Welche Verbrechen muß ein Staat begehen…
…damit er sich für uns Europäer als Dialogpartner disqualifiziert?
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Tags: Iran, Misanthropische Momente
…damit er sich für uns Europäer als Dialogpartner disqualifiziert?
Eigentlich ganz einfach: Man braucht zunächst einmal eine Menge Erdöl. Und dann darf man sich nicht niederstarren lassen. Ein paar Drohgebärden hin und wieder sind auch nicht schlecht. Ausserdem hilft es, hin und wieder ein paar Europäer zu entführen, die dann mit grossem Tra-Ra wieder freigelassen werden. Im speziellen Fall von Europa ist es zudem noch gut, stramm Anti-Amerikanisch und Anti-Zionistisch aufzutreten.
Den Rest erledigen dann eigentlich die nützlichen Idioten ohne weiteres Zutun.
2008 nochmal einen Republikaner wählen.
Ein Staat muß existieren, das ist Verbrechen genug. Dann wird er von den anderen Ganoven als ebenbürtig anerkannt. In der Praxis läuft das so, daß ein Karadcic in Rambouillet hofiert wurde, aber die Zivilbevölkerung anschließend bombardiert. Ein Ahmadidingsbums genießt in New York diplomatische Immunität, die kein Westler-Blogger anzutasten sich auch nur in Gedanken erkühnen würde. Bei Zivilistenleben ist der Westliche-Werte-Blogger dann ein bißchen großzügiger.
Dieser “Wertegemeinschaft” gehöre ich nicht an!
Eigentlich ist diese ganze pathetische Westlerei die schärfste Antithese zum Libertarismus: L. sagt: Gewalt zur Selbstverteidigung ist NUR Individuen gestattet, W. sagt, Gewalt zur “Selbstverteidigung” ist NUR Kollektiven Wahngebilden (”Staaten”, “Völkern”, “Ethnien”) gestattet. Zwischen diesen beiden Positionen kann es keine Vermittlung geben.
W. haßt zwei Dinge: Pazifismus und Selbstjustiz. W. ist Perversion des Denkens in Reinkultur!
“Ein Ahmadidingsbums genießt in New York diplomatische Immunität, die kein Westler-Blogger anzutasten sich auch nur in Gedanken erkühnen würde.”
Glaubst Du das wirklich?
“L. sagt: Gewalt zur Selbstverteidigung ist NUR Individuen gestattet,”
Für den Libertären ist es also nicht gestattet sich zusammenzutun, um sich gemeinsam zu verteidigen, na super! Dürfen sich Familien gemeinsam verteidigen? Was wenn es Großfamilien (so 40-50 Mitglieder) sind? Darf dich ein Dorf kollektiv verteidigen?
Kannst Du nicht einfach Christ, Jude oder Moslem sein und vernünftigere Moralvorstellungen haben, anstatt diesem seltsamen libertären Glauben? Dir scheint es ja ein Bedürfnis sein etwas zu glauben…
P.S.: Seit wann ist Monotheismus “vernünftig”?
Habe ich behauptet, dass Monotheismus vernünftig ist?
Doch, wenn kein Individuum gezwungenermaßen dabeisein muß! Der Zusammenschluß muß freilllig sein, das sind Staaten nie!
Ich wette mit Dir, dass die überwältigende Mehrheit der Deutschen (98% vielleicht) freiwillig Deutsche Bürger sind und bereitwillig das Gewaltmonopol und ihre Verteidigung in die Hände des Staates legen. Wir sprechen also von vielleicht einem Fünfzigstel von Unzufriedenen, diese können aber, solange sie volljährig sind, einfach emigrieren, das verstößt gegen kein Gesetz. Wenn sie nicht volljährig sind zum Beispiel zwei Wochen alt, dann stellt sich eh die Frage ob sie wissen was ein Staat ist und ob sie ihre Entscheidung treffen, artikulieren und durchführen können. Wo ist das Problem?
@Schmock: Die Wette gewinnst Du. Aber moralphilosophisch ist das ja kein valides Argument - “die Mehrheit”. Die Mehrheit war auch mal für Hitler! Sorry, für die große Keule, aber ich will Dir damit nur zeigen, daß das Einverständnis der Mehrheit weder hinreichend noch notwendig ist, um einen Sachverhalt als legitim oder illegitim zu kennzeichnen.
Die Mehrheit könnte auch bejahen, daß alle Leute mit Schuhgröße 48 oder alle Rothaarigen eliminiert werden müßten. Es würde der Mehrheit keine Schmerzen verursachen, utilitaristisch betrachtet könnte es sogar völlig ok sein.
So, wie die Mehrheit der Deutschen im Moment auch nicht davon tangiert wird, wenn tatsächlich eine Homeschooling-Familie in die Emigration getrieben wird. Was kümmert’s uns?
Die Emigrations-Offerte ist die zynische Neuauflage des 60er-Jahre-Schrebergarten-Spießer-Spruchs “Dann geh’ doch rüber!”
Es reicht aus, daß ein einziger Mensch den Zwang, die Entrechtung, die (hierzulande, im paternalistischen Staat progressiv fortschreitende) Entmündigung, die Gehirnwäsche durch Staats-Medien und Staats-Schulen, die Wehrpflicht, die fiskalkleptokratische Verfolgung und die Unterdrückung als solche empfindet und darunter leidet, um diesen als Unrecht zu klassifizieren! Das Individuum ist das Maß, nicht die reductio ad absurdum des Einzelnen zu einem “Teil des Ganzen”, einem Rädchen im Getriebe!
Wahrscheinlich reden wir ein wenig aneinander vorbei, Du sprichst philosophisch und ich praktisch. Trotz allem was Du vorbringst (oder auch wegen manchem) läßt es sich in Deutschland sehr gut leben und man hat viel Freiheit.
Der Vorschlag mit der Emmigration war durchaus ernst gemeint, ich bin auch einmal emigriert (nach Deutschland). Da man aus Deutschland emigrieren kann, enthält Dir der deutsche Staat die Freiheiten nur solange vor, wie Du in Deutschland lebst und das kannst Du ändern. Aus manchen Staaten kann/konnte man nicht einfach so ausreisen.
“Die Wette gewinnst Du. Aber moralphilosophisch ist das ja kein valides Argument - “die Mehrheit”. Die Mehrheit war auch mal für Hitler!”
Ich habe die Mehrheit hier angeführt, weil ich für einen Menschen, der nicht in einem deutschen Staat leben will nur zwei Möglichkeiten sehe, auswandern oder die Situation in Deutschland grundlegend ändern. Das zweite geht nur mit Gewalt, Macht und Zwang, denn die Leute wollen einen Staat und werden ihn weiterhin wollen. Sollen also die Libertären emigrieren und uns Staatsgläubige doch unseren Staat und unseren Glauben lassen, das ist doch das einzig liberale.
“So, wie die Mehrheit der Deutschen im Moment auch nicht davon tangiert wird, wenn tatsächlich eine Homeschooling-Familie in die Emigration getrieben wird. Was kümmert’s uns?”
Ja was kümmert uns das? Ich habe mit dieser Familie keinen Vertrag geschlossen, der mich verpflichtet mich für ihr Recht auf Homeschooling einzusetzen. Ich bin ja auch der Ansicht, dass Eltern bestimmen sollten wie ihre Kinder erzogen und gelehrt werden, aber das Problem ist doch marginal. Es gibt weit wichtigere Probleme in der Welt aber in Deutschland, die zuerst angegangen werden sollten.
Merkwürdig. Wenn italienische Krawallstudenten das Gespräch mit dem fragwürdigen Papst verabscheuen, ist das für euch schlecht. Gesprächsverhinderung ist nicht liberal. Wenn Außenminister das Gespräch mit fragwürdigen Dialogpartnern sprechen, ist das für euch schlecht. Die Bereitschaft für Gespräche sei nicht liberal.
Ist es denkbar, dass für euch zunächst wichtig ist, ob etwas “links” oder “rechts” ist? Wenn ihr mich fragt: Man muss mit religiösen Fundamentalisten sprechen, besonders, wenn sie bedeutsam sind und einiges bewirken können, und man muss auch mit ausländischen Staatsvertretern sprechen, wenn sie bedeutsam sind und einiges bewirken können.
Man sollte sich nur nicht anbiedern.