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Vielleicht sollte die Bundeswehr einmarschieren?

14.12.2007 19:21 - Notizen aus dem U-Boot by jo@chim

Christoph Blocher ist nicht mehr in der Regierung - aber für die Schweiz ist der gedemütigte Politiker umso gefährlicher. [...]

Blocher hat viel Geld und nun auch viel Zeit, um wieder seiner Lieblingsbeschäftigung, dem Opponieren, nachzugehen. [...]

Tiefstapeln, Verharmlosen und Beschwichtigen scheint auch eine Schweizer Eigenheit zu sein. Die gleichen Beobachter sehen die Nationalkonservativen [???] seit Jahren ihren Zenit überschreiten.[...]

rassistisch [...]

neoliberal [...]

rechtsaussen [...]

Arrrghhhh! Spuck! [...]

Nein, letzteres war jetzt kein Zitat aus Spiegel Online, sondern eine freie Zusammenfassung des restlichen SPON-”Berichts”:

Ruuuhig, Herr Soukup, verlieren Sie nicht die Fassung! Sie tun dem SPIEGEL als nach wie vor verhältnismässig seriösem Massenmedium damit keinen Gefallen (Sie können ja immer noch die Bundeswehr bitten, einzumarschieren).

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19 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

scipio, 14.12.2007 19:50

Lichterkette.

 

[...] - Vielleicht sollte die Bundeswehr einmarschieren? arlesheim reloaded - Alles bleibt beim Alten arlesheim reloaded - Blocher in der Opposition [...]

 
DDH, 14.12.2007 20:09

Ein inzwischen entfernter Satz von einem SPON-Artikel:

“Militante Sympathisanten des nationalenkonservativen und radikalen Verlierers Blocher gingen zunächst nicht auf die Straße. Am 6. Oktober hatten sich Anhänger von Blochers Schweizerischer Volkspartei (SVP) in Bern Straßenschlachten mit der Polizei geliefert.”

Goebbels läßt grüßen!

jo@chim, 14.12.2007 23:47

Bin auch darüber gestolpert - aber dafür (dass sie es von dpa übernommen hatten) hamse sich entschuldigt Dominik. Goebbels-Vergleiche gehn mir auf den Sack (ausser wenn ich selbst sie bringe).

 
Christian Hoffmann, 15.12.2007 00:02

Genauso sieht Kaspar Rosenbaum das auch. Seltsam ;-)

DDH, 15.12.2007 13:50

@Christian: Lichtschlag sagt auch Guten Morgen, isst mit Messer und Gabel und benutzt nach dem Geschäft Toilettenpapier. Diese Gewohnheiten geruhe ich ebenfalls beizubehalten!

Christian Hoffmann, 15.12.2007 23:38

Aber hoffentlich nicht den Gebrauch ziemlich unangebrachter, ja ethisch fragwürdiger Vergleiche…

 
 
 
 
Lina, 14.12.2007 21:00

Was regt Dich so auf , Dass der Soukup, der im Video kaum einen zusammenhängenden Satz über die Lippen bringt, als Journalist für das immer noch relativ seriöse deutsche Nachrichtenblatt ganze Sätze scheiben kann? Oder dass ihm als mit sich selbst und den Schweizer Zuständen geschlagenem Mann der Ton versagt?

So sehr ich mich auch anstrenge, kann ich seinem Artikel gegenüber keine Emotion aufbringen. Vielleicht hätte ich vorher lesen und dann sehen sollen? Dann wäre ich nicht so überrascht gewesen, dass er seine sprachliche Leistung schriftlich noch übertrifft.

jo@chim, 14.12.2007 23:52

Ich rege mich doch gar nicht auf, Lina, sondern dieser Soukupf…

Lina, 15.12.2007 07:51

Und mich hat noch nicht mal das Szenario aufgeregt, , das dieser Soukupf da vorführt.

Ich halte es für ausgeschlossen dass ein Mann wie Blocher sich mit seinen Vorstellungen im europäischen Umfeld auf Dauer behaupten kann, sehe weder einen neuen Goebbels einer Lichterkette gegenüber stehen noch finstere Zeiten kommen. Auch nicht für viel Geld.

Ich erinnere an Haider in Österreich. Wenn schon nicht das eigene, so hat ihn doch das Ausland wieder kleingekriegt.

 
 
 
M.M., 14.12.2007 21:51

Links ist gut, Mitte ist weichei und Rechts ist igitt. Die Welt der Einfältigen ist simpel. Die Sache ist halt derzeit ziemlich emotional.

Die Gutmenschen konnten mal nach all dem sinnlosen raushängen von Fahnen und Lichterketten endlich mal eine Tyrannen stürzen. Deshalb haben sie die Hände in die höhe geworfen, einander umarmt und auch sonst ein paar Freudentänze aufgeführt. Im Parlament.

Natürlich ist der Herr Blocher eine ziemlich eigene Figur, egozentrisch bis zum Unerträglichen. Aber er war halt auch unbestreitbar einer der besseren Bundesräte, welche die Schweiz schon erlebt hat. Blitzgescheit, durchsetzungsstark, themensicher.

Und jetzt kommt so langsam der Tag danach. Das heisst, jetzt müssen sich alle selbst etwas einfallen lassen, ohne den Herrn Blocher in der Regierung. Das wird spannend.

Denn man mag sich zwar um ihn zu stürzen, zusammengefunden, aber wenn es um die Tagespolitik geht, dann ist es schon vorbei mit der Einigkeit.

Doch bleiben wir auf dem Teppich: Ob Herr Blocher in der Regierung ist oder nicht, ist nicht soooo lebenswichtig. In der Schweiz hat bei den meisten Themen sowieso das Volk das letzte Wort.

Doch man sollte Herrn Blocher nicht unterschätzen. Ich habe eine Analyse geschrieben, die etwas Licht ins Dunkel bringt. Und auch ein paar historische Hintergründe über das schweizerische politische System streift.

Für Liebhaber schweizerischer Politik:

Blocher in der Opposition

Wenn man den Nach-der-Wahl-Diskussionen zuhört, dann scheint die Welt für die Grün-Linke und die CVP wieder in Ordnung zu sein: Die SVP hat ihre beiden Sitze im Bundesrat, Herr Blocher ist weg, jetzt kann man sich wieder auf die Sachpolitik konzentrieren. Nur die FDP gibt sich auffällig ruhig. Dann kommen die Historiker und die Politologen zu Wort und die erzählen uns Anekdoten aus den Neunzigern des vorletzten Jahrhunderts, den Dreissigern des letzten Jahrhunderts, aus … weiterlesen

jo@chim, 14.12.2007 23:43

Danke lieber Manfred für Deine Hintergrundinfos, die man dank Dir hierzulande so nur in diesem kleinen liberalen Weblog findet - ich gebe Dir vollkommen recht (gtX -> in die noch nicht volllkommen gleichgeschaltete Schweiz).
btw: Herr Blocher ist nicht weg. Beileibe nicht. IMHO. Könnte es nicht sein, dass das nicht sein letztes Gefecht ist, sondern dass er erst so richtig loslegt? (das ohne persönliche Bewertung, jetzt).

 
scipio, 14.12.2007 23:46

Ich habe mir mal eingehend die Leserkommentare zum Thema Blocher in der NZZ angesehen. Es fällt auf, daß kaum einer das Wetterleuchten am politischen Horizont wahrhaben will. Blocher weg, alles in Ordnung, glückliche Schweiz, das ist der allgemeine Tenor. Vielleicht täuscht man sich ja als Außenstehender, aber diese Naivität ist schon ziemlich eigenartig.

 
 
 
Christian Hoffmann, 15.12.2007 00:05

Als mit der Bezeichnung “nationalkonservativ” tut man der SVP nicht Unrecht.

jo@chim, 15.12.2007 00:09

Woran machst Du das fest, Christian?

Christian Hoffmann, 15.12.2007 23:46

Am Wahlprogramm und an der Mitgliederschaft - soweit mir bekannt. Das Programm hat dabei vermutlich deutlich mehr “liberale Ausreisser”, als die Basis. Letztere besteht häufig aus “landwirtschaftlich geprägten” Männern mit dezent reaktionären Einstellungen. Blocher und Mörgeli sind m.E. nicht repräsentativ für das “Fussvolk” der Partei.
Aber auch das Programm vertritt einen flotten Patriotismus, der in Form von protektionistischen Forderungen gerne auch mal in den Nationalismus abrutscht. Die Bildungs-, Sicherheits- und Innenpolitik kann sicher als “konservativ” (viele würden sagen “rechtspopulistisch”) bezeichnet werden - da geht es um Disziplin, harte Strafen, starke Sicherheitskräfte, geschlossene Grenzen, etc.
Sicher finden sich auch marktwirtschaftliche, staatsskeptische Einsprengsel, über das Etikett “national-liberal” könnte man also streiten, “-konservativ” trifft aber das kulturelle Fundament der Partei m.E. deutlich besser

 
 
 
T. Albert, 15.12.2007 18:02

“Die Gutmenschen konnten mal nach all dem sinnlosen raushängen von Fahnen und Lichterketten endlich mal eine Tyrannen stürzen. ”
M.M.

naja, hier in Zürich seh ich weder Fahnen noch Lichterketten, und keiner meiner gutmenschlichen Freunde findet, dass er einen Tyrannen gestürzt hätte. Es wurde auch kein Tyrann gestürzt, sondern ein Bundesrat abgewählt. - Jeder lebt so in seiner Welt, in der er sich die Vorstellungen anderer von der Welt vorstellt.
- Übrigens merk ich von Chaos hier auch nix.

In Deutschland oder Italien muss man sich auch den Blocher nicht als Goebbels vorstellen, nicht mal als Schönhuber, nicht in Ländern, die, abgesehen von allen inländischen Diskussionen hier, von einem Land mit mehr als zwanzig Prozent Ausländern durchaus lernen könnte, wie mans machen kann. Mit Blocher und trotz Blocher.

 
Die Stimme aus dem Off, 16.12.2007 09:35

Ich frage mich was man wohl über einen deutschen Politiker schreiben würde, der Blochers Ansichten verträte.

“Nationalkonservativ” würde die Kritik vermutlich nicht lauten.

 

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