Populäres Millionärs-Bashing

10.12.2007 13:54 - Liberté d'abord! by Oliver Luksic - 4 Kommentare

Die Diskussion um Gehaltsobergrenzen zeigt wieder mal, wie sehr die politische Diskussion in Deutschland von einer gefährlichen Mischung aus Sozialpopulismus und Habwahrheiten geprägt wird. Die Linkspartei kann sich über diese Diskussion freuen.

Es wird beispielsweise der Eindruck erweckt, Manager könnten sich ihre eigenen Gehälter festlegen. Dabei sind es die Aufsichtsräte, in denen die Gewerkschaften am Tisch sind. Wieso haben beim Gehalt von Bahn-Chef Mehdorn sowohl Gewerkschaften als auch der Eigentümer Bund zugestimmt und rufen nun gleichzeitig nach der Begrenzung von Managergehältern?

Wenn das Gehalt begrenzt wird, werden gute Manager sofort ins Ausland gehen bzw. im Ausland ihre Steuern zahlen. Vor allem aber werden diese Gehälter nicht von den Arbeitnehmern oder Steuerzahlern aufgebracht, sondern von den Eigentümern der Unternehmen. Kein Arbeitnehmer wird mehr Geld haben, wenn Managergehälter reguliert werden. Wenn Vorstände weniger bekommen, fließt das gesparte Geld in die Taschen der Aktionäre und nicht der Arbeitnehmer. Vor allem aber wird der Wirtschaftsstandort Deutschland durch das populäre Millionärs-Bashing dauerhaft sicher nicht gestärkt.

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4 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

Netznachrichten, 10.12.2007 14:12 Subscribed to comments via email

Aus meiner Sicht ist das ganze Theater ein gut inszeniertes Ablenkungsmanöver der Politik.

 
 
VolkerD, 10.12.2007 15:09

Natürlich ist ds alles populistisches Gelaber, dass in der BRD aber leider große Resonanz findet.

Allerdings glaube ich nicht, dass allzuviele Manager die BRD verlassen würden, mit ist nicht bekannt, dass das Ausland diese Kaste zu sich ruft, die wollen wohl ieber produktive Kräfte ;)

 
KlausJ, 11.12.2007 11:56

Schwerwiegender als die Gefahr, dass einige fähige Manager das Land verlassen, sehe ich die möglichen gesellschaftlichen Folgen:
Schließlich fließt durch eine solche Regelung eine willkürliche moralische Komponente der aktuell lautesten Gruppe ins Vertragsrecht ein. Auch wenn eine solche Obergrenze wahrscheinlich keinen von uns berühren dürfte, für weitere “soziale” Änderungen ist schon mal der Fuß in der Tür.

Der Vorschlag Abfindungen zu begrenzen ist von ähnlicher Qualität. Manager werden in der Regel durch Zeitverträge an die Firmen gebunden. Stellt der Anteilseigner nach der Hälfte der Zeit fest, dass es nicht so läuft wie gewünscht, wird er den Vertrag in der Regel nicht einseitig kündigen können. Auch wird er ein Interesse dadran haben, dass der geschasste Mitarbeiter nicht gleich zur Konkurrenz läuft und sich einige Zeit von der Branche fern hält.
Verträge musst Du halten, es sei denn Du schließt ihn mit einer bestimmten Berufsgruppe?

Der Missbrauch einzelner rechtfertigt keine Kollektivbestrafung. Das bekomme ich jedenfalls ständig in der Zeitung zu lesen, wenn wieder ein größerer Fall von Hinterziehung staatlicher Leistungen bekannt geworden ist.

 

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