Ja, ja, die gierigen Besserverdiener

15.02.2008 21:02 - Eidgenössisch Eigensinniges by M.M.

Ich bin zwar zurzeit in den Bergen - unglaublich das Wetter und erst der Schnee! - aber man ist ja mit der Welt verbunden. Das hier wird wohl der Skandal des noch jungen Jahres werden, denn in dieser Geschichte ist ja viel enthalten:

Reiche Deutsche bunkerten bis zu vier Milliarden Euro

Es stellen sich zwei grundsätzliche Fragen:
a) Sind die deutschen Gutverdienenden gieriger als jene in anderen Ländern

oder

b) Liegt es an den hohen Steuern und der Politik, dass soviel Geld ins Ausland abfliesst?

Zutreffendes bitte ankreuzen.

So nebenbei - ich bin nicht unglücklich, dass es diesmal nicht die Schweiz war. Sonst müssten wir uns mit diesem Thema auch noch beschäftigen. Jetzt, wo der Schnee in den Bergen wirklich superb ist.

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162 Kommentare » Neuer Kommentar zum Beitrag

PS, 15.02.2008 22:26

es liegt weder an den Steuern noch an der Politik.

Vielverdiener wie Z. sollten genauso Steuern zahlen wie Du und ich.

Und wenn jemand auf Grund seiner Position, seines Postens oder seines Paychecks der Meinung ist, dass er etwas von der Gesellschaft als solches nicht zu besteuerndes sei….
Dann soll er bitte leiden.

Und auf Grund seines asozialen Verhaltens ist das auch eine angemessene Drohung für alle die es verdient haben/hätten…

 
M.M., 15.02.2008 23:11

Das ist ja durchaus zu akzeptieren, dass die genau so Steuern zu zahlen haben, wie wir alle. Die Frage ist einfach, wie dieses System aussieht.

Selbstverständlich wird die anstehende breite Diskussion nun darauf hinauslaufen, dass da ein paar Geldsäcke das Land bescheissen.

Aber man könnte es auch anders sehen: Zum Beispiel weshalb man in London bei gleichem Einkommen einiges weniger bezahlt. Und wo denn geschrieben steht, dass man seine Steuern nicht optimieren kann, was so viel heisst: so wenig wie möglich bezahlen zu müssen.

Man könnte auch mal darüber diskutieren, weshalb derart viele Vermögende in die Schweiz abwandern - danke für den Export.

Man könnte auch darüber diskutieren, wie ein misstrauisch gewordener Staat jederzeit bei jedem Bürger sein Bankkonto durchstöbern darf.

Man könnte sich aber auch fragen, ob nicht was schief läuft, wenn derart viele Leute ihr Geld ins Ausland tragen.

Aber wie gesagt, ich verstehe sehr wohl, dass man sich jetzt auf diese Grossverdiener stürzt. Ist doch gut für die Politik und tut der Volksseele gut. Die im Kanton Obwalden (Steuersatz für natürliche Personen 1,8%!!) freuen sich bereits über neue Zuwanderer.

Damit man mich richtig versteht - ich meine das nicht schadenfreudig oder sonst wie borniert. Es geht einfach darum, dass man die Diskussion etwas breiter führen müsste.

 
PS, 15.02.2008 23:25

wenn jemand der meinung ist, dass man in UK weniger abgaben zahlt, dann soll er nach UK gehen.

Und mehr Miete zahlen (falls er in London arbeitet, aber das wird er wohl, sonst würde er nicht mehr als ich in D. verdienen) und die für privatmenschen beschissene Krankenversorgung geniessen..

Eine breitere Diskussion führe ich gerne, nur sollte mir mal jemand erklären, warum man aus dem Knast kommt, wenn man Postvorstand heißt - und anderweitig nicht.
Das ist dann wohl doch Gesinnungsjustiz..

jopa, 16.02.2008 19:25

Warum man aus dem Knast kommt, wenn man Postvorstand heißt? Nun, der Mann heißt nicht Postvorstand, sondern Zumwinkel…

Nein, im Ernst, Straftaten können zur Bewährung ausgesetzt werden, wenn das Strafmaß unter 2 Jahren liegt, die Rückfallgefahr gering und die Sozialprognose gut ist - und in diesem Fall sind alle Voraussetzungen wohl erfüllt, oder?

Ich persönlich finde das Vergehen ohnehin minder dramatisch, der Geschädigte dürfte die Tat kaum wahrgenommen haben. Es gibt andere Straftaten, bei denen das Opfer wesentlich stärker leidet, z. B. Körperverletzungsdelikte, und bei denen der Ermittlungsdruck seitens der Behörden längst nicht so hoch ausfällt. Wenn man feststellen muß, daß selbst der Tatbestand des Zusammenschlagens einer anderen Person mittels einer Eisenstange nur zu einer Bewährungsstrafe führt, obwohl das Opfer naturgemäß erhebliche gesundheitliche Schäden davontrug (so geschehen vor einiger Zeit in HH - ich mochte Schill nie, aber sein Aufstieg erfolgte nicht vollkommen grundlos), dann muß man konstatieren, daß der Staat im Falle Zumwinkel sogar ziemlich hart vorgeht - oder glaubt jemand hier, daß die Behörden für einen “normalen” Täter ein derartiges Brimborium veranstalten?

 
 
Alrik, 16.02.2008 00:22

a) X
b) X
c)

 
Alrik, 16.02.2008 00:38

ach ja, ich nehm C)

Ganz normale Gier bei der sich der Verstand ausschaltet.
Die Typen die 50 Kilometer fahren um “billig im Ikea” zu frühstücken…

Im übrigen vermute ich mal, das auch die Schweiz und Großbritannien Bürger hat, die der Meinung sind sie zahlen zuviel Steuern und deswegen den Fiskus betrügen…

 
Michael Kastner, 16.02.2008 04:46

Ich bin dafür, daß _alle_ steuerlich gleich behandelt werden:
_niemand_ soll Steuern zahlen.

Steuern sind Erpressung - Steuerhinterziehung ist Menschenrecht

http://www.finanzbeamter.de

LM, 16.02.2008 12:00

Grandiose Idee!

 
 
Puster, 16.02.2008 09:41 Subscribed to comments via email

“Vielverdiener wie Z. sollten genauso Steuern zahlen wie Du und ich.”

Vollkommen korrekt. Jeder Bürger sollte den gleichen Betrag Steuern zahlen. Also: einheitliche, einkommens- und vermögensunabhängige Kopfsteuer. Nur das wäre gerecht … und würde Steuerhinterziehung unmöglich machen.

herzliche Grüße
Puster

 
Milfweed, 16.02.2008 10:39

Der Mittelstand kann sein Vermögen nicht woanders bunkern und vermutlich weiß er das unterbewusst auch. Anstatt jetzt öffentlich zu fordern, dass einige ganz ganz wenige hart bestraft werden, sollte man lieber sein demokratisches Recht und seine Kräfte darauf einsetzen, dass die Mehrheit (alle Arbeitnehmer) steuerlich entlastet werden.
Aber hier in DE freuen sich wieder viele Geiz ist Geil Gutmenschen vor dem koreanischen Fernseher, wenn sie sehen wie “gierige” Manager die Schelte von der Staatsgewalt spüren müssen und zugleich stimmen sie nach dieser Newsmeldung den Kindergelderhöhungen, ALG- Erhöhungen und Mindestlöhnen zu, wenn Kurt Beck und andere Fast-Food (”rote Punkt Essen”) Walrosse ihre Wohltaten hinkacken. Das dies alles durch “Steuern von morgen” und noch weniger Netto finanziert wird, dass vergisst man alles, da der Schaum vorm Mund schon durch die Nase und anderen Körperöffnungen in das Gehirn gedrungen ist.

 
Dirk, 16.02.2008 12:34

Aber man könnte es auch anders sehen: Zum Beispiel weshalb man in London bei gleichem Einkommen einiges weniger bezahlt.

Nee, kann man eigentlich nicht. Wer Steuern hinterzieht (der gegen andere nicht ganz unsinnige Gesetze verstößt), muss bestraft werden und den darf man auch gesellschaftlich ächten.

Worüber man allerdings zusätzlich (und nicht anstatt) diskutieren muss ist das Vorgehen des Staates. 1) Warum war die Presse bereits zwei Stunden vor den Fahndern vor Ort? 2) Was ist das für eine Methode, einen Verdächtigen live verhaften zu lassen und anderen eine Selbstanzeige zu empfehlen? 3) Was hat der BND damit zu tun?

Michael Kastner, 16.02.2008 13:01

> muss bestraft werden

Weil die Logik der Erpresser nichts anderes erlaubt.

Genauso wie die Schutzgelderpresser der Mafia wissen, daß man auch mal die Pizzeria an der Ecke abfackeln muß oder dem Eigentümer die Knarre vors Gesicht halten muß, damit die Geschäftsinhaber im Viertel auch zahlen.

Steuern sind nichts, das irgendjemand dem Staat schuldet. Im Gegenteil, die Politiker müßten für die Schutzgelder und das, was sie den Erpreßten in den letzten Jahren angetan haben, Wiedergutmachung bezahlen.

Wer Steuern hinterzieht, versucht lediglich sein Eigentum vor einer kriminellen Bande in Sicherheit zu bringen.

Wenn jemand Geld an eine, wie auch immer geartete Gemeinschaft zahlen möchte, legt ihm niemand etwas in den Weg. Aber niemand hat das Recht, jemand anderes dazu zwingen, das gleiche zu tun.

Steuern sind Erpressung - Steuerhinterziehung ist Menschenrecht

Schmock, 16.02.2008 13:52

“Steuerhinterziehung ist Menschenrecht”
Was bedeutet das? Was ist ein Menschenrecht? Wo kommt es her? Und wer legt fest was Menschenrechte sind?
Warum sollte man Menschenrechte achten?

Michael Kastner, 16.02.2008 14:11

> “Steuerhinterziehung ist Menschenrecht”
> Was bedeutet das?
Es bedeutet, daß es niemanden etwas angeht, wie jemand anders mit seinem Eigentum verfährt.

> Was ist ein Menschenrecht?
Es ist das Recht, das jeder Mensch von Geburt an hat: das Recht auf seinen Körper und alles, was er damit herstellt oder erwirbt.

> Wo kommt es her?
Es kommt nirgends her. Es ist da. Qua Existenz.

> Und wer legt fest was Menschenrechte sind?
Das braucht niemand festzulegen. Das ist so.

> Warum sollte man Menschenrechte achten?
Erstens, weil man andere Menschen nicht wie Dreck behandelt,
zweitens, weil man selbst nicht wie Dreck behandelt werden möchte und
drittens: es könnte recht unangenehme Folgen haben, wenn man sich nicht an diese Regel hält.

Es ist mir aber ziemlich schnurz, ob jemand anders das einsieht oder nicht. Wichtig ist nur, daß er weiß, daß er bei Nichtbeachtung mit Konsequenzen zu rechnen hat.

Steuern sind Erpressung - Steuerhinterziehung ist Menschenrecht

Schmock, 16.02.2008 15:32

“Es kommt nirgends her. Es ist da. Qua Existenz.”
“Das braucht niemand festzulegen. Das ist so.”
Ähnlich könnte man die Aussage:
“Gott existiert.”
begründen.
Wenn es wenigstens einen Konsens unter den Menschen gäbe was ein Menschenrecht ist, aber dieses Thema ist höchst umstritten. Also kann jeder nach seinem Gusto an Gott glauben oder nicht, oder für sich festlegen was ein Menschenrecht ist. Nur als Argument taugt das dann in etwa soviel wie ein Verweis auf die zehn Gebote.

Zum Thema Eigentum:
Die beweglichen Güter kann man durch Emigration vor den gierigen Fängen des Staates retten, eine Emigrationsabgabe wäre tatsächlich unrecht.
Bei Häusern in Deutschland ist die Sache komplizierter, denn jemand, der ein Haus in Deutschland erwirbt, tut das im Bewußtsein dessen, dass sein Eigentumsrechte an diesem Haus durch Gesetze und staatliche Stellen beschnitten werden Der Boden Deutschlands ist Gemeinschaftseigentum des deutschen Volkes und ein Leben dort ist den Gesetzen dieses Staates unterworfen. Wenn einem das nicht gefällt, so kann man auswandern oder versuchen die anderen Deutschen von der Schädlichkeit des Staates zu überzeugen, nur wird das zweite kaum Aussicht auf Erfolg haben.
Es gibt aber einen zweiten Punkt der mich bei dem Begriff Eigentum irritiert. Ein Haus kann ich nur dem rechtmäßigen Besitzer abkaufen, ansonsten ist das Hehlerei. Historisch gesehen wurden die meisten Ländereien mit Gewalt eingenommen, also wohl kaum rechtmäßig erworben. Inwiefern kann ich dann sagen ein von mir gekauftes Haus wäre mein rechtmäßiges Eigentum?

Michael Kastner, 16.02.2008 18:11

> Inwiefern kann ich dann sagen ein von mir
> gekauftes Haus wäre mein rechtmäßiges Eigentum?

Das kann man behaupten, so lange niemand das Gegenteil beweist.

Das ist das Prinzip von Homesteading. Man bewirtschaftet ein Stück Land von dem man der Ansicht ist, daß es vorher noch niemand bewirtschaftet hat. Wenn dann jemand kommt, der nachweisen kann, daß er es vorher schon als Eigentum hatte, dann muß man es verlassen.

D.h. wenn Du nachweisen kannst, daß das Land auf dem jemand wohnt, zuvor von Dir besessen wurde, dann kannst Du das Eigentum anfechten.

> Der Boden Deutschlands ist Gemeinschaftseigentum des
> deutschen Volkes und ein Leben dort ist den Gesetzen
> dieses Staates unterworfen.

Gibt es da irgendeine Erwerbsurkunde mit den Unterschriften der Eigentümer?

Es stimmt aber trotzdem nicht, daß der Staat Eigentümer ist. Sonst würde es keine überlagernden individuellen Eigentumsrechte auf Staatsgrund geben. Es kann auf Land immer nur ein Eigentumstitel gelten.

Außerdem hat es so viele kriegerische Übernahmen von Staaten durch andere Staaten auf deutschem Boden gegeben, daß bei jeder Übernahme der Eigentumstitel nichtig geworden wäre.

Na ja, und dann fehlt da immer noch der Kaufvertrag oder so etwas wie eine gemeinsame Willenserklärung _aller_ Eigentümer.

Und selbst nach deutschem Recht ist der Staat nicht Eigentümer Deutschlands. Das steht in keinem Gesetz so.

Wobei es natürlich auch Grund und Boden gibt, das der Staat vertraglich erworben hat. Aber selbst da war das Geld zu Kauf erpreßt.

Diese Konstruktionen passen hinten und vorne nicht.

 
M.M., 16.02.2008 19:31

Andere Länder, andere Steuersitten: Weder in Liechtenstein noch in der Schweiz ist Steuerhinterzieung ein strafbares Delikt, lediglich der Steuerbetrug wird geahndet.

Deshalb - und das ist schon ein langer Streit mit Deutschland und der EU - wer in Deutschland Steuern hinterzieht und diese in der Schweiz bunkert, begeht nach Schweizer Recht keine Straftat. Da gibt es auch keine Rechtshilfe.

Jetzt geht wieder ein Aufschrei der Empörung durch dieses Weblog. Aber: Wo die Steuersätze tief sind, weil diese von den Stimmbürgern an der Urne festgelegt werden und die Gesetze liberal, geht man davon aus, dass man eigentlich keine Steuern hinterziehen muss. Obwohl, selbstverständlich, klar doch, wird auch in der Schweiz gemacht. Ist vielleicht naiv vom Staat, aber warum soll der eigentlich dauernd seinen Bürgern misstrauen?

Doch die Frage kann man auch ganz anders stellen: Wenn die Steuergesetze derart kompliziert ist, dass man einen Steuerberater ranlassen muss und der alle legalen Schlupflöcher nutzt (Steuergesetze werden überall für Wohlhabende gemacht), ist dann das auch verwehrflich?

Warten wir doch mal ab, was die Untersuchungen tatsächlich an den Tag bringen.

 
 
 
 
 
DDH, 16.02.2008 17:55

Warum war die Presse bereits zwei Stunden vor den Fahndern vor Ort?

Das habe ich mich schon bei Möllemann gefragt.

Was ist das für eine Methode, einen Verdächtigen live verhaften zu lassen und anderen eine Selbstanzeige zu empfehlen?

Eine Staazi-Methode: man statuiert ein Exempel!

Was hat der BND damit zu tun?

http://www.paxx.tv/?p=677

Dirk, 16.02.2008 21:58

Genau der gleichen Ansicht bin ich auch. Allerdings treibt mich dieser Ekel vor dem Staat nicht dazu, mit Zumwinkel zu sympathisieren.

(PS: Ich bin gar nicht sicher, ob der Fall der “Marktwirtschaft” überhaupt schadet. Indem Maße, indem Steuerhinterziehung “Volkssport” ist, könnte Zumwinkel auch als neuer Michael Schumacher verehrt werden.)

 
 
 
Dagny, 16.02.2008 13:21

Ein Steuersystem, welches die Vermögens- oder Einkommensverhältnisse eines Menschen besteuert, muss einen Überwachungsapparat nachsichziehen um eben die privaten Verhältnisse der Steuerpflichtigen herauszufinden.

Wer gegen den Schnüffelstaat ist, muss demnach auch gegen eine Besteuerung sein, die über die Kopfsteuer hinausgeht.

Schmock, 16.02.2008 13:56

Schöne einfache welt.

DDH, 16.02.2008 17:50

Einfach ist die Welt der Schmöcke aber auch. Nur nicht schön.

Regel: Individuen dürfen die Rechte anderer Individuen nicht verletzen, es sei denn, sie schließen sich zu Kollektiven zusammen und heißen dann Staat, Gesellschaft, Werte- oder Solidargemeinschaft.

 
 
Epameroi, 16.02.2008 20:15

Wie hoch dürfte denn eine solche “Kopfsteuer” sein? Sie müsste sich ja an den niedrigsten Einkommen orientieren und das Existenzminimum nicht antasten.

Sie würde also einen Euro pro Person betragen (Besteuerung einer Person, die 1 Euro mehr als das Existenzminimum verdient.

Also was soll der Unsinn?

Gesetze (auch Steuergesetze) sind nun mal zu befolgen, ob man sie für gerecht hält oder nicht.

Wobei Zumwinkel nach deiner Lesart gar keine Steuern hätte hinterziehen können. Er wurde nämlich aus Steuergeldern entlohnt.

Michael Kastner, 17.02.2008 12:42

> Gesetze (auch Steuergesetze) sind nun mal zu befolgen, ob man
> sie für gerecht hält oder nicht.

Auch die Nürnberger Rassegesetze?

Ahhhhhhh, das gilt natürlich nur für Gesetze in demokratischen Staaten - möchtest Du jetzt antworten.

Und als die ältere afroamerikanische Dame sich in Anfang der sechziger Jahre auf einen nur für Weiße vorgesehenen Platz gesetzt hat, da hättest Du sie und all jene die gegen die Gesetze der Rassentrennung in den Südstaaten eingetreten sind, auch eingebuchtet?

Gandhi, der gegen englisches Recht verstoßen hat, ein Verbrecher?

Ja, so etwas nennt man Politik. Immer schön mitlaufen, aber dann wenn alles vorbei ist, die Helden ehren.

Carsten, 17.02.2008 17:02

@MK: Volltreffer! :-)

 
Epameroi, 17.02.2008 18:11

Bravo für den abwegigsten Vergleich in diesem Thread.

 
Epameroi, 17.02.2008 18:13

Aber wenn du wirklich ein Steuerrebell sein willst, weil du die Gesetze für ungerecht hältst, dann tu es offen.

Kämpf es durch, verweigere Zahlung, und wenn du durchkommst (oder im Knast landest) bist du ein Held.

Aber heimlich nach Liechtenstein schleichen gilt nicht.

Am allerwenigsten für Herrn Zumwinkel, der aus Steuergeldern entlohnt wurde.

Michael Kastner, 17.02.2008 19:26

Ich tu’s ja offen:

http://www.finanzbeamter.de

Die Zahlung werde ich nicht sicherlich nicht verweigern. Ich werde sicherlich nicht, wegen _Geld_ in den Knast gehen.

Es soll mir keiner kommen, ich würde dem Staat Geld schulden. Im Gegenteil: der Staat schuldet mir Geld. Er hat es erpreßt und ich habe es ihm gegeben. Das ist für mich eine moralisch beruhigendere Situation.

Ich würde noch nichtmal eine Putzfrau schwarz einstellen. Ich kenne so viele Leute, die sich über meine “Steuern sind Erpressung”-Idee tierisch aufregen. Aber genau die gleichen Leute tricksen, wo sie nur können.

Ich lüge nicht. Ich sage das, was ich für richtig halte. Und Steuern sind nunmal Erpressung.

Ich halte mich an die Gesetze. Ich habe nichts, aber auch garnichts zu verbergen. Im Gegensatz zu manchen anderen, die sich über die Steuermoral der Hinterzieher echauffieren und dann doch irgendwelche ungesetzlichen Dinge drehen.

Ich schleiche auch nicht _heimlich_ nach Liechtenstein. Als ich letztes Jahr für eine Veranstaltung ein- und ausgereist bin habe ich sehr sorgfältig sämtliche Formulare für den jeweiligen Im- und Export der mitgeführten Bücher beim Deutschen uns Dchweizer Zoll ausgefüllt. Es hat zwar etwas gedauert, aber dafür war auch alles legal.

Daß sich ich mich an Gesetze halte, vielleicht sogar penibler als manch anderer, sollte nicht damit verwechselt werden, daß ich damit einverstanden bin.

Und was den Herrn Zumwinkel betrifft: der ist nicht dafür abgeführt worden, daß er aus Steuergeldern entlohnt wurde, was nach libertärem Recht ja vollkommen legitim gewesen wäre, sondern weil er sein Eigentum - wie auch immer er daran gekommen ist - ins Ausland gebracht hat.

Besser wäre es, wenn jene, die weniger Steuern zahlen wollen, offen aussprechen würden, daß Steuern Erpressung sind und daß die Erpressung von Steuern kein Kavaliersdelikt, sondern eine kriminelle Tat ist.

Stattdessen unterstützen diese sog. Manager durch die Bank weg auch noch den moralischen Mist, der von den Politikern verzapft wird, so wie jetzt der BDI-Chef, und winseln darum, daß man sie nicht mit den sog. _schwarzen_ Schafen in ein Boot wirft.

Epameroi, 17.02.2008 20:04

Kein Mensch zahlt gerne Steuern.
Dummerweise funktioniert kein Gemeinwesen ohne Steuern.
Und wie hoch die sind, legt nun mal das Gemeinwesen fest.
Herren wie Zumwinkel können nicht für sich bestimmen, wieviel Steuern zu zahlen sie als “gerecht” erachten.

Das kann nämlich der Mensch, dessen Zinsen nur etwas über dem Freibetrag liegen, auch nicht.

Michael Kastner, 17.02.2008 20:25

Klar funktioniert ein Gemeinwesen auch ohne Steuern. Jede Firma, jeder Fußballverein, jede Kneipe, ja sogar ein so komplizierte Dinge wie Softwarefirmen funktionieren ohne Steuern.

Ich behaupte mal, daß ein Gemeinwesen überhaupt nur ohne Steuern funktionieren kann.

Was Du meinst ist Schutzgelderpressung mit mafösen Strukturen. Und in der Tat: Organsierte Kriminalität funktioniert nur mit Steuern.

Aber kein vernünftiger Mensch würde die Camorra, die Mafia oder so etwas die Triaden als Gemeinwesen bezeichnen.

Daß Du den Staat, eine gewalttätiges Zwangsmonopol, basieren auf einer organsierten Bandenstruktur, als Gemeinwesen beschreibst, scheint auf einem falschen Verständnis von menschlichen Gemeinschaften zu basieren.

Ein Knast, ein Gefangenenlager oder ein von einer kriminellen Bande beanspruchtes Gebiet, sind kein Gemeinwesen.

Ein Gemeinwesen entsteht, wenn sich Menschen _freiwillig_ zusammenfinden. Und wenn sie dafür Mittel benötigen, dann zahlen sie diese _freiwillig_.

Wenn nicht, dann verlassen sie diesen Verein wieder.

Dafür muß man übrigens _nicht_ wegziehen. Wer beim F.C. Bayern München austritt, oder bei Opel in Rüsselsheim kündigt, der kann weiterhin in München oder in Rüsselsheim wohnen bleiben.

Daß die Etatisten meinen, man müsse das Land verlassen, wenn man aus dem Staat austritt, sagt im Grunde schon alles über deren Verständnis von Gemeinwesen aus.

Zu Deinem Satz “Kein Mensch zahlt gerne Steuern.
Dummerweise funktioniert kein Gemeinwesen ohne Steuern.” fällt mir eigentlich nur das (dein Verständnis von Gemeinwesen vorausgesetzt ) ein:

“Kein Mensch läßt sich gerne den umbringen. Dummerweise funktioniert eine Hinrichtung nicht ohne töten.”

In sich sind beide Sätze vollständig schlüssig, aber es wird keinerlei Aussage über die Rechtmäßgkeit der Vorgangs an sich gemacht.

Epameroi, 17.02.2008 21:26

Tut mir leid, auf der Basis einer Anhäufung von non sequiturs kann man nicht diskutieren.

Und wenn du das augenblickliche Gemeinwesen aktiv (sprich durch Vorenthaltung von Steuern) ablehnst, dann musst du es verlassen.

Denn tagtäglich nutzt du das, was mit Steuern bezahlt wurde, ob dir das gefällt oder nicht.

Und dein Vergleich mit der Hinrichtung ist nur noch albern.

Im Unterschied zu dir definiere ich den Staat tatsächlich als Gemeinwesen. Sicherlich bei weiten kein perfektes.

Michael Kastner, 17.02.2008 22:34

> Und wenn du das augenblickliche Gemeinwesen
> aktiv (sprich durch Vorenthaltung von Steuern)
> ablehnst, dann musst du es verlassen.

Was mit Steuern bezahlt wurde ist kein Gemeinwesen. Das sind Zwangsgüter. Und da steht noch nicht einmal ein Schild das sagt: wer nicht bezahlt hat, darf es nicht benützen.

Ich lege Dir doch auch nicht jeden Tag eine Zeitung vor die Tür und zwinge Dich dafür zu bezahlen, ob Du willst oder nicht. Und ich zwinge Dich nicht, Deine Wohnung zu verlassen, wenn Du meine Zeitung nicht kaufst.

Was hast Du denn für eine Logik?

Und was das Du für eine Vorstellung von Gemeinwesen?

> Denn tagtäglich nutzt du das, was mit Steuern
> bezahlt wurde, ob dir das gefällt oder nicht.

Hat mich jemand gefragt? Ich muß ja auch dafür bezahlen, wenn ich es nicht nutze.

Ich würde sogar darauf verzichten, es zu nutzen, wenn man mich dafür in Ruhe lassen würde.

Das meiste, was ich vom Staat bekomme, kann ich auch von privaten Anbietern bekommen.

Und was ich nicht bekomme, stelle ich selbst her oder laß es bleiben. Ich verstehe Dein Problem nicht.

>Im Unterschied zu dir definiere ich den Staat
> tatsächlich als Gemeinwesen. Sicherlich bei
> weiten kein perfektes.

Du willst nur, daß andere für Dich blechen.

Sorry, aber das ist kein Gemeinwesen, das ist schlicht Leben auf Kosten anderer.

Epameroi, 17.02.2008 23:00

MK

Menschen leben in Sozialverbänden. Wer das nicht will, kann es ja als Trapper in Nordkanada versuchen.

Sobald du in einem Gemeinwesen lebst, musst du dich dessen Regeln unterwerfen. In einem demokratischen Gemeinwesen kannst du diese Regeln immerhin mitbestimmen.

Du kannst aber nicht einfach sagen: Ich will mit diesem Gemeinwesen nichts zu tun haben und trotzdem in dessen Mitte leben. Ein Opt Out ist nur räumlich möglich.

Denn du gest auf Wegen, die das Gemeinwesen unterhält, du fährst auf Straßen, die das Gemeinwesen finanziert, und du genießt die Sicherheit, die das Gemeinwesen garantiert.

Ich will nicht, dass “andere für mich blechen”. Ich bezahle nicht gerade wenig Steuern.

Wir leben aber nun mal nicht mehr als Jäger und Sammler, sondern in einer Gesellschaft, die sich (idealerweise zum Nutzen aller) die Aufgaben teilt.

Wo immer Menschen zusammenleben, stellen sie Regeln auf. Willst du diese Regeln nicht befolgen, musst du diese Gemeinschaft verlassen. Auch räumlich.

Michael Kastner, 17.02.2008 23:49

Der einzige der im Grunde die Idee des Gemeinwesens torpediert bist doch Du. Du meinst doch offensichtlich, man müßte Menschen in Zwangsgruppen einweisen, weil sie sonst kein Gemeinwesen bilden.

Aber das ist nicht so. Menschen bilden Gemeinwesen. Aber eben freiwillig. Ein Staat ist nunmal kein Gemeinwesen, sondern eine Zwangsveranstaltung.

Und natürlich gibt es da Regeln. Aber auch diese sind freiwillig. Wenn sie einem nicht passen, kann man sich einem anderen Gemeinwesen anschließen oder auch keinem Gemeinwesen angehören.

> Ich bezahle nicht gerade wenig Steuern.

Aber offensichtlich sind deine Wünsche größer, als das was Du bereit bist zu zahlen.

So das war jetzt auch genug rumgespielt.

Viele Spaß noch im etatistischen Utopia.

Epameroi, 17.02.2008 23:55

In Utopia lebst ja wohl eher du.
Niemand kann sich die Gemeinschaft aussuchen, in die er hineingeboren wurde.

Will er deren Regeln nicht akzeptieren, dann kann er natürlich die Gemeinschaft wechseln.

Dann such mal schön.

Oder bring mal einen vernünftigen Vorschlag, wie das Leben in Deutschland künftig gestaltet sein sollte.

Michael Kastner, 18.02.2008 06:52

> Oder bring mal einen vernünftigen
> Vorschlag, wie das Leben in
> Deutschland künftig gestaltet sein
> sollte.

Wenn Du einen Diktator willst, dann mußt Du Dir schon einen anderen suchen.

Ich werde den Teufel tun und mir anmaßen zu bestimmen, was für jeden einzelnen von 80 Mio. Menschen richtig sein soll.

Aber genau das ist es, was ich mit Utopie meinte: die Vorstellung man hätte das Wissen darüber, wie Millionen anderer zu leben haben.

Das ist noch nicht einmal originell. Es zeugt allerdings von einem gewissen Grad von Selbstüberschätzung.

Ich will jetzt mal nicht aufzählen, in welcher Gesellschaft Du Dich mit Deiner Allmachtsvorstellung davon “wie das Leben in Deutschland künftig gestaltet werden soll” befindest, aber es ist in keinem Falle eine Beneidenswerte.

Ich habe bereits meine Gesellschaft gefunden und ich finde sie recht angenehm.

 
Epameroi, 18.02.2008 09:57

Das waren jetzt 5 Absätze mit Strawmen Arguments und einer, der mir nichts sagt.

Verstehst du das unter einer Diskussion?

Ich will weder Diktaturen, noch bestimmen, was für 80 Mio richtig ist.

Du hast Steuern als Erpressung seitens eines mafiösen Staats bezeichnet.

Du lehnst Steuern grundsätzlich ab. Wenn ich es recht verstehe, lehnst du auch den Staat an sich ab.

Ok. Und jetzt? Wie soll das nun also funktionieren? Bin einfach neugierig auf die Alternative.

 
Michael Kastner, 18.02.2008 10:50

Die Alternative zum staatlichen Chaos heißt Kapitalismus. Oder wie Mises es genannt hat: “Privateigentum an den Produktionsmitteln”.

Das bedeutet privates Rechtswesen, private Bildung, private Infrastruktur, private Hilfe etc.

Das wird keine perfekte Welt sein, aber immerhin haben die Korruptesten der Korrupten nicht mehr die Möglichkeit über Staatsapparate zu verfügen.

Das wird sicherlich nicht alle glücklich machen, aber alle haben die Möglichkeit, danach zu streben.

Dies ist keine perfekte und endgültige Lösung, aber sie ermöglicht jedem einzelnen, im Gegensatz zum derzeitige Zustand, das beste aus seinen Möglichkeiten zu machen.

 
jo@chim, 18.02.2008 11:08

Will er deren Regeln nicht akzeptieren, dann kann er natürlich die Gemeinschaft wechseln.

Mit diesem Satz lässt sich auch noch die widerwärtigste Diktatur begründen.

Und: hat Herr Z. denn mehr getan, als einen Teil seines schon einmal versteuerten Geldes der gierigen Bürokratenkaste (die sich hierzulande als “die Gemeinschaft” aufspielt) zu entziehen?