Die Prohibition ist wieder en vogue
Typisch deutscher Verbotswahn: Von Freitag bis Sonntag und an den Nächten vor Feiertagen gilt auf Anregung des grünen OB Palmer in dem Disko- und Partyviertel von Freiburg zwischen 22 und 6 Uhr: kein Sekt, kein Bier, kein Schnaps auf offener Straße. Wer die Sendung von Anne Will zum Thema zum Thema Verbote gesehen hat wundert sich nicht mehr über diese Bevormundungspolitik. Auf die Frage, welche Verbote man abschaffen sollte meinte Renate Künast doch tatsächlich, da würde ihr keines einfallen- sie hatte aber neue Verbotsideen im Kopf. Auch die CDU will übrigens ein Alkoholverbot auf Straßen. Auch an Tankstellen soll der Alkoholverkauf gestoppt werden. Die Einmischung des Staates in die Privatsphäre der Bürger treibt immer neue Blüten.




Im beschaulichen Freiburg gibts ein Disco und Party-Viertel? Ist das neu, oder hab ich da was verpasst, als ich vor knapp 1,5 Jahren zuletzt dort war?
Wie dem auch sei: Einmischung ist baeh, keine Frage. Aber in diesem Fall geht es wohl eher um ein temporaeres Alkoholverbot in ein paar Problemzonen, um ein paar besoffene Schlaeger zu vertreiben. Das sieht mir weniger nach Bevormundung aus, sondern nach einer handfesten Strategie der Polizei.
Ein allgemeines Verbot ist natuerlich eine andere Sache.
Der Tübinger OB Palmer mag für manchen Unsinn verantwortlich sein, die Taten seines Kollegen in Freiburg sollte man ihm trotz gemeinsamen Parteibuchs aber nicht anrechnen.
Stilistische Anmerkung: Es sind doch nicht ausgerechnet Blüten, die dieser Wahn da treibt! Diese Verbote legen sich doch eher wie Mehltau über das Land und ersticken alle Freiheit!
Selbst die Blusen des Böhmen … äh … Blumen des Bösen wären ein viel zu romantisches Bild!
Ja, Sorry, ändere das, es ist Kollege Salomon.
Libertärer Vorschlag zur Güte: Gesoffen werden darf, was, wo und so viel Volljährige wollen. Auch Absinth, Domestos und Gilde Pilsener.
Wer dabei laut genug ist, mich zu wecken, zahlt meinem Chef den nächsten Arbeitstag, an dem ich unausgeschlafenheitshalber unproduktiv bin und folglich zu Hause bleiben darf. Natürlich auch für jeden anderen.
Wer zudem eine Bierflasche o. ä. zerdeppert, flickt fürs nächste Jahr auf eigene Kosten alle scherbenbedingt platten Fahrradreifen, die so im näheren Umfeld anfallen.
Und grundsätzlich gelten alle unter Alkoholeinfluss begangenen Straftaten und Ordnungswidrigkeiten als mit Beginn des Alkoholgenusses billigend in Kauf genommen und werden entsprechend nicht rabattiert. Ein Anspruch gegen Dritte auf Hilfeleistung im Falle von Vollrausch, Alkoholvergiftung usw. besteht nicht; insbesondere sind alle Folgen nicht gegenüber Sozialkassen oder normalen Haftpflichtversicherungen etc. zu verrechnen.
Kurz: Ich bin für volle Freiheit und volle Verantwortung! Und für die Freigabe anderer Drogen selbstverständlich völlig analog. :-)
Denkt den keiner an die Kinder ?
Mit der Koma- und Amokdroge Alkohol ist es wie mit den Killerspielen.
Für Erwachsene freigegeben landet sie doch in Kinderhänden.
Und ähnlich wie bei den Killerspielen nützt es nichts, nur den Verkauf an Minderjährige zu verbieten oder an die Vernunft der Erziehungsberechtigten bzw der Verkäufer zu appelieren, der Staat muß eingreifen, und zwar hart.
Man müsste, wie Beckstein es für Killerspiele fordert, die Herstellung der Komadroge / Amokdroge Alkohol wie Kinderpornos bestrafen.
Wenn dann sich der erste Bierbrauer / Winzer in der Knastdusche nach der Seife bücken muß wird er hoffentlich drüber nachdenken was er verbrochen hat.
Kann natürlich sein, das solche harten Forderungen bei den Wählern nicht so gut ankommen wie es manche Politiker gerne hätten. ;-)
Die meisten Menschen sind erstaunlich vernünftig und tolerieren kleinere Verbote wie sie in Freiburg ausgesprochen wurden wenn sie vernünftig begründet werden…
Ich lebe in einem zivilisierten Land: Hier gibt es keine Jugendlichen, die mit Bier- oder Schnapsflasche in der Hand durch die Strassen ziehen und an Hauswaende pissen. Dieses Gesaufe und Gerauche in der Oeffentlichkeit faellt in Deutschland stark auf und ist ausgesprochen unattraktiv! Morgens in der S-Bahn ne Hopihalido reinzischen und Abends mit Korn (koennten die nicht wenigstens Whisky trinken?) weitermachen. Man mag natuerlich jammern, dass hier Freiheiten beschnitten werden, aber wenn man dafuer nicht mehr den Anblick volltrunkener Pickelgesichter etragen muss - was soll’s.
@zivilisiert: Wo? (Nur der Neugierde halber! :-) )
In Kapstadt. Zivilisiert ist vielleicht etwas uebertrieben, aber dennoch besaufen sich die Leute hier IN Bars und Clubs und lassen andere weitestgehend in Ruhe. Liegt natuerlich auch daran, dass Jugendliche in der Schule noch Disziplin lernen und durch vielfaeltige Freizeitaktivitaeten nicht so gefrustet sind wie es in Deutschland der Fall zu sein scheint.