Eintausendeinhundertundelf Tage Antibürokratieteam – vor inzwischen mehr als drei Jahren, am 5. Februar 2005, startete ich, nicht zuletzt inspiriert von der beginnenden Schröderdämmerung das Weblog antibuerokratieteam.de – freies denken, freie märkte, freie menschen mit diesem Beitrag. As time goes by.

„Vorbildblog“ damals… Statler und Waldorf. Die beiden waren mir aber als Libertärem nicht radikal(-liberal) genug :-)

Eine Schilderung der folgenden Klein Bloggersdorfer Lehmbatznschlachten will ich mir und Ihnen ersparen. Manche waren ja auch dabei, damals, als Sabine Leutheusser Schnarrenberger noch Mails erhielt, die sie vor Achim Hecht warnten.

Immerhin: Einige der linken Platzhirsche, die die ungewohnte liberale Konkurrenz damals unisono als „Neoconazis“ oder „Neoconnards“ bezeichneten und am liebsten mit der Mistgabel ans Scheuerntor genagelt hätten, trauen sich inzwischen sogar hier zu kommentieren. Oft genug differenzierter als ich es mir damals vorstellen konnte oder wollte. Auch wenn bei manchem noch offensichtlich (wie bei Christel Wegner, nur intelligenter formuliert) der Verfassungsbogen lediglich von der sozialistischen Demokratie bis zum demokratischen Sozialismus reicht und jenseits davon das „Projekt der Gegenaufklärung“ droht – die radikalen Liberalen je nach aktueller Befindlichkeit am Rande angesiedelt, mitten drin oder zu naiv, um die Nähe zu erkennen: trotz dieser verschobenen Realität ist inzwischen so etwas wie Normalität in der politischen Blogosphäre eingekehrt. (Von einigen wenigen Ausnahmen in der bloggerischen Peripherie abgesehen, bei denen Ursachenforschung für ihre Tiraden gegen „Wirtschaftsfaschismus“ etc. pp. wohl eher in der Psyche denn in der Politik zu betreiben ist. Wenn’s denn interessant wäre.)

Aber in der Kunst, Schubladen zu beschriften und Pappkameraden marschieren zu lassen stehen einige meiner libertären Brüder und Schwestern, die frei nach dem Motto „alles Schlampen ausser Murray“ aus Faschismus, Sozialismus und Demokratie eine ent-differenzierende Melange anrühren, der radikalen Linken ja in nichts nach.

Umsomehr habe ich mich vor nun auch schon wieder einem halben Jahr gefreut, als Statler und Waldorf das Experiment wagen wollten, undogmatisch-libertäre, klassisch liberale und liberal-(neo)konservative Autoren und Positionen in einem Weblog zusammenzuführen. Für die durchaus verschiedenen Leserkreise des alten „A’Teams“ (wer hat das eigentlich aufgebracht?*) und von S&W war und ist hier durchaus die Bereitschaft gefragt, auch deutlich differierende Ansichten in „ihrem“ Blog zu ertragen. Aber was ist das schon, angesichts der Tatsache, dass ich als Cleaning Executive Officer von antibuerokratieteam.net lernen musste, Fussball hier zu akzeptieren?

Allen Recht machen kann man’s wohl nie: vor ein paar Wochen hab ich noch Mails erhalten, mit der Beschwerde, dass ja nur noch Statler hier schreiben würde – und heute in einem Forum gelesen, dass das Antibürokratieteam ohne Statler gar kein richtiges Antibürokratieteam wäre :D

Es gibt aber auch ein Leben jenseits der Blogosphäre, auf das Statler gerade einen stärkeren Fokus legt – es ist gerade der Vorteil eines Multi-Autoren Weblogs, dass man sich auch mal für eine Zeit von der Bloggerei zurückziehen kann, wenn man will oder aus Zeitmangel muss (wie es auch bei mir aus beruflichen Gründen und wegen der Endphase des Kommunalwahlkampfes hier in Bayern nach wie vor öfter der Fall ist).

Ich werde mich jetzt ebenfalls zurückziehen: für den kurzen Rest des Abends in meine Stammkneipe – nicht ohne mich vorher bei meinen Co-Autoren Oliver Marc Hartwich, Sascha Tamm, Oliver Luksic, Bodo Wünsch, Manfred Messmer, Statler und Waldorf (nach wie vor nach Zugang zum Antibürokratieteam geordnet, nicht nach Schönheit) herzlich für die vielen coolen Beiträge zu einem der grösseren liberalen Medien im Netz bedanken! Hätte nie gedacht, dass das mal so rockt.

Und bei Nachbarn wie den B.l.o.g.g.i.e.s., den Freunden der Offenen Gesellschaft, paxx:blog , den Freiheitsfabrikanten, last not least der Achse des Guten natürlich ebenso – für die Inspiration, die vielen Links, die unser Technorati-Ranking steigern *g* und die fast immer solidarische Kritik. Bei Balou dafür, dass er nicht getroffen hat.

Stay tuned!
jo@chim aka Achim Hecht

* zum Jubiläum hab ich mir folgendes ausgedacht: wer hier den Link mit der ältesten Erwähnung des Antibürokratieteams als „A’Team“ (oder A-Team?) postet, erhält von mir das Buch Öko-Imperialismus – Grüne Politik mit tödlichen Folgen von Paul K. Driessen.