Germany Goes to War
Die Bundesregierung sträubt sich, doch der Druck wird stärker: Jetzt hat sich auch Nato-Generalsekretär de Hoop Scheffer für den Einsatz von Bundeswehrsoldaten über den Norden Afghanistans hinaus stark gemacht. US-Generalstabschef Mullen fordert darüber hinaus eine Aufstockung der deutschen Truppen.
Da kommt ein ziemliches Problem auf Deutschland zu. Sagt man Nein, ist das das Ende der Nato und gar mancher Freundschaften.
Sagt die Regierung hingegen Ja, was die wahrscheinlichste Antwort sein wird, dann wird man in Wahljahr mit dem Body Count beginnen und mit jedem Toten steigt die Wahrscheinlichkeit einer kommunistisch-links-grünen Regierung, schliesslich hat seinerzeit Herr Schröder mit seinem Anti-Irak-Kurs die entscheidenden Stimmen geholt.
Das eigentliche Problem: Deutschland fehlt die Erfahrung, wie man als Demokratie Krieg führt (oder sagen wir: sich an militärischen Operationen beteiligt).
Zurzeit ist deshalb das grösste Problem der Verantwortungsträger, mit welcher Art Neusprech man die Afghanistan-Kampagne der Bundeswehr dem Volk näher bringt.
Gestern meinte einer von den Verantwortungsträgern am Radio, man habe, in dem man den Einsatz der Truppen im Norden sprachlich verharmlost habe, einen Fehler gemacht. Denn der sei im Grunde genommen viel risikoreicher als dargestellt. So betrachtet herrsche gar kein so krasses Ungleichgewicht unter den Nato-Partnern. Das ist Neusprech.








Tote Soldaten scheinen für Dich eine Belastung nur aus dem Grund, dass sie “Kommunisten” bessere Wahlchancen eröffnen.
Da Du von Neusprech sprichst: “Anti-Irak-Kurs” gehört auch dazu, wenn man eigentlich die Gegnerschaft zu einem Krieg gegen den Irak meint.
Ich halte es auch nicht für ein Problem, sondern ein Plus, dass “Deutschland” die Erfahrung mit dem Kriegführen fehlt. Hinter Deinem Satz steckt ein seltsames Sprachverständnis. Krieg wird von Regierungen angezettelt und von Soldaten geführt, nicht von Bezeichnungen für politische Systeme. Wer Krieg führen will, dem stehen verschiedene Möglichkeiten von der freiwilligen Meldung zur Bundeswehr, über die Bewerbung bei der Fremdenlegion bis hin zu den amerikanischen Teilstreitkräften, verbunden mit der Aussicht auf Einbürgerung, offen.
Danke, Dirk!
Wenn ich mich recht erinnere befindet sich die NATO seit Ausrufung des Verteidigungsfalles im September 2001 im Krieg. Das hat man hier in D genauso verdrängt wie den Grund, warum Soldaten mit Kriegswaffen versehen sind. Mich wundert eigentlich eher, wie man mit dieser ganzen Verlogenheit, der Verachtung, mit der man Soldaten begegnet und der fehlenden Bereitschaft, für erstklassige Ausrüstung zu sorgen, überhaupt noch Soldaten findet, die bereit sind, ins Feld zu ziehen!
“Das ist Neusprech.”
Wirklich? Eigentlich verhaltener Altsprech, meine ich, und deshalb kaum wahrgenommen; auch Altsprech der von den Medien gelieferten Bilder und Belege. Wenn man nämlich genau zugehört und hingeschaut hat bei den eher spärlichen Informationen, die die “Heimat” erreicht haben, konnte man sehen, dass die Deutschen dort keinen leichten Job machen, sondern einen auch im zivilen Raum enorm riskanten.
Auf ein Muskelspiel mit der sogenannten “Verteidigung unserer Freiheit am Hindukusch” kann ich gut verzichten und finde es nach wie vor besser, den Afghanen Schulen zu bauen und ein paar Wasserleitungen mehr zu legen. Es ist immerhin ein Angebot, für das sie nicht bluten müssen.
Uraltsprech. Man darf endlich wieder von Helden, von Kampf, von Schlacht, von Tschinkerassabumm mit Schalmeienklängen schwafeln, ohne fürchten zu müssen, von einer aufgeklärten Zivilgesellschaft in den Senkel gestellt zu werden. Die formierte Gesellschaft wird zur uniformierten Gesellschaft - der feuchte Traum aller Freiheitsfeinde!
So ein Quatsch. Lebst du eigentlich noch in der Realität?
Stimmt, eigentlich ist es Uraltsprech, allerdings derzeit in moderner, demokratisch-diplomatischer Verbrämung und in Deutsch, der Sprache, die sich den militaristischen Jargon (und die Vorgehensweise) anderer Nationen aus Günden nicht erlauben will.
Wenn jedoch die Nato mit dem Feigheitsargument winkt, das sie mit einem Bedarfsargument tarnt, dann sind wir zur Stelle und ansprechbar; das lassen auch Helden wie wir uns nicht nachsagen. - Es ödet mich an…
Ich finde das Beharren auf (im Vergleich) ungefährlichen Einsätzen auch ein wenig peinlich, aber wieso ist das Ende der Nato nahe wenn Deutschland seine Versprechen hält und lediglich keine weiteren Soldaten zu den bisher versprochenen 250 zusätzlichen sendet? Warum ist es aber überhaupt kein Problem, wenn sich die tollen und vorbildlichen Verbündeten Spanien und Italien mit eingekniffenem Schwanz aus dem Irak zurückziehen?
Vielleicht wachen allmählich Abgeordnete und Bürger auf.
Wenn ich bewaffnete Soldaten irgendwo hinschicke, dann bin ich im Krieg. Und mit Krieg ist das so wie mit Schwangerschaft: Ein bisschen geht nicht.
Welcher Dämlack hat eigentlich gedacht, die deutschen Soldaten ließe man bis zum St.-Nimmerleins-Tag im Norden den Gutmenschen mimen, während sich ihre NATO-Kameraden im Süden in Kampfeinsätzen aufreiben?
So langsam muss die Wahrheit auf den Tisch: Es geht darum zu kämpfen und zu sterben. Nicht für das Vaterland, sondern für die NATO. Hoch die internationale Solidarität….
Das wird ein doppelter Test. Zunächst mal, ob die Deutschen das wollen. Und dann, ob es überhaupt eine Option ist, nicht wollen zu dürfen.
Darf man überhaupt gegen den Krieg sein? Gute Frage! Die Nötigung mit der vorgehaltenen Moralpistole habt Ihr echt drauf!
Wann werden anti-interventionistische Blogs wegen geistiger Wehrkraftzersetzung und “Verbreitung von Mißvergnügen” verboten?
Übt schon mal den preußischen Stechschritt!!!
Zur musikalischen Einstimmung: http://youtube.com/watch?v=Ow5BbhGd5Mw&feature=related
Lieber DDH,
wenn du glaubst, das “nicht wollen zu dürfen” sei von mir zustimmend erwähnt worden, bist du höchstens ein Gefangener deiner eigenen Vorurteile (”Ihr”).
Also speziell für dich: Der Test hat zwei Stufen.
Stufe 1: Wollen wir Krieg führen? Ich glaube nicht, dass das in Deutschland für alle Fälle außer direkter Selbstverteidigung mehrheitsfähig ist.
Stufe 2: Spielt es überhaupt eine Rolle, wenn die Deutschen sich mehrheitlich gegen Kriegseinsätze entscheiden? Wenn nein, hätte das interessante Konsequenzen für die Rolle der Bürger dieses Staates.
Als die NATO noch als reines Verteidigungsbündnis zu verstehen war, lagen die Dinge einfacher. Aber die Intervention in Afghanistan hat das Gesicht des Bündnisses verändert. Was meiner Ansicht nach in demokratischen Gesellschaften zu einer Debatte hätte führen müssen, die ich bislang zumindest in Deutschland noch nicht bemerkt habe. Man hat sich durchlavieren wollen, aber diese Taktik wird sich als Bumerang erweisen.
Soweit: Zustimmung in der Analyse.
Es gibt ja verschiedene Motive der deutschen Kein-Krieg-nirgends-Position. Die etatistische Linke jammert über den Mangel an demokratischer Legitimität (Lafontaine spricht hier tatsächlich für die “schweigende Mehrheit”), die etatistische Rechte lamentiert über die Verletzung der nationalen deutschen Souveränität (die NPD dürfte sich über Gates’ Verbalrempelei sehr gefreut haben, ist ‘ne klasse Steilvorlage für die).
Beides geht mir als Libertärem natürlich am Verlängerten vorbei. Ich lehne die ganzen
AuslandseinsätzeKriege (der Plural ist Absicht!) aus sehr viel radikaleren (im philosophischen Sinne!) Gründen ab. Aber das zu erläutern, würde jetzt hier zu weit führen.Der libertäre Non-Interventionismus ist nicht isolationistisch, ich gebe aber gerne zu, daß die “pazifistische” Mehrheit der Deutschen (von FdOG’s bisweilen “Pazis” genannt) durchaus isolationistisch tickt.
Den Unterschied zwischen “demokratischer Souveränität” und “nationaler deutscher Souveränität”, der eine Einteilung in links und rechts rechtfertigen würde, müsstest du mir erst einmal zeigen. Die NPD übrigens würde sich vermutlich eher dagegen wehren, Deutschland auf das Gebiet der Bundesrepublik zu “beschränken”.
Aus welchen Gründe DU Kriege ablehnst, ist dein Ding. Ich halte es aber für schlicht bescheuert, entgegengesetzte Positionen durch Strohmänner zu ersetzen. Ich bin auch sehr skeptisch gegen eine Ausweitung des deutschen Mandats, aber mir würde es deswegen nicht einfallen, die Befürworter mit Abziehbildern des eigenen Wunschgegners zu überziehen.
Die Nato ist ein Bündnis. Wenn sich die EU völlig unfähig zeigt wie im Jugoslawien-Bürgerkrieg, wird nach den Amerikanern gerufen.
Die Bundeswehr hat Berufssoldaten. Wozu eigentlich? Dass sie weiter Krieg im Sandkasten oder Sozialarbeiter in Afghanistan spielen?
Und wenn diese Berufssoldaten nicht kämpfen wollen/dürfen, dann sollte Deutschland zuerst die Nato verlassen und anschließend die Bundeswehr auflösen bzw. umwandeln in ein Sozialarbeiter-Heer. Man sollte aber dann nie mehr auf die Hilfe amerikanischer Truppen hoffen, falls mal wieder was schief geht in der EU oder in Deutschland.
Ein Marsch aus den Befreiungskriegen, wie passend…
Deutschland ist seit Jahren im Krieg, und es hat da auch schon einen wahrnehmbaren “bodycount” gegeben (ich habe da irgendeine mittlere zweistellige Zahl im Hinterkopf).
Insofern wäre der geforderte Einsatz nichts wirklich Neues.
Es geht letztlich um zwei Probleme: Die Bundeswehr ist unterfinanziert und viel zu schlecht ausgestattet, um noch nennenswert mehr Leistungen zu bringen.
Und die Regierung hat seit Schröders Zeiten die Leute angelogen und ganz absurde Geschichten über die Natur der diversen Afghanistan-Kommandos in die Welt gesetzt, die man jetzt nicht mehr korrigieren will.
CPH über Krieg und Zensur
Ja, das waren noch Zeiten, damals in den tiefen Siebzigern, als die Welt noch in Ordnung war.
Fakt ist, dass aus welchen Gründen auch immer - weiss die überhaupt noch jemand - Deutsche Soldaten in Afghanistan so eine Art Zivildienst schieben, wurde gesagt.
Jetzt teilt man mit, dass das schon etwas mehr wäre und morgen wird man dort in Kampfhandlungen im Rahmen der Nato eingebunden sein.
Die Alternative wäre, dass man die deutschen Truppen abzieht. Doch das ist nicht mehr möglich. Das schaffte bislang nur die Schweizer Armee mit ihren beiden Offizieren vor Ort.
Dafür hockt die wie die anderen m Kosovo fest und wird dort auf Jahre hinaus Dienst schieben (jetzt auch bewaffnet).
Es gibt Zwänge, denen man sich nicht entziehen kann. Wenn man die Situation verstehen will, sollte man nachlesen, wie das damals war, als die USA die Nachkriegsdeutschen wieder in die Uniformen schubsten.
Übrigens: Bis November verloren 4.557 Menschen 2007 ihr Leben auf deutschen Strassen. 401.000 wurden verletzt.
Übrigens: Bis November verloren 4.557 Menschen 2007 ihr Leben auf deutschen Strassen. 401.000 wurden verletzt.
Was willst Du damit sagen?
ich will damit sagen, dass der Mythos vom höher gewichten des Soldatentodes immer noch salonfähig ist. Also so etwa 1:500 Soldat gegen Autobahntoter. Deshalb bringt man Tausende auf die Strassen fürs Militär und niemanden für die von der Autobahn.
Wer das jetzt als zynisch einstuft - ja nu den halt. Deutschland kommt nicht darum herum, das nachkriegspupertäre sich selbst kleinmachen über Bord zu kippen.
Statt über Koch zu palavern ist eine Debatte über die Rolle in der Welt angesagt. Und wenn die BRD das nicht aus sich selbst heraus tut, wird ihr die Diskussion von aussen aufgezwungen. So wie jetzt.
Also so etwa 1:500 Soldat gegen Autobahntoter.
Lieber Manfred, kategorial bewegst Du Dich hier total auf dem Holzweg…
Zynisch wäre eines der unpassenderen Attribute für Deine Aussagen, das mir einfallen würde. Unpassend, zusammenhangslos und ignorant liegen näher.
Niemand bringt “Tausende auf die Strassen fürs Militär” (wer sollte das auch sein, der da bringt?). Denn wenn Leute auf die Strasse gehen (aus eigenem Antrieb, nicht weil sie gebracht werden), dann tun sie das nicht um “fürs Militär” zu demonstrieren, sondern gegen das Kriegführen gegen die Menschen in anderen Ländern. Das ist Ausdruck ebenjener Debatte “über die Rolle in der Welt”. Diese wird in Deutschland nämlich bereits aktiv geführt, von den Vielen links und von den neokonservativ beeinflussten Wenigen. Das kann man doch kaum übersehen, deswegen wundere ich mich arg ob Deiner Aussage. Erklärbar ist dieses Übersehen für mich nur dadurch, dass das tendenzielle Ergebnis dieser Debatte nicht Deinem Wunsch entspricht.
Ich meinte natürlich gegen Militär in Afghanistan. Ich habe überhaupt keine Wünsche. Ich sehe einfach, dass Deutschland in eine neue Rolle reinwächst.
Der Punkt ist, ich wiederhole mich, dass Deutschland als Demokratie keine Übung darin hat, wie man den Bürger in Uniform in kriegerische Konflikte führt.
Jetzt kann man sagen: “Wir wollen das nicht”. Das ist ja durchaus okay. Aber dann muss Deutschland zur Nato austreten und ihre Militärpoltik im Rahmen der EU überdenken. Am Besten, man erklärt sich für neutral.
Der Vorstellung des in guter Absicht geführten Krieges (au weija, das setzt was ab) ist anders in vielen anderen Ländern, nicht entwickelt.
Ich empfehle Ambrose’s Standardwerk zu diesem Fragekomplex “Citizen Soldiers” zu lesen.
Ich weiß nicht, wer “wir” sein soll. Wenn ‘wir’ die Regierung ist, dann will sie es. Wenn ‘wir’ die Bürger sind, so ist erstens fraglich, ob sich eine stärkere Tendenz in die eine oder andere Richtung abzeichnet und zweitens sicher, dass eine einheitlichere Meinung der Vielen gegen Krieg keinen Niederschlag in der Politik der Regierung finden wird.
Danke für den Buchtip.
Ich meinte natürlich gegen Militär in Afghanistan. Ich habe überhaupt keine Wünsche. Ich sehe einfach, dass Deutschland in eine neue Rolle reinwächst.
Der Punkt ist, ich wiederhole mich, dass Deutschland als Demokratie keine Übung darin hat, wie man den Bürger in Uniform in kriegerische Konflikte führt.
Jetzt kann man sagen: “Wir wollen das nicht”. Das ist ja durchaus okay. Aber dann muss Deutschland zur Nato austreten und ihre Militärpoltik im Rahmen der EU überdenken. Am Besten, man erklärt sich für neutral.
Der Vorstellung des in guter Absicht geführten Krieges (au weija, das setzt was ab) ist anders als in vielen anderen Ländern, nicht entwickelt.
Ich empfehle Ambrose’s Standardwerk zu diesem Fragekomplex “Citizen Soldiers” zu lesen.
Die Alternativen sind klar - da bleiben und die Sache richtig machen, oder sie halbherzig bis gar nicht machen und das Land, das Volk und die Gewinne aus dem Drogenhandel wieder den religiösen Spinnern überlassen.
Für mich ist die Wahl klar - und die Vorstellung, die Bundeswehr könnte sich auf den gutmenschelnden PR-Teil des Krieges beschränken, eine groteske.
Westliche Staaten verbieten Drogen und treiben deren Konsumenten und Händler in die Illegalität. Sie setzen die Ursache für eine verminderte Qualität der Produkte, was der alleinige Grund für tödliche Überdosen ist. Sie erhöhen das Risiko des Drogenproduzenten, was sich im Preis des Endprodukts und in höheren Gewinnen der an der Produktion und Distribution Beteiligten niederschlägt. Dann geht man hin und sagt, dass die Gewinne, für die allein westliche Drogenpolitik verantwortlich ist, besser nicht in die Hände der Mächtigen im Lande fallen sollen. Deshalb schickt man Soldaten hin, die die Felder der Kleinbauern abbrennen, was nur zu deren Schaden, nicht aber zu dem der Händler ist. Wenn sich dann die Kleinbauern unter die Schirmherrschaft der Mächtigen begeben und sich mit AK-47 dagegen wehren, dann erklärt man sie zu religiösen Spinnern oder Islamisten und schickt noch mehr Soldaten. Anschließend erwartet man Dankbarkeit, und erklärt den Wählern im eigenen Land, man müsse nun echte Panzer an den Hindukusch schicken. Das ist grotesk.
Die Ecke mit den abgebrannten Feldern ist Südamerika - und dass die Kokainbekämpfung grotesk ist, da sind wir uns, denke ich einig. Viel mehr als den landesüblichen Katholizismus gibt’s in der Ecke nun nicht, und beides wird kaum in Verbindung gebracht.
Was die Islamisten betrifft: Empfehle dazu jede Darstellung des Lebens unterm iranischen Ayatollah oder den pakistanisch-afghanischen Taliban. Eine kontrollierte Abgabe würde diese Finanzierungsquelle stopfen und das Geschäft zusammenbrechen lassen, d’accord, und anderes wird nur wenig nutzen (weshalb man in Afghanistan NATO-seitens auch praktisch keine Felder verbrennt). Taliban und al Qaida wird das aber ebensowenig verschwinden lassen wie ein Senken der Alkoholbesteuerung die ETA (Wein) oder die IRA (Bier): Sie sorgen sehr gut dafür, dass die Infrastruktur nicht entsteht, die für finanzielle Alternativen zum Opiumanbau nötig wären - sichere Straßen z. B., denn es lassen sich kaum landwirschaftliche Produkte in lebensunterhaltender Menge durch das Land transportieren - Opiumpaste schon.
Wir reden über Afghanistan und Heroin. Ich habe keine Ahnung wie man Schlafmohnfelder vernichtet. Es wird jedoch getan:
http://www.gao.gov/new.items/d0778.pdf — S.9
http://www.unodc.org/pdf/afg/press_release_05mar07.pdf
“However, a strong eradication campaign is underway”
Ich habe nicht gegen Drogen, sehr wohl aber gegen deren “kontrollierte Abgabe”, wenn kontrolliert staatlich reglementiert bedeuten soll.
Die Aktionen der Taliban als Grund für die Nichtentstehung von Infrastruktur in einem Land zu bezeichnen, in welchem ein großer Teil der Infrastruktur von Ausländern zerbombt worden ist und welches von diesen besetzt wird, ist spinnert.