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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Lasst uns das Licht löschen

M.M., 06.12.2007

Die Stromwirtschaft fürchtet sich vor dem nächsten Samstag, wenn da mal ein paar Gutmenschen meinen, mit fünf Minuten Lichterlöschen könnte die Welt gerettet werden. Die WELT schreibt:

Anders als die Stehlampen und Deckenstrahler in den Wohnstuben können die meisten deutschen Atom-, Gas- oder Kohlekraftwerke nicht mal eben aus- und wieder angeknipst werden. Ein Kohlekraftwerk braucht sogar mehrere Stunden, um die Stromproduktion auf Null zu drosseln. Schalten aber Millionen Menschen zeitgleich das Licht aus, entsteht deshalb plötzlich ein enormes Überangebot an Elektrizität im Netz, das erst einmal nirgendwohin kann.

Die Folge: Weil plötzlich zu viel Strom vorhanden ist, kommt es zu Spontanabschaltungen von Kraftwerksanlagen, im schlimmsten Fall haut es auch noch ein paar weitere Sicherungen raus und es wird flächendeckend dunkel – länger als nur für fünf Minuten.

Ich glaube, ich mach jetzt auch mit. Das wird doch lustig: Ich lösche das Licht und in dem Moment wird’s bei meinem Nachbar stockdunkel, sein Fernseher geht aus und seine Tiefkühltruhe gleich damit. So ein Spass.



9 Kommentare zu “Lasst uns das Licht löschen”

  1. Christian

    Die meisten Leute denken eben von zwölf bis Mittag. Der wahre Skandal ist, dass sich daran auch Institutionen öffentlichkeitswirksam beteiligen.

  2. dagny

    Ich bin skeptisch. (Nicht was die Verdunkelung angeht, die ist purer Aktionismus und unsinnig – hat ja schon 39 nicht funktioniert)

    Die grossen Kraftwerksbetreiber (Kohle, Kernenergie) muessen derzeit Schwankungen in der Windenergie ausgleichen und können das auch.

    Sollte aber dennoch das Licht ausgehen, höre ich Frau Nahles schon erklären, dass dies NUR aufgrund der unterbliebenen Investitionen in die Netzinfrastruktur der provitgierigen privatisierten Stromkonzerne zustande kam.

  3. Epameroi

    Glaub ich auch nicht. Außerdem weiß man ja die Uhrzeit und könnte rechtzeitig reagieren.

    Den umgekehrten Fall gabs ja auch schon, als die australische Stadt Perth mitten in der Nacht alle Lichter einschaltete, damit Astronaut John Glenn nicht nur einen schwarzen Kontinent sah.

    Von Problemen ist nichts bekannt.

    Schwachsinn ist die Aktion natürlich trotzdem.

  4. Bodo Wünsch

    Mir bleibt angesichts solch kollektivem Irrsinns – der sich offenbar (wie jeder kollektiver Irrsinn – z.B. Religion als solche) – verselbständigt hat, das Lachen im Halse stecken – unabhängig von einem möglichen Kollateralschaden.

    Irgendwie erinnert das auch an den kollektiven Irrsinn von Y2K, wo nicht wenigte glaubten, alle Computer dieser Welt zerfielen um Mitternacht zu Asche wie ein Vampir in der Morgensonne.

  5. drchaos

    Optimierte Strategie: Licht AN, Tiefkühltruhe AUS :-)

    http://drchaos.eu/archives/2007/12/06/licht-aus-am-samstag.html

  6. antibuerokratieteam.net » Blog Archive » Licht Schlag am 8. Dezember!

    [...] Lasst uns das Licht löschen [...]

  7. lupe

    der stromverbrauchsunterschied über mittag (kochzeit) ist viel grösser als der “licht-aus”-effekt, zudem kam es in frankreich bei demselben versuch zu keinen problemen.

    der nutzen ist lächerlich, richtig. gewisse initianten wollen profitieren, auch richtig. noch nie war hingegen der sensibilisierungs- und tipp-effekt, wie man es besser machen könnte, grösser. sogar du schreibst über das thema :-)

    ich mache mit aber anders.

  8. Licht an - Licht aus | Bloggen gegen Deutschland

    [...] denkt: so. Wie der Starblog drüber denkt: so. Wie die Antibürokraten dagegen hielten: so und so. Ich war derweil tanzen. Mit Hacker, Schwarzlicht und [...]

  9. Populismus - Auf Stimmenfang mit 5 Minuten Stromunterbruch | DER MISANTHROP

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