Näher an die Zielgruppe Herr Kolat!
[Disclaimer: ich bin ganz nah bei Statler und den hessischen Julis in der Kritik an Roland Kochs populistischen Wahlkampftiraden zum Problem der Jugendgewalt (eben nicht: Ausländerkriminalität)]
Aber, mit Verlaub, werter Herr Kenan Kolat (SPD), meinen Sie nicht auch, dass Sie als “Bundesvorsitzender der türkischen Gemeinde” mit Ihren Forderungen zur Durchsetzung eines Verhaltenskodex näher an der Zielgruppe wären, wenn Sie diese an türkische Jugendgangs richten würden, anstatt Wahlkampf für Ihre Partei betreiben? Und: sollte die Zivilgesellschaft nicht eher Gewalt (sowohl von als auch gegen Migranten) ächten, denn mehr oder weniger zutreffende “Aussagen”?
Ich frage mich ob es nicht vielleicht klug wäre ähnlich wie beim “Kampf gegen Rechts” jetzt ein Aktionsprogramm “Kampf gegen Ausländergewalt” einzuführen. Die Statistiken zeigen jedenfalls spezifische Probleme in diesem Bereich, die natürlich auch besondere Maßnahmen erfordern.
Als Beispiel fallen mir da die sog. Aussteigerprogramme ein, die in der rechten Szene angewandt worden sind. Bei ausländischen Tätern bietet sich natürlich kein “Ausstieg” in diesem Sinne an, man könnte aber daran denken sich den spezifischen Gruppenstrukturen zu widmen und sie zu zerschlagen.
Diskutiert werden muss über dieses Thema aber schon seit Jahren dringend, leider wurde das viel zu lange tabuisiert. Ich vermisse insbesondere eine offene Diskussion über die immensen Kosten dieser Kriminalitätsform, insbesondere was den Strafvollzug und die Kosten der Krankenkassen und Unfallversicherungen betrifft.
Diese Quasi-Forderungen nach Quasi-Diskussionsverboten machen die Menschen doch nur noch misstrauischer und werden der CDU erdrutschartige Siege bringen.
Nur nebenbei: Seit wann hat das A’team “Disclaimer” nötig?
Bodo, ich wollte damit ausschliessen, dass mein Beitrag als Aufruf zum “Kampf gegen Ausländergewalt” missverstanden wird, der oft genug als Hidden Agenda plumbe xenophobe Ressentiments bedient. Dieses Land hat kein “Ausländerproblem”, sondern ein Problem mit gewalttätigen Unterschicht-Jugendlichen. IMHO.
Joachim,du hast das Problem, das hier bestens beschrieben wird:
http://www.nzz.ch/nachrichten/medien/schwarze_schafe_in_deutschland_1.649139.html
Schöner Artikel. Nach zwanzig Jahren schleichender Zensur glauben viele Menschen tatsächlich es gäbe kein Problem “Ausländerkriminalität”, das Problem sei die “Jugendkriminalität”.
Die Aufmerksamkeit wurde in den letzten Jahren auf das böse Ostdeutschland gelenkt, dabei ist die Gewaltkriminalität in absoluten Zahlen fast schon lächerlich, wenn man das mal mit Westdeutschland (inklusive West-Berlin) vergleicht.
Da ja aber in vielen westdeutschen Ländern die Herkunft in der statistischen Erfassung keine Rolle spielen darf, offenbart sich das natürlich nicht auf den ersten Blick.
Helfen würde ein Besuch in einem westdeutschen Jugendknast und dann mal abzählen. Die Leute die diese Zahlen zu verantworten haben, wissen aber schon warum sie das nicht an die große Glocke hängen. Es ist schließlich schlechter Stil zwischen deutschen und ausländischen Jugendlichen zu unterscheiden, ganz egal was es den Steuerzahler kostet. Ganz egal, ob man Millionen über Millionen an Steuern sparen könnte, wenn man Abschiebungen erleichtern würde. Es passt eben nicht ins politische Programm.
Mit ein bisschen Glück wird die FDP für diese Verlogenheit bei den nächsten Landtagswahlen richtig bestraft werden.
Jepp, ich denke, A’team-Leser hätten das auch ohne Disclaimer verstanden ;-)
Mal wieder ein “heikles” Thema, das lechts und rinks wie die Hyänen aufeinander hetzt. Jens Jessen von der ZEIT macht noch eine bestimmte Art ‘deutscher Spießigkeit’ aus, die Unterschichtler ‘kaum erwehren könnten’.
Nun, ganz von der Hand zu weisen ist das nicht. Doch das “Problem” rührt tiefer; dieses Land ist ein ‘kleines’ Land, wie der scheidende VF-Chefredaktor Ulf Poschardt treffend beschrieb. Zu klein für großzügiges Denken. Zu klein für Größe.
In die VAE verabschiedet sich mal wieder zeitlich befristet:
Bodo
[...] und Politiker inzwischen auch begriffen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich ja zuletzt. Der Verlauf der Diskussion wird aber zur Lösung des Problems, fürchte ich, nicht beitragen. Sie spaltet [...]
Das Thema ist eigentlich nicht heikel, der Eiertanz diverser Liberaler die Dinge beim Namen zu nennen oder mal zu denken, was man sich sonst nicht traut, dagegen schon. Es ist traurig, dass eine Generation von Linkspolitikers es geschafft hat, praktisch jedem einzureden, dass wer auch nur auf die Idee kommt zu denken, ausländischer Zuzug hätte auch deutlich negative Aspekte, sich damit gleich dem Rechtsradikalismus oder sogar Extremismus preisgibt.
Und dann braucht man solche Disclaimer um bloss nicht in den Verdacht zu geraten. Das ist wirklich traurig. Das Thema ist kein Minenfeld. Es wird nur dadurch zu einem, dass man sich dieser elenden Schiene, die alles und jeden als rechtsradikal brandmarkt, der mal nicht in der selben Bahn denkt, ständig unterwirft.
Humbug. Wenn man den Experten, wie etwa Pfeiffer (Hannover) glaubt, dann ist das Problem der Jugendkriminalität eines von familiären Umständen, nicht von Herkunft. Ein Zuwanderer aus einer Mittelschichten-Familie hat ein genauso geringes Risiko, kriminell zu werden, wie ein Deutscher aus einer Mittelschichten-Familie. Und der Sproß einer deutschen Wohlfahrtsdynastie hat eine genauso hohe Wahrscheinlichkeit, kriminell zu werden, wie der Sproß z.B. einer türkischen Familie in den gleichen wirtschaftlichen Verhältnissen.
Wenn man was ändern will, dann kann man darüber diskutieren, wie man die moralische Verwahrlosung bekämpft, die Deutsche nicht weniger betrifft wie Zuwanderer. Wer aus dem Jugendkriminalitäts-Thema eine Ausländerfrage machen will, hat offensichtlich eine hidden agenda, die in eine ganz andere Richtung geht.
Aber Statler, man kann doch die Tatsachen nicht dadurch wegbekommen, daß man anfängt zu relativieren. Wir reden hier über jugendliche Berufskriminelle, die gewalttätig sind Und da hat Plasberg an Hand der Berliner Kriminalstatistik vorgeführt, daß von 500 aktenkundigen jugendlichen Serientätern 50% Ausländer sind und weitere 30% diesen sogenannten Migrationshintergrund haben. Daß Angehörige bestimmter Ethnien gewalttätiger als andere sind, ist außerdem eine Binsenweisheit, die durch jede Statistik gedeckt ist.
Das Hauptproblem ist aber in der Tat, daß es ein Tabu gibt, diese Dinge in aller Offenheit zu bereden. Das führt letztlich mit Sicherheit dazu, daß die Leute anfangen, mit geballter Faust in der Tasche herumzulaufen, denn Probleme löst man nicht, in dem man sie verschweigt.
Ich finde, Heribert Seifert hat in seinem Artikel in der NZZ -oben verlinkt- messerscharf beobachtet, was hier bei uns eigentlich los ist. Besser kann man das nicht beschreiben.
Beonders beachtenswert ist auch, was eigentlich unter einem “Intensivtäter” gesehen wird. Das sind Täter, die mind. 10 Taten einer bestimmten Schwere im Jahr begangen haben.
Wahrscheinlich waren 10 Taten im Jahr die Grenze, aber der man noch genug Personen ohne Migrationshintergrund finden konnte, die die Statistik einigermaßen begradigen konnten. Wen man den “Intensivtäter” bei z.B. 8 Taten im Jahr ziehen würde, sähe die Statistik noch weitaus schlechter aus.
Aber das will man einfach nicht wahrhaben.
Im übrigen ist es doch ganz egal, ob deutsche Staatsbürger genauso kriminell sind oder nicht: Diese Kosten können wir nicht vermeiden, die anderen schon.
ab, nicht aber.
Das Problem, Scipio, ist nur, dass Herr Seifert Zahlen mit begrenzter Aussagekraft zugrundelegt (vgl. auch diesen Beitrag auf netzeitung.de).
Ach die Zahlen. Natürlich kann man die auslegen, wie man will. Alles eine Frage der Gesinnung. Es kommt doch wohl eher darauf an, was die Leute in ihrem eigenen Umfeld wahrnehmen. Abiturfeiern nur unter Polizeischutz, Weigerung in der Kreisklasse gegen türkische Vereine zu spielen,U- und S-Bahn fahren nur unter Gefahr für Leib und Leben, Messerstechereien vor Diskotheken ohne Ende uvm. Das alles können die Leute hier in der Regionalpresse jeden Tag lesen. Glaubst du, daß das ohne Auswirkungen auf das Bild bleibt, das man sich von bestimmten Ausländergruppen macht? Koch hin oder her, es muß doch auch dir zu denken geben, was er für einen Hype ausgelöst hat, da hat sich doch was aufgestaut. Wir hatten hier in Hamburg im 2001 eine ähnliche Situation. Weil die SPD jahrelang das Problem der Ausländerkriminalität schlicht geleugnet hat, wurde der unselige Ronald Schill mit 20% der Stimmen zum Innensenator. Das kommt davon, wenn man die Leute verarscht, irgendwann wehren die sich mit dem Wahlzettel.
Genau: diejenigen die in der Migration das Problem sehen (und nicht in der sozialen Verwahrlosung, die der Wohlfahrtsstaat induziert) legen die Zahlen so aus, dass sie Anklang bei den Leuten finden, deren “eigenes Umfeld” nicht weiter reicht als bis zu ihrem xenophoben Brett vorm Kopf…
Dann muss ich als Xenophober gleich mal fragen: Warum gilt hier ein Entweder-Oder?
Manomann Joachim, was hast du bloß für ein Bild von deinen Mitmenschen. Alles hirnlose Idioten, die sich von den Kochs dieser Welt was einflüstern lassen? Du entkommst der Diskussion über Ausländer- und Immigrationskriminalität aber weder dadurch , daß du deine Kontrahenten als Xenophobe siehst, noch, daß du das Problem einfach leugnest. Das ist ja gerade der Knüller auf den Seifert hinweist. Das nämlich durch Koch von heute auf morgen das Schweigekartell geplatzt ist.
Statler, da scheinst du mir aber nicht weniger undifferenziert vorzugehen als diejenigen, die du kritisierst. Du wirst ungeliebte Aspekte nicht dadurch los, dass du diejenigen, die sie vorbringen, an einen der üblichen Pranger stellst.
Die wirtschaftlichen Verhältnisse, von denen du da sprichst, sind leider nicht losgelöst von der deutschen Migrationswirklichkeit zu verstehen. Die türkischen Mittelschichtfamilien kommen eben nicht, und wer in Türkei Unterschicht war, wird in einem fremden Land, dessen Sprache er nicht beherrscht und dessen Institutionen er nicht begreift oder nicht akzeptiert, erst recht nicht zur Mittelschicht. Wir müssen einfach mal nüchtern zur Kenntnis nehmen, dass wir mit einem Großteil unserer Migration gesellschaftliche Probleme direkt mitimportieren, die wir ohne Migration nicht hätten. Das hat nicht nur damit zu tun, dass alle politischen Richtungen diese Probleme nach Kräften ignoriert und nichts zu deren Behebung beigetragen haben, sondern auch damit, welche Anreize allseits im Spiel sind.
Wir importieren auch, was ein zweiter Gesichtspunkt ist, aber z.B. in Berlin von besonderer Bedeutung, ganz einfach Kriminelle. Es wäre auch verwunderlich, wenn das nicht so wäre. Da Clan-Strukturen sich im Bereich der organisierten Kriminalität als Wettbewerbsvorteil erwiesen haben, bekommt man als Gesellschaft dann eben auch den beruflichen Lebensweg des hoffnungsvollen Clan-Nachwuchses mit.
Und ich begreife übrigens auch nicht, wie man ein “Scheiß Ausländer” immer zielsicher auf eine braune Gesinnung zurückführen kann, ein “Scheiß Deutsche” aber nur als irgendwie unvermeidliche Folge sozialer Verhältnisse sehen will.
Der Punkt ist für alle, die sich die Überbringer dieser schlechten Botschaft bequemerweise gerne als Nazis vorstellen möchten, viel schmerzhafter: Nicht “die Ausländer” sind ein Problem, sondern die Migration verursacht welche. Nicht generell und an sich, aber hier und heute in diesem unseren Land. Und wenn wir noch viel Zeit damit verplempern, darüber zu diskutieren, ob “die Ausländer” oder “die Deutschen” schuld daran sind, wird sich daran auch so schnell nichts ändern.
Aber dieses “ohne Migration hätten wir die Probleme nicht”-Szenario ist doch völlig unmöglich. Diese Option hat es nie gegeben. Ohne Migration, ohne zugewanderte Arbeitskräfte hätte dieses Land seine wirtschaftliche Entwicklung so nie schaffen können. Ohne Migration hätten wir ganz andere, viel schlimmere Probleme.
Und wenn’s nun so ist, daß Zuwanerer relativ wenig mobil nach oben sind in der Einkommenshierarchie, dann sollten wir uns bei der Suche nach den Ursachen dafür auch mal an die eigene Nase fassen. Wenn man über Jahrzehnte (bis in die 1990er hinein) Zuwanderung unter der Fiktion “Wenn wir sie nicht mehr brauchen, schicken wir sie wieder zurück” betreibt anstatt (z.B. nach amerikanischem Vorbild) Integration von vornherein zur Selbstverständlichkeit macht, dann darf man sich nicht wundern, wenn sowas dabei herauskommt. Das ist aber kein Migrationsproblem, sondern ein politisches Problem.
Es kann doch wohl kaum sein, dass ein Ansprechen der Probleme der Migration (und zwar nicht der Migration als ideales Konstrukt, sondern der heutigen in Art und Struktur) mit dem Hinweis auf ihren Nutzen zu erledigen wäre. Die Alternative “Migration: Ja oder Nein” ist eben keine, wirkt aber deswegen auch nicht als Gegenargument.
Es ist doch typisch in ideologisch aufgeheizten Diskussionen, in denen nicht argumentiert, sondern geholzt wird, dass denjenigen, die ein Problem in einer bestimmten Weise analysieren, sofort unterstellt wird, sie wollten es in einer bestimmten Weise lösen. Wer es also wagt anzusprechen, dass die Migration, die wir in Deutschland jahrzehntelang erlebt haben, strukturell auch Probleme mitbringt, die wir (und dieses “wir” ist ein “wir miteinander”, schließt also die Migranten ein) ohne nicht hätten, der will nicht unbedingt die Grenzen dichtmachen, sondern zunächst mal darauf hinweisen, welche Konstellationen zur Problemlage beitragen, wo also u.U. anzusetzen wäre.
Und so sehr Marxist bin ich dann doch nicht, dass ich dem Unterbau alle Macht zuschriebe und den Überbau zu Schall und Rauch erklärte. Das macht selbst der Herr Pfeiffer nicht, der durchaus problematische Werte thematisiert, die z.B. in Teilen der türkischstämmigen Bevölkerung in besonderem Ausmaß gelten.
Ich kann auch die Unterscheidung “Gastarbeiter” vs. “Zuwanderer” nicht als eigentliche Grundlage des Problems erkennen. Zunächst mal entwickelt sich die Jugendgewalt mit ihrem hohen Anteil aus bestimmten Hintergründen erst in einer Zeit zum Phänomen, in der nun wirklich niemand mehr davon ausgeht, dass man Einwanderer nach Belieben zurückschicken könnte. Und zum anderen darf ich vielleicht auf eine weitere Problemgruppe, die sog. “Russlanddeutschen”, verweisen, deren junge Männer zumindest eine Zeitlang mit einer ähnlich hohen Gewaltbereitschaft auffielen (wäre mal zu klären, ob das immer noch so ist), obwohl bei denen definitiv klar war, dass ihr Bleiben von Dauer sein würde.
Der eigentliche Unterschied zwischen Deutschland und den USA besteht in den Voraussetzungen, die Migranten erfüllen müssen, und in den Anreizen, denen die Migranten folgen. Da, wo die USA den Verdacht haben, dass beides nicht dem entspricht, was sie haben wollen, steht ein sehr hoher Zaun, der von Grenzpolizisten bewacht wird. Eine Migration wie die in Deutschland überwiegend stattfindende wäre in den USA wohl schlicht illegal.
Humbug war lediglich die Aussage, dass etwas rechtradikal ist, weil es nicht der eigenen Weltvorstellung entspricht. Nichts von dem, was Du vorbringt, widerspricht den oben gemachten Aussagen (vielleicht mal ab davon das Pfeiffer eine unglaubliche Pfeife ist, wie man seit der Killerspiel-Debatte ja nun zur Genüge wissen könnte).
Migration schafft massive Probleme. Ob ein Zuwanderer, der als Millionär groß wird, weniger Probleme schafft, ist vollkommen irrelevant, solange er kein Millionär ist. Tatsache ist, dass die Hauptzuwanderung nach Deutschland aus armen Muslimen besteht (-> schlagt ihn, er ist ein Rassist), aus einer von politischer und häuslicher Gewalt geprägten Kultur, die eine Verwahrlosung der Werte (jedenfalls was westliche Werte angeht) bereits mit sich bringt. Da ist es irrelevant, ob das Problem nicht auftreten würde, wenn es alles reiche und gebildete Familien wären. Sie sind es nun einmal nicht.
Ein Rassist würde argumentieren, es läge im Wesen des Türken oder Arabers kriminell zu sein und vom Staat zu leben. Effektiv ist das die Aussage, die durch die Aussagen von Pfeiffer widerlegt wird. Nur hat die niemand getätigt.
Wenn Du mich widerlegen willst, dann musst Du an die Aussage heran: Es liegt im Wesen der Zuwanderung von armen und ungebildeten Menschen aus einer mittelalterlichen Kultur, die massive Probleme in einem reichen und liberalen Staatswesen mit sich bringt.
Und btw.: Nicht einmal damit habe ich irgendeine Agenda mitgeteilt, sondern allenfalls ein Problem angesprochen. Eine Agenda kann in diesem Zusammenhang maximal das Denunzieren der Beschreibung eines Ist-Zustandes sein.
@statler:
hatte Oettinger dazu nicht was gesagt? Wäre ja vielleicht ein Anfang.
“Moralische Verwahrlosung” - da bin ich auch drueber gestolpert… was ist das? Wie kann, weshalb “darf” man (wer?) bekaempfen?
“Neocon-bullshit”…. wuerden jetzt einige sagen…
“Moralische” hätte ich auch nicht in den Mund genommen. Aber (wohlfahrtsstaatliche) “Verwahrlosung” passt schon.
Bodo, wie würdest Du’s denn nennen, wenn auf Leute eingetreten wird, die schon wehrlos am Boden liegen? Was ist das sonst, wenn nicht moralische Verwahrlosung?
Gesetzwidrige (und rechtlose darüberhinaus) Gewalt. Reicht das nicht - vollkommen - es so zu nennen, nämlich als das, was es “wirklich” ist?
“Moralisch” und “Verwahrlosung” fügt dem nicht nur nichts hinzu, es verstellt sogar den Blick auf den eigentlichen ‘Sachverhalt’, unter Juristen auch Tatbestand genannt.
Doch glaube ich zu wissen, was Du meinst. Aber “wir” kennen die Kerle ja gar nicht - vielleicht waren das nebenher sogar richtig coole Typen, nur eben mit ein paar Straftaten auf dem Kerbholz.
Will sagen: Dem Liberalen hat die moralische Beschaffenheit anderer Leute nichts anzugehen, sonder nur das, was er tut oder lässt, und auch hieraus nur einen gesetzlich positivierbaren klitzkleinen Teil.
Die sichtbare Auswirkung ist Gewalt. Das ist der Tatbestand. Aber die Ursache ist geistige Verwahrlosung. Was denn sonst?
In diesem und ähnlichen Fällen bedeutet jede Abstrahierung nach meinem Empfinden und von der Mitmenschlichkeit her gesehen eine beschämende Neutralisierung.
Den Schmerz aus der Gewalttat (geistiger Verwahrlosung) hat erst der Rentner, dann - aufgrund medialer Verbreitung - die ganze “Nation” gespürt; und der lässt sich nicht in den liberalen Winkel moralischer Indifferenz hineindiskutieren.
Da muss echt Abhilfe geschaffen werden; die Frage ist nur - wie?
Sowohl “wohlfahrtsstaatliche” als auch “moralische” Verwahrlosung sind ideologisch gefärbte Begriffe. Der erste nach meinem Geschmack mehr noch als der zweite. Gesellschaften verändern sich. Werte, die sie zusammenhalten, ebenfalls. Die Frage ist, ob es Sinn macht, gegen diese Veränderungen, die weder vom Einzelnen noch von Gruppen großartig zu beeinflussen sind, anzugehen. Vielleicht ist es eher notwendig, sich darauf einzustellen bzw. ganz neue Wege zu finden.
Was wir allerdings auf gar keinen Fall zulassen sollten ist, dass wir zivilisatorische Fortschritte preisgeben, weil wir z.B. glauben, dass ein gesellschaftlicher Konsens unter veränderten Bedingungen einfach aufgekündigt werden kann. Dazu hörte in meinen Augen auch, dass wir angesichts der vorhandenen Probleme nicht unentwegt davon reden müssen, dass Multi-Kulti-Projekte zum Scheitern verurteilt wären. Hieße das nicht, dass ein Zusammenleben mit Menschen unterschiedlicher Herkunft im Grunde überhaupt nicht funktionieren kann? Ich verweise auf den verlinkten NZZ-Artikel, den ich persönlich übrigens als nur als Analyse positiv bewerten würde.
Der Staat - selbst ein stationärer Bandit - macht die Kriminalität. Nicht die willkürliche Einteilung von Menschen in In- und Ausländer!
Ja ist klar. Wenn Du vergewaltigt wirst ist es der böse Staat, der die Vergewaltigung unter Strafe gestellt hat, der es zu verantworten hat. Der Staat macht Kriminalität.
Nur ein Hinweis: Normabweichendes Verhalten gab es schon immer. Nur sind die Strafen dagegen früher wesentlich drastischer gewesen. Du kannst natürlich auch die Gesellschaften meinen, die vor Entstehung der Vorratshaltung und der Staatlichkeit bestanden haben und zurückkehren zur Gesellschaft der Jäger und Sammler. Da wärst Du aber ziemlich allein.
Nein, der Unterschied ist schon wesentlich: Daß Vergewaltigungen nicht in Ordnung sind, muß uns nicht der Staat sagen, das wissen wir (wenn wir halbwegs normal im Kopf sind) schon selbst. Daß es nicht in Ordnung ist, vom Ort A in den Ort B zu ziehen, das würde uns dagegen unser Gewissen sicher nicht sagen. Das ist ein “Unrecht”, das vom Staat erst konstruiert wird.
Wenn Du Dich da mal nicht täuscht. Die Jagdgründe sind schon immer eisern verteidigt worden und in früheren Zeiten wäre niemand auf die Idee gekommen einfach mal so irgendwohin zu ziehen. Reisen war früher kein Vergnügen, sondern die pure Gefahr.
Das Menschen nach freien Stücken von Ort A nach Ort B ziehen könnten ohne dabei auf Feindschaften zu stoßen ist ein Irrglaube. In der Geschichte gibt es dafür jedenfalls nicht besonders viele - wenn nicht gar keine - Beispiele
Das Wesentliche am staatlichen Strafrecht ist nicht die Schaffung von irrationalen Straftatbeständen (im Gegenteil: In der modernen Strafrechtsentwicklung ist eine deutliche Tendenz zur Vernunft zu erkennen, die Tatbestände werde objektiviert und entmoralisiert. Außerdem werden die Strafen gesenkt, sofern man damit einen Rückgang der Straftaten erreichen kann, auch wenn Volkszorn eher andere Wünsche hegt.), sondern die Tendenz zur Rationalität.
Das staatliche Strafrecht gewährleistet Vergleichbarkeit und Gerechtigkeit in einem weit höheren Maße, als es alle vorstaatlichen Gesellschaftsordnungen jemals gewährleisten könnten und konnten.
Die Beispiele sind zahlreich: Spiegelstrafen z.B. werden in modernen staatlichen Gesellschaften gar nicht mehr angewandt.
Man kann diese Entwicklung auch sehr schön an der Humanisierung des Strafverfahrensrechts erkennen, die mit der Schaffung der Inquisition eingeläutet wurde. Das ist jetzt kein Witz: Die Inquisition war ein unglaublicher Fortschritt, man durfte nämlich “nur” noch auf bestimmte Art und Weisen foltern und töten. Damals war das schon fast revolutionär humanistisch.
@ alle Koch-ran-Gläubigen: Wie kommt es bitte, daß Studien in den USA nachgewiesen haben, daß Einwandererkinder in Staaten mit freiem Arbeitsmarkt sogar weniger kriminell werden als einheimischer Nachwuchs? Wenn ich nicht irre, kann man dazu auch bei Bryan Caplan was nachlesen (bin jetzt zu faul zum Link suchen und will auch gleich ins Bett).
Was für Staaten sollen das bitte gewesen sein? Und um für Migrationsbewegungen soll es sich dabei gehandelt haben? Um Migrationsbewegungen von Tonga nach Tullu-Tulllu? Und bitte wer hat diese “Studien” durchgeführt, vielleicht etwa das Mises-Institut?
Noch eine Ergänzung: Anstatt sich auf irgendwelche Phantom-Staaten zu beziehen, hätte man auch die tatsächlichen Migrationsbewegungen von Türken und Arabern nach Deutschland und ihre Auswirkungen auf das bundesdeutsche Schulsystem untersuchen können. Schließlich findet man mit einem guten Schulabschluss auch eine Job. Dem Eintritt in dieses Schulsystem steht den genannten Gruppen nichts entgegen; der “Markt” ist sozusagen ziemlich frei. Seltsamerweise gibt es dazu keine Erhebungen, weil der Migrationshintergrund in der Kriminalitätsstatistik aus irgendwelchen Erwägungen in den meisten Bundesländern nicht erfasst werden darf.
Gerüchten zufolge sollen diese Jugendlichen nicht mehr zu beliebtesten Bewerbern gehören, weil sie auch in den Unternehmen mehr Schaden als nutzen. Vom Hörensagen weiß ich, dass mancher Unternehmer es schon aufgegeben hat Türken und Araber - trotz AGG - überhaupt zum Bewerbungsgespräch einzuladen. Die schlechten Zeugnisse der meisten dieser Bewerber geben ihnen Recht.
Seltsam, nicht wahr? In den Bundesländern, in denen der Migrationshintergrund noch erfasst wird, ist jedenfalls zu erkennen, dass ein türkischer oder arabischer Schüler sehr viel häufiger gewalttätiger wird als ein deutscher Schüler. Trotz freiem Zugang zur Bildung und offensichtlich auch trotz - oder gerade wegen? - der Möglichkeit sich auf dem Gebiet der BRD aufzuhalten. Wie kommt das? Ist es vielleicht doch der kulturelle Hintergrund, der auf einen verdächtigen - kulturell begründeten - Hang zur Gewalt schließen lässt? Was sagte Herr Pfeiffer dazu gleich noch einmal?
Nein DDH, der Schuss ging nach hinten los. Die Migration war schließlich ermöglicht worden und der Eintritt in den Bildungsmarkt war auch frei von Hindernissen. Türkische Frauen mit Aufenthaltserlaubnis heirateten regelmäßig türkische Männer in der Türkei, um ihnen den Nachzug zu ermöglichen. Leichter kann man nicht einwandern. Es gab allenfalls elterlich selbst gewählte Beschränkungen, wie z.B. die Abmeldung vom Schwimmunterricht der muslimischen Töchter oder die Nichtteilnahme an den Klassenfahrten.
Trotz alledem gibt es ein massives Gewaltproblem mit dieser Personengruppe, das jedes Jahr unzählige Opfer produziert und die Kosten für körperliche und seelische Behandlungen dieser Opfer geradezu explodieren lässt. Ganz zu schweigen von den Kosten die entstehen, weil uns unsere Jugend in den Schulen wegen der anhaltenden Gewalt zunehmend verblödet und die Hauptschule jetzt praktisch wertlos geworden ist.
Und wie erklären uns die Anhänger der Theorie von den sozialen Ursachen der Kriminalität, dass die Italiener, Spanier und Griechen in Deutschland nie - auch nicht nur annähernd - jemals dermaßen kriminell geworden sind, sondern den Sprung in