Kann man noch ein Unwort des Jahres vorschlagen?
Ich würde nämlich gerne Magdeburg nominieren.
Brutale fremdenfeindliche Attacken: In Magdeburg haben Unbekannte eine Gruppe von Afrikanern angegriffen und zwei von ihnen verletzt. Kurz zuvor war eine schwangere Irakerin in einem Bus beleidigt und ins Gesicht geschlagen worden. Zahlreiche Schaulustige hatten die Übergriffe beobachtet.
So ist das da. Und es ist ein Muster, kein Einzelfall:
Aber was hilft es? Schon am vergangenen Wochenende wurde ein afrikanisches Ehepaar im Magdeburg angegriffen, in einer Straßenbahn. Auch da griff keiner ein. Die Opferberater erzählen von weiteren Fällen in Bussen und Bahnen.
Keiner greift ein? Naja, manch einer schon. Die üblichen Außenseiter eben:
…zwei Beamte gingen dazwischen - am Ende wurde einer von ihnen ebenso verletzt wie zwei Afrikaner. Und ein Punk, der die Szene beobachtet hatte und den Polizisten zu Hilfe kam.
Scheint so, als täte manch einem Landstrich ein wenig mehr Antifa doch ganz gut. Verdammt nochmal, das ist eine Universitätsstadt mit 13.000 Studenten. Und dann hält sich da so ein Milieu? So ein geistiges Klima? Das kann ja wohl nicht wahr sein!
Hatten die doch genug da, in Stabü und so. Hat aber offensichtlich nix geholfen. Nene Statler, weniger Nazis und Kommunisten (aka “Antifas”) täten dem Landstrich gut. Das sind nur verschiedene Seiten derselben totalitären Medaille…
Jaja, aber in dieser zweitbesten Welt, in der diese Stadt offensichtlich von Aggressionen auf alles fremd Wirkende beherrscht wird, da sieht das anders aus.
Wie war das nochmal mit dem Teufel und dem Beelzebub?
Okay, es gäbe eine weitere Alternative: Polizisten mit robustem Mandat, die, wie z.B. ihre amerikanischen Kollegen, einem marodierenden Nazi eher eine Kugel ins Bein schießen als sich von diesem verprügeln zu lassen. Kann man auch machen. Aber 17 Jahre nach den ersten fremdenfeindlichen Attacken in Ostdeutschland wäre es an der Zeit, den sozialpädagogischen Ansatz endgültig für gescheitert zu erklären.
Nichts dagegen. Wird aber schwer, das in der Praxis auf “marodierende Nazis” zu beschränken. Aber das hast du wohl auch nicht so gemeint…
Man kann aber nicht sagen, dass sich nichts tun würde:
Ja, das ist alles ganz schön, aber dann liest man eben wieder die Meldung von dem Polizisten, der in einer Auseinandersetzung verletzt wird und die Täter fliehen läßt. Die Hemmschwelle, sich mit den nötigen Mitteln zur Wehr zu setzen, scheint einfach sehr hoch zu sein.
Solange die rechte Szene das Gefühl hat, die Straße zu beherrschen, macht sie was sie will. Man muß ein Klima herstellen, in dem diese Szene Angst bekommt. Alles andere hilft nicht.
Oder man nimmt das Beispiel Bernburg, wo rechte Schläger sogar ohne Auseinandersetzung laufengelassen wurden. “Wegschauen” kommt auch bei der Polizei oft genug vor!
Welchen sozialpädagogischen Ansatz meinst DU genau? Ich sehe eigentlich nur den Ansatz des laissez-faire, was mit Sozialpädagogik mal genau überhaupt gar nichts gemein hat.
Mit dem Wissenschaftszweig ganz sicher nicht. Aber in der Arbeit bestimmter Sozialpädagogen ist leider außer “laissez-faire”, aufgesetzter Betroffenheit und viel Herumlabern kaum etwas zu erkennen.
Oh, ich sehe, da hat jemand RICHTIG Einblick, Respekt, wow, Hut ab!
Hast auch Sozpäd studiert pantoffelpunk? Warum gibst Du stef dann nicht recht? Aber ok, mit der Bezeichnung “Wissenschaftszweig” liegt er wirklich daneben :D
Negativ, Trotzdem würde mich mal interessieren, woher “Stef” diese bahnbrechende Kritik hernimmt bzw. welchen und wie vielen Sozialpädagogen er bei der Arbeit vielleicht schon mal begleitet hat. Es geht ja nichts über ein gut gepflegtes Vorurteil, manchmal machen sie Spaß und manchmal sind sie einfach stinklangweilig, weil so ausgelutscht und am Thema vorbei. Und Du kennst ja Dieter Nuhr und sein geflügeltes Zitat, das einfach immer wieder passt: “In der Demokratie DARF man eine Meinung haben. Man MUSS aber nicht. Und wenn man keine Ahnung hat,…”
Ich habe meine Aussage eindeutig auf “bestimmte Sozialpädagogen” beschränkt und ich frage mich ernsthaft, welchen Teil meines Kommentars der Pantoffelpunk nicht verstanden hat. Ich hatte nie die Absicht, eine ganze Berufsgruppe zu diskreditieren.
Es geht in diesem Thread um das Problem der ausländerfeindlich motivierten Gewalt in Magdeburg. In der etwas weiteren Umgebung Dresdens haben wir das gleiche Problem und ich habe mich auch schon intensiv mit mehreren ehemaligen Jung-Rechten unterhalten. Nicht mit Leuten der ganz schlimmen Sorte, aber abgebrochene Ausbildungen und Fälle von Körperverletzung kamen schon vor.
Statler schrieb oben, dass man den sozialpädagogischen Ansatz endgültig für gescheitert erklären sollte. Ich kann aus vielen Beobachtungen und vor allem aus Gesprächen mit den betreuten Jugendlichen schließen, dass der “Soz.-Päd.-Ansatz”, so wie er hier umgesetzt wird, einfach nicht funktionieren kann.
Man wollte die Jugendlichen aus der rechten Szene auf irgendeinen Berufsabschluss vorbereiten. Es war reines laissez-faire, die Sozialpädagogen waren durchsetzungsschwach, die Teilnehmer der Maßnahmen tanzten ihnen auf der Nase herum und zeigten nicht den geringsten Respekt. Der Lerneffekt war natürlich nahe Null.
Ich will nicht ausschließen, dass es ernsthaft arbeitende Sozialpädagogen gibt, die bei rechts ausgerichteten Jugendlichen etwas erreichen. Ich habe nur von solchen Fällen bisher noch nichts gehört.
Das ist der Ansatz der sogenannten “akzeptierenden Sozialarbeit”, von dem Du sprichst, Stefanolix.
Laissez faire in dem Sinne, die “mal machen” zu lassen ist das nicht - noch schlimmer: aus der “Opferperspektive” heraus (d.h. die Gewalttäter werden erstmal als Opfer der “
kapitalistischen Verwertungsverhältnisse” gesehen - was ja auch ihrem Selbstbild entspricht), sollen sie über die Schaffung von Rückzugsräumen und “Vertrauensverhältnissen” (mit den Sozpäds) reintegriert werden.Der Ansatz bewegt sich irgendwo zwischen Naivität und offener Kollaboration mit Faschisten. In der Praxis hat er in der Vergangenheit erheblich zur Etablierung “national befreiter Zonen” mit beigetragen; den Kameradschaften wurde so staatlich finanzierte Infrastruktur bereit gestellt.
Ich wusste aber nicht, dass das noch immer so praktiziert wird.
Ich vermute eher, dass sich der Ansatz in diesem Fall irgendwo zwischen Naivität und offener Arbeitsverweigerung bewegte ;-)
Es liegt auch schon eine Weile zurück und Schlimmeres möchte ich nicht unterstellen. Im Fall der beiden Jungs, an die ich mich erinnere, haben es schließlich deren Freundinnen geschafft: Junge Papas kommen ganz schnell zur Besinnung …
Bist ungerecht, Er hat doch - anders als Du - nur die Anführungszeichen vergessen…
Ich würde lieber “Fremdenfeindlichkeit” nominieren. Und hinzufügen, dass es - zwar je nach Region unterschiedlich ausgeprägt - ein Gesamtdeutsches, wenn nicht gar Gesamteuropäisches Problem ist.
Wobei Magdeburg schon ein besonders extremes Städtchen ist, auch wenn es tatsächlich ein gesamtdeutsches oder -europäisches Problem ist.
Dass gegafft wird statt einzugreifen, ist wohl auch kontextunabhängig. Gerade neulich wurde von einem schweren Verkehrsunfall berichtet, an dem andere Fahrzeuge ungerührt vorbeifuhren. Wahrscheinlich, wie jeder bei Unfallstaus auf der Autobahn erlebt haben wird, entsprechend langsam, um auch ja nichts zu verpassen.
Und bei Gewaltszenen in der Öffentlichkeit ist es leider auch mehr Regel als Ausnahme. Da kommen anerzogene Passivität, Angst und Sensationslust zusammen. Dabei braucht es oft nur einen einzigen mit den richtigen Worten.
Oh, Antifa gibt’s da schon, die ist aber anderweitig beschäftigt:
Am 27. Juni griffen Mitglieder der »Gruppe Internationale Solidarität«, der »Autonomen Antifa Magdeburg« und der »Frauengruppe Magdeburg« eine Diskussionsveranstaltung mit Pflastersteinen an und versprühten Reizgas. Mehrere Scheiben des Veranstaltungsorts, des Eine-Welt-Hauses, wurden zerstört; mindestens vier Teilnehmer der Veranstaltung, die in Kontakt mit dem Reizgas gekommen waren, mussten von einem Notarzt behandelt werden. Das Motto der Veranstaltung, die verhindert werden sollte, hieß: »Solidarität mit Israel!«
http://www.jungle-world.com/seiten/2007/28/10227.php
Soviel zum Thema linke Gewalt und “Antifa” in Magdeburg …
Im Prinzip gab es solche Null-Toleranz-Phasen auch schon in Sachsen. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen Null-Toleranz und Repression: man hat in Sachsen zum Beispiel gezielt und möglichst öffentlichkeitswirksam Wohnungen durchsucht, in denen im “Kinderzimmer” der Skin-Nachwuchs hauste. Nach solchen Maßnahmen beginnt dann doch wieder eine Art soziale Kontrolle …
Das eigentliche Problem liegt darin: Wer Null-Toleranz-Politik machen will, der darf nicht zur gleichen Zeit Polizisten abbauen. Genau das geschieht aber (soweit ich es sehe) in allen ostdeutschen Bundesländern.
Wir haben in Deutschland übrigens auch das Problem, dass helfende oder schlichtende Personen oft mit den Folgen (Verletzungen, materieller Schaden) alleingelassen werden. Nur wenn ein Fall Schlagzeilen macht, hat das Opfer eine Chance auf ein paar Spenden.
Hmmm… immer diese unbekannten Nazis, von denen hinterher bekannt wird, dass es entweder gar keine sind oder es sie nie gegeben hat. Nee, ganz ehrlich, wenn wieder mal ‘n Nazi-Sau durchs Mediendorf getrieben wird, stelle ich meine Augen und Ohren auf Durchzug … Sorry, aber den freiheitsfeindlichen Mainstreammedien glaube ich nichts mehr.
Solange wir uns darauf einigen können, daß es zwischen ‘33 und ‘45 irgendwann mal Nazis gab, ist auch alles im Lot.
Klar, aber darum geht’s ja auch nicht. (Hör ick da schon wieder geschmacklose Unterstellungen trapsen?)
Traps traps.
Gibt es eigentlich irgendeine Stiftung, die Zivilcouragierte belohnt? Solche wie den genannten Punk oder das Mädchen letztens in Sachsen. Das wäre doch auch mal eine sinnvolle Spendenadresse.
Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass die Polizei robuster (und das heißt zuerst einmal personell aufgestockter und im Straßenbild präsenter) auftreten muss.
Dass im Osten vielleicht eine besondere, Passivität fördernde Mentalität herrschen könnte, so im Sinne “Das ist nicht mein Land, nicht meine Gesellschaft”, werfe ich auch mal als These in den Raum.
Zu der Stiftung: Es wird wohl wie üblich viel gut Gemeintes geben. Das Stiftungswesen wird ja bei uns sowieso möglichst kleingehalten. — Aber im Ernstfall hat man eben keinen Anspruch. Eine private Kranken- oder Unfallversicherung wird jedenfalls kaum einspringen, wenn jemandem beim Schlichten, Deeskalieren oder Eingreifen die Zähne eingeschlagen oder die Knochen lädiert werden.
Ob es im Osten eine Mentalität wie “Das ist nicht mein Land, nicht meine Gesellschaft” gibt? Bei der Fußball-WM, als alles gut lief, war sich ganz Deutschland einig. Wenn es schlecht läuft, schauen die Leute wohl leider überall weg oder glotzen passiv hin.
Sowas gibt’s tatsächlich nicht, fürchte ich. Aber wenn im Bundespräsidialamt noch jemand mit Bodenhaftung sitzt, dann findet er die Adresse des Punks raus und sorgt dafür, daß er zumindest ein Bundesverdienstkreuz bekommt — nicht, daß ich glaube, daß der Mann da besonders viel wert drauf legt, aber zumindest wäre es eine sichtbare Geste für die Restbevölkerung.
Ich fürchte nur, dass das Bundesverdienstkreuz für die “Restbevölkerung” auch nicht mehr das ist, was es einmal war …
Aus gutem Grund - da habe ich mal was zu geschrieben.
Man muss sich dann natuerlich schon nochmal vor Augen fuehren, dass die Deutschen nach 45 als Horde gebrainwashter Vollfreaks aus dem zweiten Weltkrieg in entweder repraesentative Demokratie oder sozialistische Witzfiguren-Diktatur gestolpert sind. Diejenigen, die bis Anfang der 60 jahre noch nicht so wirklich geraff hatten, das eine offene freie Gesellschatf dann wohl doch das bessere System ist, sind halt im Osten geblieben. Und die leben jetzt z.B. in Magdeburg.
Toller Kommentar. Stilistisch perfekt und so unvoreingenommen ;-)
Man könnte glatt vergessen, dass hunderttausende Menschen am Ende der DDR-Zeit für die offene und freie Gesellschaft auf die Straße gegangen sind.
Das war jetzt eine gescheiterte Gratwanderung zwischen der berechtigten Feststellung von regionalen Mentalitätsunterschieden und Kollektivismus. ;-)
Aber trotzdem kann man den Punkt, auf den Sven hinweist, ja nicht so einfach leugnen: Es gibt diese regionale Ballung von gewalttätigem Fremdenhaß. Und wenn man erstmal die Hypothese akzeptiert, daß dieses Verhalten von breiteren Bevölkerungsschichten (gar nicht mal von Mehrheiten, aber eben doch von relativ großen Minderheiten) passiv befürwortet wird, dann legt das halt auch politisch ein anderes Vorgehen nahe, als in Gegenden, in denen auf so einen Zwischenfall am nächsten Tag gleich mit einer Großdemo geantwortet würde.
Ich bin noch nicht sicher, ob mir die Konstruktion “regionale Mentalitätsunterschiede” gefällt. Ich habe inzwischen schon viel zu viel unterschwelligen Rassismus von ganz normalen Rheinländern, Schweizern oder Norddeutschen kennengelernt, als dass ich Regionen in dieser Beziehung irgend eine Mentalität zuordnen würde.
Ich kann jetzt ganz sicher nicht nach Magdeburg fahren und eine Großdemo organisieren ;-) Ich gebe aber auch zu bedenken, dass damit wie üblich nur ein symbolisches Bekenntnis der ohnehin gutwilligen Bevölkerungsteile verbunden ist. Magdeburg hat wie jede andere Großstadt auch Kultur, Kirchgemeinden und sicher viele anständige Menschen. Aber was (und wen) erreichen die mit einer Demonstration?
> Ich habe inzwischen schon viel zu
> viel unterschwelligen Rassismus von
> ganz normalen Rheinländern,
> Schweizern oder Norddeutschen
> kennengelernt …
Der entscheidende Punkt ist hier wohl “unterschwellig”.
Es gibt im Westen wohl eine viel stärkere bürgerliche Erziehungstradition. Und dazu gehört wohl auch, daß man sich öffentlich mit gewissen Sachen zurückhält.
Ob also die Ausländerfeindlichkeit im Osten wirklich größer ist, kann also offen bleiben.
Es gibt aber wohl in gewissen Gruppen dort geringere Hemmschwellen, seine Meinung auch offen zu sagen und entsprechend zu handeln.
Vielleicht ein Nebenaspekt der Demokratisierung - die staatlichen Lehren und Ordnungsgebote wurden so gründlich delegitimiert, daß manche es für ihr Freiheitsrecht halten, sich nicht an gewisse Regeln halten zu müssen.
Und es gibt zu wenig Tradition einer Zivilgesellschaft, die neben und ergänzend zum Staat Werte setzt.
Ja Statler, richtig, das sehe ich auch. Wenn man nicht gerade Sächsist ist oder das durch Abwanderung sinkende Intelligenzniveau in Ostdeutschland hierfür verantwortlich macht, liegt es also nahe, die Ursachen für diese besondere Gewalttätigkeit in der Geschichte zu suchen.
Z.B. in autoritären (Denk-)Strukturen die in der auf die Befreiung vom Faschismus folgende weitere Diktatur nie aufgebrochen wurden, wie im Westen ab Mitte der 60er Jahre.
Gerade deshalb ist es IMHO auch so falsch, der “Antifa” hier Lösungskompetenz zuzubilligen: das sind doch die geistigen Nachfahren jener, die in vierzig Jahren DDR die Staatsgläubigkeit und die Xenophobie des doitschen Spiessbürgers weiter gehütet haben. Oft genug sind die Antifa-Leader selbst erklärte Feinde der offenen Gesellschaft, die unter der Flagge (notwendiger!) Zivilcourage ihre gegen den liberalen Rechtsstaat gerichtete Agenda umsetzen wollen. Man muss nur indymedia und altermedia vergleichen, um zu sehen, wie ähnlich die sich in Outfit und antikapitalistischem Habitus bis hin zu Sprachdetails (”zertreten”, “Bullenschweine” etc.) sind. Antifaschismus bekommt nur einen Sinn, wenn er, umfassender, als Antitotalitarismus verstanden wird - hat das nicht gerade das immer offensichtlicher werdende jämmerliche Scheitern des DDR-Staatsantifaschismus gezeigt?
Helfen und sich selbst in hohe Gefahr bringen? Als Blogger am Schreibtisch ist das natürlich eine bequeme Forderung!
Was die Afrikaner betrifft: Ich kenne die Situation in Magdeburg nicht, aber hier in Zürich wird meine Frau häufig von Afrikanern angemacht, die haben das Gefühl, Frauen ohne männliche Begleitung, seien Freiwild. Verzeigt man sie, stellt sich heraus, dass sie illegal in der Schweiz sind, kam per Asylverfahren rein, konnten sich dort aber nicht durchlügen. Nein, solchen Menschen helfe ich nicht!
Könnten rassistische Klischees von triebgesteuerten Einwanderern bitte in Zukunft dort abgeladen werden, wo sie hingehören, nämlich auf dem braunen Komposthaufen der Blogosphäre? Danke.
@Ralf: Man wird bei uns in D möglicherweise junge Türken finden, die ähnliche Attitüden gegenüber Frauen zeigen und ganz legal hier leben. Aber das eine rechtfertigt doch nicht das andere. Es kann da keine Aufrechnung geben: weil Deutsche oder Schweizer “angemacht” werden, wird Ausländern nicht geholfen. Wo leben wir denn bitte?
> Aber das eine rechtfertigt doch nicht das
> andere.
Völlig richtig. Das “Nein, solchen Menschen helfe ich nicht” ist eine völlig absurde Folgerung.
Aber umgekehrt kann man sich schon fragen, ob es bei diesem Thema nicht eine völlig verzerrte Wahrnehmung gibt.
Eine Meldung “Türken schlagen schwangere Frau in Neu-Kölln” hätte es bestimmt nicht dazu gebracht, groß bei SpOn zu landen.
“Deutsche schlagen Irakerin in Magdeburg” paßt dagegen in alle Klischees und wird zum Trend erklärt.
Real wird es immer wieder beide Sorten Gewalttaten geben, alle davon sind abzulehnen und sollten in einer idealen Welt von Polizei und aktiven Mitbürgern verhindert werden.
In der nicht-idealen Welt dagegen wird nur eine Sorte als Problem dargestellt.
Mit dem Problem der verzerrten Berichterstattung werden wir wohl in einem Land mit freier Presse weiterhin leben müssen. Wenn man über Magdeburg berichtet, wird schnell vergessen oder verdrängt, dass es inzwischen auch andere Gebiete gibt, in denen sich die jeweils “Falschen” nicht sehenlassen sollten.
Weiss jemand, was “verzeigen” heisst?
Schweizerisch für “anzeigen”.
Zu diesem Thema würde ich gerne mal abwarten, was die Ermittlungen ergeben.
Zu häufig hat sich schon herausgestellt, daß die eigentlichen Vorgänge sehr anders waren als die ersten Meldungen suggerierten.
Und diese Nachricht enthält alle gängigen Stereotypen, das ist schon verdächtig.