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Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Werden Patente bald überflüssig?

Statler, 01.01.2008

Ein Standardargument: Man benötigt Patente, da es sich sonst nicht lohnt, in teure Innovationen zu investieren. Schließlich könnte ohne Patentschutz jeder Wettbewerber die Innovation einfach kopieren. Nun, die Zeiten ändern sich, wie die FTD berichtet:

 ”Wir melden nur noch ganz wenige Patente an”, sagt etwa Heinrich Weiss, Chef des weltgrößten Stahlwerksbauers SMS Group. Chinesische Konkurrenten studierten regelmäßig Patentschriften, um die Produkte dann zu kopieren.

Warum geht das? Vermutlich geht es überall dort, wo es eher um Verfahrens- als um Produktinnovationen geht, oder wo die produzierten Güter so kompliziert sind, daß sich die nötigen Informationen über den Produktionsprozeß aus dem Endprodukt nicht mehr rekonstruieren lassen. Je komplizierter die Welt wird, desto überflüssiger werden Patente.



7 Kommentare zu “Werden Patente bald überflüssig?”

  1. apex

    Der beste Schutz für Know-How ist die kontinuierliche Weiterentwicklung – kurz gesagt, in der Zeit, die die Konkurrenz braucht, um ein Produkt zu kopieren, muß die eigene Entwicklung bereits die nächste Generation fertig haben. Insofern sehe ich Patente eher als Hemmnis für die Entwicklung, warum einen 5-Jahres-Produktentwicklungszyklus finanzieren, wenn man 30 Jahre lang das Patent und damit die Lizenz zum Gelddrucken hat?

    apex

  2. David

    “Je komplizierter die Welt wird, desto überflüssiger werden Patente.”

    Oder man sieht besser, wie überflüssig sie schon immer waren…

  3. Max

    Gut, aber die Konkurrenz kann einfach kopieren und weiter entwickeln, ohne dabei die selben anfänglichen F&E-Gelder zu bezahlen und letztlich ist das ja eine der Begründungen für Patente.

    Außerdem geht ein Patent nur 20 Jahre, aber das nur nebenbei =)

  4. nichtidentisches

    Das geht deshalb, weil sich China außerhalb jeglicher staatlicher Garantien stellt: Seine Produkte werden gebraucht. Also nimmt es sich heraus, hier und da ein paar Patente zu stehlen und so eine Art “aktive” Entwicklungshilfe zu starten. Das ist bei harmloseren Patenten belächelbar. Die Industriespionage ist allerdings im Falle Chinas auch und vor allem auf Waffentechnologie ausgerichtet. Die modernsten Waffensysteme können dann kopiert und an den Iran verkauft werden.

  5. Marius

    Belächelbar ist nett gesagt, wenn einem mit einer chinesischen Kopie zur Hälfte des Preises der Boden unter den Füßen weggezogen wird.

    Mag belächelbar klingen, aber nur weil es nicht fliegt und schießt ist es nicht unproblematisch.

    Und da geht es nicht um ein Paar Turnschuhe, sondern um Kernkompetenzen eines großen Unternehmens. DIe werden sich gegen Verkäufe des nachgemachten Produkts in der EU wehren können, im asiatischen Raum aber eben nicht. Und die Jungs kaufen ein paar mehr Walzanlagen von SMS als die Europäer.

  6. mousseman

    Wenn man wirklich etwas machen wollte, sollte man sich mal überlegen, ob man nicht einen gezielten Boykott auf chinesische Produkte machen sollte, so dass die niemand mehr kauft.

    Mal sehen, wie lange die Chinesen meinen, sie müssten ‘Entwicklungshilfe’ nötig haben.

    Ansonsten kann man auch mit Low-Tech-Massnahmen durchgreifen – wie z.B. einem Ölembargo gegen China. Die US Navy hat ja genügend Pötte, um China an den Kragen zu gehen, ansonsten wirken einige See-Minen (wie die CAPTOR) in der Nähe von Häfen Wunder, um internationales Patentrecht auch in China durchzusetzen.

    Bei Chinesen wirken WTO-Massnahmen leider nicht, ebenso wie andere Sachen. Also entweder ein Importverbot für chinesische Güter, oder halt ein Ölembargo. Letzteres dürfte monumental effizienter sein.

  7. Patentinfos » Re: Patente unter GPL stellen? - Red Hat verteidigt seine Patente

    [...] Habe ich mir auch als erstes gedacht… [..] Ich stimme zu, allerdings würde ich gerne sehen, daß das Patent an Open Source gekoppelt [...]

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