Dreieck mit Schlagseite
Miriam Gruss - FDP-MdB, Vorsitzende der “Kinderkommission” des Bundestages und engagierte Verfechterin der Aufnahme von “Kinderrechten” in das Grundgesetz - gestern abend am Neujahrsempfang der Bamberger Liberalen:
Sie müssen sich das als ausgeglichenes Dreieck vorstellen: Elternrechte - Rechte des Staates - Kinderrechte
Preisfrage: wenn, wovon auszugehen ist, in der Praxis die Sozialbürokratien als Vertreter der so proklamierten Rechte der Kinder auftreten - was bleibt dann vom “Dreieck” ausser weiterem Machtzuwachs für den Generalerzieher Staat?
Zur Ehrenrettung der FDP ist anzufügen, dass es gegen dieses Vorhaben erheblichen Widerstand in der Partei gibt. Wen wundert’s, dass es unverzüglich von Kurt Beck aufgegriffen wurde…













Schrott-Formulierung.
Ich bin ja nun wirklich der Meinung, daß der Staat bei manchen Eltern eingreifen und deren Rechte zurückschneiden muß.
Aber dann ist er nur Sachwalter der Kinderrechte.
Eigene Rechte hat er hier überhaupt nicht.
Und so eine Dummbratze schicken die bayerischen Liberalen in den Bundestag?
“Dummbratze”. Oh Mann - das ist wirklich “FDP von unten”… von ganz unten…
Nun ja, Lästerwelles Underground eben. Hoffe nur, daß es an Eurem Stammtisch nicht zu voll wird…
Passt doch, ;-)
*kopfschüttel* Irgendwie ist es jetzt schon eine ganze Weile her, dass ich von der FDP mal etwas gehört habe, bei dem ich zustimmen kann… Ansonsten sind sie wohl schon dazu verkommen der Großen Koalition Gesetzes- und Stichwortvorschläge zu liefern…
Wann gibt es nur mal wieder eine liberale Partei in Deutschland?
Wenn die Basis den Laden umkrempelt. Vorher nicht!
Entmachtet die Funktionäre!!!
Haste echt nix besseres drauf als Revoluzzerattitüde und Schimpftiraden? Jeder Partei die Funktionäre, die ihre Mitglieder verdienen: Die “Basis”, mein Lieber, stimmte auf der Veranstaltung den Ausführungen (darunter die Forderung nach Ausbau der Sozial- und Jugendämter, “das ist doch liberal, wenn der Staat Liberalität herstellt” etc.) überwiegend zu. Es blieb einem parteilosen Gast vorbehalten, das alles nicht sonderlich liberal zu finden…
Da ist Überzeugungsarbeit angesagt, nicht pseudoradikale Sprüche.
“…was bleibt dann vom “Dreieck” ausser weiterem Machtzuwachs für den Generalerzieher Staat?” Erstens das - und davon eine ziemlich hohle Phrase in der Verfassung, die kaum durch praktisch anwendbare Auslegungen zu füllen sein wird - schon weil sich die Ursachen von Kindesmisshandlung seiner Kompetenz entziehen; erst über die Auswirkungen kann befunden und gerichtet werden.
Also doch wenigstens ein regelmässig kontrollierendes “Beschauen” im Sinne von ärztlichen Pflichtuntersuchungen des kindlichen Zustands? Mehr kann sich ein freiheitlich verfasster Staat kaum herausnehmen.
Dabei wird der Schrei nach dem Jugendamt mit jedem neuen Verbrechen lauter. Wie also schützt man Kinder vor grausamen Eltern? Die Frage bleibt - und stellt sich nicht nur der hilflos aktionistischen FDP.
“Kommentatoren”, bleibt mal auf dem Teppich: Die freie Meinungsäußerung einer FDP-Parlamentariern macht das ganze nicht zur FDP-Programmatik. Im Übrigen ist Frau Gruß gegen den Mindestlohn und gegen Diätenerhöhungen, womit sie ja ansonsten “auf Linie” ist.
Miriam sitzt als offizielle FDP-Vertreterin in der KK Gernot. Und ich habe ja auch nicht ad personam polemisiert, sondern inhaltlich, da hat Hr. von Unten einen falschen Tonfall reingebracht.
“Miriam sitzt…” lol … man ist per Du. Der Distanzverlust trübt das Urteilsvermögen!
Deinen Beitrag meinte ich ja auch gar nicht. Wurde die “Kinderkommission” denn schon beauftragt, eine Änderung des GG zu formulieren?
Ich finde, dass man aus diesem Satz gar nicht so viel herauslesen kann. Das kann doch alles und nichts bedeuten, oder irre ich mich?
Ich möchte den Satz jedenfalls nicht so interpretieren, dass der Staat eigene Kinderrechte bekommt, sondern dass er Rechte der Kinder schützt und durchsetzt.
Wenn man die Diskussion im Zusammenhang mit den Misshandlungsfällen sieht, dann ist das auch jetzt schon die Aufgabe des Staates.
Eben. Und dieses Staatsversagen als Begründung herzunehmen, die staatliche Einflussphäre noch auszuweiten - das ist klassische sozialdemokratische Logik.