Sofort nach der Ernennung von Dmitrij Medwedew zum Präsidentschaftskandidaten von Putins Gnaden hatte der deutsche Außenminister einen Kommentar parat: Das sei ein Signal an den Westen, ein Zeichen der Stabilität und der wirtschaftlichen Erneuerung.

Da wird also ein Präsident praktisch ernannt. Das ist tatsächlich ein Signal an den Westen – es fragt sich nur, ob man dazu auch noch gratulieren sollte. Der Aufsichtsratschef eines staatlichen Monopols wird Präsident – auch das ist ein Zeichen, aber sicher nicht für die wirtschaftliche Erneuerung. Ob das Ganze ein Zeichen der Stabilität ist – politisch und wirtschaftlich – wird die Zukunft zeigen. Kreml-Astrologen haben sich schon oft geirrt.

Niemand kann im Moment etwas ändern an den Zuständen in Russland. Ständige plakative Kritik hilft auch nicht weiter. Aber es muss sich auch niemand so klein machen, den Methoden der Machthaber in Russland auch noch Beifall zu klatschen.
Also: Siehe Überschrift.