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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Effektivere Entwicklungshilfe

Statler, 20.10.2007

Using the domestic program as a template, Congress should provide a 39-cent tax credit for every dollar of American investment in developing countries. If Company X were to build a $100 million factory in Madagascar, its tax bill would be reduced by $39 million. The lost tax revenue would be offset by reducing direct foreign aid by the same amount.

The power of substituting tax credits for lump sums of cash is that while the cash would bring at most $39 million to Madagascar, the tax credit results in a $100 million investment. For the same cost to the federal government, Madagascar receives far more resources. And by leveraging its foreign aid dollars, the United States is better off too, for reasons from the creation of new markets to alleviating conditions that may aid terrorist recruitment.

Exzellente Idee! Gefunden bei Greg Mankiw. Desaströs im Hinblick auf die Effizienz der internationalen Investitionsströme, aber ziemlich effektiv im Hinblick auf die Ziele, die man mit Entwicklungshilfe normalerweise verfolgt.



7 Kommentare zu “Effektivere Entwicklungshilfe”

  1. Ben

    Die Idee ist es sicher Wert mit ihr zu experimentieren. Man sollte aber nicht vergessen, dass viele Entwicklungsprojekte Ziele verfolgen, die der Privatsektor nicht notwendigerweise teilt.

    Ich kann mir z.B. kaum vorstellen, dass sich Unternehmen darum reissen werden in die Grundschulbildung und Gesundheitsversorgung der aermsten Bevoelkerungsgruppen zu investieren. Da koennen die Steuersubventionen noch so gross sein…

  2. Sven

    @Ben

    Es ist auch fuer jedes Privatunternehmen erstrebenswert, dass sich durch economic development neue Maerkte eroeffnen, und es gibt sogar viele Unternehmen, die langfristig genug denken und in Bildung und development in Wachstumsmaerkten investieren. Beispiele waeren Microsoft mit seinem Unlimited Pontential Programm in Indien. EIne andere Seite der Medaille ist z.B. die indsche Firma Tata, die durch die Oeffnung der Weltmaerkte zu einem Global Player werden konnte und schon seit langem in das indische Bildungssystem investiert.
    Im uebrigen duerften Investitionen in die lokale Wirtschaft ja wohl sowieso am wichtigsten sein, der Rest ergibt sich dann sowieso von selbst.

    @ Statler

    Aber kannst Du mir dann bitte mal erklaeren, wie sowas z.B. hier in den USA durchzusetzen sein soll, wenn ja wohl klar ist, dass solche tax credits zu einem Abfluss von Investitionen fuehren werden, was ja langfristig makrooekonomisch sinnvoll sein mag, aber fuer viele durchschnittliche amerikanischen Waehler ja leider hoechstwahrscheinlich direkte negative Konsequenzen haben wuerde.

  3. Markus Oliver

    Hat der Typ eine Macke?

    Will der etwa mit der Entwicklungshilfe den Menschen dort unten helfen?

    Der kann doch nicht so blöd sein zu denken, Entwicklungshilfe wäre zur Hilfe da. Wohlmöglich mögen unsere Gesellschaften noch die wirtschaftliche Entwicklung in diesen Ländern mit unseren Geldern unterstützen.

    So jemand glaubt wohlmöglich auch vor Gericht gäbe es Gerechtigkeit.

  4. Libero

    Ich bewundere Ihre Naivität. Sei Sie ihnen erhalten bis ins hohe Alter!

    Warum ist gleich die Entwicklungshilfe unwirksam? Hat das nichts mit den real existierenden art of bureaucracy in diesen Ländern zu tun? Hat er denn nicht Freiheit für das Kapital von Hernando de Soto gelesen? Ist damit zu rechnen, daß sich die Bürokratie gegenüber dem Investor anders verhält?

    Indien hat vor allem deshalb einen Wandel vollzogen, weil sich die Bürokratie wandelte. Erst seitdem ist eine wirtschaftliche Entwicklung möglich.

    Wie war es vorher? Man hatte Brammen. Die sollten gewalzt werden. Dafür braucht man Strom. Strom ist heute nicht. Also verkaufte man nicht Blech, sondern Brammen. Das bedeutet natürlich weniger Profit und weniger Blech für die Verarbeiter.

    Was machte man also? Man versuchte, diese Störungen auszuschalten. Kaufte Kohleminen, versuchte Kraftwerke zu betreiben. Legte eigene Schienenwege an. Alles nur, um Brammen zu Bleche zu walzen und zu verkaufen.

    Heute muß man das nicht mehr. Zwar gibt es, auch in China, immer noch Einschränkungen in der Stromversorgung, aber die sind auch der raschen Entwicklung geschuldet. Der Aufbau der Infrastruktur bei gleichzeitiger Modernisierung der Altanlagen ist auch eine gewaltige Herausforderung.

  5. Henning

    Wird damit nicht die Verlagerung der Produktion ins Ausland subventioniert?

    Wonach richtet sich die Höhe des Steuererlasses? Wer im Tschad ne 100 Mio $ Fabrik baut bekommt 39 Mio $ Steuer erlassen, wer in Ägypten eine 100 Mio $ Fabrik baut nur 20 Mio $?

    Wer soll überwachen, dass das jeweilige Unternehmen da auch wirklich Fabriken baut und nicht ne riesige Wellblechhütte für 2 Mio $, um den Steuererlass abzusahnen?

    Mich kotzt diese Politiker-Milchmädchenrechnung an. Es wird ja so getan, als könnte man die Geldströme einfach kostenlos umleiten. Als würde das Betreiben dieses Programms kein Geld kosten bzw. Ressourcen verbrauchen. Es ist unwahrscheinlich, dass Geld das für Entwicklungshilfe bestimmt ist, friktionslos die “Steuerverluste” für das neue Programm Dollar für Dollar substituiert.

    Effektive Entwicklungshilfe wären Abbau von Zollbarrieren und die Erleichterung des Handels. Außerdem sollte man darüber nachdenken, wie man den institutionellen Rahmen dieser Länder verbessern helfen kann.

    PS: Statler wo bleiben denn deine Gedanken zum Zusammenhang zwischen Geldmenge und Inflation und der monetären Analyse der EZB? Würde mich wirklich interessieren, da ich nich sicher bin ob die Preissteigerungen bei Energie und Lebensmitteln nicht schon erste Anzeichen sind, das der Zusammenhang doch noch gilt. ;-)

  6. Libero

    Wenn ich irgendwo eine Fabrik errichten will, brauche ich dazu nicht nur eine sehr umfangreiche Logistik.

    Dazu gehört auch der Abbau von Barrieren, nicht nur der Zollbarrieren zwischen Ländern, sondern auch der Barrieren innerhalb des Landes. Solange lokale Machthaber jeden finanziellen Strom und jeden Warenstrom, der durch ihr Land geht, als ihre legitime Beute ansehen, brauche ich da keine Fabrik errichten.

    Man sollte sich mal überlegen, wo diese lokalen Machthaber ihr so “erwirtschaftetes” Geld anlegen. Man kann ja mal vergleichen, wieviel Geld in ein Land strömt und wieviel und zu wessen Gunsten aus einem Land strömt. Es kann mir doch kein Banker erzählen, das ihm die Art der Erwirtschaftung mancher Vermögen in armen Ländern nicht geläufig ist.

  7. FunkyAlfonso

    Ich vermisse in Menkiw’s Argumentation irgendwie den wesentlichen Grund, der dazu führt, dass Unternehmen in Drittweltländern nicht investieren:

    Fehlende (bzw. nicht existente) Rechtssicherheit.
    (Komisch, ich hab im ersten Semester VWL ein Lehrbuch von ihm gelesen, in dem er das Problem zumindest angerissen hat).

    Eine Subventionierung der US Unternehmen würde doch nur dann zum gewünschten Erfolg führen, wenn das Unternehmen sich darüber sicher wäre, dass der erwartete Gewinn mitgenommen werden kann…

    Solange die Rechtsprechung eines Landes aber von der Tagesform des Diktators und/oder der Ungewissheit darüber, ob der Diktator nächste Woche durch einen anderen ersetzt wird abhängt, wird doch kein rational geführtes Unternehmen in solch einem Land investieren, egal, wie groß die Subvention ist.

    Vielleicht hat er sich in seinem Vorschlag ja auf bestimmt Staaten bezogen, die dahingehen weniger problematisch sind; das Entscheidungsproblem der US Unternehmer hängt aber am Ende wohl trotzdem nicht in erster Linie von der Gewinnspanne (oder Steuererleichterungen) ab.

    - Funky

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