Nachdem wir am Wochenende in Gummersbach viel über bloggende Politiker diskutiert hatten, hatte ich heute Morgen das Vergnügen, mit einem solchen zu frühstücken. Allerdings nicht mit Dirk Niebel (aber der bloggt ja eigentlich auch nicht), sondern mit John Redwood. Ich erzählte Mr Redwood, der Minister für Wales unter Premierminister John Major war, von unserem Seminar und den Bedenken deutscher Politiker, was das Bloggen betrifft.

Redwood konnte das alles nicht so recht nachvollziehen. Er schreibe alles alleine, bemühe sich, täglich zu bloggen („Sonst kommen die Leser ja nicht wieder.“). Er moderiert auch die Kommentare selbst („Manchmal muss ich Beschimpfungen entfernen“), und mögliche Abweichungen von der Parteilinie scheinen ihn auch nicht zu stören („In vielen Bereichen haben wir doch gar keine Parteilinie.“). Und überhaupt: Meinungsfreiheit sei doch etwas Schönes, und beim Klimawandel („Ich bin da Agnostiker“) gebe es doch noch viele offene Fragen, über die man schreiben sollte.

John Redwoods letztes Buch hieß übrigens „I want to make a difference – but I don’t like politics.“ Quite. Schade, dass es so Typen wie Redwood nicht auch in der FDP gibt.