Kein No von Dr. No?
jo@chim, 10.12.2007
Der Kandidat Ron Paul macht als libertäres Enfant Terrible dem eher mitleiderregenden denn inspirierenden Bewerberumfeld in der republikanischen US-Vorwahlkampagne ordentlich Dampf. Trotz seines isolationistisch begründeten Antiwar-Populismus (mit dem er allerdings im libertären Mainstream liegt) und seiner überhaupt nicht liberalen Haltung zur Migration gestehe ich, dass ich die Grassroots-Kampagne der Ron Paul Revolution bisher nicht ohne Sympathie verfolgt habe.
Berichte wie der im konservativen Online-Magazin The American Thinker gefallen mir allerdings überhaupt nicht: mich würde ehrlich gesagt schon interessieren, warum Paul es offensichtlich nicht hinbekommt, sich von – hoffentlich – unerbetenen Unterstützern wie “Stormfront”-Rassisten oder Holocaust leugnenden Revisionisten zu distanzieren und sich Hilfe aus dieser Schmuddelecke zu verbitten. Es dürfte doch nicht so schwer sein für “Dr. No”, auch hier laut und deutlich Nein! zu sagen, oder?
(Via Southpark Republican)
antibuerokratieteam.net





Auf die Diskussion bin ich gespannt: (freie) Einwanderung und Abtreibung sind wohl die umstrittensten Themen unter Libertären…
Blödsinniger Vorwurf an Ron Paul. Sein Programm steht diametral nationalsozialistischen Ideologien gegenüber, und spricht für sich — da muss sich Ron Paul nicht von irgendwelchen Wirrköpfen distanzieren.
Wenn Neonazis Ron Paul unterstützen, statt ihre eigenen Plattformen, dann müssen wir uns wohl auch keine Sorgen machen. Stell Dir vor die NPD ruft bei unverändertem Programm auf, die FDP zu wählen. Das käme ihrer Selbstauflösung gleich …
Tja, manchmal sollte man noch etwas weiter recherchieren, so hat Ron Paul schon öfters betont, dass es ihm egal ist wer für ihn spendet, denn diese müssten ja schon vorher wissen wofür er steht und wenn nicht haben sie eine Dummheit begangen, er würde sich für solche Spenden nicht ändern..
Und genau das hat er bei der Debatte vor spanischen Wählern mal wieder eindeutig bewiesen…
Sofern hier nicht eine Absicht bestimmter Kreise etwas inszeniert zwecks Desavouirung der nicht gelenkten Opposition (analog wie Putin den Kasparow als Ami-Spion denunzieren läßt).
Sollten tatsächlich “echte” Nazis Geld gespendet haben, geht es
1.) doch hier im wesentlichen um die Israel-Frage. Und da nunmal die proisraelischen (bevor hier wieder ein Spinner von “jüdischer Lobby” schwadroniert: im wesentlichen evangelikalen!) Fanatiker der einen Seite 98 Prozent der GOP “gehijackt” haben, klammern sich die antiisraelischen Fanatiker eben an den einzigen Strohhalm, der ihnen noch bleibt.
2.) Das an Paul geflossene Geld fehlt den Nazis am Ende für ihre eigenen Projekte. So what? :-)
“Sofern hier nicht eine Absicht bestimmter Kreise etwas inszeniert zwecks Desavouirung der nicht gelenkten Opposition”
- die welche auch hinter 9/11 stecken?
Sollten tatsächlich “echte” Nazis
- also nicht der KKK, sondern Alois Brunner aus Syrien höchstpersönlich?
“klammern sich die antiisraelischen Fanatiker eben an den einzigen Strohhalm, der ihnen noch bleibt.”
- Ron Paul gibt ihnen auch gute Gründe…
“Das an Paul geflossene Geld fehlt den Nazis am Ende für ihre eigenen Projekte. So what? ”
- Wozu noch eigene Projekte?
@southparkrep.: Du solltest die Adventszeit zur inneren Einkehr und kritischen Reflexion über Deinen Diskussionsstil nutzen!
Von 9/11 sprach niemand, aber daß man ggü politischer Konkurrenz *auch mal ganz ausnahmsweise* außerhalb der Regeln kämpft, sollte seit Watergate zumindest theoretisch, rein hypothetisch, versteht sich, vorstellbar sein!
Bin übrigens aus binnenliberalen Gründen froh, daß es den Zankapfel Israel gibt. Wäre diese ideologische Trennungslinie nicht, die Band of Broders/Gutächsler (Neocons) und die Hoppe-Hobbits/PFS-Rassekundler (Paleocons) hätten zusammen eine erdrückende Hegemonie im liberal-libertären Spektrum und würden der ganzen Veranstaltung eine ziemlich üble rechtsdrallige Richtung geben. Aber durch ihre wechselseitigen Idiosynkrasien und Marotten neutralisieren sie sich gegenseitig. Gut so!
Mich hätte einfach nur interessiert, ob an den Vorwürfen was dran ist, nicht Selbstverständlichkeiten wie die, dass GWB an 9/11 schuld ist und alle Politik sowieso eine einzige riesengrosse Verschwörung….
btw: ich würde weder Geld von Nazis noch von Kommunisten nehmen (denn es stinkt doch)
P.S.: Reichlich frivol, ausgerechnet einem Libertären den KKK unter die Nase zu reiben. Zu diesen Säcken hat schon Anfang des vorigen Jahrhunderts H.L.Mencken alles Nötige gesagt! Daß die Republikaner an dieser Stelle ausfransen, ist nicht das Problem der Libertären!
“Band of Broders”. Nicht schlecht. Manchmal wundere ich mich, was Du wohl so rauchst, lieber DDH. Krieg ich auch was? (Nur a Piece?) :D
Aber Du gibst ihnen Geld! Wenn auch unfreiwillig via staatliche Parteienfinanzierung! Etatismus stinkt!
Solln sie sich dran verschlucken. Und Geld zu bekommen hat auch immer etwas mit der Schaffung von Abhängigkeiten zu tun (deshalb ist es auch nicht gleichgültig wo Ron Paul seine Banner akzeptiert). Übrigens, wenn Du unbedingt auf dieser Ebene diskutieren möchtest: ein nicht steuerfinanziertes WE in Guba würde ca. 400 Euronen kosten… fang schon mal an zu sparen…
P.S. & nochmal – warum sagt er eigentlich nicht: No!, fuck off, scum!
?!
Parteien oder aber auch einzelne Kandidaten sind (1.) nicht nur Stimmenmaximierer, sondern auch Wahlkampfspendenmaximierer.
Und zusätzlich gehört es im libertären Lager (2.) teilweise zum guten Ton, sich noch gegenüber den verkommendsten Subjekten (in welcher Weise auch immer) milde zu geben. Die Hauptsache ist, dass letztere dem (staatlichen) Establishment auf ihre Weise fern stehen, dann steht noch der anscheinend(?) widersinnigsten Außenseiter-Soli nichts im Weg.
Auf diesem Hintergrund dürfte sich der Unmut über Ron Paul in engen Grenzen halten.
(Um nicht einfach zu sagen, dass er ein politischer Bruchpilot ist, der darum bemüht ist, möglichst viele – d.h. auch: unterschiedliche – Bruchpiloten einzusammeln.)
Ron Paul:
“Racism is simply an ugly form of collectivism, the mindset that views humans strictly as members of groups rather than individuals. Racists believe that all individuals who share superficial physical characteristics are alike: as collectivists, racists think only in terms of groups. By encouraging Americans to adopt a group mentality, the advocates of so-called “diversity” actually perpetuate racism. Their obsession with racial group identity is inherently racist. The true antidote to racism is liberty. Liberty means having a limited, constitutional government devoted to the protection of individual rights rather than group claims. Liberty means free-market capitalism, which rewards individual achievement and competence, not skin color, gender, or ethnicity.”
Government and Racism, April 16, 2007 [11]
Daß Ron Paul offenbar der Meinung ist, daß er besseres zu tun hat, als sich von der einen Kollektivistenhorde zu distanzieren, weil eine andere es fordert, finde ich sehr sympathisch. Endlich ein Politiker, der nicht jedem dahergelaufenen Partikularinteressenvertreter nach dem Mund plappert, weil er Angst um seine Stimme hat.
Ich hab mal ins Stormfront-Forum geschaut. Die scheinen Ron Paul zu mögen, weil er für Meinungsfreiheit eintritt und die FED abschaffen will, die die Typen halt als Mittel der jüdischen Weltverschwörung ansehen.
Ich distanziere mich hier übrigens einfach mal spontan von Cartman-Republican. Weil ich`s zum kotzen finde, daß er von “Ron Pauls Friends” schreibt. Zu einer Freundschaft gehören zwei Seiten, die es so sehen.
Das ist verleumderisch, sonst nix. Und ich will als Libertärer mit so einer Figur nicht in Verbindung gebracht werden.