Grossaktion gegen “Schwerstverbrecher”…
1500(!) Polizeibeamte haben heute in sechs Bundesländern einen sogenannten “Grow-Shop” – dessen legales Angebot für den ambitionierten Hanfzüchter grösstenteils auch im Baumarkt erhältlich ist, wie das LKA offen zugibt – und die Räumlichkeiten von 214 seiner Kunden durchsucht, meldet die ZEIT.
Mein erster Gedanke war: haben die sonst nichts zu tun? Der zweite: wie und mit welcher rechtlichen Grundlage sind die an die Kundendaten gekommen?








Wie viele U-Bahnstationen könnte man eigentlich mit 1500 Polizisten sichern? Und warum müssen die sich ihren Stoff immer mit Gewalt besorgen anstatt, wie jeder andere auch, auf dem Schulhof?
Was Gewalt natürlich auch nicht ausschließt. Mein Fehler.
“die Konstellation des Angebotes sei für die Ermittler auffällig gewesen”
Ich frage mich wie die Staatsanwaltschaft es schaffte, einen Richter zu finden, welcher einen Durchsuchungsbefehl für eine Großrazzia aufgrund solcher “Beweise” unterschrieb. Dann wird wohl demnächst jeder der sich irgendwie auffällig verhält mit morgendlichen Besuch rechnen müssen.
Irgendwie erinnert mich das Ganze Brimborium stark an eine Szene in Zuckmayers “Des Teufels General”: Was ist der Unterschied zwischen der Schweiz und Deutschland wenn es um 05:00 klingelt? In der Schweiz ist es der Milchmann, in Deutschland die GeStaPo.
Muß man sich nicht inzwischen eher fragen, wo man noch Richter findet, die Durchsuchungsbeschlüsse vor der Unterzeichnung lesen?
Du sprichst ein großes Wort gelassen aus. Das Schwert “Richtervorbehalt” hat sich als stumpf erwiesen und sollte bei der Auseinandersetzung über künftige Einschränkungen der Privatsphäre und des Rechts auf informationelle Selbstbestimmung auch so behandelt werden.
Das stimmt leider auch. Obwohl einige es mit der Arbeitsüberlastung, welche leider auch oft genug vorliegt, begründen würden. Zu entschulden ist es allerdings trotzdem nicht.
Typischer Aktionismus von Polizei und Staatsanwalt! Gegen Schwarzarbeiter, den Verkauf von nicht versteuerten Zigaretten und irgendwelche Freak-Shops wird mit unglaublichem Trara und unverhältnismäßigem Aufwand vorgegangen.
Die Dealer aber, die zum Teil ohne jede Scheu ihre Ware anbieten und deren Treffpunkte jedem Anwohner und der Polizei bekannt sind, sind immer auf der Straße. Auf ein wenig mehr Repression gegenüber denen, die auch Minderjährigen Drogen verkaufen, wird verzichtet. Vielleicht weil es nicht genug PR über eine riesige, tolle und hochprofessionelle Polizeiaktion gibt, wenn man ein paar lausige Dealer einbuchtet?
Haben die da alle unter ihren Klarnamen eingekauft und sich den Plunder nach Hause schicken lassen? Ist auch irgendwie ein bißchen dämlich, im Zeitalter von Stasi 2.0 wäre ich da doch vorsichtiger. Außerdem vermute ich daß der größte Teil der Verfahren sowieso wegen Geringfügigkeit eingestellt wird. Also unterm Strich mal wieder sinnlose Verschwendung von Steuergeldern.
[Sarkasmus="On"]Warum sollten sie sich legale Produkte im Vertrauen auf den (noch) gesetzlich garantierten Datenschutz nicht unter ihrem Klarnamen schicken lassen?[Sarkasmus="Off"]
Im Übrigen wäre es gerade dann eine sinnlose Verschwendung von Steuergeldern, wenn die Verfahren nicht wegen Geringfügigkeit eingestellt werden. Sollen die mal das Geld in die Alkoholprävention stecken, anstatt harmlose Kiffer zu belästigen…
Aber im Grunde ging es bei der Aktion wohl tatsächlich nicht um Verfolgung von Straftaten, sondern um präventive Einschüchterung…
Da kann man ja schonmal das Kotzen kriegen. Aber leider ist die Situation hier in den USA ja auch nicht viel besser. Da stuermen die Feds schonmal die Wohnungen von Krebskranken, die “medical marijuana” konsumieren. Der Staat Kalifornien kann da noch so liberal sein (auch dem alten Kiffer Arnie sei Dank!), solange die Bundesbehoerden ihren geisteskranken “war on drugs” fortfuehren wird es so schnell nix werden mit wirklicher legalization.
Und in Kanada wo es in fast jedem Reihenendhaus eine “grow-op” gibt, da sah man das lange Zeit gelassen. Waren ja nur ein paar harmlose Alt-Hippies die sich hier ein einer Art Ich-AG den Lebensunterhalt verdienten. Kein Grund zur Aufregung. Bis dann im Jahr 2005 einer dieser harmlosen grow-op Betreiber 4 Mounties erschoss (und dann sich selbst), als sie auf seiner Farm mal nach dem Rechten sehen wollten. Es stellte sich bald raus dass der grow-op Betreiber ein mehrfach vorbestrafter, gewalttaetiger Berufskrimineller war… soviel zu den harmlosen grow-ops und den Leuten die sie betreiben. Es geht nicht darum irgendeinem Gelegenheitskiffer das Leben schwer zu machen aber der Hintergrund, also die Produzenten und Dealer, sind keinesfalls so harmlos wie sie oft dargestellt werden.
Prohibition züchtet Kriminalität, keine Frage…
Oder halt andersrum: Auch in einem quasilegalisierten Umfeld laesst sich mit pot noch so viel Kohle mit relativ wenig Einsatz machen dass es Kriminelle immer noch anzieht…
missgeburten…sollen die in der holle verrecken, haben die nix besserres zu run?
will nicht wissen wieviele gewalttaten man mit 1500 beamten verhindern hate konnen….nein man kampft gegen eine pflanze…..das ist deutschland!
politiker haben die realitat aus den augen verloren….mussen ersetzt werden von mir
Don’t kiff & write!
:D
Sehr charmante Aktion. Ich laufe jeden Abend durch den Frankurter Hbf, da sitzen dutzende von Crackheads und Junkies herum und konsumieren auf teilweise sehr unappetitliche Art ihre Drogen und verkaufen sie in aller Öffentlichkeit. Da passiert nix, obwohl das für den Großteil der Bevölkerung einen mehr als unschönen Zustand darstellt. Da muß man dann doch eher den Selbstzüchter hochnehmen, der sich sein Gras lieber selber zieht als am Bahnhof nen Beutel vom Crack-Huber zu kaufen.
“Hasch-Oma Hops genommen”
Immerhin haben sie 2 größere Plantagen mit mehr als 1000 Pflanzen hochgenommen, deren Besitzer wohl nicht nur für den erweiterten Eigenbedarf gezüchtet haben dürften.
Zwei echte Ermittlungserfolge bei 235 Durchsuchungen – Verhältnismäßigkeit der Mittel sieht anders aus.
Quelle:
http://www.netzeitung.de/vermischtes/888734.html
Druckt mehr warnende Broschüren…
Vielleicht sollte man mal daran denken, wie die letzte sicherheitspolitische Großaktion endete.