Stasi 2.1
Nein, keine Sorge, ich spiele mit dem Titel diesmal nicht auf Schäubletti an (verhehle aber nicht meine Freude, dass er im neuen Jahr 30.000-faches Fett abbekommen wird), sondern beziehe mich auf eine ur-basisdemokratische Initiative des Vereins “Pro Rauchfrei e.V. – Lobby der Nichtraucher”. Die Aktion knüpft an der schönen deutschen Tradition der “risikolosen Denunziation” und der noch älteren Tugend der “Wachsamkeit im Dienste des gesunden Volkskörpers” an, setzt dabei aber, der Zukunft durchaus zugewandt, auf modernste soziale Netzwerke:
Beschweren Sie sich per Online-Meldeformular über die “Missachtung der gesetzlichen Rauchverbote“, die im neuen Jahr in Kraft treten.
Pro Rauchfrei erstattet für Sie bei der zuständigen Behörde Anzeige
Das wäre doch durchaus noch ausbaufähig! Zu einer Art “Ständiger Aufsichts-Initative”, z.B., mit verschiedenen Auswahlkategorien – Raucher, Illegaler Ausländer, Ruhestörende Musik, Sozialbetrüger, Nazi, Kommunist, etc. (für die Vorbearbeitung und Weiterleitung an die zuständigen Behörden könnte ja ggf. auf gut ausgebildete Kräfte aus dem Osten zurückgegriffen werden).
Werden auch Sie als informeller Melder aktiv! Machen Sie mit bei Stasi 2.1.!







Entsetzlich.
Happ ich doch gesagt! :
Nicht der Staat wird sie kontrollieren etwa im Form einer Raucherpolizei; es werden wütende, spuckende Nichtraucher “Anzeige erstatten” und es geradezu genießen, dem Wirt nur damit zu drohen.
Aber die Verfahren werden z.T. so lange in Anspruch nehmen… bis 95% von Ihnen wohl wegen “mangelnden öffentlichen Interesses” schlicht eingestellt werden.
Grandios weiträumiger Eintrag, – Aber ich muss Dich leider – doch! – noch heute wegen Verunglimpfung des inzwischen gesamtdeutschen Berufsbildes “Spitzel” anzeigen! Weil ich – verbunden mit einer Selbstanzeige ;-) – unbedingt die erste “informelle Melderin” sein will! Nächstgelegene Polizeidienststelle genügt? Oder hast Du vielleicht auch ein kombiniertes Online-Formular vorrätig?;-)…
Dass die Zahl der Gegner der Vorratsdatenspeicherung von (mit Dir!) einst 7000 auf nunmehr 30.000 angewachsen ist, macht die Verfassungsbeschwerde doch gewichtig genug, um Schäublettis Gesetz zu versenken? Ich glaube schon mal dran.
Die Verfassungsbeschwerde wäre IMHO auch gewichtig genug, wenn sich nur drei Kläger gefunden hätten. Die Richter dürfen (und werden) sich von derlei natürlich nicht beeindrucken lassen. Die Aktion hat eher den Sinn, die freiheitsgefährdenden Pläne der bürokratischen Klasse (es ist ja nicht nur Schäuble allein) stärker zum öffentlichen Diskussionsthema zu machen.
[...] dagegen ist aber wieviel antiliberales Potential im Nichtraucherlager* vorhandenzusein scheint. Antibürokratieteam berichtet beispielsweise von einem “engagierten” Nichtraucherverein, dem es nicht reicht, dass [...]
Die Aktion mag zwar überzogen sein, aber der ewige Stasivergleich ist auch nicht besser als die altbekannte Nazikeule. Aber um bei euren Beispielen zu bleiben: wenn es mir lieber wäre, gegen meinen Nachbarn, der mit seinen Kumpanen jede Nacht “Juda verrecke” gröhlt, “risikolos” anonym Anzeige zu erstatten, wäre ich dann auch ein IM-artiger Denunziant ?
Nein, ein Held der Antifa (Feliks Dschersinski Anstecknadel in Bronze). Im Ernst – nach der Wikipedia-Definition schon:
Da hast Du aber den zweiten Satz unterschlagen: “Im ethischen Sinn wird allgemein von Denunziation gesprochen, wenn in einem nicht freiheitlichen System Menschen bei staatlichen Vollzugsbehörden angezeigt werden, obwohl dem Anzeigenden klar sein muss, dass er sie damit der Gefahr der politisch motivierten Verfolgung aussetzt.”
Jemand, der eine Anzeige anonym erstattet, weil er Angst davon hat, krankenhausreif geprügelt zu werden (wie beim erwähnten Nazibeispiel), ist in diesem Sinne kein Denunziant. Aber das A-Team kennt ja keine Angst ;-)
Um auf das eigentliche Thema zurückzukommen: es fehlen hier zwei Merkmale für Denunziantentum: das nicht freiheitliche System und die Gefahr der politisch motivierten Verfolgung. Soweit sollten sich die Raucher auch nicht stilisieren.
Der Teil des Systems, in welchem das Rauchverbot gilt, ist ganz und gar nicht freiheitlich…
Verfolgung von “opferlosen Verbrechen” (dazu gehören nicht nur Rauchverbote, sondern z.B. auch andere Drogenverbote, Illegalisierung von Migranten, aber auch die sogenannte “Volksverhetzung”) ist in einer Gesellschaft, die für sich in Anspruch nimmt, freiheitlich verfasst zu sein, grundsätzlich problematisch.
Danke. What I was trying to say.
Opfer des Rauchens sind die Nichtraucher.
Der Satz ist ähnlich tiefschürfend wie die Aussage “Opfer der Autofahrer sind die Fussgänger”.
Opfer der Autofahrer sind wohl wir alle, selbst wenn wir nicht von ihnen überfahren werden.
Deswegen müssen Autofahrer nicht nur den Zebrastreifen beachten,
sondern sollten auch schadstoffarm sein.
Gastwirte dürfen in ihren Lokalen auch nicht Totschlag,
Körperverletzung und den Alkoholkonsum Minderjähriger zulassen.
Warum sollten sie das Rauchen zulassen dürfen?
Warum sollen die Nichtraucher die Belästigung durch die
Raucher hinnehmen müssen?
Das Dein Vergleich mehr als nur hinkt wirst Du selbst wissen. Aber eventuell weil sowohl sie als auch ihr Personal selbst rauchen, von der Mehrheit der Stammgäste mal ganz abgesehen.
Übrigens, nur mal Interesse halber, wo gibt es noch Zebrastreifen?
In Bayreuth vor dem Bahnhof. Wenn ich drübergehe, müssen die vierrädrigen Luftverpester und Fußgängerrammer anhalten.
Was sind die libertären Vorschläge zum Nichtraucherschutz? Nazikeule und Volksgesundheit, ach wie toll, aber geht es heute um nichtrauchende Inidvidualisten, die sich nicht mehr in verrauchte Kollektive fügen wollen, ohne auf den Kneipenbesuch verzichten zu müssen. Um Gesundheitsegoisten, die mit allen Mitteln ihr individuelles Leben um jede Sekunde verlängern wollen.
Der Gesetzgeber will offenbar ein rauchbarrierefreie Welt für Nichtraucher schaffen. Der Nichtraucher kann sich jetzt in jedem Lokal der Stadt verabreden, ohne sich vergewissern zu müssen, dass es rauchfrei ist, oder befürchten zu müssen, dass ihm der Gegenüber ins Gesicht qualmt. Nichtrauchen soll der Normalfall werden, Rauchen die rechtfertigungsbedürftige Ausnahme.
Einer dieser “nichtrauchenden Individualisten” bin ich auch. Ich schwinge mich allerdings nicht zum Erziehungsberechtigten der Nikotin- oder anderer Addicts auf.
Was für ein anmassender Anspruch auf das Eigentumsrecht der Gastwirte in dem “auf den Kneipenbesuch verzichten müssen” steckt! Und welch jämmerliche Bankrotterklärung vor dem Nanny-Staat das “ohne sich vergewissern zu müssen” beinhaltet!
Lasst Euch nur ruhig weiter das Selbst-Vergewissern und Selbst-Denken von wohlmeinenden Grossen Brüdern abnehmen – irgendwann dürft Ihr nicht mal mehr pinkeln ohne (kostenpflichtiges) Blasenscreening
Ich sehe schon, sie argumentieren mit Martin Niemöller:
“Als die Nazis die Kommunisten holten,
habe ich geschwiegen, ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten,
habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen,
ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr,
der protestieren konnte.”
Mir fehlt gerade die Phantasie mir einzubilden, was
als nächstes im öffentlichen Raum verboten werden könnte.
Deswegen sehe ich´s locker, und beschränke mich darauf,
den Regulierungsexzess in Bayern zu bespötteln.
Jämmerliche Bankrotterklärung? Es geht einfach
um das Schmieren der Lebensmaschinerie in der
Hochzivilisation. Ich denke, dass die Disziplinierungsversuche
noch anhalten werden (wie Dagny erkennt, geht es dabei
darum, Benimmstandards der Upper Class der
Gesamtbevölkerung einzutrichtern), da die Erdbevölkerung
immer weiter anwächst und in Europa die Bevölkerung altert.
Beides macht immer mehr Rücksichtnahme nötig.
Es geht also weniger um den Nanny- als um den
Altenpfleger-Staat, der die Zukunft ist.
Beim Rauchen in Gaststätten und Discos geht es übrigens
auch um Arbeitnehmerschutz. Die Dunst-Luft ist
nicht nur geringfügig gesundheitschädigend,
wenn man dort arbeitet.
Immer wieder derselbe Blödsinn. Wie langweilig.
Ich warte derweil auf die Zeiten, da ich jeden Menschen meiner Wahl werde heiraten können, ohne mich vorher zu vergewissern, daß sie oder er mich mag.
Und was darf ich Ihnen verbieten, Herr von Grafenstein, um meine (hier: seelische) Gesundheit zu schonen ;-)? Ist es es Ihr Ton, der mich als “rauchende Individualistin” beschädigt, weil er Ihren nicht unbeträchtlichen Unmut auf mich und meinesgleichen zieht?
Bleiben Sie ruhig – auf Ihrer Burg, ziehen Sie die Zugbrücke hinter sich hoch und schonen Sie mich und meinesgleichen, die im exklusiven (!) Rauchen garantiert nur unter ihresgleichen partout kein Verbrechen gegen den Rest der Welt sehen kann, auch kein solches gegen Sie zu begehen trachtet. Seien Sie also – wenn schon nicht liberal – dann eben gnädig!
Schön gesagt, Lina, doch umsonst, wie ich fürchte. Als Teil unserer Gesellschaft bist nämlich auch Du ein Teil des großen Gesamtkunstwerkes, des totalen Gesellschaftsentwurfes, mit dem der Upperclass-Geist unseres Grafen von Frankenstein so herrschaftlich schwanger zu gehen scheint.
Es scheint ausgeschlossen, daß Deine persönlichen Vorlieben die Geburt überleben werden.
Altes vergeht, Neues entsteht.
Verstehe ich kaum den Beitrag. Wer soll etwas gegen
unter sich bleibende Raucher in spelunkigen Hinterzimmern
haben? Ich nicht. Ich versuche nur
gerade die neuen Gesetze auszudeuten,
das ist meine Aufgabe als Jurist.
Schreiben sie doch wieder, wenn sie was zur Sache zu
melden haben. Ich wohne in keiner Burg.
Was ich mir übrigens vorstellen könnte, ist das bald Prädikate
im Namen verboten werden,
da diese den Volkszorn angeblich Liberaler
auf sich zu ziehen scheinen. Aber auch damit könnte ich leben.
:-D
Zur Information vielleicht noch dieses, Herr von Grafenstein: “spelunkige Hinterzimmer” sind nicht ganz nach meinem Geschmack, auch nicht mein Stil, d. h. ich und meinesgleichen rauchen (im Gegensatz zu Ihrer böse klischeehaften Vorstellung)in kultivierter Umgebung und Gesellschaft.
Da ich zur Sache bereits “was zu melden” hatte, mich also hier nicht wiederholen möchte, verweise ich auf das Archiv dieses so angenehm agressionsfreien, liberalen Weblogs.
Nehmen Sie Einsicht!
Wer eine subtilere Deutung des Geschehens als die Nazikeule
bevorzugt, mag sie hier finden:
http://www.cicero.de/97.php?ress_id=7&item=2248
Wer Nichtraucher-Lobbyisten als arme kleine Arier und
Demokraten als Nationalsozialisten verhöhnt,
ist selbst aggressiv. Zudem argumentiert pro Rauchfrei auch
mit Bürokratievereinfachung, worauf seltsamerweise nicht
eingegangen wird.
Die Zurückdrängung und Verpönung des Rauchens ist ein
durchaus transatlantischer Hochzivilsationstrend, so dass
Arierschelte auch sachlich unangemessen ist und in die Irre
führt. Da die europäischen Gesellschaften altern,
wird sich auch kaum Widerstand dagegen regen. Selbst die
mächtige Tabaklobby hat die neuen Gesetze nicht verhindern
können.
Ich gehe davon aus, dass auch gehobene Etablissements
Rauchersalons für den distinguierten Geschmack gnädiger
Fräuleins bieten werden. Wobei bei Karrieristen und
modernen Leistungsindividualisten Rauchen eigentlich
weitgehend “out” ist.
Rauchen überall ist zwar eine Errungenschaft der
48er Revolution. Hat aber die Medizin seitdem nicht
neue Erkenntnisse gewonnen? War die
schwarze Raucherlunge damals schon bekannt?
Sollten Raucher einen höheren Krankenversicherungs-
beitrag zahlen?
Völlig entrückt…
Ich muß mich entschuldigen.
Dafür ist bei den so genannten modernen Leistungsindividualisten das Kokainschnupfen “In” welches wohl eher noch schädlicher ist. Aber selbiges ist ja nicht so wichtig, schließlich wird es sogar im Bundestag, wenn auch nur auf den Toiletten, durchgeführt.
Ach ja, höhere KV-Beiträge: nur wenn auch alle Übergewichtigen, Alkoholiker, Risikosportarten betreibende etc pp. höhere Beiträge entrichten müssen. Bei jeder dieser Gruppen sind mittlerweile die Heilungskosten höher.
Freiheit als therapeutisches Problem. Kann man sein tiefes Unverständnis für die Grundlagen der Offenen Gesellschaft deutlicher illustrieren?
David, wo biste hin? Ich komm auch. Lass uns ein (nikotinfreies, bitte) Pfeifchen aufbröseln…
“Völlig entrückt…”
Nicht ich, der Herr von Grafenstein. Phantasiert Nazi-Vergleiche herbei, die keiner je vorgenommen hat.
Godwin’s Law, Stufe 2.
“Lass uns ein (nikotinfreies, bitte) Pfeifchen aufbröseln…”
Das können wir trotzdem gerne mal tun, bei Gelegenheit.
Hallo noktavian,
Ihr Hinweis ist tatsächlich wichtig; dennoch gilt es fein zu unterscheiden, in welcher Sphäre sich das Anzeigen abspielt: In einer Rechtsgemeinschaft (=Menschen unter Rechtsgesetzen) halte ich es sogar für eine (ethische) Pflicht, als unbeteiligter “Dritter” Rechtsverstöße anzuzeigen – zur Wahrung der Rechtsgemeinschaft. Es ist durchaus keine Denunziation, Jugendliche anzuzeigen, die in der U-Bahn Leute zusammenschlagen oder hier als (belastender) Zeuge auszusagen.
In einer sog. “Wertegemeinschaft”, die die BRD in den Augen nicht nur ihrer Apologeten ist, in einem Land also, in dem Menschen gar nicht zugetraut wird, mit ihren “Problemen” selbst zurecht zu kommen, verdient Achims obiges Fundstück das genannt zu werden, was es ist: Ein wunderbares Beispiel für Denunziation, ein Beispeil, das die Assoziation mit Stasi & Co. durchaus “verträgt”. Hier geht es nicht um die (klassische) Auseinandersetzung Staat/Bürger, sondern um das (viel modernere) Gegeneinander-aufbringen Bürger/Bürger, was das ganze so delikat macht. S.a. –> Antidiskriminierungsgesetz
Wie ist das denn, wenn jeder von uns bei diesem Verein möglichst jeden Tag eine Anzeige macht? Werden die dann überfordert aufgeben oder nach Staatsgeldern für eine Geschäftsstelle schreien?
Interessanter wäre vielleicht, einmal zu überprüfen, ob es sich bei der “Dienstleistung” der Anti-Raucher-Warte nicht um – verbotene – Rechtsberatung handelt… entsprechende Hinweise nehmen wir gerne auf einem der Kommentareingabeformulare dieses Weblogs entgegen ;]
Gibt es nicht eine dreimonatige Karenzzeit, in der die Wirte ihren Laden langsam auf das Rauchverbot vorbereiten können und die Gäste sich daran gewöhnen sollen?
Zu dem Webformular: Ja mei, ein paar werden sich zu sowas wohl berufen fühlen. Ob was dabei was rechtliches relevantes rauskommt, ist eine andere Frage.
In Berlin gibt es sechsmonatige Übergangszeit in der weder der Wirt noch die Gäste zur Kasse gebeten werden. Ebenso ist ein Volksbegehren in Arbeit. Zwar hat man laut unserem ehemaligen Bürgermeister Diepgen die Möglichkeit, seine Kneipe als “Raucherklub” umzuwandeln, doch werden den Wirten da anscheinend extrem viele Steine in den Weg gelegt(oder genauer gesagt: es wurde den Ämtern untersagt).
Schnarch, da wollen ein paar Raucher an ihrem antiliberalen Dünkel festhalten, konservative Traditionalisten, denen das bayrische Stammtischidyll mit Obatzta, Russn und am Kantn Tabak immer noch infantile Regressionen ermöglicht.
Ja, unglaublich. Selbst in Bayern, in München genauer g´sagt, darf man in den windgeschützten Eingangsbereichen der U-Bahnhöfe nicht mehr rauchen. Seit dem 1.1.2008.
Habe mir unter dem wachsamen Blick einer Kamera daraufhin erst einmal exakt da eine angesteckt, wo die Aschenbecher ja eigens für diesen Zweck montiert, in die gekachelten Wände eingelassen worden waren – nur um nun, zeitgeistgerecht, offenbar dazu verurteilt zu sein, untätig, funktionslos und überflüssig rumzuhängen. Sehe ich nicht ein. Ich fand mich heut morgen doch irgendwie heroisch, ziviler Ungehorsam, che2001-style, wie ich da anticipando den Schwarzen Scheriffs trotzte, die demnächst in einer nunmehr als riskant empfundenen Münchner Unterwelt ihr Revival erleben könnten. Rauchen im Umfeld der MVV, da fühlt man sich fast schon als Gangsta-Rapper, ein Outlaw, Marlboro-Großstadtcowboy halt, der sich seine ungezähmten Freiheiten bewahrt. Außerdem: Da ich kein südländischer Typ bin, eine aufregende kleine Gesetzesübertretung mit überschaubarem Gefahrenpotenzial und ohne echte Konsequenzen.
Aber wie es eben so ist: Wenn er ein Gesetz übertritt, dann braucht der Kleinbürger doch so seine Rechtfertigungen dafür – Also dachte ich bei mir: Erst wenn die Übergewichtigen, die ausgezehrten Jogger (Bronchitis im Winter), die coolen Snowborder mit ihren Bänderrissen und alle Biertrinker am Pranger stehen, dann akzeptiere ich meine Diskriminierung als Raucher ins Zugige und Freie außerhalb der U-Bahnstationen. Erst dann. Solange nicht.
Tja, wir Raucher: Allgemeiner Pazifismus denen gegenüber, die uns immer mehr schickanieren, Krieg nur gegen unsere Lungen. Mittlerweile sind wir wohl nicht besser beleumundet als ein AKW oder SUV, Defaitismus überall. Aber wie gesagt, mit mir nicht. Jetzt werd ich renitent! Na ja, solange niemand sich beschwert. Oder auch nur ganz bös schaut …
ich wurde neulich auf der straße das erste mal von einem ökonichtraucheridioten angeschissen, ich solle sofort die kippe ausmachen, ich wäre dabei ihn zu verpesten und krebs auf den hals zu hetzen…. was kommt als nächstes? bürgerwehr gegen raucher?
Rauchen beim Essen und in Anwesenheit von Nichtrauchern ist einfach schlechtes Benehmen. Deswegen finde ich die Regelung gut, dass in Lokalen Raucherzimmer einzurichten sind. In großbürgerlichen Haushalten vergangener Zeiten fand sich neben dem Esszimmer noch das Herrenzimmer, wo man sich nach dem Essen zum Rauchen zusammenfand ohne Frauen, Kinder und Mitesser mit Qualm zu belästigen.
Möglicherweise stiftet die Repression der Raucher neuen gesellschaftlichen Zusammenhalt in Form von Raucherclubs. Bedauerlich sind die Folgen der neuen Gesetzgebung für einräumige Lokale, die keine gesonderten Zimmer einrichten können.
Gibt es Anhaltspunkte, die dafür sprechen, dass nicht darauf zu vertrauen ist, dass der Markt von sich aus Nichtraucherlokale und -bereiche ausreichend zur Verfügung stellt? (außer, dass er es in der Vergangenheit nicht getan hat?)
Das sind ja ganz nette Aussichten, Herr Sozialingenieur. Aber wurde das nicht z.T. auch schon von den Gesetzgebern in ihrer Weisheit vorausgesehen und bedacht? Z.B.:
[Lausitzer Rundschau]
Woran entscheidet sich denn, was ausreichend ist? Die Nachfrage scheint einfach nicht besonders groß gewesen zu sein. Rauchfreie Gaststätte? Für die meisten Nichtraucher wohl: “nett, aber es gibt Wichtigeres”. Abwägung nach Präferenzen.
Und die Rauchfreiheit läßt sich ja schließlich auch auf anderem Wege erreichenzwingen.
Der Herr vom Finsterwalder Ordnungsamt dürfte mit seiner Ansicht über das Vereinsrecht allerdings ziemlich allein auf weiter Flur stehen. Eine Klage dagegen würde definitiv erfolgreich sein, da zwar ein austreten aus selbigem leicht möglich ist, jedoch die Erlangung der Mitgliedschaft an vielerlei Gesichtspunkte(u.A. die des Rauchens)gebunden ist, also nur schwer.
Hoffen wir’s.
zum Thema ‘Schlechtes Benehmen’ empfiehlt die Freifrau von und zu Dagny das Buch ‘Manieren’ von Asfa-Wossen Asserate. Dort wird die Herkunft der Umgangsformen erklärt. Von staatlicher Durchsetzung selbiger ist dort keine Rede.
Zur Offenen Gesellschaft, die nach ihrem Vordenker gar nicht so offen gedacht war, wie mancher Libertäre vielleicht meinen mag:
“In der Zeit des Zweiten Weltkriegs registriert der Philosoph Karl Popper das Paradox der Toleranz: Uneingeschränkte Toleranz ist gegenüber Intoleranz wehrlos und werde zum Verschwinden der Toleranz führen, schrieb er in seiner Studie ‘Die offene Gesellschaft und ihre Feinde’. Nach Popper muss der liberale Staat vielmehr für sich das Recht in Anspruch nehmen können, intolerante Philosophien mit Gewalt zu unterdrücken. Für den Fall nämlich, dass die Intoleranten nicht bereit sind, die Spielregeln rationalen Argumentierens einzuhalten.
Nun sind aber, darf hinzugefügt werden, die Feinde der Toleranz nicht immer so klar auszumachen wie im Fall des Naziregimes. Die Frage, welche Philosophien als intolerant eingeschätzt werden, muss also wiederum stets Teil einer im Geiste der Toleranz geführten Debatte bleiben. So bleibt die Toleranz eine prinzipiell prekäre Tugend – so wichtig sie auch ist in unserer komplexen Welt voller religiöser, kultureller und politischer Differenzen.” (aus abc der Menschheit BMfBuF)
“Ich habe es immer akzeptiert, dass jemand an meinem Tisch geraucht hat ( ich hab sogar einen Aschenbecher zu Hause und würde keinen Raucher aus meiner Wohnung verbannen).Ich bin auch keiner der sich jemals beschwert hat, wenn er in einer Raucherzone saß und es rauchte jemand.
Aber alles hat nun mal seine Grenzen. Raucher sollten sich einfach mal fragen, warum viele Nichtraucher immer schärfer und genervter in den letzten Jahren auf Raucher reagieren. Das ist doch der springende Punkt.
Jahrelang haben Nichtraucher um Rücksicht gebeten. Den Großteil der Raucher hat das NIE interessiert. Soviel zum Thema Menschenverstand und Großherzigkeit. Das was ihr einfordert – habt ihr nie gegeben.”
http://www.kult.de/forum/showthread.php?p=103505
Zum alten Werbetrick der Tabaklobby mit Hitler, dem auch aufsitzt und subtil mit dem Tagging “Arme kleine Arier” einfließen lässt:
http://www.sueddeutsche.de/deutschland/artikel/773/96677/
Das Bestehen auf den Eigenumsrechten der Gastwirte als intolerante Philosophie. Entrückt, sach ich doch.
Nur der erste Teil des “Zitates” ist von Karl Popper – es geht da um das Recht und die Pflicht freiheitsgefährdenden Philosophien gegenüber intolerant zu sein, falls Sie es nicht bemerkt haben – eben nicht um eine Rechfertigung staatlicher Eingriffe in das Eigentumsrecht. Als Nichtraucher nehme ich mir genau diese Intoleranz gegen den Bevormundungsstaat und seine Hiwis heraus.
Falls Sie noch weitere aus dem Zusammenhang gerissene und/oder unpassende Zitate in diversen Foren finden, reicht übrigens auch ein Link , die Mühe mit dem Copy ‘n Paste müssense sich wirklich nicht machen, lieber BVG :-)
P.S.: Der Tag bezog sich auf den Aufruf der Anti-Nikotin-Bürgerwehr, den kleinen doitschen Denunzianten heraushängen zu lassen.
Der zitierte Meiner, meint anscheinend, dass die Raucher, die Tabaklobby und ihre Hiwis die Intoleranten sind, gegen die man nach Popper intolerant sein dürfe.
Irgendwie finde ich das Thema durchaus spannend: Der Gaststättenverband geht mit einer Klage vor:
http://openpr.de/news/179255/Rauchverbot-in-der-Gastronomie-DEHOGA-reicht-Verfassungsbeschwerde-ein.html
Meinen Sie, dass sich das Rauchverbot verfassungsrechtlich nicht rechtfertigen lässt, oder bezieht sich das nur auf ihre Privatlehre vom Eigentum?
Einen marktwirtschaftlichen Alternativvorschlag zur Zurückdrängung des Rauchens hätte ich noch: Wie wär´s mit staatlichem Verkauf von Lizenzen zur Einrichtung von Raucherlokalen?
Lizenz? Marktwirtschaft? Bodooooooo, wo bist Du?
Da erübrigt sich doch eigentlich jeder Kommentar, oder?
Mein Fremdwörterduden sagt mir:
denunzieren = (abwertend) jemanden (aus persönlichen niedrigen Beweggründen) anzeigen
Gefällt mir besser als die Wiki-Def. Das StGB verstehe ich so, dass eine strafbewehrte Anzeigepflicht nur für eine Reihe schwerer Verbrechen besteht, sofern sie noch nicht vollendet sind. Alles andere Denunziation?? Der Begriff scheint ziemlich rhetorisch zu sein.
Meine Phantasie, was die nächsten Streiche der EU-Bürokratie sein könnten, ist wieder in Schwung gekommen. Was wäre es mit Männerverbot in Lokalen, so dass sich junge Leistungsindividualistinnen im öffentlichen Raum unbelästigt durch männliche Flirtversuche barrierefrei bewegen können? Sind junge Männer nicht, wie der SPIEGEL weiß, die gefährlichste Spezies der Welt, somit auch eine Gefahr für die bald uneingeschränkt herrschende Rentnerkaste? Ausreichend große Lokale können eigene Männerzimmer einrichten, diese müssen allerdings verschließbar sein und sind so zu legen, dass Frauen sie auf dem Weg zur Damentoilette nicht durchqueren müssen.
Mehr hier:
http://burkhardvongrafenstein.blogspot.com/2008/01/geschlechterapartheid-in-europa.html
[...] einiger Zeit habe ich im Beitrag Stasi 2.1 auf das Internetformular einer Anti-Raucher-Initiative hingewiesen, die zur Online-Meldung von [...]
Lieber Autor,
ihre subjektive Meinung in Ehren – aber mit Denunziation bezeichnet man in der Regel das anonyme Anschwärzen – oft gegen Belohnung – mit politischer Motivation.
Auch bei böswilliger Betrachtung sehe ich bei der Kampagne des Vereins keine Denunziation.
Warum nicht?
a) Jeder Beschuldigte kann Einsicht der Akten verlangen und damit erfahren, wer gegen ihn Beschuldigungen vorbringt. Also ist das nicht anonym.
b) Der Verein fragt alle Daten des Beschwerdeführers ab – also die volle Anschrift. Das kann jeder, der das Formular aufruft, sehen. Also ebenfalls nicht anonym.
c) Die Anzeige wird unter Angabe eines konkreten Tatvorwurfs erstattet. Also nicht einmal aus der Luft gegriffen.
d) Eine Belohnung gibt es nicht. Weder Geld, noch materiellen Vorteil kann der Anzeigende erlangen.
Eine Reihe von Verbänden (z.B. der Verbraucherschutzverein) bieten ebenfalls Formulare an. Die Polizei bietet eine Online-Wache mit Formular. Die Bundesregierung bietet Online-Petitionen und der EU-Ombudsmann ermöglicht Beschwerden gegen die Regierung.
Alles Denunziation? Ich glaube, dass ist eher selektive Wahrnehmung von Ihnen.
Ich finde es gut, wenn sich eine Initiative dafür einsetzt, dass Gesetze, die ohne Skrupel gebrochen und missachtet werden – und das zum Nachteil aller – auch geachtet und respektiert werden. Sonst haben wir hier bald Zustände wie im alten Rom, wo der Stärkere und Reichere den Ton angibt. Und das will ich nicht – und vermutlich auch der Autor nicht.
Stattdessen sollte sich der Autor auf den Namen seines Blogs besinnen. Bürokratie kann auch dadurch abgebaut werden, dass man die 16 Ländergesetze und das Bundesgesetz gegen eine Änderung des Arbeitsschutzes tauscht und das Rauchen einfach an jedem Arbeitsplatz ohne Ausnahme verbietet – ganz einfach und völlig unbürokratisch.
Grüße
Patrick
Diese faschistoide Raucher-Hetze erinnert mich ein bißchen an die
Judenpogrome – alles im Sinne der Volksgesundheit u. -Hygiene!
Wann werden alle ansteckenden Krankheiten meldepflichtig! Schließlich kann ja – bei genauer Betrachtung – auch mein Schnupfen (analog der Passivrauch-Legende) für mein Gegenüber u.U. tödlich werden!
> Diese faschistoide Raucher-Hetze erinnert mich ein bißchen an die
Judenpogrome – alles im Sinne der Volksgesundheit u. -Hygiene!
Hmm, dieses Niveau kann ich auch, also:
Der o.g. Vergleich war ja mal wieder völlig unzulässig. Man kanns als Aufwertung des Faschismus verstehen, der hier so dargestellt wird, als ob es nur um die Gesundheit ging damals!
Wohl ein Volksgenosse, wa?
Wichtige Unterscheidung, denn da war doch noch was… richtig! Etwas, das keinem Vergleich standhält…
Nein, da ist er zu weit gegangen, der Vorredner. Aber einen Volksgesundheitsgedanken sehe ich in solchen Massnahmen doch wieder aufleben, weniger im nationalistischen, als im entmündigenden und (volkswirtschaftlich) schadensfallbezogenen Sinn. Und die Sache ist nicht nur trendy, sondern auch ausbaufähig; eine echte Ressource der Politik!
Besonders die hinterhältige Argumentation es ginge um Nichtraucherschutz ist eklig. Würde ich aber eher als ökologistisch buchen wollen.
Nein, nein, es geht schon um den Nichtraucherschutz, und auch zu Recht, wie ich finde; der Nichtraucher hat ein für ihn verständliches Bedürfnis und soll seinen gastronomischen Schutz-Raum finden können; wie der Raucher den seinen.
Ich stelle fest: Immer noch und wieder entgleist diese leidige und mit gegenseitigen Anwürfen behaftete Debatte aus der einzig vernünftigen Spur: die gesetzliche Neuregelung dahingehend zu korrigieren, dass es (wie etwa in Spanien) der Entscheidung der Wirte überlassen bleiben soll, ihre Lokalitäten als NR oder R auszuweisen – und wenn sie beides anbieten wollen, die Bereiche zu separieren.
Damit wäre es getan. Wer darüber hinaus meint, Sommer (oder Winter), er müsse die Debatte dazu benutzen, seine persönlichen Ressentiments gegenüber Rauchern abzuladen, ist für mich nicht diskussionswürdig.
Ja, das wäre die vernünftigste Lösung, wenn es tatsächlich um Nichtraucherschutz ginge… leider aber handelt sich es um eine Machtdemonstration des Nanny-State und seiner Anhänger: die Patricks dieser Welt zeigen Deppen wie Dir oder mir wer die Umerziehungshosen an hat. Resistance is futile (?).
Resistance is essential, Schon prinzipiell ;-).
Eine Machtdemo des Nanny-States? Ja, sowieso, aber nicht nur! Sofern “wissenschaftlich erwiesen” sein sollte (Prädikat absolut bindend!), dass Passivrauchen eine ernste Gesundheitsgefahr darstellt, meinen sie, die Regierenden, den Nichtraucher auch schützen zu müssen; er stand ihr argumentativ lange und schwer genug (mit EU-Zugewicht!) auf den Füssen.
(Häme aber derzeit bei mir: nach der Bestätigung der Verfassungskonformität (aus Karlsruhe) muss die CSU ihr allerstrengstes Rauchverbot wohl oder übel durch den bayerischen Wahlkampf bringen. Dabei wollte sie doch zugunsten ihrer gefährdeten absoluten Mehrheit auch hier weich werden dürfen… )
Leute wie dieser Joe da wollen doch nicht FÜR SICH Nichtraucherkneipen, die wollen, dass DU nicht mehr in Gaststätten rauchst.
“…die wollen, dass DU nicht mehr in Gaststätten rauchst.”
Kann ich auch nicht, ich leb’ doch in Bayern ;-)…
(Aber Du hast natürlich Recht: es geht ganz wesentlich um’s Nicht-GÖNNEN-Können eines Genusses, den sie, weil sie ihn hoch einschätzen, kein anderer haben soll, wenn sie ihn schon nicht haben können. Das alte Lied…)
Es handelte sich hier um das amerikanische “Du” im Sinne von “man”.
Wollte auch nur kurz auf das illiberale [1] Element des Raucherfeindes hinweisen.
[1] antiliberal? sozialliberal?
Werde Mitglied in einem Raucherklub.
Ich rauche kein Nikotin. Und schon gleich gar nicht in Gaststätten.
Hast wohl eine Cannabis-Pflanzung im Hintergarten? Geht das denn – mit der FDP? Brauchst nix sagen, aber das wär’ dann schon mal eine Wahlalternative ;-)…
Ich sag auch nix – ausser dass ich act lediglich eine mutierte, auf Überleben unter allen Umständen angepasste, Palme und ein paar Kakteen (keine Lophophora williamsii darunter) besitze..
Drogenpflanzungen gibt es übrigens selbst im engsten Umfeld der liberalen Parteiführung ;-)
Ah, hab’s doch gewusst, die Pieper Cornelia…!
Deshalb Abstieg und Ablösung…
Warum jetzt grad die? Wie oft warst Du schon oben? Und hält sie’s noch aus? Erzähl mir nix :-D…
Jetzt wo Du’s sagst: stimmt, sie wurde ja auf einen einflusslosen Posten abgeschoben, wo sie keinen weiteren Schaden anrichten kann (stv. Parteivorsitzende).
Naja, immerhin hat sie mal den Niebel gemacht, oder? Da hat man sie noch gehört…
Und ich erinnere mich gut an die sensationellen FDP-Prozente, die sie im Osten erreicht hat; so gesehen ist das jetzt schon – nix mehr…
Naja, immerhin hat sie mal den Niebel gemacht, oder? Da hat man sie noch gehört…
Und ich erinnere mich gut an die sensationellen FDP-Prozente, die sie im Osten geholt hat; so gesehen ist das jetzt schon eher … nix mehr, jedenfalls von aussen gesehen.
Leute, Leute,
kommt mal wieder runter von eurem Egotrip. Rauchverbote in der Gastronomie sind so logisch und sinnvoll wie jede andere Hygienevorschrift auch. Ebenso wie es keinen Dreck in der Küche, keine vergammelten Lebensmittel auf dem Teller und keine dreckigen Klobrillen geben darf, darf es eben kein Gift in der Luft geben.
Wo ist das Problem? Vielleicht sollten sich die, die damit nicht klar kommen, selbstkritisch die Frage stellen, ob nicht doch eine starke Sucht Auslöser dieses (sinnlosen) Gejammere ist – denn normal sind Vergleiche mit Judenhetze und Faschismus nicht mehr: Sie sind der niveau- und geistlose Griff in die unterste Schublade dummer Argumentationen.
Würde man sich auf diese Ebene herab lassen, müsste man viel eher fragen, warum diese bewirteten “Gaskammern” nicht schon viel früher abgeschafft worden sind.
Ich rege daher an, dass die letzten Schreiber sich entweder wieder auf _ihr_ Forum bei einem bestimmten, dubiosen, Verein zurück ziehen und dort die bösen Nichtraucher verunglimpfen, statt hier solch einen – mit Verlaub – “Bullshit” zu verbreiten. Oder kann mir jemand erklären, warum es ein Problem ist, für die Länge einer Zigarette vor die Tür zu gehen? Zur Verrichtung anderer Bedürfnisse sucht man (hoffentlich) ja auch die dafür vorgesehenen Örtlichkeiten auf.
Da von Prohibition, Raucherverfolgung, Faschismus und was weiß ich noch alles zu reden, zeigt doch ein sehr verzerrtes Bild der Realität. Rauchen ist nun einmal eine sozial unverträgliche Handlung – das kann man drehen und wenden wie man will: Es wird nicht besser.
Und um mit einer beliebten Phrase von so manchem Raucher zu schließen: Wen es Euch nicht passt, könnt ihr ja gehen – niemand zwingt euch, rauchfreie Lokalität aufzusuchen – bleibt doch einfach zuhause, wenn es Euch nicht gefällt, ihr Spaßbremsen.
Na? Klingt doch bekannt oder?
Es gibt aber noch eine andere, clevere, Alternative: Hört doch einfach auf zu rauchen und macht vom gesparten Geld mal richtig Party! Immerhin verqualmt ein Durchschnittsraucher knapp 1500 Euro pro Jahr.
Grüße
Patrick
Na, wenn das für den Pornosophenkaiser OK ist, dann muß es ja richtig sein.
Solches Geschwätz ist der Grund, warum ich mich fast schon schäme, aufgehört zu haben und mich auch nicht als Nichtraucher bezeichne. Miese Gesellschaft.
Falscher Ort. Sonst paßt alles.
Was bist Du denn für ein Spiesser. Es geht ja nicht darum, dass solche wie Du nicht ihre rauschfreien Gaststätten bekommen sollen, es geht um das generelle Rauchverbot.
Und Du solltest mit Kommentaren dieser Güteklasse auch besser zu Hause bleiben, sonst wirds Dir hier bald nicht mehr gefallen. Sackgesicht!
Brrrrrr! Nimm eine Deiner (hoffentlich legalen?) Bohnen und entspann’ Dich bevor Du hier ausfällig wirst. LOL.
Er ist halt mal etwas zu emotional geworden. Aber Du hast recht, das gehört sich wirklich nicht.
http://www.ostarrichi.org/wort-12052-at-Sackgesicht.html
http://www.stupidedia.org/stupi/Sackgesicht
Gemeint wie in 1, 2 natürlich auch lustig, aber ich bin doch nicht so deppert jemand als sackmässig aussehend zu bezeichnen, wenn ich ihn nie gesehen habe.
Schon gut. Der in der Stupipedia erinnert mich an jemand aus unserem Corporate Controlling :D
Aber bitte immer dran denken, dass dies hier weder Kabarett noch Trinkhalle ist; etwas höfliche Zurückhaltung (jeder nach seinen Möglichkeiten, niemand verlangt hier zuviel) also durchaus angebracht.
Ausserdem hab ich hier das Pöbelmonopol. Ich zahl schliesslich auch dafür, wenn die Abmahngeier tief fliegen.
Es gibt nun mal Bezeichnungen, die deutlich sind, aber _nicht_ strafrechtlich relevant.
Kann natürlich verstehen, dass Du Dich an rechtlichen Erörterungen dieser Art eher ungern beteiligst. :)
Wenn Du sie schon mit “Gaskammern” vergleichst, so solltest Du aber auch zugeben, dass niemand dazu gezwungen wurde selbige zu betreten. Ganz im Gegensatz zu den echten Gaskammern!
Da Du anscheinend zu selbigem nicht bereit bist, ist Dein Verhalten unterste Schublade.
Wenn Rauchen eine sozial unverträgliche Handlung ist, so ist es das Fahren von Kraftfahrzeugen übrigens ebenso. Von anderen Dingen mal ganz abgesehen.
Nichtraucher habe ich übrigens bisher immer als die größten Spaß- und Umsatzbremsen erlebt. Gehen in eine Nichtraucherkneipe, trinken maximal zwei kleine Bier und gehen wieder. Bei solchen Gästen kann wirklich jeder Wirt dichtmachen.
Hardy, Hardy,
bei einem durchschnittlichen Restaurantbesuch gebe ich zwischen 50 und 60 Euro aus. Da ich mein Geld nicht verrauche kommt so etwas zwischen 4 und 5x pro Monat vor.
In meinem (rauchfreien) Lieblingspub gebe ich im Schnitt 30 – 40 Euro am Abend aus – Billiard & Co nicht eingerechnet.
Ein Auto besitze ich seit Jahren nicht. Auch kein Motorrad oder Moped – aber ganz offen: Solange es keine Raucher mit Katalysator und/oder Rußpartikelfilter gibt, sollten Sie dieses Thema lassen – denn die Argumentation ist dumm, alt und wird nicht mal mehr von der Zigarettenindustrie genutzt.
Ansonsten sind Ihre Ausführungen – mit Verlaub – derart substanzlos, dass es sich nicht weiter lohnt, darüber zu diskutieren.
Vielleicht noch zwei Fragen: Ab wie vielen Bieren verdient Ihrer Meinung nach ein Wirt? Und welche Lokalitäten suchen Sie auf, dass man Schwerstalkoholiker sein muss, um den Wirt auszuhalten?
Solche Kneipen dürfen ruhig sterben. Ich habe nicht dagegen.
Gruß
Patrick
Da Sie ja bereits zwei Kommentare zu Ihrem letzten Post bekommen haben erübrigt sich meiner eigentlich.
Jedoch zu Ihrer Information: ich besuche Pub’s und Kneipen, sowohl Raucher als auch solche für Nichtraucher, Bierpreise angefangen bei 2,10 € bis 6,- €. Meinen Lieblingswhisky trinke ich lieber daheim(ist sowieso nur in den wenigsten erhältlich).
Schwerstalkoholiker sind wohl eher Sie, sofern Sie 30-40 € pro Abend an Bier ausgeben.
@Hardy:
Woher nehmen Sie die Information, dass ich 30-40 Euro für Bier(?) ausgebe? Nehmen Sie es mir bitte nicht übel: Auf dieser Ebene diskutiere ich doch gar nicht.
Das, was Sie als Antworten bezeichnen, bezeichne ich (teilweise) als selbstentwertendes Armutszeugnis des Verfassers/der Verfasserin. Wer von einem totalen Rauchverbot spricht, obwohl es kein totales Rauchverbot gibt, zeigt deutlich, wessen Geistes Kind er ist. Solche Menschen kommen in nicht allzu ferner Zukunft auf die Idee, dass man ja die Straßenverkehrs-Verordnung abschaffen könnte: Frei Fahrt für freie Bürger – und wem das nicht passt, der muss ja nicht vor die Tür gehen.
Mit dem Denken scheint es ohnehin bei manchem Zeitgenossen nicht so zu klappen: Apartheid gibt es in vielen Schattierungen… In Südafrika gab es mal Restaurants für Schwarze und Weiße – sogar getrennte Toiletten gab es. Und nun kommen ein paar Helden auf die Idee, dass wir Nichtraucher- und Raucherkneipen brauchen, nur damit die Damen und Herren nicht für die 5 Minuten ihrer Kippe vor die Tür wollen? Ja mei.. Stelen wir diesen Herren doch noch einen Nachttopf unter den Barhocker – dann müssen die auch nicht mehr aufs Klo gehen, um sich zu erleichtern. Einfach plumpsen lassen.
Für die Kokser könnte man ja dann noch die Theke verspiegeln und für die Fixer gibt’s dann Spritzbesteck in verschiedenen Farben – für nen Euro, damit der Wirt nicht am Hungertuch nagt. Schließlich ist es ja seine Kneipe und er bestimmt, was da drinnen passiert.
Für die Kinder gibt’s dann Fruchtbowle mit Schuss und Mon Cherie, damit sie bei Volljährigkeit kräftig zahlende Säufer sind.
Leute, leute.. Alleine darüber zu diskutieren zeigt doch schon wie es um manchen Menschen bestellt ist. Eine Suchterkrankung so zu erheben, dass man einen riesen Bohei darum macht, das ist schon eine besondere Note. Ich habe ja nichts dagegen, dass sich jemand selbst zu Grunde richtet – wenn es aber auf Kosten anderer passiert, dann tut es mir leid: Da ist Schluss mit lustig.
Mit anderen Worten: Wenn jemand zuhause sich die Lunge raus würgt, weil er eine Packung Kippen pro Tag braucht, um sich nicht schlecht zu fühlen oder wenn jemand auf der Straße zeigen muss, dass er nach Zigaretten süchtig ist: Sein Bier. Soll er tun. Zu verlangen aber, dass man überall und jederzeit auf eine so sinnlose und dumme Sucht Rücksicht nimmt, das zeugt doch von arger Vermessenheit und Arroganz. Da habe ich keinen Funken Verständnis mehr.
Abgesehen von meiner persönlichen Meinung, die zufällig zu einem weiten Teil auch die Meinung der Mehrheit im Lande ist, ist die Diskussion ohnehin müssig – denn in spätestens 2 Jahren ist das Thema ohnehin durch – dann gibt es diese unsinnigen, ungerechten und wettbewerbsverzerrenden Ausnahmegesetze nicht mehr, sondern eine einfache klare Regelung: Geraucht wird draussen. Das begreifen dann sogar Kleinkinder.
Grüße
Patrick
Schön! Solche Perlen entschädigen für einiges. Und weil sie so amüsant sind freut man sich auch, daß Gott nicht nur Denker geschaffen hat.
Der Name Patrick Sommer ist für meinen Geschmack bereits zu einfach aufgestellt, ein schlichtes, aber Gemüt halt.
Gerade morgens unangenehm zu lesen.
Was der wohl von Raucherrestaurants oder Raucherkneipen (explizit für Raucher) hielt? Hatt sich dazu nicht geäussert, trotz großer Geschwätzigkeit, will wohl nicht illiberal erscheinen. Dumm und arrogant.
Kann er was dafür und was geht es Dich an?
Wen hätte er denn mit dieser Haltung statt seiner selbst hinstellen sollen? Man kümmert sich doch auch nicht die Bohne darum, was mit Deinem Namen alles assoziiert werden könnte.
Das sagt Dir hier auch keiner, nicht mal ich ;-). Also lass’ ihm doch Namen und Persönlichkeitsrecht.
Stimme Dir voll zu. Jedoch hat er IMHO mit dem unsinnigen Apartheidsvergleich ja gezeigt was er von Gaststätten für Raucher hält- nichts.
Sie hatten selbiges vorher von sich behauptet(Pub).
Ansonsten kann ich zu Ihren Äußerungen nur noch eines Bemerken: werden Sie erst mal Erwachsen. Eventuell besteht dann noch für Sie die Chance Ihre offenbar grenzenlose Arroganz abzulegen. Denn Sie gehören IMHO zu den Menschen, welche dermaßen Arrogant sind, dass sie die Eigene gar nicht mehr bemerken.
Der Apartheidsvergleich zeigt schon allein für sich genommen wessen Geistes Kind Sie sind. Die anderen idiotischen Vergleiche Ihrerseits sind einfach nur noch zum Kopfschütteln.
@Hardy:
Wer lesen kann, ist klar im Vorteil. Versuchen Sie es einfach noch einmal. Vielleicht sollten Sie den Versuch unternehmen, Ihre Mutmaßungen von den Tatsachen zu trennen.
Ansonsten interessiert mich nicht, ob Sie mich für “Arrogant” halten oder nicht. Es liegt in der Natur der Sache, dass so manch ein Zeitgenosse Sachlichkeit mit Arroganz verwechselt. Gerne dürfen Sie auch weiter von idiotischen Vergleichen sprechen – auch das interessiert mich nicht. Allenfalls erlaube ich mir die Bemerkung, dass ich Sie nicht für einen Menschen halte, der den Versuch unternimmt (oder dazu in der Lage ist), sich einen objektiven Standpunkt zu verschaffen.
Stattdessen versteigen Sie sich darin, den untauglichen Versuch zu unternehmen, mich anzugreifen (sie interessieren mich nicht, daher tangieren mich auch die Versuche nicht). Versuchen Sie doch einfach mal, über ihren Tellerrand zu schauen und versuchen Sie wenigstens, mal zu reflektieren:
Niemand interessiert sich für das Gequalme irgendwelcher Tabakjunkies – solange die Damen und Herren das dort tun, wo sie niemanden sonst belästigen oder schädigen. In dem Moment aber, wo die Belästigung und Schädigung eintritt, nur weil ein Tabakjunkie seine Sucht befriedigen muss, hat er/sie mit Konsequenzen zu rechnen – ganz so, wie es auch bei jeder anderen Handlung der Fall ist, die Rechte anderer Menschen verletzt oder sie belästigt.
Wenn Sie das kapieren (und auch einige andere Schreiber hier), dann haben Sie es künftig leichter im Leben. Wenn nicht, werden Sie wohl über Ihren Geldbeutel lernen müssen, wenn Sie für Ignoranz und Rücksichtslosigkeit in nicht ferner Zukunft zur Kasse gebeten werden. So einfach ist das. Warum wollen Sie über zwangsläufig eintretende (und längst überfällige) Entwicklungen eigentlich diskutieren?
Und bevor nun noch Gequake über Umsatzeinbußen bei Wirten kommt, die ja so arm dran sind und nichts an Nichtrauchern verdienen (welche dumme Argumentation, wie weltfremd): Ein bundesweit einheitliches Gesetz beseitigt das Problem ganz leicht, da es keine Ausnahmen und damit keine Ungerechtigkeiten mehr gibt: Für alle Wirte gelten gleiche Rahmenbedingungen – die Konsequenz daraus: Die Gäste kommen auch weiterhin, weil die verqualmten Alternativen fehlen – denn nicht mehr als eine radikalisierte Minderheit ist unfähig zu akzeptieren, dass sie VOR der Tür raucht, wenn sie rauchen muss oder will.
Die Mär vom Gästeschwund können dann Menschen wie Sie irgendwelchen bildungsfernen Tränen auftischen, die sich die Schamhaare mit dem Lockenstab frisieren. Das glauben schon heute nur noch ein paar bildungsferne Wirte von Sufflöchern und einige unverbesserliche Tabakjunkies, die sich einen Dreck um ihre Mitmenschen kümmern. Niemand mit etwas Verstand glaubt das mehr – und der Blick über die deutschen Grenzen bestätigt das auch: Kein Umsatzrückgang. Wie erklären Sie das eigentlich, dass das Kneipensterben in Irland, in Italien, in Schweden, in den USA ausbleibt?
Also erzählen Sie doch, was Sie wollen. Ich für meinen Teil spiele nun nicht mehr mit Ihnen. Sie müssen sich wohl ab jetzt selbst beschäftigen.
Werter Hr. Sommer: Sie haben mit all Ihrem Wortgeplänkel immer noch nicht beantwortet, was gegen die einfache – die Rechte der Nichtraucher ebenso wie die der Nikotinabhängigen schützende – Lösung, Nichtraucher-/Raucherschilder an den Gastwirtschaften vorzuschreiben spricht…
… sofern man nicht einen Erziehungsanspruch all derjenigen über das Eigentumsrecht der Gastwirte setzt, die so wie Sie oder unsere klugen Politiker einfach mehr Grips haben als der rauchende oder sonstwie nicht konforme, zur Selbstreflexion unfähige, Pöbel – das Schutzargument also nur Vorwand ist.
Btw, zur Info an die die hier mitdiskutieren: “Patrick Sommer” ist Mitarbeiter des “StAsI”-Vereins um den es im Beitrag geht – das erklärt manches: da heult schlicht eine Hyäne, der man auf den Stummelschwanz getreten ist…
… mit Vergnügen, Herr Sommer! :D
Hihi. Das paßt auch gut zu den im letzten Kommentar geäußerten Ansichten (Einsicht!… harr Konsequenzen!… hmpf … Leid! … droh-droh … Unmenschen! … Zwangsläufigkeit! … grunz).
Achso, der lebt davon. Dann gehts ja. Immerhin echte Lobbyistenarbeit hier, ich dachte schon der meint das ernst.
Coole Kulanz … bei den Dangerous Beans! Hätte ich so nicht erwartet, überrascht und entzückt mich ;). LG!
Danke für die Info, ich hatte zwar ähnliches schon vermutet, war mir jedoch nicht sicher. Obwohl in der Argumentationsweise dieses “Herren” schon vieles darauf hindeutete.
Da passt dann ja auch die von Dangerous Beans geäußerte Erklärung(19:40,12.8.). :-)