Wenn irgendwann die Reaktion die Staatsmacht übernimmt und ebenfalls dann mit der Zeit totalitäre Züge annimmt, Macht korrumpiert schließlich immer, sollte dann nicht eine Zeitschrift wie eigentümlich frei die Achtundsechziger verteidigen und die Reaktion bekämpfen?

Schreibt André F. Lichtschlag im Editorial der aktuellen Ausgabe des ef-magazin.
Danke für die wirklich aufschlussreiche Klarstellung, André:

Der ehemalige Marktplatz für Liberalismus, Anarchismus und Kapitalismus (das „Marktplatz“ entschlief irgendwann still) als Hiwi-Trüppchen an der Seite der konsequentesten Vertreter der vor-bürgerlichen Reaktion, der man an die „Staatsmacht“ helfen möchte: Wiederholung als Farce. Denjenigen Liberalen, die in grenzenloser Selbstüberschätzung in den zwanziger und dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts im Eintreten gegen den Totalitarismus der Kommunisten als Steigbügelhalter der rechten Totalitären fungierten, blieb schliesslich nur die Kapitulation – und letztendlich nichts mehr zu verteidigen als das eigene Leben.

Die Kapitulation nehmen AFL, sein Alter Ego Kaspar Rosenbaum, David Schah, Robert Grözinger zusammen mit ihren (inzwischen nicht mehr so) neuen Kameraden ef-Autoren Kubitschek, Wolfschlag, Kositzka, Schüsslburner, etc. aus dem Umfeld des „Institutes für Staatspolitik“ (hier im Rahmen einer passenden Linkliste) ganz im Sinne des antidemokratischen Gottes Hans-Hermann Hoppe schon vorweg:

Der – partiell immer auch antiautoritäre! – 1968’er Aufbruch wird zur zentralen Projektionsfläche der Kritik am bürokratischen Umverteilungsstaat, es soll ein paläo-konservativer Wertekanon für Liberale verbindlich etabliert werden.

Anstatt die individualistischen Impulse dieses Aufstandes gegen Obrigkeit und angemasste Autorität(en) wider die autoritäre Volkserziehungsrepublik der im Zentrum der Macht angekommenen „Achtundsechziger“ und ihrer Nachgeburten zu wenden, sucht (und findet) ef das Bündnis mit rechten Reaktionären. Anstatt die emanzipativen und progressiven Potenziale der Freiheitsrevolte – die 1968 auch war – gegen den antihumanistischen Geist des Ökologismus (der den gescheiterten Sozialismus als Herrschaftsideologie ergänzen oder ersetzen soll) zu wenden, lässt sich das Magazin in „Anti-Antifa“-Kampagnen der extremen Rechten einspannen und verschafft diesem Spektrum so liberale Reputation.

Der Feind meines Feindes ist mein Freund: schon immer eine dumme (und potenziell gefährliche) Parole. Aus der Befreiungsideologie des Libertarismus wird so platter reaktionärer Antietatismus.

Nur konsequent in dem Zusammenhang, dass jetzt auch das „libertär. kapitalistisch. individualistisch“ auf dem Cover der Zeitschrift sang- und klanglos verschwunden ist.

Bye bye Eifrei.