Neoliberales Radiofeuillton

13.11.2007 20:45 - Audiovideo, Statler & Waldorf by Statler - 16 Kommentare

Er selbst mit seiner britischen Bescheidenheit und Zurückhaltung wollte wohl nicht darauf hinweisen, also mache ich es: Den Kollegen aus London kann man jetzt auch

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16 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Lina, 13.11.2007 21:27

Komisch, so bescheiden und zurückhaltend kenne ich ihn gar nicht ;-), aber gute Stimme, wirklich.

Ich habe von ihm gehört, die Deutschen müssten endlich wach werden. Man könne mit ihnen ja nicht ständig reden wie mit einem dummen Kind, oder? Deshalb diesmal so.

Ob sie’s verstehen? Ihr neues Paradies im freien Markt suchen und finden wollen? Mal abwarten.

(Aber: Vertreibung ohne Verheissung. Ob das funktioniert?)

Statler, 13.11.2007 21:37

Mit dem Paradies wird das nix, und Liberale wären die Letzten, die irgendwem ein Paradies versprechen würden.

Der freie Markt ist ein effizientes Instrument, um jede Menge Probleme zu lösen, aber nicht der Himmel auf Erden.

 
Oliver M.H., 14.11.2007 07:59

Statler hat es zwar schon gesagt, aber hier noch einmal, Lina: Ein Paradies würde ich niemandem versprechen. Das gibt es in einer Welt mit Knappheiten, Transaktionskosten und Unsicherheit auch nicht.

Etwas prosaischer steht es in der Genesis: Der Mensch wird im Schweiße seines Angesichts sein Brot essen. Das wurde ihm bei der Vertreibung aus dem Paradies mit auf den Weg gegeben. Die Sozialisten tun nur so, als hätte es diese Vertreibung nie gegeben und machen sich und anderen damit nur etwas vor.

Lina, 14.11.2007 09:24

Danke für die Extra-Belehrung, Oliver.

Als ob ich das nicht schon gewusst hätte, was Du da im Schweisse Deines Angesichts sagst.;-) Es ist die Hypothek, mit der wir leben. Paradies ist – wenn überhaupt – anderswo.

Mir geht es doch um etwas ganz Anderes, nämlich um ein marktfähiges Strategiekonzept, um die Ware “Wirtschaftsliberalismus” öfter und erfolgreicher als bisher über die Theke gehen zu lassen.

Es muss doch möglich sein, die Verpackung zu wechseln, die zu leicht aus der Hand rutscht, weil sie so hochpoliert ist.

Oliver M.H., 14.11.2007 09:59

Lina, das war keine Belehrung, sondern eine Feststellung.

Sollen wir also den Liberalismus so hübsch verpacken, dass ihn auch alte Sozialdemokraten akzeptieren könnten? Ich glaube nicht. Wir müssen schon den Mut haben, das auszusprechen, was wir für richtig halten, ohne zuviel Rücksicht auf alte Denkmuster zu nehmen. Dass wir dabei trotzdem auf die Vorteile unserer Politikentwürfe hinweisen müssen, versteht sich aber auch von selbst.

Lina, 14.11.2007 10:30

Du sagst: “Wir müssen schon den Mut haben, das auszusprechen, was wir für richtig halten, ohne zuviel Rücksicht auf alte Denkmuster zu nehmen.”

Das ist Inhalt – ich sprach von der Verpackung, lieber Oliver.;-)

(Du dachtest an eine sozialverträgliche Verpackung, sozimässig und so? Ich dachte an Geschenkpapier.)

Oliver M.H., 14.11.2007 11:16

Ja, ich dachte an die sozialdemokratische Verpackung, nur keinem wehtun usw. Und da moechte ich nicht mitmachen. Das waere auch nicht ehrlich. Aber man kann und sollte den Leuten sagen, dass sich die Anstrengung lohnt.

 
 
 
 
 
 
Lina, 13.11.2007 22:15

Ja, Statler, das ist gleichzeitig Euer Problem, dass Ihr – anders als die Anderen – einfach nichts versprechen wollt.;-) Ihr können das ruhig auch die PR-Katastrophe der FDP nennen…

Ich persönlich rechne es Euch hoch an, dass Ihr so offen und pragmatisch seid – aber all die Anderen, die nach dem Prinzip Hoffnung wählen? Ich weiss nicht.:-)

Ich fürchte, das wird solange nichts, bis Ihr denen das effiziente Instrument und seine Funktionen mal ordentlich erklärt habt. Immer wieder, wenn’s sein muss. Und ganz langsam. Irgendwann können sie dann damit umgehen. Im Baumarkt werden sie immer nur enttäuscht vom Service, die Deutschen.

stefanolix, 13.11.2007 23:38

Lina ist unbezahlbar: wer schafft es sonst, den Baumarkt und die FDP in einen Kommentar zu packen? ;-)

Nach dem 9. November 2007 und nach all der Unpolitik im Herbst 2007 werde ich wohl nur noch wählen gehen, wenn ich die Illusion in mir trage, wirklich Schlimmes verhindern zu können. Sonst bleibe ich zu Hause und kümmere mich um wichtigere Dinge.

PS: Prinzipiell ist die FDP auf Landesebene auch populistisch, wenn es der Wahlkampf erfordert. Ich erinnere mich mit Schaudern an das Jahr 2004, als die FDP hier in Sachsen gegen Schröders “Agenda 2010″ mit dem Argument “herzlos” antrat. Das war unfair: noch nie zuvor wurde Schein- und Unpolitik mit so viel Herz gemacht wie unter Rot/Grün ;-)

 
 
Rayson, 14.11.2007 00:13

Lina ist unbezahlbar: wer schafft es sonst, den Baumarkt und die FDP in einen Kommentar zu packen? ;-)

Wodurch sie tiefe Einsicht offenbart. Beides, die Schwäche des Liberalismus in einem Land mit Verhältniswahlrecht und die Existenz von Baumärkten, ist Ausdruck des hiesigen temperierten Sozialismus.

 
Marian Wirth, 14.11.2007 10:01 Subscribed to comments via email

Das Einzige, was ich an dem Stück auszusetzen habe, ist, dass in den Referenzen mal wieder dieser desorganisierte, benutzerunfreundliche, inkohärente Kramladen, dem zu einem Blog weit mehr als nur die Kommentarfunktion fehlt, auftaucht – und das Antibürokratieteam nicht.

R.A., 14.11.2007 10:34

@Marian:
Du wirst doch das Leitmedium der liberalen Blogosphäre nicht so hemmungslos beleidigen wollen ;-)

Und in Gummersbach hatten wir doch festgestellt, daß es keine verbindliche Definition von Blog (à la “nur echt mit Kommentarfunktion”) gibt.

Aber Du hast völlig recht – ein entscheidender Link fehlte.

 
Sven, 14.11.2007 20:29

Du kannst Dich ja mal freiwillig als Kommentar-Editor bei Achse des Guten anbieten. Wenn man sich die Leserbriefe auf Broder’s homepage mal anschaut, kann man ja davon ausgehen, dass eine Kommentarfunktion auf AchGut literweise antisemitischen und sonstigen Dreck produzieren wuerde. Die Jungs(und Maedels) sind halt zu beschaeftigt, sich mit sowas rumzuschlagen.
Aendert nichts daran, dass dieser chaotische Blog (oder website oder was auch immer) zu meiner taeglichen Pflichtlektuere gehoert.

 
 
Marian Wirth, 14.11.2007 12:04 Subscribed to comments via email

R.A.,

Und in Gummersbach hatten wir doch festgestellt, daß es keine verbindliche Definition von Blog (à la “nur echt mit Kommentarfunktion”) gibt.

Naja, irgendwer hat das festgestellt – und ich war zu abgelenkt, um vehement zu widersprechen. Aber es kam mir ja auch mehr auf Deine andere Feststellung an:

ein entscheidender Link fehlte

;-)

 
R.A., 14.11.2007 14:48

> Naja, irgendwer hat das festgestellt …

Du meinst bestimmt den:
> Selbstdarsteller A stellt belehrend seine
> arrogante Weltsicht in den Raum …
http://www.media-ocean.de/2007/11/02/nachlese-die-liberale-blogosphare/

 

[...] schönen Betrag, der in Zusammenhang mit dem beim A-Team empfohlenen umso netter zu lesen ist, hat Ulf Poschardt geschrieben, vermutlich auch gesprochen, [...]

 

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