Stagnierende Reallöhne für die Mittelschichten in den USA?
Statler, 24.10.2007
For the last thirty years, twenty-eight percent growth in median wages is the best available estimate. Don’t let anyone tell you it is zero or negative.
Wohl doch eher nicht.
antibuerokratieteam.net





Sorry, aber das ist nun wirklich nahe an lächerlich. Der Artikel der Fed sucht sich einfach die angenehmere Inflationsberechnung und rechnet sich so die Ergebnisse schön. Ich halte auch die Berücksichtigung von “fringe benefits” für irreführend, wenn man das Lohnniveau der Mittelklasse betrachten will.
Es gilt einmal mehr: Glaube keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast.
‘tschuldigung, aber gerade die “fringe benefits” in den USA sind eine massive Position. Wenn dir der Arbeitgeber u.a. die Krankenversicherung und die zahnärztliche und kieferorthopädische Behandlung deiner Kinder bezahlt (dental plan), dann sind das schon massive Kostenpositionen, die du nicht aus deinem Nettoeinkommen bezahlen musst, und die AFAIK in den USA insgesamt 30% auf das Nettoeinkommen ausmachen. Und in den USA, wie auch bei uns, sind natürlich gerade die Kosten für Gesundheit nicht weniger geworden. Wenn der Arbeitnehmer davon in seinem Nettoeinkommen nichts merkt, dann wäre es unredlich, dies nicht zu berücksichtigen.
In gleicher Weise mußt du natürlich auch in Deutschland die “Arbeitgeberanteile” bei der Berechnung des Realeinkommens berücksichtigen, die ja eigentlich nur die Aufteilung bei der Einführung berücksichtigen, und eine durchgereichte Kostenposition darstellen – die Kosten des Mitarbeiters für den Arbeitgeber sind der eigentliche Bruttolohn, und wenn diese Benefits und Arbeitgeberanteile nicht wären, würde der nominale Bruttolohn um genau diesen Anteil steigen, bei Kostenneutralität für den Arbeitgeber.
apex
28 % in dreißig Jahren sind angesichts der Entwicklung der Produktivität nicht viel. Abgesehen ergäbe sich möglicherweise ein anderes Bild, wenn man sich die letzten, sagen wir mal, 10 Jahre anschaute.
Die finge benefits sollte man berücksichtigen, wenn man die Kosten auf Seiten der Arbeitgeber betrachten will. Aber nicht, wenn man die Lebensqualität bzw. das Lohnniveau der Arbeitnehmer im Auge hat. Sicher, die Arbeitgeber federn einen Teil der Sozialstaatskosten für die Arbeitnehmer ab. Aber ich finde es schon obszön, die Arbeitnehmer dann hierdurch “reich zu rechnen”.
Selbstverständlich muß man diese benefits auf beiden Seiten betrachten – als Kosten beim Arbeitgeber und als Nutzen für den Arbeitnehmer.
Die sind als geldwerter Vorteil durchaus adäquat zu einer Lohnerhöhung.
Die fringe benefits sollte man tatsaechlich einberechnen.
Aber das Ergebnis scheint trotzdem ganz stark von der Wahl des Inflationsindexes abzuhaengen. Wie schon erwaehnt benutzt der Artikel der Fed den niedrigsten Inflationsindex (PCE). Der haeufig verwendete CPI-W, ist ueber die letzten 30 Jahre um 40 Prozentpunkte mehr gestiegen (das gibt der Artikel auch ganz offen zu). Waere also der CPI-W verwendet worden, dann saehe dass Ergebnis ganz anders aus und der mediane Lohn waere sogar gesunken.
Ich verstehe meine Vorredner nicht ganz. in dem ursprünglichen Artikel ging es doch meiner Meinung nach darum, dass es Diskrepanzen zwischen den Makro- und den Mikrodaten gab, d.h. dass die Mikrodaten eine Stagnation suggerierten, während das bei den Makrodaten nicht so war.
Es ging also darum die Diskrepanz zu erklären. Dies geschah einerseits über die Berücksichtigung von Fringe-Benefits und andererseits über eine Wahl eines Inflationsindexes. Da die Makrodaten wohl bereits reale Größen zeigen, kann man wohl kaum sagen, dass der Fehler in der Wahl des Inflationsindexes bei den Mikrodaten liegt.
Zudem scheinen einige Leute einfach ihre ideologischen Überzeugungen durchboxen zu wollen (Die Armen werden immer Ärmer, die Löhne nehmen nicht zu, die Lohnquote sinkt, blablabla….). Wenn dann eine Studie mal was anderes zeigt, dann ist das natürlich immer gleich Betrug, Lüge und irgendeine Weltverschwörung… So kann man doch nicht ernsthaft diskutieren.
Zum Thema Lohnquote, was hier wahrscheinlich verwechselt wird: auch da sind die Verwerfungen nicht so stark, wie manch einer annehmen mag. Diese ist zwar in den letzten Jahren gesunken, aber es handelt sich dabei nicht um gigantische Verwerfungen. Ich denke, dass heir sehr viel ideologische Soße über ein eigentlich spannendes Thema gegossen wird. Die Daten- und Faktenlage interessiert doch eigentlich niemanden wirklich. Jeder Bericht der die eigene Meinung unterstützt ist natürlich richtig, alles andere natürlich Lug und Betrug. Das ist einfach albern.