Kann man noch ein Unwort des Jahres vorschlagen?
Ich würde nämlich gerne Magdeburg nominieren.
Brutale fremdenfeindliche Attacken: In Magdeburg haben Unbekannte eine Gruppe von Afrikanern angegriffen und zwei von ihnen verletzt. Kurz zuvor war eine schwangere Irakerin in einem Bus beleidigt und ins Gesicht geschlagen worden. Zahlreiche Schaulustige hatten die Übergriffe beobachtet.
So ist das da. Und es ist ein Muster, kein Einzelfall:
Aber was hilft es? Schon am vergangenen Wochenende wurde ein afrikanisches Ehepaar im Magdeburg angegriffen, in einer Straßenbahn. Auch da griff keiner ein. Die Opferberater erzählen von weiteren Fällen in Bussen und Bahnen.
Keiner greift ein? Naja, manch einer schon. Die üblichen Außenseiter eben:
…zwei Beamte gingen dazwischen – am Ende wurde einer von ihnen ebenso verletzt wie zwei Afrikaner. Und ein Punk, der die Szene beobachtet hatte und den Polizisten zu Hilfe kam.
Scheint so, als täte manch einem Landstrich ein wenig mehr Antifa doch ganz gut. Verdammt nochmal, das ist eine Universitätsstadt mit 13.000 Studenten. Und dann hält sich da so ein Milieu? So ein geistiges Klima? Das kann ja wohl nicht wahr sein!







Hatten die doch genug da, in Stabü und so. Hat aber offensichtlich nix geholfen. Nene Statler, weniger Nazis und Kommunisten (aka “Antifas”) täten dem Landstrich gut. Das sind nur verschiedene Seiten derselben totalitären Medaille…
Jaja, aber in dieser zweitbesten Welt, in der diese Stadt offensichtlich von Aggressionen auf alles fremd Wirkende beherrscht wird, da sieht das anders aus.
Wie war das nochmal mit dem Teufel und dem Beelzebub?
Okay, es gäbe eine weitere Alternative: Polizisten mit robustem Mandat, die, wie z.B. ihre amerikanischen Kollegen, einem marodierenden Nazi eher eine Kugel ins Bein schießen als sich von diesem verprügeln zu lassen. Kann man auch machen. Aber 17 Jahre nach den ersten fremdenfeindlichen Attacken in Ostdeutschland wäre es an der Zeit, den sozialpädagogischen Ansatz endgültig für gescheitert zu erklären.
Nichts dagegen. Wird aber schwer, das in der Praxis auf “marodierende Nazis” zu beschränken. Aber das hast du wohl auch nicht so gemeint…
Man kann aber nicht sagen, dass sich nichts tun würde:
Ja, das ist alles ganz schön, aber dann liest man eben wieder die Meldung von dem Polizisten, der in einer Auseinandersetzung verletzt wird und die Täter fliehen läßt. Die Hemmschwelle, sich mit den nötigen Mitteln zur Wehr zu setzen, scheint einfach sehr hoch zu sein.
Solange die rechte Szene das Gefühl hat, die Straße zu beherrschen, macht sie was sie will. Man muß ein Klima herstellen, in dem diese Szene Angst bekommt. Alles andere hilft nicht.
Oder man nimmt das Beispiel Bernburg, wo rechte Schläger sogar ohne Auseinandersetzung laufengelassen wurden. “Wegschauen” kommt auch bei der Polizei oft genug vor!
Welchen sozialpädagogischen Ansatz meinst DU genau? Ich sehe eigentlich nur den Ansatz des laissez-faire, was mit Sozialpädagogik mal genau überhaupt gar nichts gemein hat.
Mit dem Wissenschaftszweig ganz sicher nicht. Aber in der Arbeit bestimmter Sozialpädagogen ist leider außer “laissez-faire”, aufgesetzter Betroffenheit und viel Herumlabern kaum etwas zu erkennen.
Oh, ich sehe, da hat jemand RICHTIG Einblick, Respekt, wow, Hut ab!
Hast auch Sozpäd studiert pantoffelpunk? Warum gibst Du stef dann nicht recht? Aber ok, mit der Bezeichnung “Wissenschaftszweig” liegt er wirklich daneben :D
Negativ, Trotzdem würde mich mal interessieren, woher “Stef” diese bahnbrechende Kritik hernimmt bzw. welchen und wie vielen Sozialpädagogen er bei der Arbeit vielleicht schon mal begleitet hat. Es geht ja nichts über ein gut gepflegtes Vorurteil, manchmal machen sie Spaß und manchmal sind sie einfach stinklangweilig, weil so ausgelutscht und am Thema vorbei. Und Du kennst ja Dieter Nuhr und sein geflügeltes Zitat, das einfach immer wieder passt: “In der Demokratie DARF man eine Meinung haben. Man MUSS aber nicht. Und wenn man keine Ahnung hat,…”
Ich habe meine Aussage eindeutig auf “bestimmte Sozialpädagogen” beschränkt und ich frage mich ernsthaft, welchen Teil meines Kommentars der Pantoffelpunk nicht verstanden hat. Ich hatte nie die Absicht, eine ganze Berufsgruppe zu diskreditieren.
Es geht in diesem Thread um das Problem der ausländerfeindlich motivierten Gewalt in Magdeburg. In der etwas weiteren Umgebung Dresdens haben wir das gleiche Problem und ich habe mich auch schon intensiv mit mehreren ehemaligen Jung-Rechten unterhalten. Nicht mit Leuten der ganz schlimmen Sorte, aber abgebrochene Ausbildungen und Fälle von Körperverletzung kamen schon vor.
Statler schrieb oben, dass man den sozialpädagogischen Ansatz endgültig für gescheitert erklären sollte. Ich kann aus vielen Beobachtungen und vor allem aus Gesprächen mit den betreuten Jugendlichen schließen, dass der “Soz.-Päd.-Ansatz”, so wie er hier umgesetzt wird, einfach nicht funktionieren kann.
Man wollte die Jugendlichen aus der rechten Szene auf irgendeinen Berufsabschluss vorbereiten. Es war reines laissez-faire, die Sozialpädagogen waren durchsetzungsschwach, die Teilnehmer der Maßnahmen tanzten ihnen auf der Nase herum und zeigten nicht den geringsten Respekt. Der Lerneffekt war natürlich nahe Null.
Ich will nicht ausschließen, dass es ernsthaft arbeitende Sozialpädagogen gibt, die bei rechts ausgerichteten Jugendlichen etwas erreichen. Ich habe nur von solchen Fällen bisher noch nichts gehört.
Das ist der Ansatz der sogenannten “akzeptierenden Sozialarbeit”, von dem Du sprichst, Stefanolix.
Laissez faire in dem Sinne, die “mal machen” zu lassen ist das nicht – noch schlimmer: aus der “Opferperspektive” heraus (d.h. die Gewalttäter werden erstmal als Opfer der “
kapitalistischen Verwertungsverhältnisse” gesehen – was ja auch ihrem Selbstbild entspricht), sollen sie über die Schaffung von Rückzugsräumen und “Vertrauensverhältnissen” (mit den Sozpäds) reintegriert werden.Der Ansatz bewegt sich irgendwo zwischen Naivität und offener Kollaboration mit Faschisten. In der Praxis hat er in der Vergangenheit erheblich zur Etablierung “national befreiter Zonen” mit beigetragen; den Kameradschaften wurde so staatlich finanzierte Infrastruktur bereit gestellt.
Ich wusste aber nicht, dass das noch immer so praktiziert wird.
Ich vermute eher, dass sich der Ansatz in diesem Fall irgendwo zwischen Naivität und offener Arbeitsverweigerung bewegte ;-)
Es liegt auch schon eine Weile zurück und Schlimmeres möchte ich nicht unterstellen. Im Fall der beiden Jungs, an die ich mich erinnere, haben es schließlich deren Freundinnen geschafft: Junge Papas kommen ganz schnell zur Besinnung …
Bist ungerecht, Er hat doch – anders als Du – nur die Anführungszeichen vergessen…
Ich würde lieber “Fremdenfeindlichkeit” nominieren. Und hinzufügen, dass es – zwar je nach Region unterschiedlich ausgeprägt – ein Gesamtdeutsches, wenn nicht gar Gesamteuropäisches Problem ist.
Wobei Magdeburg schon ein besonders extremes Städtchen ist, auch wenn es tatsächlich ein gesamtdeutsches oder -europäisches Problem ist.
Dass gegafft wird statt einzugreifen, ist wohl auch kontextunabhängig. Gerade neulich wurde von einem schweren Verkehrsunfall berichtet, an dem andere Fahrzeuge ungerührt vorbeifuhren. Wahrscheinlich, wie jeder bei Unfallstaus auf der Autobahn erlebt haben wird, entsprechend langsam, um auch ja nichts zu verpassen.
Und bei Gewaltszenen in der Öffentlichkeit ist es leider auch mehr Regel als Ausnahme. Da kommen anerzogene Passivität, Angst und Sensationslust zusammen. Dabei braucht es oft nur einen einzigen mit den richtigen Worten.
Oh, Antifa gibt’s da schon, die ist aber anderweitig beschäftigt:
Am 27. Juni griffen Mitglieder der »Gruppe Internationale Solidarität«, der »Autonomen Antifa Magdeburg« und der »Frauengruppe Magdeburg« eine Diskussionsveranstaltung mit Pflastersteinen an und versprühten Reizgas. Mehrere Scheiben des Veranstaltungsorts, des Eine-Welt-Hauses, wurden zerstört; mindestens vier Teilnehmer der Veranstaltung, die in Kontakt mit dem Reizgas gekommen waren, mussten von einem Notarzt behandelt werden. Das Motto der Veranstaltung, die verhindert werden sollte, hieß: »Solidarität mit Israel!«
http://www.jungle-world.com/seiten/2007/28/10227.php
Soviel zum Thema linke Gewalt und “Antifa” in Magdeburg …
Im Prinzip gab es solche Null-Toleranz-Phasen auch schon in Sachsen. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen Null-Toleranz und Repression: man hat in Sachsen zum Beispiel gezielt und möglichst öffentlichkeitswirksam Wohnungen durchsucht, in denen im “Kinderzimmer” der Skin-Nachwuchs hauste. Nach solchen Maßnahmen beginnt dann doch wieder eine Art soziale Kontrolle …
Das eigentliche Problem liegt darin: Wer Null-Toleranz-Politik machen will, der darf nicht zur gleichen Zeit Polizisten abbauen. Genau das geschieht aber (soweit ich es sehe) in allen ostdeutschen Bundesländern.
Wir haben in Deutschland übrigens auch das Problem, dass helfende oder schlichtende Personen oft mit den Folgen (Verletzungen, materieller Schaden) alleingelassen werden. Nur wenn ein Fall Schlagzeilen macht, hat das Opfer eine Chance auf ein paar Spenden.
Hmmm… immer diese unbekannten Nazis, von denen hinterher bekannt wird, dass es entweder gar keine sind oder es sie nie gegeben hat. Nee, ganz ehrlich, wenn wieder mal ‘n Nazi-Sau durchs Mediendorf getrieben wird, stelle ich meine Augen und Ohren auf Durchzug … Sorry, aber den freiheitsfeindlichen Mainstreammedien glaube ich nichts mehr.
Solange wir uns darauf einigen können, daß es zwischen ’33 und ’45 irgendwann mal Nazis gab, ist auch alles im Lot.
Klar, aber darum geht’s ja auch nicht. (Hör ick da schon wieder geschmacklose Unterstellungen trapsen?)
Traps traps.
Gibt es eigentlich irgendeine Stiftung, die Zivilcouragierte belohnt? Solche wie den genannten Punk oder das Mädchen letztens in Sachsen. Das wäre doch auch mal eine sinnvolle Spendenadresse.
Ansonsten bin ich auch der Meinung, dass die Polizei robuster (und das heißt zuerst einmal personell aufgestockter und im Straßenbild präsenter) auftreten muss.
Dass im Osten vielleicht eine besondere, Passivität fördernde Mentalität herrschen könnte, so im Sinne “Das ist nicht mein Land, nicht meine Gesellschaft”, werfe ich auch mal als These in den Raum.
Zu der Stiftung: Es wird wohl wie üblich viel gut Gemeintes geben. Das Stiftungswesen wird ja bei uns sowieso möglichst kleingehalten. — Aber im Ernstfall hat man eben keinen Anspruch. Eine private Kranken- oder Unfallversicherung wird jedenfalls kaum einspringen, wenn jemandem beim Schlichten, Deeskalieren oder Eingreifen die Zähne eingeschlagen oder die Knochen lädiert werden.
Ob es im Osten eine Mentalität wie “Das ist nicht mein Land, nicht meine Gesellschaft” gibt? Bei der Fußball-WM, als alles gut lief, war sich ganz Deutschland einig. Wenn es schlecht läuft, schauen die Leute wohl leider überall weg oder glotzen passiv hin.
Sowas gibt’s tatsächlich nicht, fürchte ich. Aber wenn im Bundespräsidialamt noch jemand mit Bodenhaftung sitzt, dann findet er die Adresse des Punks raus und sorgt dafür, daß er zumindest ein Bundesverdienstkreuz bekommt — nicht, daß ich glaube, daß der Mann da besonders viel wert drauf legt, aber zumindest wäre es eine sichtbare Geste für die Restbevölkerung.
Ich fürchte nur, dass das Bundesverdienstkreuz für die “Restbevölkerung” auch nicht mehr das ist, was es einmal war …
Aus gutem Grund – da habe ich mal was zu geschrieben.
Man muss sich dann natuerlich schon nochmal vor Augen fuehren, dass die Deutschen nach 45 als Horde gebrainwashter Vollfreaks aus dem zweiten Weltkrieg in entweder repraesentative Demokratie oder sozialistische Witzfiguren-Diktatur gestolpert sind. Diejenigen, die bis Anfang der 60 jahre noch nicht so wirklich geraff hatten, das eine offene freie Gesellschatf dann wohl doch das bessere System ist, sind halt im Osten geblieben. Und die leben jetzt z.B. in Magdeburg.
Toller Kommentar. Stilistisch perfekt und so unvoreingenommen ;-)
Man könnte glatt vergessen, dass hunderttausende Menschen am Ende der DDR-Zeit für die offene und freie Gesellschaft auf die Straße gegangen sind.
Das war jetzt eine gescheiterte Gratwanderung zwischen der berechtigten Feststellung von regionalen Mentalitätsunterschieden und Kollektivismus. ;-)
Aber trotzdem kann man den Punkt, auf den Sven hinweist, ja nicht so einfach leugnen: Es gibt diese regionale Ballung von gewalttätigem Fremdenhaß. Und wenn man erstmal die Hypothese akzeptiert, daß dieses Verhalten von breiteren Bevölkerungsschichten (gar nicht mal von Mehrheiten, aber eben doch von relativ großen Minderheiten) passiv befürwortet wird, dann legt das halt auch politisch ein anderes Vorgehen nahe, als in Gegenden, in denen auf so einen Zwischenfall am nächsten Tag gleich mit einer Großdemo geantwortet würde.
Ich bin noch nicht sicher, ob mir die Konstruktion “regionale Mentalitätsunterschiede” gefällt. Ich habe inzwischen schon viel zu viel unterschwelligen Rassismus von ganz normalen Rheinländern, Schweizern oder Norddeutschen kennengelernt, als dass ich Regionen in dieser Beziehung irgend eine Mentalität zuordnen würde.
Ich kann jetzt ganz sicher nicht nach Magdeburg fahren und eine Großdemo organisieren ;-) Ich gebe aber auch zu bedenken, dass damit wie üblich nur ein symbolisches Bekenntnis der ohnehin gutwilligen Bevölkerungsteile verbunden ist. Magdeburg hat wie jede andere Großstadt auch Kultur, Kirchgemeinden und sicher viele anständige Menschen. Aber was (und wen) erreichen die mit einer Demonstration?
> Ich habe inzwischen schon viel zu
> viel unterschwelligen Rassismus von
> ganz normalen Rheinländern,
> Schweizern oder Norddeutschen
> kennengelernt …
Der entscheidende Punkt ist hier wohl “unterschwellig”.
Es gibt im Westen wohl eine viel stärkere bürgerliche Erziehungstradition. Und dazu gehört wohl auch, daß man sich öffentlich mit gewissen Sachen zurückhält.
Ob also die Ausländerfeindlichkeit im Osten wirklich größer ist, kann also offen bleiben.
Es gibt aber wohl in gewissen Gruppen dort geringere Hemmschwellen, seine Meinung auch offen zu sagen und entsprechend zu handeln.
Vielleicht ein Nebenaspekt der Demokratisierung – die staatlichen Lehren und Ordnungsgebote wurden so gründlich delegitimiert, daß manche es für ihr Freiheitsrecht halten, sich nicht an gewisse Regeln halten zu müssen.
Und es gibt zu wenig Tradition einer Zivilgesellschaft, die neben und ergänzend zum Staat Werte setzt.
Ja Statler, richtig, das sehe ich auch. Wenn man nicht gerade Sächsist ist oder das durch Abwanderung sinkende Intelligenzniveau in Ostdeutschland hierfür verantwortlich macht, liegt es also nahe, die Ursachen für diese besondere Gewalttätigkeit in der Geschichte zu suchen.
Z.B. in autoritären (Denk-)Strukturen die in der auf die Befreiung vom Faschismus folgende weitere Diktatur nie aufgebrochen wurden, wie im Westen ab Mitte der 60er Jahre.
Gerade deshalb ist es IMHO auch so falsch, der “Antifa” hier Lösungskompetenz zuzubilligen: das sind doch die geistigen Nachfahren jener, die in vierzig Jahren DDR die Staatsgläubigkeit und die Xenophobie des doitschen Spiessbürgers weiter gehütet haben. Oft genug sind die Antifa-Leader selbst erklärte Feinde der offenen Gesellschaft, die unter der Flagge (notwendiger!) Zivilcourage ihre gegen den liberalen Rechtsstaat gerichtete Agenda umsetzen wollen. Man muss nur indymedia und altermedia vergleichen, um zu sehen, wie ähnlich die sich in Outfit und antikapitalistischem Habitus bis hin zu Sprachdetails (“zertreten”, “Bullenschweine” etc.) sind. Antifaschismus bekommt nur einen Sinn, wenn er, umfassender, als Antitotalitarismus verstanden wird – hat das nicht gerade das immer offensichtlicher werdende jämmerliche Scheitern des DDR-Staatsantifaschismus gezeigt?
Helfen und sich selbst in hohe Gefahr bringen? Als Blogger am Schreibtisch ist das natürlich eine bequeme Forderung!
Was die Afrikaner betrifft: Ich kenne die Situation in Magdeburg nicht, aber hier in Zürich wird meine Frau häufig von Afrikanern angemacht, die haben das Gefühl, Frauen ohne männliche Begleitung, seien Freiwild. Verzeigt man sie, stellt sich heraus, dass sie illegal in der Schweiz sind, kam per Asylverfahren rein, konnten sich dort aber nicht durchlügen. Nein, solchen Menschen helfe ich nicht!
Könnten rassistische Klischees von triebgesteuerten Einwanderern bitte in Zukunft dort abgeladen werden, wo sie hingehören, nämlich auf dem braunen Komposthaufen der Blogosphäre? Danke.
@Ralf: Man wird bei uns in D möglicherweise junge Türken finden, die ähnliche Attitüden gegenüber Frauen zeigen und ganz legal hier leben. Aber das eine rechtfertigt doch nicht das andere. Es kann da keine Aufrechnung geben: weil Deutsche oder Schweizer “angemacht” werden, wird Ausländern nicht geholfen. Wo leben wir denn bitte?
> Aber das eine rechtfertigt doch nicht das
> andere.
Völlig richtig. Das “Nein, solchen Menschen helfe ich nicht” ist eine völlig absurde Folgerung.
Aber umgekehrt kann man sich schon fragen, ob es bei diesem Thema nicht eine völlig verzerrte Wahrnehmung gibt.
Eine Meldung “Türken schlagen schwangere Frau in Neu-Kölln” hätte es bestimmt nicht dazu gebracht, groß bei SpOn zu landen.
“Deutsche schlagen Irakerin in Magdeburg” paßt dagegen in alle Klischees und wird zum Trend erklärt.
Real wird es immer wieder beide Sorten Gewalttaten geben, alle davon sind abzulehnen und sollten in einer idealen Welt von Polizei und aktiven Mitbürgern verhindert werden.
In der nicht-idealen Welt dagegen wird nur eine Sorte als Problem dargestellt.
Mit dem Problem der verzerrten Berichterstattung werden wir wohl in einem Land mit freier Presse weiterhin leben müssen. Wenn man über Magdeburg berichtet, wird schnell vergessen oder verdrängt, dass es inzwischen auch andere Gebiete gibt, in denen sich die jeweils “Falschen” nicht sehenlassen sollten.
Weiss jemand, was “verzeigen” heisst?
Schweizerisch für “anzeigen”.
Zu diesem Thema würde ich gerne mal abwarten, was die Ermittlungen ergeben.
Zu häufig hat sich schon herausgestellt, daß die eigentlichen Vorgänge sehr anders waren als die ersten Meldungen suggerierten.
Und diese Nachricht enthält alle gängigen Stereotypen, das ist schon verdächtig.
Das sehe ich schon deswegen anders, weil hier eben nicht von einem Einzelfall berichtet wird, sondern von regelmäßigen Zwischenfällen dieser Art in Magdeburg.
Auch diese Berichte halte ich erst einmal für unbestätigt.
Wer immer nun genau diese “Opferberater” sind – ihre vagen Erzählungen über weitere Vorfälle entziehen sich einer Beurteilung.
Wobei ich ganz sicher davon ausgehe, daß es immer wieder skandalöse und ausländerfeindliche Gewalttaten gibt. Vielleicht auch in Magdeburg.
Aber bevor man über Ursachen oder Gegenmaßnahmen diskutieren kann, muß man deutlich mehr wissen.
Insbesondere eben was genau passiert ist, wie häufig das ist, ob es Gemeinsamkeiten oder Strukturen gibt, an denen man ansetzen kann. Und ob dies verglichen mit diversen anderen Formen von Kriminalität überhaupt ein Thema ist, daß höhere Priorität fordert.
Eine Stimme der Vernunft. Gott sei Dank …
Es gibt zu dem Vorfall mit den Irakern in der Tat schon weitergehende Meldungen, man liest von gegenseitiger Provokation und inzwischen auch von gegenseitigen Anzeigen. Wenn das so wäre, sollte man sie aber alle gemeinsam für eine Weile einknasten: wer neben einer hochschwangeren Frau auf engstem Raum eine Prügelei anfängt, ist einfach völlig verantwortungslos und das muss bestraft werden.
Es gibt aber auch eindeutige Vorfälle, wo die Rechten feige, hinterhältig und hirnlos zugeschlagen haben.
> Es gibt aber auch eindeutige Vorfälle, wo
> die Rechten feige, hinterhältig und hirnlos
> zugeschlagen haben.
Selbstverständlich.
Und das ist kriminell und abzulehnen.
Wobei das “zugeschlagen” das Kernproblem ist, das “hirnlos” recht nebensächlich (das trifft bei vielen Gewaltdelikten zu) und das “feige und hinterhältig” ohnehin strafverschärfend gewertet werden.
Bleibt also die Frage, ob es einen relevanten Unterschied macht, wenn es “Rechte” waren.
Ist diese Tätergruppe besonders häufig? Besonders im Zunehmen begriffen?
Ich weiß es nicht.
Ich habe nur das Gefühl, daß weiterhin andere Formen der Gewaltkriminalität viel dominanter sind und eher öffentliche Aufmerksamkeit oder Gegenmaßnahmen erfordern würden.
Das mit den Schaulustigen ist auch so eine Sache. Wenn ich abends in eine Straßenbahn einsteige und dort ein Ausländer, 2 alte Omas und eine Studentin sitzen und plötzlich steigen so 4 Faschoschränke ein und pöbeln den Ausländer an… was soll ich in dem Moment bitte tun? Mir die Zähne einschlagen lassen? Ohne Waffe kann man in dem Moment nicht viel mehr tun als bei einer drohenden Eskalation auszusteigen und die Polizei anzurufen.
Sorry, aber so sieht die Realität aus.
Scheiße, aber wohl war.
In kühnen Vorstellungen würde ich aufstehen und von den Knaben die Arierausweise verlangen, das verwirrt. Was ich wirklich täte, weiß ich nicht.
Mit Waffe würdest Du auch nur die Ommas und die Studentin gefährden.
Das eigentliche Problem liegt darin begründet, dass die Nazis sich ausrechnen können, dass die Polizei reichlich uninteressiert an ihrem Freizeitspass sein wird, solange sie “nur” pöbeln und einschüchtern.
Ich denke (bzw. hoffe), dass auf einen Anruf bei der Polizei, bei der man eine Gefahrensituation mit pöbelenden, Ausländer bedrohenden Skins schildert, diese doch aktiv werden und zumindest mal vorbeischauen würde. Ich würde aussteigen und anrufen. Mehr verlangt wohl in solch einer Situation auch niemand.
Und Tokio Hotel kommt auch aus Magdeburg. Ich wuerde die Nominierung unterstuetzen.
Man sollte bei der Diskussion nicht ganz vergessen, dass erheblich mehr Ausländer Deutschen aufs Maul geben als umgekehrt.
Man sollte bei der Diskussion nicht ganz vergessen, dass erheblich mehr Ausländer Deutschen aufs Maul geben als umgekehrt.
A.) [Citation needed]
B.) Und was soll uns das sagen?
Laut polizeilicher Kriminalstatistik 2006 gab es letztes Jahr 500.000 „nichtdeutsche Tatverdächtige“ und 1,7 Mio. deutsche. Bei etwa 7 Mio. Nichtdeutschen insgesamt ist das stark überproportional. Bei den 1,7 Mio deutschen Tatverdächtigen sind natürlich noch viele „mit Migrationshintergrund“ dabei. Darüber und über die Frage, wer Opfer wird, werden aber, soweit ersichtlich, keine Statistiken geführt. Ich habe bei meinem ersten Beitrag keine Quelle angegeben, weil das, was ich gesagt habe, unvoreingenommenen Leuten eh klar ist.
Hier nochmal Gunnar Heinsohn (weiß nicht, woher der das weiß): “In Germany 35 per cent of all newborns already have a non-German background, and non-Germans commit 90 per cent of violent crimes”.
http://gatesofvienna.blogspot.com/2007/06/continent-of-losers.html
“B.) Und was soll uns das sagen?”
Es war eine Festellung von Tatsachen, nicht mehr und nicht weniger. Jeder soll sich selber überlegen, ob dem “Kampf gegen Rechts” Vorrang gebührt, oder vielleicht doch eher anderen Problemen.
Hat schon jemand die Alt-86er beschuldigt ?
IMHO ist dieses wegsehen auch Teil der “Gewalt ist keine Lösung” Mentalität.
Der Punk hat’s richtig gemacht, Arschxxxxxx die schwangere Frauen angreifen muß man mit allen Mitteln aufhalten,
Egal ob’s Nazis, Lans oder eine sonstige Lieblingshassgruppe sind.
Wer natürlich austeilt, muß auch bereit sein einzustecken…
Alrik, dem Bewusst sit das man am sicheren Ende des TFTs das Maul weit aufreisen kann ;-)
Vielleicht bin ich einfach zu alt … aber was sind “Lans”?
Leute die Lanparties veranstalten?
Wenn ich das aus der außerunterrichtlichen Schule noch richtig in Erinnerung habe, ist “Lan” sowas wie das türkische Wort für “Arschloch”. Keine Garantie darauf.
Wird hier das A-Wort zensiert?
Wie kommstn darauf, Du Arsch? ;D
Was Du predigst, ist schlichte Selbstjustiz Alrik. In einer Eskalation der Gewalt werden immer die Gewalttätige(re)n gewinnen.
btw:
War das nicht die “Generation Golf”? :D
Mehr als eine etwas drastisch formulierte Aufforderung zu unbedingter Nothilfe wo immer möglich kann ich da nicht zwingend erkennen. Weshalb siehst Du da mehr?
Der erste Satz ist schlicht falsch, David: dass einige Vollidioten, gleich welcher politischen Coleur, der Auffassung sind Gewalt wäre eine Lösung für ihr jeweiliges Anliegen, ist doch genau das Problem!
Und das “mit allen Mitteln” stösst mir ebenfalls auf: würde dazu z.B. auch gehören, den nächsten Faschotreff, wo man die Angreifer vermutet, zu attackieren?
Ja, selbstverständlich ist der Angriff auf die “Gewalt ist keine Lösung”-Mentalität sehr drastisch, und ich würde hinter Nicht-Eingreifen in solchen Fällen, wo ein Gelingen des Eingriffs sehr wahrscheinlich wäre von Feigheit oder, noch schlimmer, Desinteresse, in anderen Fällen von begründeter Angst ausgehen und der Absicht, die eigene Haut zu retten (- mag für manchen auch Feigheit sein). Beides ganz andere Gründe, es greifen ja nicht bloß Totalpazifisten nicht ein. Insofern Zustimmung, der erste Satz ist falsch. Um den ging es mir aber nicht in erster Linie.
“würde dazu z.B. auch gehören, den nächsten Faschotreff, wo man die Angreifer vermutet, zu attackieren?”
Sehe ich nicht als zwingend gegeben: Bezug wird auf den Punk genommen und dessen (hier unterstützendes) Eingreifen. Da schien mir doch die Abwehr akuter Gefahr im Vordergrund zu stehen. Gut, “mit allen Mitteln” ist dann natürlich vieldeutig und liefe im Extremfall auch auf Angriffe auf Faschotreffs hinaus – hielt ich hier aber eben für einen nicht ganz wörtlich zu nehmenden Teil der Drastik.
Im akuten Fall, also im unmittelbaren Falle eines Angriffs, würde ich dem “mit allen Mitteln” aber auch zustimmen – bis hin jedenfalls zu dem Mittel, das nach deutschem Notwehrrecht als gerechtfertigt gilt, nämlich jenem, “das den Angriff mit Sicherheit beendet”. Welches das jeweils ist, entscheidet sich wohl im Einzelfall, kann aber ziemlich schlecht für den Angreifer aussehen.
Vollkommen d’accord David, mit der Betonung auf Notwehrrecht. Mir klang das alles zu sehr nach einer Legitimation von “Antifas”, die Selbstjustiz und/oder Revolution spielen wollen.
Slightly, aber sehr slightly OT:
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,521418,00.html
Geht doch. Ohne Bewährung, ohne dass eine Vorstrafe vorliegt, das ist in unserer Rechtslandschaft schon ein Wort.
Immerhin keine Bewährung. Andererseits konnte ich neulich im Käseblatt meiner Heimatstadt lesen, daß dort jemand für einen gewaltlos (mit einer Pistolen-Attrappe) durchgeführten Banküberfall zu einer höheren Strafe verurteilt wurde.
Das sind — jetzt mal ganz unabhängig von der politischen Bewertung — Fälle, wo ich die relativen Strafmaße nicht verstehe: Schläger kommen oft milder davon als Leute, die sich “nur” Eigentumsdelikte geleistet haben. Da stimmt was nicht.
Als “Schläger” wurde der Angeklagte ja auch nicht verurteilt. Eine Körperverletzung oder ähnliches konnte ihm dann wohl doch nicht nachgewiesen werden, auch wenn das Gericht “Gewaltanwendung” konstatierte. Das ausführliche Urteil wäre interessant.
Das Signal ist daher m.E. ein um so deutlicheres.
Was das Verhältnis von Strafmaßen angeht, dürftest du IMHO generell allerdings Recht haben.
> Schläger kommen oft milder davon als
> Leute, die sich “nur” Eigentumsdelikte
> geleistet haben.
Das ist ein altes Problem des deutschen Rechtssystems (aus dem 19. Jahrhundert) und hat wenig mit der hier diskutierten Problematik zu tun.
Beklagt wird das schon sehr lange, getan wird nichts, weil man sich nicht einigen kann, wie der Widerspruch aufgelöst werden soll: Die “Rechten” wollen die Strafen für Gewalt erhöhen, die “Linken” die Strafen für Eigentumsdelikte senken.
Durch die StGB-Reform 1998 sind mit genau dieser Begründung die – im Verhältnis zu den Eigentumsdelikten bis dahin teilweise unangemessen niedrigen – Strafrahmen der Körperverletzungsdelikte nach oben anpaßt worden. Wenn es jetzt in der Praxis immer noch hapern sollte, liegt´s an den Gerichten. Der Gesetzgeber hat hier ausnahmsweise seinen Part schon erledigt.
Statler, ein Banküberfall ist – egal ob mit Attrappe oder nicht – aber wohl doch eine ganz andere Sache.
Rayson schrieb:
»Ohne Bewährung, ohne dass eine Vorstrafe vorliegt, das ist in unserer Rechtslandschaft schon ein Wort.«
Viel interessanter ist der Zeitabstand zwischen der Tat und der Verurteilung. Es ist bemerkenswert, wie schnell das Urteil gefällt wurde. Kommunalpolitiker aus der sächsischen Provinz beklagen, dass der Justiz in Sachsen in der Vergangenheit oft Fehler unterlaufen sind; dann wurden Taten gar nicht mehr oder unzureichend geahndet.
Mit meinem Alter Ego Rainer Neugier habe ich gerade mal bei PI vorbeigeschaut, nur um mal zu sehen, was die zu diesen Übergriffen sagen.
Natürlich sind die Einwanderer schuld, dass ihresgleichen angegriffen wird. Proportionen sind da sch..egal – der ostdeutsche Volkszorn rächt eben die westdeutsche Befindlichkeit.
Gegen die Schläger von Magdeburg kann unsereins nichts machen. Aber gegen solche geistigen Brandstifter vielleicht doch.
Gegen 8 Monate ist eigentlich nichts einzuwenden für eine Sachbeschädigung.
Das Problem das ich damit habe ist, dass diese Person herausgegriffen wird und an ihr ein Exempel statuiert werden soll. Zudem waren die Angegriffenen strafrechtlich meiner Kenntnis nach nicht unschuldig, zumindest diesen ist wohl daher zumindest ein Provokationsvorwurf zu machen, der sich auf der Täterseite strafmildernd auswirken muss.
Ich gehe jedenfalls davon aus, dass zumindest einer der Inder strafbar war.
Daneben ist noch zu bedenken, dass wesentlich härtere Taten von z.B. autonomen Tätern regelmäßig wesentlich geringer bestraft werden. Das Werfen eines Molotow-Cocktails gegen einen Polizeibeamten oder der Beschuss mittels Zwillen stellt m.E. klar einen Mordversuch dar. Das wird nur leider nicht als solcher angeklagt.
Und genau das kann nicht sein. Gleichheit vor dem Gesetz meint eben auch Gleichheit in der Bestrafung.
Der Kommentar des Richters, der angeblich gefallen sein soll, in Bezug auf “wäre das gegenüber Deutschen auch so abgelaufen?” ist übrigens eine juristische Bankrotterklärung.
Nachvollziehbar wäre das Urteil nur, wenn die Dinge ganz anders liegen als sie in den Medien dargestellt werden oder aber der Täter umfangreiche Vorstrafen hat.
Ich kann mich dann auch an einen gewissen “Richter Gnadenlos” erinnern, der für eine ähnliche Vorgehensweise ziemlich stark kritisiert wurde. Achja, ich vergaß es: Die Täter waren keine rechtlosen Rechten.
[...] Antifa und Antifanten (MartinM) Prowas, Antifa? (Rayson) Notwendige Nestbeschmutzung (Ingo said) Kann man noch ein Unwort des Jahres vorschlagen? (Statler) Genosse Denunziant (Ingo said) RSS Kommentar-Feed ❘ Trackback-URI ❘ [...]
Lieber Statler,
in deinem Beitrag erscheint die Antifa als einzig realistische Alternative zu den Nazis. Eine solche Situation mag vorkommen. Und warum sollte irgendwer in diesem Fall etwas dagegen haben, sich von diesen Antifas helfen zu lassen? Meine Erfahrung und mein Verstand sagen mir, dass der Rechtsstaat nicht nur die beste, sondern auch die einzig pragmatische und realistische Lösung ist. Schon als Antifa wurde ich öfter von Polizisten als von meinen Genossen vor Nazis geschützt. Dafür konnten meine Genossen nichts. Um uns selbst und andere wirklich wirksam und nicht nur eher symbolisch verteidigen zu können, hätten uns richtige Waffen, sprich: Knarren statt Steine, zur Verfügung stehen müssen. Aber die Kommunisten mit ordentlichen Waffen ausstatten, das wirst auch du nicht wollen, hoffe ich. Im übrigen habe ich von der straff organisierten Kader-Antifa gesprochen. In deinem Beispiel kommt einfach ein Punker vor.
Und noch etwas. Das Problem von Antifa-Aussteigern ist das von Scientology-Aussteigern: Man glaubt ihnen nicht.
liebe Grüße,
Michael
Hallo Michael,
so war’s nicht gemeint. Ich denke schon, daß ein härteres Durchgreifen der Polizei gegen rechtsradikale Schläger das bessere und wirksamere Instrument ist. Aber wie in den Kommentaren schon angedeutet: Das Problem in Städten wie Magdeburg scheint doch zu sein, daß es da eine Art soziales Klima gibt, das zusammen mit einer relativen Zurückhaltung des Staates Leute ermuntert, schwangere Ausländerinnen anzugreifen. Mit einer halbwegs hohen Wahrscheinlichkeit auf andere Leute, von mir aus auch extrem Linke, zu treffen, die gegebenenfalls zurückschlagen, kann da eine heilsame Erfahrung sein.
Daß das nichts verläßliches ist, ist klar. Daß linksextreme Antifas nicht meine politischen Freunde sein können, ist sowieso klar, und daß mir ein konsequenter durchgesetztes staatliches Gewaltmonopol wesentlich lieber wäre als Schlägereien zwischen Nazis und Kommunisten versteht sich von selbst. Aber bevor man den öffentlichen Raum gewaltbereiten Rechtsradikalen überläßt, wäre linksradikales Gegengift noch vorzuziehen. Es wäre nur ein dritt- oder viertbester Zustand, aber immer noch besser, als eine von rechts beherrschte Straße.
Deine Antifa-Erfahrungen bezweifle ich übrigens nicht. Ich war ja auch mal Student, und in den 1990ern mit linksextremen Gruppen im StuPa zu tun gehabt zu haben, ist Erfahrung genug, um alles, was Du sagst plausibel zu finden. Andererseits ist gerade heute die Antifa natürlich ein ziemlich heterogener Haufen, und von unerträglich stalinistisch bis zu interessanten Gesprächspartnern findet man da ziemlich viel. Insofern weiß ich nicht, ob man die alle in einen Topf werfen kann.
[...] von den Antibürokraten würde gern “Magdeburg” als Unwort des Jahres [...]
[...] von den Antibürokraten würde gern “Magdeburg” als Unwort des Jahres vorschlagen. [...]
[...] die Genfer Bevölkerung zu klonen und über Entwicklungsgebieten (Aargau, Thurgau, Innerschweiz und Magdeburg) [...]