Geld ausgeben
Sie sind Gesundheitsminister und werden von Bill Gates besucht, der Ihnen 10 Milliarden Dollar in die Hand drückt. Er läßt Ihnen die Wahl zwischen zwei Möglichkeiten, das Geld auszugeben — und NUR zwischen diesen beiden Möglichkeiten, Kompromisse sind nicht möglich:
a) Ein Programm, welches einen Krankenversicherungsschutz für bisher nicht Versicherte finanziert.
b) Ein Forschungsprogramm, das mit einer relativ hohen Wahrscheinlichkeit eine Heilung für Alzheimer finden wird.
Wählen Sie a) oder b)? Und wieso?
Würden Sie Steuergelder genauso einsetzen?
Antworten bitte in den Kommentaren.







Ich sag jetzt mal a) und zwar für beide Varianten.
Warum ?
Wenn ich ein Heilmittel für Alzheimer finde, dann verdiene ich damit locker mehr als 10 Mrd. Dollar.
Also brauche ich zur Finanzierung keine Bill Gates oder keinen Staat, sondern die Private Equity Firmen rennen mir die Tür ein.
Bin ich jetzt an der eigentlichen Intention der Frage vorbeigeschrammt ?
Unter der Annahme, dass b) im Erfolgsfall den Gesundheitsetat dauerhaft drastisch entlasten wuerde (jedenfalls erheblich mehr als a) und die Erfolgswahrscheinlichkeit wirklich hoch ist, ziehe ich b) vor. Tatsaechlich sind die prognostizierten Kosten durch Alzheimer derart hoch (zumindest nach meinem Kenntnisstand), dass 10 Milliarden Dollar vergleichsweise gering erscheinen. Damit wuerde a) entweder zu einem spaeteren Zeitpunkt auch moeglich, oder es gaebe dann vordringlichere Probleme.
Der Haken an der Sache duerfte die Erfolgswahrscheinlichkeit sein. Wenn ich richtig informiert bin, liegen die Entwicklungskosten fuer ein neues Medikament heute schon im zehnstelligen Bereich. Daher waere es eigentlich naheliegend, dass sich die Industrie der Sache annimmt, wenn Aussicht auf Erfolg besteht.
Bei Steuergeldern wuerde ich eine hoehere Erfolgswahrscheinlichkeit fuer b) fordern als bei geschenktem Geld, jedenfalls muesste dem Steuerzahler die Entscheidung plausibel sein. Sollte das Gesundheitswesen in einem derart schlechten Zustand (zB wenn wir uns in einem Entwicklungsland und nicht hier befaenden) sein, dass b) nicht moeglich ist, bleibt nur, auf ein anderes Land oder die Industrie zu hoffen.
Zusammengefasst: Wenn die Alzheimertherapie mit den 10 Milliarden wahrscheinlich gefunden wird und die Industrie das Geld nicht selbst aufbringt, dann b). Wenn die Aussicht auf Erfolg hoch genug ist, dass ich die Ausgabe rechtfertigen kann (ich gehe von einer Demokratie aus, woanders waere ich kein Minister ;), wuerde ich sie auch mit Steuermitteln taetigen. Disclaimer: Sollten meine Annahmen falsch sein (insbesondere die erste), dann nehme ich alles zurueck.
Für mich käme nur b) in Frage, und zwar allein deshalb, weil davon auch die Generationen nachher war haben. Finanzierte man einen Versicherungsschutz, ist das Geld mit ziemlicher Sicherheit irgendwann einfach ausgegeben. Alzheimer zu heilen, hieße langfristiger und mehr Menschen zu helfen und Kosten zu sparen.
Schwere Frage. In Bayern würde man sie sogar “hinterfotzig” (= gemein, durchtrieben) nennen. An Rechenexempeln vs. Gewissen scheiden sich die Geister.
Meine Antwort lautet dennoch b), weil hoher persönlicher Nutzen für die Zukunft.
Ja, Steuergelder würde ich genauso einsetzen.
(Aber ganz wohl ist mir nicht dabei…)
Nebenbei bemerkt: Mit Ihrer Frage tut sich ein wahrer Moloch an Fragen auf!
Ich bin auch für (b), weil das Geld im Fall (a) einfach nur konsumiert würde und irgendwann ausgegeben wäre. Wahrscheinlich würde diese Lösung auch die Gesamtkosten für alle anderen Patienten mit nach oben treiben.
Im Fall (b) müsste dann allerdings gewährleistet sein, dass mehrere Unternehmen die Ergebnissen der Grundlagenforschung (weltweit) nutzen können. Nur so würden nämlich die Alzheimer-Medikamente erst bezahlbar und für viele Patienten verfügbar.
Steuergeld kommt ja vermutlich sowieso ins Spiel, weil mir kein Unternehmer das Geld einfach so in die Hand drücken würde. Er würde sicher vorher überlegen, wie er das steuerlich geltend machen kann.
Die erste Antwort war schon die beste. In der medizinischen Forschung garantiert Geld leider keinen Erfolg. Weiss ich also dass 10 Milliarden zum Erfolg fuehren werden brauche ich Bill nicht. Noch nicht einmal PE Firmen sondern ich rufe Johnson oder Pfizer oder Merck oder Novartis oder oder oder an und veranstalte ein RFP Prozess dermir deutlich mehr bringen wird als 10 Milliarden.
Bleibt also nur a).
Als Gesundsheitsminister und damit als Politiker sind beide Möglichkeiten sehr attraktiv, trotzdem würde ich klar a) wählen, da der Effekt (den ich meinen Wählern als Erfolg darstelle) sofort eintritt, während der Ausgang eines Forschungsprogramm ungewiß ist. Hätte ich aber ein sehr hohes Zutrauen, dass das Forschungsprogramm erfolgreich ist, wäre b) meine erste Wahl, da (hier in Deutschland) meine Wähler eher Alzheimer fürchten als das Unversichertsein. Unsicherheitsfaktoren würde ich mit Hilfe von steuerfinanzierten Umfragen und Studien zu eliminieren versuchen.
Vielleicht einfach mal überlegen, wer in D nicht krankenvesichert ist. Selbständige, die aus der gesetzlichen ausgestiegen sind, weil die PKV billiger ist und die sich dann die PKV nicht mehr leisten konnten. Meine Meinung dazu: selbst Schuld! Wer sich nicht solidarisch verhält, hat auch kein Recht auf Solidarität der Gemeinschaft.
Meiner Meinung nach ist b) auch deshalb die bessere Möglichkeit, weil das Heilmittel später Geld rein bringen würde.
Angenommen es gibt nicht die Option b) an die Industrie abzugeben.
Als gemeinnützlig denkender Mensch eindeutig b). Als Person in einer verantwortungsvollen Position muss ich den langfristigen Nutzen meines Volkes (und der ganzen Welt in diesem Fall) im Auge haben und kann mich folglich nur für b) entscheiden.
Als Politiker dagegen würde ich eindeutig a) nehmen. Es sichert mir Wählerstimmen für die nächste Wahl, so einfach ist das.
[...] kann man sich ja an der Diskussion beteiligen oder diese einfach nur verfolgen, wird sicherlich interessant auch wenn ich davon [...]
Für b)
Bei a) weiß man nie, ob es nicht verschleudertes Geld ist.
Und die Alzheimer-Forschung ist sowieso auf einem guten Weg, ganz abgesehen davon, dass es den Menschen mehr nutzt.
Hinweis:
Bei der oben eingetragenen Adresse handelt es sich um meine neue private Seite; ansonsten bin ich hier unterwegs: http://myblog.de/hrbs
Ökonomen-Standard-Antwort Nr. 1:
Die Alternativen sind nicht vollständig…
Alternative A lässt offen, aus welchen Motiven die nicht Versicherten nicht versichert sind und welchen sozialen Schichten sie angehören. Ferner ist nicht klar, ob die 10 Milliarden die Versicherung der betreffenden Personen für alle Zeiten oder nur für ein Jahr sicher stellen. Bei 10 Milliarden würde ich auf letzteres tippen.
Zu Alternative B wurde schon einiges gesagt. Zugespitzt könnte man noch sagen: Was nutzt einem das Alzheimer-Mittel, wenn die Betroffenen nicht versichert sind? ;-)
Aber zum Schluss lasse ich dann doch mal den fiesen Ökonomen raushängen: Man braucht ein Kriterium der Vergleichbarkeit. “Gerettete Lebensjahre”, meinetwegen auch, um die betreffende Debatte gleich zu vermeiden, “gerettete Lebensjahre bei Bewusstsein” wären ein solches. Und dieses Kriterium macht Alzheimer-Heilungen nicht zu einer attraktiven Alternative.
@Rayson: Was ist mit den gesparten Behandlungs- und Pflegekosten für die immer größer werdende Zahl der Alzheimer-Patienten?
Ein “nicht gerettetes Lebensjahr bei Bewusstsein” für einen Alzheimer-Patienten verursacht diese Kosten, richtig.
Unter den geretteten Lebensjahren bei den Nichtversicherten sind jedoch viele produktive anzunehmen. Entscheidend ist die Zahl der Jahre. Pro Jahr würde ich schätzen, dass das erzeugte Mehr der Produktiven die Kosten der Pflege der Alzheimer-Patienten übersteigt.
Und was die geretteten Lebensjahre angeht, sind die Alzheimer-Patienten eben stark im Nachteil: Wenn du einem jungen Menschen um die 20 das Leben rettest, hat der statistisch noch über 40 produktive Jahre vor sich. Die Zahl der Jahre, die ein an Alzheimer Erkrankter Kosten verursacht, dürfte hingegen meist im einstelligen Bereich liegen.
Hmm, bin mir da nicht so sicher. Der demographische Wandel hat doch hier zwei nicht ganz unwichtige Implikationen: Erstens haben wir alle eine relativ hohe Wahrscheinlichkeit, irgendwann an Alzheimer zu erkranken. Einfach nur wegen unserer hohen Lebenserwartung. Und zweitens haben wir das gleiche Problem wie bei der Rentenversicherung: Viele demente Pflegefälle kommen dann auf wenige produktive Leute, die sie noch versorgen können. Beides zusammen würde, glaube ich, bedeuten, daß die Heilung von Alzheimer ein dringenderes Problem ist, als die lückenlose Versorgung mit Krankenversicherungen.
Ok. Aber mit meinem endgültigen Ergebnis habe ich mich ja noch zurückgehalten, dazu fehlen mir einfach die Zahlen :-)
Es muss aber eben relativ deutlich mehr betroffene Alzheimer-Patienten als Nichtversicherte mit, sagen wir mal, erheblichen Gesundheitseinschränkungen geben, die durch Behandlung kurierbar wären, um die Rechnung aufgehen zu lassen.
Auf diese Überlegung, und den Mut, ein Kriterium anzugeben, kam es mir an. Es ist ja so, dass jeder, der solche Kriterien nennt, gerne der unmoralischen Barbarei bezichtigt wird, dabei wenden wir ähnliche Kriterien tagtäglich an. Allerdings dankenwerterweise, ohne uns ihrer bewusst zu werden…
Hmmmm, lustige Fragen, reichlich akademisch zwar, aber immerhin. Dass allerdings bisher alle Antworten darauf hinausliefen, das Geld tatsächlich zu nehmen, gibt mir zu denken.
Ich nämlich würde Gates sagen, er solle sein Geld behalten und es in eine private Initiative investieren, egal ob für a) oder b). Als Gesundheitsminister und damit Insider im Staat wüsste ich nämlich ganz genau, dass der Staat mit 10 Mrd. ganz gewiss nicht so effizient umzugehen wüsste, wie das die Privatwirtschaft könnte.
Ätsch! ;-)
Muss ich wirklich darauf hinweisen, dass die Art der Fragestellung fuer die Realitaet voellig irrelevant ist? Ist so ein Szenario schon jemals wirklich eingetreten?
Mal angenommen b) ist wirklich eine bessere Investition als a). (Obwohl ich die Argumentation von “neoliberaler” sehr schluessig finde). Dann ist das natuerlich immer noch kein Grund a) nicht auch zu tun. Irgendwo im Staatshaushalt findet man sicher noch 10 Mrd., die fuer eine schlechtere Idee ausgegeben werden sollen und die kann man ja umschichten und stattdessen fuer a) ausgeben.
@Ben
Sorry, aber das ist eine Antwort, die ich höchstens einem Politiker durchgehen lassen würde, nicht aber dir, der du dich im wirtschaftlichen Denken zu Hause fühlst.
Dass wir alle hier erstmal kräftig die verschiedensten Subventionen und parteiklientelbedingten Begünstigungen abbauen würden, sollten wir als gegeben und realisiert betrachten.
Solche Zielkonflikte gibt danach aber immer noch, und ihr Auftreten mit dem Verweis, dass “irgendwo noch Platz” sein müsse, zu negieren, wäre dann Augenwischerei.
Dass das konkrete Szenario ein hypothetisches ist, ist Voraussetzung des Spiels. Aber analytisch gesehen ist ein Bundeshaushalt ein Sammelsurium an solchen Zielkonflikten, deren Existenz von Ideologen gerne verheimlicht wird.
Da muss ich mein Argument wohl noch mal in oekonomesisch formulieren:
1. Jedes Investment-Projekt, dass einen Kapitalwert (Net-Present-Value) groesser als 0 hat, sollte durchgefuehrt werden.
2. Wenn a) einen Kapitalwert groesser 0 hat, sollten wir a) durchfuehren.
3. b) kommt in der Ueberlegung nicht vor.
Das heisst, wenn der gesellschsaftliche Nutzen von a) groesser ist als die Kosten, die durch die Erhebung von 10 Mrd. zusaetzlichen Steuern entstehen (und, ja, ich weiss, dass diese Kosten hoeher sind als 10 Mrd.), dann sollten wir a) tun, egal was wir sonst noch alles tun koennen.
@Ben
Akzeptierst du ein gegebenes Maximum an zu erhebenden Steuern? Oder ist das nur Ergebnis deiner gesamtwirtschaftlichen Nutzenfunktion?
Letzteres.
Wenn ich das mal ganz neoklassisch betrachte, dann sollte man genau so viel Steuern erheben, dass der gesamtgesellschaftliche Grenznutzen gleich den Grenzkosten ist.
Das heisst, dass es durchaus sinnvoll sein kann hoehere Steuern zu erheben wenn dem Staat auf einmal bessere Investitionsmoeglichkeiten zur Verfuegung stehen (wie z.B. das erwaehnte Alzheimer-Projekt).
Die propagierst die Vorstellung, das Staatsbudget könne quasi mit Methoden des Operations Research in Höhe und Zusammensetzung bestimmt werden, und hältst Statlers Entscheidungssituation “für die Realität vollkommen irrelevant”?
Ich wuenschte du wuerdest mich einmal im Leben verstehen.
Ich meine ja nicht, dass es tatsaechlich moeglich ist, die optimale Hoehe der Steuern zu bestimmen. Ich sage blos, dass es moeglich und sinnvoll ist die Hoehe der Steuern anzupassen wenn man auf neue Investitionsmoeglichkeiten stoesst.
Es ist nicht realistisch so zu tun als sei der Staat auf eine voellig fixe Menge an Steuereinnahmen beschraenkt und muesste sich zwischen zwei exklusiven Alternativen entscheiden.
Fuer wie relevant haeltst du denn folgendes Szenario?
Bill Gates gibt dem Staat 10 Mrd. und die Moeglichkeit sie fuer folgende Projekte auszugeben:
a) Bildungsgutscheine fuer unterprivilegierte Kinder
b) mehr Geld fuer Alzheimer-Forschung
Nehmen wir mal an du entscheidest dich fuer b). Heisst das dann, dass der Staat kein Geld fuer a) ausgeben soll?
Ich glaube, ich verstehe dich schon.
Aber das Budget ist eben auch nicht nach Belieben variabel. Auf die Entscheidungssituation von Politikern bei der Erstellung des Haushalts bezogen ist es sogar ziemlich starr – da bedeutet eine Entscheidung für Alternative A immer auch eine Entscheidung gegen Alternative B.
De facto werden Besteuerung, Verschuldung und Größe und Struktur des Haushalts ja eben nicht in einem gigantischen Kalkül simultan entschieden, sondern ergeben sich als Aufeinanderprallen isolierter Teilpläne in einem Verhandlungsprozess, in dem statt einer fiktiven technischen Bewertung zig andere Gründe eine Rolle spielen.
Wofür der Staat prinzipiell Geld ausgeben sollte, ist damit noch nicht einmal beantwortet, denn auch da könnte ich es mir idealisiert leicht machen und sagen: Das tut er eh schon zuviel, also ist genug da.
Und was ist jetzt deine Antwort auf meine Frage aus dem vorherigen Kommentar (besonders auf die letzte)?
Das Szenario selbst ist als solches nicht relevant, aber wenn ich mich für A entscheide, entscheide ich mich bei begrenzten Ressourcen damit immer auch gegen B.
Das soll das Gedankenexperiment sichtbar machen. Einfach zu sagen, ok, ich nehme Billies Knete, aber dann hole ich nochmal das Staatsbudget als deus ex machina, wäre da aus meiner Sicht ein Versuch, die Tatsache zu verschleiern, dass es nun einmal Trade-Offs gibt.
Ich wollte zuerst a) sagen, nur wenn es um den deutschen Gesundheitsminister geht, dafür braucht er das Geld nicht. In Deutschland lässt sich das Problem weitgehend dadurch lösen, dass es einen Basistarif bei staatlichen und privaten Kassen gibt.
In den USA ist es schon etwas komplizierter. Da kann es oft wirklich schwer sein, eine vernünftige Versicherung zu bekommen.
Also b), wobei im Prinzip ein Forschungprogramm, das mit hoher Wahrscheinlichkeit Alzheimer kuriert, locker auch privat zu finanzieren ist.
Wobei das letztlich eine überflüssige Diskussion ist. Wenn man das Geld von Gates in die Alzheimerforschung steckt, kann man zukünftig “frei gewordene Mittel”, die vielleicht in 5 Jahren in diese Forschung gesteckt worden wären, für was anderes verwenden.
@Rayson
“Ökonomen-Standard-Antwort Nr. 1″
Nein die Alternativen sind nie vollstaendig. Das ist aber auch die berechtigte Kritik an der Oekonomie dass diese ueberhaupt annimmt (manchmal) dass es vollstaendige Alternativen und Motive gibt. Gibt es nicht. Nie.
Unbachtet die unschärfe der Alternativen.
Antwort b), falls das Geld von Bill kommt. Denn dann wird in Zukunft die Heilung von Alzheimer mit meinem Namen verbunden sein und alle werden mich verehren. a) wäre nur ein weiterer Tropfen in ein Fass ohne Boden und würde nicht weiter auffallen.
Antwort a) falls es Steuergeld wäre. Denn dann ginge es darum hier und jetzt Wähler zu kaufen. b) wäre zwar auch toll, aber erstens würden meine Ministerkollegen mir das Geld für mein Egoprojekt nicht geben und zweitens, selbst wenn doch, würde es von der Öffentlichkeit nicht mehr als “mein Projekt” wahrgenommen. (Ich bau ja schliesslich davon keine Autobahnen (-:)
Offenbar gleitet die Diskussion etwas ab. Das mag durchaus daran liegen, dass die Alternativen wirklich etwas unscharf sind.
Deswegen nochmal:
Es gibt absolut keinen Grund für b). Es ist völlig klar, dass ein Medikament für die Heilung von Alzheimer bei weitem mehr als 10 Mrd. Dollar einbringt, wahrscheinlich sogar weit mehr als 100 Mrd. Dollar. Was heisst relativ hohe Wahrscheinlichkeit? Ich würde mal sagen bestimmt mehr als 50%. Insofern kann es gar keinen Zweifel geben, dass Kapital für diese Investition am Markt zu finden ist. Wozu also bitte den Staat bemühen. Warum ist das Geld nicht schon längst da ? Geht Statler etwa von einem Marktversagen aus?
Zu a)
Ich halte es für absolut ausgemacht, dass in einer Gesellschaft wie der unsrigen jeder, absolut jeder, ein Recht auf ein Mindestmaß an medizinischer Versorgung hat. Diese Versorgung muß aber natürlich auch finanziert werden, Insofern muß jeder auch krankenversichert sein. Diese Versicherung muß das Mindestmaß an medizinischer Versorgung abdecken. Dies sollte durchaus privatwirtschaftlich organisiert sein. Auch der Selbständige muß diese “Grundversicherung” abschliessen. Darüber hinaus steht es jedem frei sich weitergehend zu versichern. (Zahnersatz, Chefarzt, Einzezimmer…). Und wenn jemand, aus was für Gründen auch immer, nicht in der Lage diese Versicherung selbst zu bezahlen, dann muß der Staat helfen.
Die Frager ist m.E. nicht, ob es eine solche Grundversorgung geben muß, sondern was dazu gehört.
Zum Beispiel kann es nicht sein, dass eine notwendige 80 Dollar Behandlung abgelehnt wird.
Andererseits muß eine teure Krebstherapie oder gar eine Oparation für einen 90-jährigen auch nicht mehr sein.
Neues Hüftgelenk für 80-jährige (da war doch mal was mit dem Mißfelder) halte ich für Diskussionswürdig.
Zahnersatz: Nein! An einer Zahnlücke stirbt keiner…
Und wenn mit den 10 Mrd. ( durch Auflage eines Fonds z.B.) eine solche Grundversorgung sichergestellt werden kann, dann her damit.