überall mit hingeschleppt haben. Führungskräfte, meine Eltern. Als wir dann nach D-Land kamen, wollte ihnen lange niemand eine Wohnung vermieten, aus denselben Gründen wie jetzt dieser Wirt redet. Obwohl wir drei Kinder doch gar nichts in den Wohnungen vollmalen konnten, weil wir ja nicht reinkamen, und obwohl meine Eltern Führungskräfte mit mehreren Bestecken waren.
    Aber sie liebten Kinder. Italiener liebten sie auch, obwohl beide noch nicht lifestyle waren, so wie jetzt, wo die paar Kinder beim multikulturellen Essen stören.
    Naja, alles Ironie. Es sagt auch niemand mehr liebevoll “Itacker”. Schade eigentlich. Auch ein Grund, warum wir wieder weggegangen sind und nicht mehr wiederkommen wollen.

  13. Karsten

    Hm. Verstehe ich das jetzt richtig – Du möchtest liebevoll “Itacker” genannt werden? Kannste haben:

    Itacker. :)

  14. T. Albert

    Ich wollte natürlich sagen:

    Aber sie liebten Kinder, die Deutschen. Italiener liebten sie auch, …

    Dass meine Eltern Kinder liebten, ist ja klar. Romantische Sozialversicherungsbeiträge haben sie auch gerne bezahlt, und wir Kinder die Schokolade geteilt, die unsere Eltern uns schenkten. Seltsam.

  15. N. Neumann

    Der ökonomische Verlust, den der sensible Wirt durch die teilweise wegbleibende Kundschaft machen wird, wird höher sein als die Kosten, die ihm bisher durch ein paar nervende Kinder entstanden sind.

    Wenn das Verhalten des Wirts und Waldorfs entsprechender Applaus Schule machen würden, bekämen nachher noch Eva Herman und ihre total verstrahlten Anhänger wirklichen Rückenwind.

    Das wäre echt ekelhaft.

  16. VolkerD

    manueller Trackback:

    Anti-Raucher-Argumente mal anders

    Was passiert, wenn man Argumente gegen Raucher in Restaurants mal auf eine andere Gruppe ummünzt, …

    http://blog.diehl-information.de/frmBeitragAnzeigen.aspx?Nummer=540

  17. Markus Oliver

    In diesen Bereichen sollte wirklich jeder machen können, was er will.

    Wenn der Gastwirt keine “Neger” mag: Bitte. Er muss dann eben mit schlechter Berichterstattung leben.

    Wenn er keine Juden oder Türken mag: Bitte.

    Wenn er keine Kinder mag: Bitte. Das Gleiche gilt für Behinderte, Rothaarige, Blonde, Alte, Junge, usw. usf.
    Einschränkungen der Vertragsfreiheit können sinnvollerweise nur in Situationen gemacht werden, in denen es sehr begrenzte Angebote gibt. Dörfer und Kleinststädte z.B.
    Oder eben wenn Waren nur sehr begrenzt vorhanden sind.

    Aber in einer Großstadt, möchte ich das keinem Wirt verbieten. Jedenfalls nicht, solange ausreichend Ausweichangebote vorhanden sind.

  18. micha42

    Der letzte Satz wäre dann so ziemlich der Knackpunkt. Nur: was, wenn nicht? Reicht das als Begründung aus, um dem Wirt die Regelung zu verbieten? Dann wären wir tatsächlich bei einem Äquivalent zum Rauchverbot, siehe Volkers Kommentar.

  19. Markus Oliver

    Ja, dann reicht das aus.

  20. micha42

    Der Haken dabei ist nur, dass man damit einen Mangel an Ausweichangeboten an X durch einen Mangel an Ausweichangeboten an (not X) ersetzen würde.

  21. Markus Oliver

    Das ist aber angesichts der geringen Schutzwürdigkeit zu vernachlässigen. Es geht hier um ethische Erwägungen, die im Zweifel eben zu Ungunsten der geringwertigeren Interessen ausfallen.

    Nicht alle Interessen müssen und dürfen gleichrangig berücksichtigt werden.

  22. hanneken

    Das ist richtig. Auch auf dem Dorf kann man ihm das nicht verbieten, es sei denn – naja, fragen wir mal die RAe. Auf der anderen Seite hat’s der auf dem Dorf dann schwerer. Wenn sich plötzlich die ganze Nachbarschaft und die Dorfpresse – vielleicht gar mehr oder weniger regionale Zeitungen auf ihn einschießen… in der Stadt verschwindet der einzelne Wirt leichter in der Masse.

  23. Markus Oliver

    Falsch verstanden. Gerade auf dem Dorf kann man ihm das verbieten, weil es ein geringeres Angebot an Restaurants gibt. Je geringer das Angebot an Ausweichmöglichkeiten, desto eher der Eingriff. Das ist im Grunde wie beim Kartellrecht.

  24. micha42

    Aber muss es denn wirklich überall sein?

    Nein. Muss nicht. Per Hausrecht kann der Wirt verbieten was er will. Wenn er meint, dass es die Auslastung seines Restaurants erhöht: bitte. Und wenn er mit dieser Einschätzung richtig liegt, solls mir auch recht sein: dann habe ich in den Restaurants, in die ich gehe, den einen oder anderen Nörgler weniger, der meint, Kinder hätten auch während des Wartens darauf, dass das Essen kommt, schön fein still bei Tisch zu sitzen etc.p.p. Ich frage mich zwar bei solchen Leuten immer, ob sie eine ähnliche, IMO bedauernswerte Kindheit hatten, wie sie sie lauthals beim Nachwuchs ihrer Mitmenschen einfordern, aber falls ja, wäre das ja nicht mein Bier.

    Zumindest aber ist das Problem im Restaurant kleiner als in der Nachbarschaft: dauernd umziehen wegen “ich bin nicht kinderfeindlich, aber…”-Leuten kann ich nicht – das Restaurant wechseln hingegen schon.

  25. EJ

    Ich stimme Statler voll zu. Ergänze aber: Behinderte und Alte (Selbstverständlich habe ich nichts gegen Behinderte und Alte!), die ihren Löffel oder ihr Glas nicht mehr richtig halten können, schlürfen, schmatzen oder als sonstwie störend empfunden werden, sollten ebenfalls aus allen Restaurationsbetrieben ausgeschlossen werden. Und der Ausschluss aus Restaurationsbetrieben sollte nur der Anfang sein …

  26. Statler

    ?

    Ich habe zu diesem Thema bisher noch gar nichts gesagt.

  27. EJ

    Oh, entschuldige. Waldorf war’s. wie ich jetzt erst sehe. Tut mir leid!

  28. scipio

    Waldorf hat vergessen zu erwähnen, daß “Das Geschäft seitdem einen wesentlich höheren Umsatz hat “, wie der Wirt höchstselbst bei RTL verkünden durfte. Wundern wird das keinen. Oder wie Harald Schmidt sagt:” Warum soll ich die Kinder anderer Leute leiden mögen? Ich kann ja nicht mal meine eigenen ausstehen.

    Es hat bisher noch kein Kommentator schlüssig erklärt, wieso man als Gast in einem Restaurant verhaltensgestörte Kinder samt verhaltensgestörten Eltern zu ertragen hat. Wer seinen Kindern und sich selbst nicht vermitteln kann, daß in der Öffentlichkeit bestimmte Regeln gelten, der ist einfach nicht gesellschaftsfähig. Mit Kinderunfreundlichkeit oder Diskriminierung hat das überhaupt nichts zu tun. Sondern mit einem Mindestmaß an Höflichkeit und Entgegenkommen anderen Menschen gegenüber.

  29. T. Albert

    scipio

    volle zustimmung. gehe nicht ins restaurant, in dem Sie mit ihren eltern sitzen. überall verhaltensgestörte kinder und eltern. das ist schlüssig.

  30. EJ

    scipio: “wieso man als Gast in einem Restaurant verhaltensgestörte Kinder samt verhaltensgestörten Eltern zu ertragen hat”

    Kinder bis zum Alter von 12 Jahren und deren Eltern sind also verhaltensgestört.

  31. scipio

    @T.Albert: Versteht sich, daß Sie mit der Vorstellung von Höflichkeit und Entgegenkommen nichts anzufangen wissen. Aber daß Ihre semantischen Fähigkeiten unterentwickelt sind, das ist unverzeihlich. Arme Schweine, Ihre Kinder.

  32. T. Albert

    ganz meinerseits.
    -:)

    Sie sind nicht so höflich und entgegenkommend, wie Sie meinen, Verehrtester.
    Darauf lassen Ihre semantischen Fähigkeiten schliessen.

    Gut: ich bin schlichtweg nicht der Meinung, überall seien verhaltensgestörte Kinder mit ihren Eltern anzutreffen.

  33. Daniel

    @scipio
    Ich verstehe Ihre – jetzt sogar unhöflich vorgetragene – Aufregung nicht. Tenor aller Kommentare war es bisher zu sagen dass es legitim ist Kinder (unerzogen oder nicht) nicht leiden zu können und in Restaurants sitzen zu wollen in denen die kleinen Quängelbälger eben draußen bleiben sollen.
    Das bedeutet aber, dass ich den Kindern verbiete sich wie Kinder zu benehmen. Laut sein, rumrennen, beim Spielen Geräusche machen. Selbst nicht-verzogene Kinder sind lauter als gut erzogene Erwachsene.
    Das bedeutet aber dass Sie Kinder das kindliche Verhalten übelnehmen. Und damit sind Sie kinderfeindlich. Und dann ist es nur noch zynisch sich hinzustellen und zu sagen: “Ich bin nicht kinderfeindlich, aber”. Denn natürlich sind Sie es. Stehen Sie doch einfach dazu. Also ertragen Sie entweder die Kinder oder die Ächtung für Ihr Verhalten.

  34. Hardy

    Sie scheinen zu vergessen, dass ein Restaurant ist kein Spielplatz ist. Wenn Eltern es also mit ihren Kindern besuchen wollen, haben sie auch dafür sorgen zu tragen, dass sich selbige dementsprechend benehmen bzw. verhalten. Sollten sie dazu aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage sein, müssen sie halt zu McDonalds oder Burger King ausweichen. Das hat nichts mit Kinderfeindlichkeit zu tun.
    Ich empfinde es allerdings als traurig, dass sich ein Wirt zu solchen Maßnahmen gezwungen sah. Es wirft ein bezeichnendes Licht auf die heutige “Erziehung”, oder genauer gesagt auf die Unfähigkeit/Unwilligkeit einiger ihre Kinder zu erziehen.

  35. Epameroi

    Die Sache ist nicht ganz so einfach. Natürlich darf sich der Wirt seine Gäste aussuchen.

    Wenn ein Türsteher vor einer Disco Schwarze abweist, ohne einen Grund zu nennen, ist dagegen auch nichts zu machen. Schreibt er aber auf ein Schild: “Kein Zutritt für Schwarze” kriegt er Ärger.

    Aber Kinder kann man wohl nicht diskriminieren.

    Wir gehen sehr gern mit unseren Kindern essen. Neulich durfte der Jüngste (3 Jahre alt) das erste Mal mit in ein feines Lokal. Er war sehr stolz auf seine Kravatte und fand es wunderbar. Er konnte sich auch sehr gut benehmen. Wäre das nicht so, hätten wir das sicher diskret beendet.

    Sicher würde ich ein Restaurant, das Kinder unter 12 pauschal den Zutritt verbietet, nicht mehr behelligen. Auch nicht allein.

  36. EJ

    Mal jenseits des Prinzipiellen: Ich kannte (in Bonn) ein Hotel mit Restaurationsbetrieb (für gehobene Ansprüche ;-)), das warb so: “Hunde verboten! Kinder herzlich willkommen!” Und das funktionierte, umsatzmäßig und auch sonst. Ein Frage des Geschicks und der Atmosphäre, schätze ich. Der Hotelbesitzer, fromm katholisch, hatte selbst sechs Kinder.

  37. Uwe Biermann

    Natürlich darf der Wirt in seinem Laden verbieten wonach ihm der Sinn steht. Auf mein Geld müsste er dann allerdings leider verzichten (womit er vermutlich leben könnte). Und lieber Waldorf, sie mögen hier beteuern, sie seien nicht kinderfeindlich. Vermutlich glauben sie dies sogar selbst. Ich fürchte nur, daß Sie sich hiermit im Irrtum befinden. wenn man selbst Kinder hat, merkt man nach Betreten eines Restaurants allerdings spätestens nach 30 Sekunden ohnehin, ob man willkommen ist oder eben nicht. Ich erinnere mich noch mit großer Freude an einen einige Jahre zurückliegenden Restaurantbesuch eines schönen Nachmittags mit nserer dreijährigen Tochter. Die Frage nach einer Sitzerhöhung oder gar einem Hochstuhl wurde abschlägig beschieden. Hierbei hatte die Servicefachkraft ein Erstaunen an den Tag gelegt, als hätten wir die ehrenwerte Chefin des Hauses nach einem Tabledance gefragt. Als Ausgleich prangte an der Eingangstür ein Schild “Hunde jederzeit willkommen”. Nun ja, wir sind ein freies Land und somit machten wir augenblicklich auf dem Absatz kehrt. Ich bin sicher, jeder der in Deutschland Kinder hat, kann halbe Abende mit dem Erzählen solcher oder ähnlicher Stories verbringen. Sehr schön auch die Begebenheit in einem mittelgroßen Lebensmittelmarkt unweit unserer Behausung (Tegut wenn mich nicht alles täuscht). Nachdem ich einige Zeit erfolglos nach Babynahrung (Alete oder derlei) gesucht hatte wandte ich mich mit der Bitte um Auskunft an eine Angestellte. Sie beschied mich mit einem Blick, als hätte ich nach, na sagen wir mal SM-Utensilien gefragt “also nein, SO ETWAS führen wir hier nicht!”. Muß ich erwähnen, daß ich beim Rückweg zur Tür an ca. drei Regalmetern Tiernahrung vorbeischritt? Ich möchte aber noch einen etwas anderen Aspekt beleuchten. Waldorf hat uneingeschränkt recht, wenn er von Besuchern eines Restaurants ein rücksichtsvolles und zivilisiertes Betragen fordert. Und es obliegt fraglos den Eltern, eben dieses von ihren Sprößlingen einzufordern. Nur, wie und wo sollen Kinder den situationsgerechtes Verhalten lernen, wenn nicht in den entprechenden Situationen?

  38. Schmock

    “Es gibt Plätze, Orte, Gelegenheiten, wo Kinder in einem gewissen Alter einfach nichts zu Suchen haben, weil sie dort einfach nur stören.”
    Was ist denn hier mit Orte gemeint? Nach dem vorangegangenen Text kann es sich nur um Restaurants handeln. Also sagen Sie, Herr Waldorf, dass Kinder grundsätzlich nicht in Restaurants gehen sollten (Schnellimbisse wie McDonalds oder den Döner-Mann an der Ecke sind, nehme ich an, ausgeschlossen). Man sollte feststellen, dass die Meinung, dass Kinder in Restaurants stören subjektiv ist, wie man an dem geteilten Echo hier im Forum merkt, mich stören Kinder meistens auch nicht, natürlich gibt es störende Kinder, so wie es überhaupt störende Menschen gibt. Man kann auch andere Beispiele finden, für Gruppen, die einen an anderen Orten stören, freilich einen solchen Text würde man hier kaum lesen, nur bei Kindern kommen manchem die Worte leicht hervor. Zum Beispiel gibt es einige Leute die junge arabische Männer in Flugzeugen stören, oder in Restaurants in Israel, dicke Leute im Schwimmbad, alle anderen Männer in der Disko, Raucher überall, Obdachlose auf dem Bahnhof, schwitzende und stinkende Leute im Bus, sich küssende Liebespaare (vor allem wenn sie homosexuell sind) in der Öffentlichkeit, Leute mit Hunden, die nicht still halten können, unhöfliche, hässliche, alte und Behinderte Menschen, schwarze, Juden Muslime, Christen, etc…..
    Warum sagen dann viele Leute dann nicht, dass Leute mit Eigenschaft X nicht an Orten wie Y gehören?
    Weil sie tolerant und gut erzogen sind und es einsehen, dass man wenn man in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft lebt sich manchmal zurücknehmen muß und etwas was einen persönlich stört ertragen. Für mich sind die Phänomene von störenden Kindern und Erwachsenen, die sich über Kinder beschweren, beide Ausdruck von fehlender Rücksichtnahme und Kinderstube.
    Mich persönlich stören alte wohlhabende Menschen im Konzert, ich habe schon häufig als Besucher oder als Mitarbeiter, unverschämtes und sehr störendes Verhalten, wie gnadenloses Vordrängen an der Garderobe und aggressives und lautes Maulen, weil man zu spät gekommen ist und erst zur nächsten Pause hineingelassen wird, mitbekommen.

  39. Reflexionsschicht

    Kinderfreies Restaurant…

    Es gibt Plätze, Orte, Gelegenheiten, wo Kinder in einem gewissen Alter einfach nichts zu Suchen haben, weil sie dort einfach nur stören.

    Den Satz muss man sich auf der Zunge zergehen lassen, wenn man weiß, um welchen Ort es hier geht:…

  40. neoliberaler

    Kann man jemandem die Bezeichnung “Liberaler” abererkennen ?

    Einen weiteren Kommentar erspare ich mir…

  41. Jan

    Es würde mich nicht verwundern, wenn ein recht großer Teil der Restaurantbesucher liebevolle Eltern sind, die einfach nur mal ein paar Momente ohne Kinder um sich herum haben wollen.

  42. stefanolix

    Die Wogen schlagen ja ganz schön hoch. Haben sich einige von Euch mal überlegt, dass ein Blogartikel auch provokativ zum Nachdenken [und erst danach kommentieren] anregen kann? Dass der Artikel da oben nicht feindlich gegenüber Kindern, sondern kritisch gegenüber Kindern mit schlechten Manieren ist? Und dass »liberal« keinesfalls ein anderes Wort für »grenzenlos tolerant« ist?

  43. Cato

    Ich kann das Ganze so sensationell nicht finden. Kaum ein Retaurationsangebot eignet sich für alle Gruppen der Gesellschaft gleichermaßen. Ein unmiverständlicher Hinweis darauf, wer willkommen ist und wer nicht kann doch auch sehr hilfreich sein.

    Außerdem ist das ganze so neu auch wieder nicht: Ich kann mich an eine ganze Menge Werbe- und Informationbroschüren aus dem Hotel- und Gaststättenbereich erinnern, die ganz ausdrücklich darauf verwiesen haben, wer nicht willkommen ist (z.B.: Kinder unter 15 wegen antiker Möbel nicht willkommen, oder andersherum: Familien mit kleinen Kindern ausdrücklich sehr willkommen).
    Eigentlich kann man dankbar sein, wenn man weiß woran man ist, dann endet die Reise oder das Essen entspannt und nicht im Streit oder gar vor dem Zivilrichter……

    Ob sich ein Angebot hält regelt der Markt und nicht die PC-Kommissare!

  44. Frank

    Hm, hab das hier leider erst spät entdeckt. Wenn ich Wirt wäre, würde ich statt Kindern lieber Staatsdienern den Zutritt verwehren, sozusagen als direkte Reaktion auf falsche Regulierungen ;-)

  45. brutus

    die idee dieses wirts finde ich nach meinem letzten urlaub hervorragend, und zwar wegen folgender begebenheiten:
    2 familien mit 3 kindern (2-5 jahre) terrorisierten ein komplettes wellness-hotel, die eltern kümmerten sich nicht um die bitten der gäste, im ruhebereich ein gewisses maß an ruhe einzuhalten, die kinder hatten narrenfreiheit, sprangen in den wirlpool, rissen die saunatür auf, ließen die duschen einfach rinnen, griffen alles mögliche am buffet an, niesten in den salat, etc.
    ich wählte wegen der ohnmacht des wirtes und der anderen gäste mein hotelzimmer als ruheraum, fuhr mit dem lift kurz in den wellness-bereich und zog mich gleich wieder zurück.
    jedenfalls waren ziemlich viele gäste auf solche kinder mit solchen eltern angefressen. ein entschiedener wirt hätte vielleicht abhilfe schaffen können, dieser will es sich lieber mit der heutigen kundschaft vertun als mit der Kundschaft von morgen:-(
    ich meide in zukunft kinderfreundliche hotels.
    christian, jetzt urlaubsreif;-)

  46. Burkhard von Grafenstein

    Macht nur weiter so. Die Regelung des Gastwirts ist pauschal diskriminierend. Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz hilf!

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