Schon dieser Titel haut hier wohl niemanden vom Stuhl. Akzeptiert. Aber heute ist wirklich Ungewöhnliches im Land der Kühe und Banken geschehen: Der überragende Gewinner der Oktober-Wahlen, Herr Blocher, ist vom Parlament abgewählt worden. Stattdessen hat die vereinigte Bundesversammlung (Stände- und Nationalrat) seine SVP-Parteikollegin Widmer-Schlumpf in die Regierung gewählt.

Anders als von der SVP-Parteileitung gefordert, hat diese nicht sofort auf die Annahme der Wahl verzichtet, sondern sich eine Bedenkzeit bis morgen genommen. Und wenn ich jetzt noch schreibe, dass die SVP ihren mit Glanz und Gloria gewählten zweiten Bundesrat (es gibt deren sieben und das ist dann die Landesregierung) aus der Fraktion geschmissen hat, was einem Rausschmiss aus der schweizerischen Partei gleichkommt, bei der kantonalen Partei hat die schweizerische Parteileitung nichts zu sagen, dann sieht man schon an diesem unverständlich langen Satz, wie kompliziert für Aussenstehende das schweizerische System funktioniert. Die meisten Schweizer kapieren es auch nicht.

Deshalb in Kurzform: Der Mann, der in den letzten vier Jahren die schweizerische Politik wie kein anderer Politiker auf Trab gehalten hat und der mit einem noch nie so erlebten Persönlichkeitswahlkampf seine Partei mit knapp 30% zur stärksten des Landes gemacht hat, ist einfach so mir nichts dir nichts abgewählt worden. Eine strategische Meisterleistung seiner Gegner.

Die Situation in der Schweiz ist etwa so, wie wenn die Frau Merkel morgen plötzlich ohne die die SPD regieren könnte und auch auf die FDP nicht angewiesen wäre. Es hat sich also ein politisches Erdbeben der Stärke 6 auf der nach oben offenen Richterskala ereignet.

Wer mehr wissen will, der sei nach hier verwiesen.
Buah, so ein Resultat
Blocher weg!
Maurers Wort zum Alltag
Taktische Meisterleistung