Vorwärts Genossen, zurück zu den Traditionsreflexen

25.10.2007 15:08 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim - 11 Kommentare

Fast hilflos musste die Linke in der SPD erkennen, dass sich in unserer einen Welt plötzlich neue Volkswirtschaften aus der Knechtschaft des Entwicklungs- oder Schwellenlandstatus befreiten – und ernste Konkurrenten für deutsche Industriearbeiter mit IG-Metall- und SPD-Mitgliedschaft wurden, weil sie sich nicht um deutsche Lohnniveaus, deutsche Arbeits- und Urlaubszeiten und andere hart erkämpfte Standards kümmerten. So hatte die Linke die Teilhabe der bisherigen Habenichtse an der Internationale der reichen Industriestaaten nicht gemeint. Teilhabe ja, aber natürlich zu unseren Bedingungen.

Über den Zusammenhang zwischen sozialdemokratischen Illusionen und nationaler Besitzstandswahrung, sowie Becks Rolle rückwärts – mein Lieblingsgrüner Oswald Metzger im SPON at his Best.

Post to Twitter Post to Delicious Post to Digg Post to Ping.fm

RSS Kommentar-Feed Trackback-URI Druckansicht Tags: , ,

11 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Lina, 25.10.2007 16:32

Wusste gar nicht, dass Ihr Lieblingsgrüner immer noch ein Grüner ist und nicht eher zu den Wrtschaftsliberalen zu zählen ist, also längst der FDP angehört. Ihr Lieblingsgrüner hat eine sehr plastische Sprache und sagt mit ihr genau das, was vor diesem Parteitag zu sagen war – wenn es sich die SPD schon nicht selbst auf ihre Fahnen schreibt.

So viel dummen und durchsichtigen Populismus zum schnöden Zweck der Besitzstandswahrung hätte ich ihr, der Partei meiner Ahnen, nicht zugetraut. Die würden sich im Grab umdrehen, wenn sie wüssten, dass den Roten unserer Tage Feigheit den Verstand trübt.

Das hätte man ihnen vor Zeiten, als sie noch Sinn machten, nicht vorwerfen dürfen. Geradezu ehrenrührig wäre das gewesen; heute geht das glatt als Überlebensstrategie durch…

 
jo@chim, 25.10.2007 20:44

Es sagt viel über den traurigen Zustand der Klientel-Partei FDP aus, dass ihr ein Liberaler wie O.M. nicht schon längst angehört, ja…

dagny, 26.10.2007 13:15

Jede Partei ist Klientelpartei.

Lina, 26.10.2007 14:23

Wikipedia sagt: “Die Kollektivform Klientel (abgeleitet von lat. clientela = die Anhängerschaft, die Gesamtheit der Schützlinge) bezeichnet ursprünglich die Gesamtheit der Armen („Klienten“) im alten Rom, die sich einem Patron unterworfen haben, der für sie eintritt und im Gegenzug deren Treue verlangt (lat. clientela = das zwischen einem Klienten und seinem Patron bestehende Verhältnis der Schutzgenossenschaft).”

Schutzgenossenschaft, Schutzgemeinschaft? Klingt nach Mafia – oder p.c. gesagt: Lobbyistenvereinigung. Kann man der FDP das anhängen? Von ihrer spezifischen Anhängerschaft (aus der Wirtschaft) her schon, weshalb sie wahrscheinlich doch die einzige echte Klientel-Partei ist…

dagny, 26.10.2007 15:36

Wie gut, dass bei den Gruenen und denjenigen, die von Solar und Windkraftfoerderung durch den Staat provitieren, niemand so genau hinsieht.

Lina, 26.10.2007 16:01

Profiteure gibt es überall.

Was ich mit meinem Einwand sagen wollte ist, dass die FDP, wenn sie so weitermacht wie bisher, als exklusiver Club für Wirtschaftsliberale keine neue Wählerschichten erschliessen wird, demnach nicht mehr an Breite und Prozenten gewinnen kann, als sie (als Klientelpartei) seit Jahren hat.

Für eine liberale Partei ist ihr sichtbares Spektrum damit ziemlich beschränkt, finde ich. Oder konkret gesagt: Ein Aufmischer wie O.M. fehlt dort.

 
 
 
 
 
Marian Wirth, 25.10.2007 23:30 Subscribed to comments via email

die Linke in der SPD

Das zeigt, dass O.M. von der SPD keine Ahnung hat. Nicht nur die Linke in der SPD denkt so, sondern mindestens 2/3, in manchen Landesverbänden 90%.

Fast hilflos musste

Da fehlen zwei Punkte über dem u von “musste”. Entweder ein Übermittlungsfehler vom SpOn – oder der endgültige Beweise für Metzgers Ahnungslosigkeit.

Oder kannst Du mir irgendwelche Belege für irgendwelche “Erkenntnisprozesse” innerhalb der SPD liefern, Statler?

Und weil die SPD so ist, wie sie ist, bin ich ab morgen nachmittag … wo?

 
Marian Wirth, 25.10.2007 23:31 Subscribed to comments via email

Oh, äh … meine ich natürlich.

jo@chim, 25.10.2007 23:43

:-) Ja ich schreibe hier auch noch gelegentlich, Marian. CU.

 
 
Marian Wirth, 26.10.2007 00:35 Subscribed to comments via email

Hätte ich mir ja gleich denken können, dass Statler sich nicht mehr mit sowas wie “der Linken in der SPD abgibt”, wo er doch zum Tod von Peter Glotz damals geschrieben hat, dass die SPD nun die eine Hälfte ihres Gehirns verloren habe und die andere sei Helmut Schmidt (ja, ich bin immer noch beleidigt.)

CU, ;-).

 
vaterlandslose-gesellen.de, 26.10.2007 23:01

Die SPD sollte der Linken einen Heiratsantrag stellen

 

Beitrag kommentieren

Name (erforderlich)
E-Mail (notwendig - wird nicht angezeigt)
URI