Lasst uns das Licht löschen

06.12.2007 14:16 - Eidgenössisch Eigensinniges by M.M. - 9 Kommentare

Die Stromwirtschaft fürchtet sich vor dem nächsten Samstag, wenn da mal ein paar Gutmenschen meinen, mit fünf Minuten Lichterlöschen könnte die Welt gerettet werden. Die WELT schreibt:

Anders als die Stehlampen und Deckenstrahler in den Wohnstuben können die meisten deutschen Atom-, Gas- oder Kohlekraftwerke nicht mal eben aus- und wieder angeknipst werden. Ein Kohlekraftwerk braucht sogar mehrere Stunden, um die Stromproduktion auf Null zu drosseln. Schalten aber Millionen Menschen zeitgleich das Licht aus, entsteht deshalb plötzlich ein enormes Überangebot an Elektrizität im Netz, das erst einmal nirgendwohin kann.

Die Folge: Weil plötzlich zu viel Strom vorhanden ist, kommt es zu Spontanabschaltungen von Kraftwerksanlagen, im schlimmsten Fall haut es auch noch ein paar weitere Sicherungen raus und es wird flächendeckend dunkel – länger als nur für fünf Minuten.

Ich glaube, ich mach jetzt auch mit. Das wird doch lustig: Ich lösche das Licht und in dem Moment wird’s bei meinem Nachbar stockdunkel, sein Fernseher geht aus und seine Tiefkühltruhe gleich damit. So ein Spass.

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9 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Christian, 06.12.2007 14:26

Die meisten Leute denken eben von zwölf bis Mittag. Der wahre Skandal ist, dass sich daran auch Institutionen öffentlichkeitswirksam beteiligen.

 
dagny, 06.12.2007 14:28

Ich bin skeptisch. (Nicht was die Verdunkelung angeht, die ist purer Aktionismus und unsinnig – hat ja schon 39 nicht funktioniert)

Die grossen Kraftwerksbetreiber (Kohle, Kernenergie) muessen derzeit Schwankungen in der Windenergie ausgleichen und können das auch.

Sollte aber dennoch das Licht ausgehen, höre ich Frau Nahles schon erklären, dass dies NUR aufgrund der unterbliebenen Investitionen in die Netzinfrastruktur der provitgierigen privatisierten Stromkonzerne zustande kam.

 
Epameroi, 06.12.2007 14:36

Glaub ich auch nicht. Außerdem weiß man ja die Uhrzeit und könnte rechtzeitig reagieren.

Den umgekehrten Fall gabs ja auch schon, als die australische Stadt Perth mitten in der Nacht alle Lichter einschaltete, damit Astronaut John Glenn nicht nur einen schwarzen Kontinent sah.

Von Problemen ist nichts bekannt.

Schwachsinn ist die Aktion natürlich trotzdem.

 
Bodo Wünsch, 06.12.2007 17:00

Mir bleibt angesichts solch kollektivem Irrsinns – der sich offenbar (wie jeder kollektiver Irrsinn – z.B. Religion als solche) – verselbständigt hat, das Lachen im Halse stecken – unabhängig von einem möglichen Kollateralschaden.

Irgendwie erinnert das auch an den kollektiven Irrsinn von Y2K, wo nicht wenigte glaubten, alle Computer dieser Welt zerfielen um Mitternacht zu Asche wie ein Vampir in der Morgensonne.

 
drchaos, 06.12.2007 18:25

Optimierte Strategie: Licht AN, Tiefkühltruhe AUS :-)

http://drchaos.eu/archives/2007/12/06/licht-aus-am-samstag.html

 

[...] Lasst uns das Licht löschen [...]

 
lupe, 06.12.2007 23:50

der stromverbrauchsunterschied über mittag (kochzeit) ist viel grösser als der “licht-aus”-effekt, zudem kam es in frankreich bei demselben versuch zu keinen problemen.

der nutzen ist lächerlich, richtig. gewisse initianten wollen profitieren, auch richtig. noch nie war hingegen der sensibilisierungs- und tipp-effekt, wie man es besser machen könnte, grösser. sogar du schreibst über das thema :-)

ich mache mit aber anders.

 

[...] denkt: so. Wie der Starblog drüber denkt: so. Wie die Antibürokraten dagegen hielten: so und so. Ich war derweil tanzen. Mit Hacker, Schwarzlicht und [...]

 

[...] south park republican – 5 Minuten gegen Global Warming antibuerokratieteam.net – Lasst uns das Licht löschen antibuerokratieteam.net – Licht Schlag am 8. Dezember! der dissident – «Licht aus!» als [...]

 

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