Bürgerkrieg

30.12.2007 12:39 - Statler & Waldorf by Statler

Die eine Gruppe wird in Kenia damit anfangen, der anderen Gruppe die Köpfe einzuschlagen, weil ihr Kandidat die Wahl nicht gewonnen hat. Als ob es am Ende für die armen Kerle, die sich da gegenseitig umbringen werden, irgendeinen Unterschied machen würde, ob der Kleptokrat an der Staatsspitze Odinga oder Kibaki heißt. Das kommt dabei heraus, wenn man Menschen lange genug einredet, daß sie Opfer für ein höheres Gut bringen sollen, und wenn sie aufhören, an ihrem eigenen Wohlergehen interessierte Individuen zu sein.

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33 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

NUB, 30.12.2007 16:29

Vor allem: Das kommt dabei heraus, wenn man Menschen einredet, die gegnerische politische Gruppe sei die Wurzel allen Übels und müsse daher am besten vertilgt werden.

Guten Rutsch!

 
XiongShui, 30.12.2007 20:51

Vor allem ist das ein ausgezeichnetes Geschäft für (auch die deutsche) Rüstungsindustrie. Wen kümmern da schon Tote und Hungernde?

Zitat: “Wäre die freie Marktwirtschaft nicht das effizienteste System, ich wollte sie trotzdem - wegen der Werte, die sie repräsentiert: Wahlfreiheit, Herausforderung, Risiko. Milton Friedman” Ende Zitat.

Ein fröhliches Neues Jahr!

 
F.Alfonzo, 31.12.2007 00:51

…mehr Enwicklungshilfezahlungen nach Afrika!!!
…auf dass sich die Leute dort morgen immer noch die Köpfe einschlagen können.

- Alfonzo

 
fpk, 31.12.2007 12:10

@Xiong Shui
klar. Die Rüstungsindustrie, auch die deutsch, verdient sich sicherlich dumm und dämlich an der größeren Nachfrage nach Machten und Schlagstöcken. Sofort Aktien kaufen!

Guten Rutsch!

 
nichtidentisches, 31.12.2007 13:38

Man sollte schon etwas mehr Ahnung haben, bevor man so einen Dünkel ablässt. Ich habe bewusst nichts zu Kenia gepostet, obwohl das Thema ja die Sender füllt, als wäre sonst nichts los in Afrika.
Bei jeden Wahlen in Nordirland, im Baskenland oder auf Korsika gibt es ähnliche Tumulte, man sehe nur nach Belgien, einst ein Hort der Zivilisation, heute vor dem Zerfall in vornapoleonische Fürstentümer.
Das Mokieren über Kenia schürft nicht einmal an der Oberfläche der komplizierten Geflechte aus ethnischen, religiösen, ideologischen und materiellen Konflikte, die sich in diesen Wahlen entladen.
Gefährlicher als die Ideen ist der Nihilismus, der sich mit jeglichem arrangiert, solange nur die eigene Existenz gewahrt bleibt. DAS war die Grundlage des Nationalsozialismus, “Lügendetektor” ist ein interessantes Buch darüber.

Statler, 31.12.2007 13:54

Eben, das ist es ja. Sobald Leute glauben, der gewalttätitge Kampf für ethnische, religiöse und ideologische Kollektivismen sei wichtiger, als die Investition ins eigene Wohlergehen, wird es häßlich. Überall auf der Welt, egal ob in Kenia, in Tschetschenien oder auf dem Balkan.

Selbst die materiellen Konflikte, die zu Gewalt im größeren Maßstab führen, sind fast immer keine individuellen, materiellen Konflikte, sondern eingebildete kollektive Konflikte (”Ethnie A darf den Fluß nicht kontrollieren, sondern Ethnie B muß ihn unter Kontrolle haben” und so weiter).

Robert, 02.01.2008 22:47

“Sobald Leute glauben, der gewalttätitge Kampf für ethnische, religiöse und ideologische Kollektivismen sei wichtiger, als die Investition ins eigene Wohlergehen, wird es häßlich.”

Mit anderen Worten: NUR ICH bin wichtig. Scheiß was auf alle anderen. Mit dieser Auffassung des Libertärismus kannst du praktisch ALLES rechtfertigen, inklusive Hängenlassen von Frau, Kindern und alten Eltern. Klasse. Solche Leute werden auch Soziopathen genannt.

DDH, 02.01.2008 23:18

@Soziopath Robert: Jetzt muß ich den Staatler in Schutz nehmen. Er sprach das Recht auf individuelles Wohlergehen eben ALLEN zu, auch denen, die Du als von Individualisten schon halb aufgehängt wähntest. Eh kloar - wenn irgendwo in “Gottes/Staates” weiter Welt wer aufgehängt wird, haben meistens Individualisten ihre bluttriefenden Finger im Spiel. Bloß gut, daß Ahmadidingsbums, Ratzinger & Rohrstock-Bueb dem Exzess des Individualismus bald ein Ende machen wird!

Laß Dich einsargen!

David, 03.01.2008 01:35

Ums Aufhängen gings dann wohl doch nicht. Wer hier hängen läßt, läßt, sicherlich eher im Stich, als baumeln.

 
 
Rayson, 02.01.2008 23:18

Wer kein Soziopath sein will, hat gefälligst den Ideologen zu folgen, die einem eine ethnische oder religiöse Identität einreden wollen. Wer sich nicht vor allem als Deutscher oder Katholik begreift, der lässt auch Frau, Kinder und Eltern hängen.

Hm. So ganz überzeugt das noch nicht. Da musst du noch etwas üben.

 
Statler, 02.01.2008 23:54

@ Robert:

Get stuffed.

jo@chim, 03.01.2008 00:40

Ach geh Statler, sei doch nicht so streng, wollen wir uns nicht wenigstens einen Haustroll halten? Hier ich hab sogar noch etwas Fisch: <8(++<<

Robert, 03.01.2008 14:35

Warum so angefasst, Jungs?
Wem der Schuh passt, der zieht ihn sich an. Offensichtlich passt der Schuh hier mehreren.
“Die heutige Bedeutung des Begriffes Soziopath bezieht sich auf Personen, die nicht bzw. nur eingeschränkt fähig sind, Mitleid zu empfinden, sich nur schwer in andere hineinversetzen können………..” (Def. nach Wikipedia)
“Mitleid ist die Anteilnahme an Schmerz und Leid anderer. Es unterscheidet sich vom bloßen Miterleben durch die Bereitschaft, aktiv zu helfen und dem anderen bei der Bewältigung des Leids zur Seite zu stehen.” (ebenfalls Def. nach Wikipedia)
Da von den meisten der hier Postenden schon die geringste Solidaritätsbezeugung mit weniger Priviligierten, als man selbst zu sein meint, als etwas Negatives, ja sogar Dümmliches abgetan wird, kann einem halt schonmal der Begriff des Soziopathen i.S. obiger Definition in den Sinn kommen.
So what?

Rayson, 03.01.2008 14:42

“schwer in andere hineinversetzen können” - ich vermute, das ist vor allem dein Problem. Jedenfalls wird das bei deiner Beschreibung der Position der hier Kommentierenden mehr als deutlich.

“Solidaritätsbezeugungen” sind übrigens überhaupt nicht negativ und nicht dümmlich. Im Gegenteil: Sie sind eine äußerst preiswerte Methode, sich ein gutes Gewissen zu verschaffen.

Robert, 03.01.2008 15:06

Du solltest das im Kontext sehen, werter Rayson.
Daher schrieb ich ja “schon die GERINGSTE Solidaritätsbezeugung”.
Geht es dann ans Eingemachte, sprich Geld (z.B. in Form von Mindestlohn oder aber die Verwendung von Steuergeldern für soziale Zwecke, wie z.B. öffentliche für jedermann zugängliche Bildungseinrichtungen) dann hebt das Geschrei natürlich erst recht an.

Rayson, 03.01.2008 15:21

Und wie, werter Robert, würdest du jemanden nennen, der sich Kritik an von ihm befürworteten politischen Maßnahmen nur durch moralisch verwerfliche Zielsetzungen der Kritiker erklären kann?

Soziopath? Autist? Oder einfach nur Schmalspur-Ideologe?

David, 03.01.2008 15:25

Mainstream. Hier paßt der Ausdruck mal.

 
 
Statler, 03.01.2008 15:31

Tja, es gibt halt auch Leute, die aus ihrem eigenen Einkommen und freiwillig Gutes tun. Die erkennt man daran, daß sie es nicht nötig haben, sich selbst ihre angeblich überlegene Moralität durch ständige Forderungen nach sozialpolitischen Zwangsmaßnahmen zu beweisen.

Aber Sie sind natürlich ein ganz toller Kerl, hochmoralisch und schwer solidarisch, weil sie mit dem Geld anderer Leute Gutes tun wollen.

jo@chim, 03.01.2008 16:22

Touché :-)
Stefan Blankertz hat diese Spezies wie folgt charakterisiert:

Die Behauptung von der sozialen Kälte des Liberalismus ist umzukehren. Die Verfechter des Sozialstaats sind die wahren Träger der Kälte. Denn die Verfechter des Sozialstaats müssen davon ausgehen, dass nicht genug Solidarität in der Gesellschaft vorhanden ist, um ein effektives und ausreichendes System freiwilliger Hilfe zu gewährleisten. Statt auf freiwillige Hilfe setzen sie auf erzwungene Leistungen. Es ist dieser Zwang, in dem sich Kälte ausdrückt: Die Kälte derjenigen, die Mitmenschen gegen ihren Willen zur Hilfe zwingen. Die Verfechter des Sozialstaates geben ja immer freigiebig das Geld anderer Leute aus und nennen das Solidarität. Es ist die Solidarität von Räubern.

Robert, 04.01.2008 09:57

Sorry, aber das kommt mir wie leere Worthülsen vor. Im Praktischen kann ich damit nichts anfangen. Nur mal so als Beispiel: eine mittellose, kranke, alte Frau ohne jegwede Angehörige. Wenn ihr alle sozialpolitischen Maßnahmen ablehnt, was soll diese Person dann machen? Sich auf die Straße setzen, einen Hut aufstellen und darauf hoffen, dass irgendjemand “freiwillig Gutes” tut und ihr ein paar Brocken zuwirft? Das ist mittelalterlich.
Außerdem sollte man zunächst mal abgrenzen, was unter “sozialpolitisch” vom einzelnen verstanden wird. Für den einen ist es bereits der unentgeltliche Grundschul-Besuch und öffentliche Straßen oder Spielplätze, für den anderen “erst” die Sozialhilfe.
Die libertäre Ideologie ist so unausgegoren, Konseqeunzen werden vollkommen ausgeblendet.

jo@chim, 04.01.2008 11:02

Nachdem Du kein “Soziopath” bist, würdest Du der Frau doch sicher helfen??

Robert, 04.01.2008 11:14

Ja, aber das steht gar nicht zur Debatte, weil es so weit (mittelalterliche Almosengesellschaft!) nicht kommen wird, jedenfalls nicht solange der Mainstream eine vernünftige, gemäßigte und zeitgemäße Lösung präferiert und pubertäres Anarchistentum (hier: Ancap) dahin weist, wo es hingehört: in die Ecke zum Nochmal-Überdenken.

 
Rayson, 04.01.2008 11:53

Da hast du dann ja Schwein gehabt: Du kannst dich also weiter darauf beschränken, mit dem Geld anderer Leute als großer sozialer Wohltäter aufzutreten.

 
 
 
 
 
Bodo Wünsch, 03.01.2008 17:16

Warum darf “Solidarität” nicht FREI-WILLIG, d.h., frei vom Einzelnen zu entscheiden sein? Warum, warum, warum.
“Verwendung von Steuergeldern”… so eine kleine Phrase, und schon ein passivisches Bürokraten “-ung” enthalten….

Nachgesungen? Ach so.

 
 
 
 
 
 
 
 
Die Stimme auf dem Off, 31.12.2007 14:13

Mehr Ahnung von bitte was eigentlich?

Man kann afrikanische Verhältnisse kaum mit Begriffen aus der westlichen Politik sinnvoll beschreiben. Rechtsstaat, Demokratie, Gerichte, das alles sind Begriffe die dort unten eine ganz andere Bedeutung haben, weil die Menschen sie anders oder eben gar nicht adaptiert haben. Wenn man sich bei diesem Thema nicht vollkommen verrennen will, dann sollte man es so machen wie Statler: Vorsichtig das Problem beschreiben, mehr kann man nicht tun.

Alles andere ist unglaubwürdig.

Insbesondere, wenn man dann auch noch Ausschreitungen im Baskenland oder Nordirland mit Ausschreitungen in Kenia vergleicht.

Robert, 02.01.2008 22:50

Genau, gut erkannt.
Das alles bitte einmal auf nahöstliche Verhältnisse umgelegt. Von wegen der z.Zt. noch aktiven US-Administration als Heilsbringer und (gewaltsamer) Verbreiter der Demokratie.

DDH, 02.01.2008 23:21

Demokratie IST Gewalt! Immer. Nur weil Du die Bushisten nicht leiden kannst, bist Du noch lange nicht KEIN Gewalttäter!

Erst post-demokratische Gesellschaften werden die Freiheit als universelles Ordnungsprinzip begreifen können!

Robert, 03.01.2008 14:46

Post-demokratische Gesellschaft? Da gibt es viele Vorstellungen. Gottesstaat. Weltkommunismus. Jehovas Himmelreich. Was ist denn Deine präferierte Utopie?

DDH, 03.01.2008 15:03

Das was Du da aufzählst sind alles keine post-demokratischen sondern hyperdemokratische Gesellschaften. Faschismus und Theokratie bekommt man als Extrakt aus dem Demokratismus.

 
 
 
 
 
 
Lina, 03.01.2008 09:23

Nach diesem Thread werde ich Buddhistin und trete zugleich dem indischen Kastensystem bei. Bei letzterem herrscht klare, unverrückbare, tradierte Ordnung, beim ersten komme ich allem aus und davon ;-) Kleptokraten, grosse Fische >>

 
Lina, 03.01.2008 09:28

…und hier der Rest (Skript antwortete nicht mehr; nehme mal den grossen Fisch raus!):

…stören nicht, Aufstände, Revolutionen sind beiderseits unbekannt.

Der Regelwut gewalttätiger Demokraten entkomme ich ins selbstgewählte Nirwana, meinem “höheren Gut”. Wo kann es schöner sein ;-)?

jo@chim, 03.01.2008 09:33

Skript antwortete nicht mehr

Fischla dürfen hier nur die Wärter verteilen ;-)

Lina, 03.01.2008 10:03

Ach so. :-))

 
 
 

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