Überall dieser Neoliberalismus!
Wirklich? Eher nicht. In der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung findet man heute einen langen, erschütternden Artikel von Stefan Theil. Der Leser erfährt dort, was für einer kollektivistisch-sozialistischen Gehirnwäsche deutsche Schüler immer noch ausgesetzt sind. Ehrlich, ich dachte bisher, das wäre ein Relikt der 1970er. Ein Problem der von 68ern geschriebenen Schulbüchern, mit denen meine Generation damals lernen mußte. Dabei ist das Gegenteil richtig, es scheint schlimmer geworden zu sein. Da wird den Schülern empfohlen, sich bei attac darüber zu informieren, wie Globalisierung funktioniert und da wird der Unterricht so strukturiert, daß den Schülern, wenn sie an Wirtschaft denken, nur kollektivistische Verteilungsfragen in den Sinn kommen können. Die Frage, wie der zu verteilende Kuchen zustande kommt, oder gar wachsen kann, wird hingegen einfach nicht thematisiert.
Sehr erhellend ist auch dieser Abschnitt:
Im Kapitel „Was tun gegen Arbeitslosigkeit“ beschreibt FAKT nicht etwa, wie Unternehmen Arbeitsplätze schaffen, sondern nennt Selbsthilfegruppen, Montagsdemonstrationen sowie staatliche Programme. Dann wird gelehrt, dass Arbeitgeber mit der Drohung von Werksschließung die Löhne drücken. Es folgt ein Auszug aus dem Programm des DGB, Wort für Wort, mit der gesamten gescheiterten Voodoo-Ökonomie von 30-Stunden-Woche, Rente mit 60 und Aufteilung von Vollzeit- in Teilzeitjobs, damit jeder ein Stück vom fixen Kuchen abbekommt. Eine Alternative aus der realen Welt beschreibt FAKT nicht. Als Gründe für die Arbeitslosigkeit nennt FAKT Computer und Roboter, ein beliebter Topos in den deutschen Büchern. In einem anderen Text zerstören PC und Internet die Kommunikation und machen Angestellte zum „anonymen Code“.
Wenn diesen Artikel gelesen hat, wundert man sich jedenfalls nicht mehr über die absurden Vorurteile, mit denen so manche Erstsemester ins Studium kommen.













Wie pflegte weiland Ayn Rand in solchen Situationen immer zu sagen:
“Brother, you asked for it.”
…Tausche in dem Artikel ‘Kapital’ und ‘Marx’ durch ‘Kreationismus’ und ‘Darwin’ aus und schon würde sich unsere Intelligenzia aufregen, dass religiöses Zeugs nichts im Biounterricht zu suchen hat.
ceterum censeo…. das Bildungssystem gehört entstaatlicht.
Ich bin mir sicher, die Ergebnisse dieser Studie sind hier schonmal vor einigen Wochen aufgetaucht, aber ich kann das trotzdem alles bestätigen.
Zwar hatten wir bei weitem keine so extreme Propaganda wie einige dieser Schulbücher aufzeigen, allerdings sind die Themengebiete tatsächlich so gegliedert: freie - soziale Marktwirtschaft (natürlich nahezu ohne Nachteile für die soziale zu benennen - kommt so rüber wie eine einfache Verbesserung), Wirtschaftskreislauf inklusive Staat, Arbeitgeber und Arbeitnehmerverhältnis, etc.
Natürlich darf die Keynesianische Wirtschaftslehre nicht fehlen mit der staatlichen Unterstützung bei möglichen Rezessionen.
Letztens in einem Seminar meinte ein Student doch tatsächlich, dass Unternehmen ihre Gewinne nur dadurch steigern, dass sie entweder Arbeitnehmer entlassen, Löhne senken oder in andere Bereiche expandieren und dort andere Unternehmen verdrängen die dann Leute entlassen müssen.
In dem Moment hat sich ein gutturaler Laut aus meiner Kehle befreit, den ich einfach nicht verhindern konnte. :-/
Gewinne lassen sich natürlich auch dadurch steigern, dass Automatisiert wird. Henry Ford hat den Grundstock gelegt und bis heute haben wir das perfektioniert. Die Population in modernen Produktionshallen geht gegen null. Es gibt aber immer noch Tätigkeiten, die sich auch heute noch nicht maschinell erledigen lassen, Beispiel: Scrimps puhlen o. Ä. Wir sind heute aber in der glücklichen Situation, dass wird solche Arbeiten nach Afrika outsourcen können und die Ware für uns trotzdem nicht unbezahlbar teuer wird.
Es gibt außer wenig produktiven noch andere Tätigkeiten, die sich auch heute noch nicht maschinell erledigen lassen: maschinen entwerfen, bauen und instandhalten, die geringproduktive Tätigkeiten automatisieren — wie z.B. eines Tages Shrimps-Pulmaschinen.
Die Geschichte der industriellen Revolution ist u.a. die Geschichte der Verdrängung wenig produktiver Tätigkeiten in der Landwirtschaft durch produktivere in der Industrie. Möglich wurde das, nachdem der Staat mit seinen Zöllen den Leuten aus dem Weg ging.
Das Muster läßt sich verallgemeinern: Arbeitsplätze entstehen dann, wenn der Staat mit seinen Eingriffen den Leuten aus dem Weg gehen. Das hören die Hof-Ökonomen des Staates freilich nicht gerne, also geraten solche Meinungen auch nicht in die Lehrbücher der Staatsschulen.
Das war doch schon vor einigen Tagen bei den BLOGgies ein Thema - faszinierenderweise ist es erst in der Presse aufgetaucht, nachdem es in einigen Blogs zum Thema wurde. Kann es vielleicht sein, daß man beim MSM auch gelegentlich mal hier (und anderswo) hereinschaut - obwohl man sich in der Öffentlichkeit natürlich stets davon distanzieren würde? Hmmm?
Auf der anderen Seite ärgere ich mich darüber, daß ich nicht selber in der FAZ stehe. Mir ist diese Problematik nämlich schon vor geraumer Zeit aufgefallen, allerdings erhalte ich leider kein Stipendium, so daß mir die Muße fehlte, mich damit länger auseinanderzusetzen - schon wieder ein Argument gegen den unmenschlichen Leistungsdruck der Marktwirtschaft! Cornelsen-Verlag, übernehmen sie! Andererseits: Was kann von “Unternehmen” auch erwarten, die den größten Teil ihrer Produktpalette auf den Staat hin ausrichten? Wenn ich mir da die Entscheidungsträger anschaue… Eigentlich nicht wirklich überraschend, das Ganze.
Wir haben es ja auch nur aus der Presse (über Mankiws Blog). Die Zeitung war eine andere, aber der Autor ist derselbe. Mehrfachverwertung halt.
Sollte das Statler, der doch auch bei Mankiw mitliest, etwa entgangen sein?
Leider sieht es mit dem Geschichtsunterricht teilweise ähnlich aus.
Habe mich gestern mit einer Bekannten (Krankenschwester) unterhalten, deren Kinder das Gymnasium besuchen. Wir kamen beide zum Ergebnis, dass sie in der Hauptschule und ich in Grundschule und den ersten Jahren Gymnasium mehr über Geschichte gelernt haben als heutige Gymnasiasten.
In den heutigen Hauptschulen sieht dies wohl noch katastrophaler aus.
Die Mechanismen, wie es zur Nazi-Diktatur kam, dass die DDR die gleichen Mechanismen zur Repression anwandte, wie Propaganda wirkt und wie man sie erkennt (aktuell: Lafontaine, MSM, usw.), dies sollte auch jeder Hauptschüler, geschweige denn jeder Gymnasiast wissen.
[...] Via ABT. [...]
Ich hole gerade mein Abitur in NRW nach und kann das ganze nur bestätigen.
Im Erdkunde Unterricht,dessen Teilgebiert Wrtschaftsgeografie ist,benutzen die dort eingesetzten Bücher(Klett Verlag) das gleiche Vokabular.Wer sich über die Globalisierung informieren will wird in diesem Buch tatsächlich mit einem Link zu Attac beglückt.
Zum meinem Glück wurde der sozialistische-VWL-Lehrer durch einen weniger dogmatischen Vetreter ausgewechselt der wenigsten Milton Friedman gelesen hat und sich nicht an Keynes klammert.
Gegen derart üble Propaganda hilft wohl nur eine Grundimmunisierung im frühesten Kindesalter - es bräuchte einfach mehr liberale Kinderbücher (gibt es überhaupt welche ausser “Jonathan Gullible”?).
Schreiben Sie doch selbst eines. Wir brauchen solche Bücher.
Also, mit meinen Erfahrungen (Bayerisches Gymnasium) deckt sich das gar nicht. Wie der Autor ja selbst zugibt:
“Die Resultate sind illustrativ; eine repräsentative Studie ist angesichts der Unzahl an Lehrwerken beinahe unmöglich.”
Das würde ich auch einwenden - und gerade deshalb erscheint mir das Vorgehen, auch noch Frankreich dazuzupacken, fraglich. Überhaupt hätte ich gern etwas mehr von dieser Studie gesehen: Wie wurden z.B. die Bücher ausgewählt (Bundesland, Schultyp, Jahrgangsstufe, …)? Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, dass der Autor das Ergebnis seiner Studie schon vorher kannte…
Jedenfalls erschließt sich mir die Einschränkung auf die Sekundarstufe I nicht. Insbesondere, da der Autor später darauf hinweist, dass im gelobten Land USA “etwa die Hälfte der Schüler ein Semester Wirtschaft im 12. Schuljahr” belegt.
Wenn man die Sekundarstufe II dazu nimmt, ergibt die Sache in Deutschland natürlich ein völlig anderes Bild. Am Gymnasium ist Wirtschaft/Recht eine sehr populäre Wahl. Und um die wirtschaftliche Bildung von Berufs-/FOS-Schülern muss man sich eh keine Sorgen machen.
Wenn der Autor bemängelt, dass Unternehmen eine “black box” bleiben, dass de Wirtschaftskreislauf als “Gebilde aus Röhren und Pumpen” gelehrt wird - dann kann ich das nicht als Nachteil sehen. Genau das ist ja der Sinn der WirtschaftsWISSENSCHAFT. Die Idee, dass man Kinder zu kleinen Unternehmern machen kann, wenn man ihnen nur genügend Beispiele für erfolgreiche und sympathische Unternehmer vorlegt, halte ich für Blödsinn.
[...] Statler (Antibürokratieteam): Überall dieser Neoliberalismus! [...]
Der Wahlwerbespott der SPD passt wie die Faust auf das Auge:
http://mitmachcenter.spd-hessen.de/72stunden.asp
http://dominikhennig.blogspot.com/2008/01/neoliberalismus-was-gut-war-war-nicht.html
Vielleicht hätte man das Präfix “neo” wirklich besser weglassen sollen… Liberal braucht keine Vorsilben!
Etatismus! Gleichheit! Brüderlichkeit!…
Aha. Ist das so? Gehen wir mal probehalber davon aus, dass ein Dekolltè noch keine Begründung für die obige Behauptung ist. Ich habe sie auf GMX gefunden in einem Artikel über schädliche Studiengebühren, der stammte von …