… gegen die Führung einer Steuerbehörde oder gar eines Nachrichtendienstes? Um hier einmal Gevatter Brecht frei zu adaptieren. Fällt eigentlich irgendjemand auf, dass die wilde Diskussion um Herrn Z. und die gierigen Besserverdiener ganz offensichtlich medial inszeniert ist? Zur Erinnerung: Das sabbernde Boulevard postierte sich bereits zwei Stunden vor der öffentlichkeitswirksamen Aktion vor Zumwinkels Kölner Villa.

Einer der wenigen nachdenklichen Kommentare zum „Liechtensteiner Skandal“ (womit ich wohlgemerkt die beispielslose Räuberpistole um eine nachrichtendienstliche Aktion gegen einen souveränen Staat meine, nicht die offensichtliche Blamage all derjenigen, die noch an das Bankgeheimnis im eurasischen Raum glauben) ist bei den Linken von Telepolis zu lesen:

Schon immer ist der Kampf gegen die „korrupten Eliten“ ein wichtiges Propagandamittel von rechten und rechtspopulistischen Bewegungen. Wer sich erfolgreich als Retter aus dem Sumpf geriert, kann auch mal die Verfassung und Gesetzeslage übergehen. Dann wird er als besonders zupackend gefeiert.

Zumwinkel ist ein Bauernopfer*. Er sollte sowieso an eine Position im Sozialwerk für abgehalfterte Nieten in Nadelstreifen abgeschoben werden. Der eigentliche Skandal ist die Gangsteraktion des BND, die jetzt ohne rechtsstaatliche Rückfragen durchgewinkt wird und den grenzübergreifenden Abschied vom Bankgeheimnis markiert.

Das soll jetzt nur Störfeuer sein, um von den „neuen Asozialen“ abzulenken? Wir sprechen uns wieder, wenn demnächst ein unterbezahlter Bankangestellter die Daten von 100.000 Sozialleistungs-Erschleichern auf dem freien BND-Markt anbietet…

*Verschwörungstheoretiker hergehört – Anmerkung am Rande: Herr Z. hat die – imaginäre – Solidargemeinschaft um eine – imaginäre – Million geschädigt. Spricht eigentlich noch jemand von Frau MM., die einen – realen – Schaden von 2,5 Milliarden +x EUR mitverursacht hat?