antibuerokratieteam.net

Sektion der neoliberalen Weltverschwörung

Zu spät.

jo@chim, 27.02.2008

Angesichts von Meldungen wie dieser fällt mir ein alter Witz ein: wenn Bundeskanzler Kohl 1990 die DDR für eine Mark nach Polen verkauft hätte, ginge es dann nicht allen Beteiligten besser?



10 Kommentare zu “Zu spät.”

  1. affenkopf

    An der Einstellung vieler Ostdeutscher scheinen aber solche für sie sichtbaren Vorteile nichts zu ändern:

    “Die fröhliche Migrantin aus dem Rheinland kann allerdings auch von der Kehrseite der deutsch-polnischen Erfolgsgeschichte berichten. Im vergangenen Sommer fand sie eines Morgens am Sitz ihres Büros ein großes Graffito: “Polenhure, gib Acht! SS”. Mehrmals verteilten NPD-Männer Flugblätter mit der Parole “Grenzen dicht, Löcknitz den Deutschen!” Bei den letzten Landtagswahlen kam die NPD im Ort auf 21 Prozent.”

  2. Libero

    Man kann von der Stadt Löcknitz auch 19 km nach Nordwesten fahren. Dann ist man in Torgelow. Man kann natürlich von einem Westdeutschen nicht erwarten, daß er Orte wie Löcknitz oder oder Torgelow auch nur kennt.

    Was gibt es in Torgelow? Zum Beispiel eine Gießerei, die innerhalb von wenigen Jahren von knapp 60 entmutigten Mitarbeiter auf inzwischen 600 Mitarbeiter wuchs.

    Aber das passt ja nicht ins Bild, daß manche von Ostdeutschen haben. Das eine trostlose Gießerei, die jeder andere abgewickelt hätte, wieder auf Vordermann gebracht wurde, passt schon gar nicht ins Bild. Da könnte man ja meinen, daß es viel öfter an den Fähigkeiten des Managements liegt, wenn ein Unternehmen baden geht. Eigenartigerweise sind es in Ostdeutschland gerade die Gießereien, die sich 19 Jahre nach der Wende wieder aufgerappelt haben. Wahrscheinlich deshalb, weil sie sich keine Berater leisten.

    Was man sieht und was man nicht sieht. Jürgen Großmann ist mit der Sanierung solcher maroden Betriebe innerhalb von 20 Jahren Milliardär geworden.

  3. Boris Eichler

    Altkanzler Schröder fällt nach einem Unfall ins Koma und wacht 2010 in einer Klinik in Hannover auf. Als ihm die Schwester seine Lage erklärt hat, fällt Schröder die Agenda 2010 ein. Sofort will er wissen, was er in der Zwischenzeit versäumt hat. Die Schwester hat gute Nachrichten: „Bremen hat vor sechs Wochen als letztes Land Schuldenfreiheit gemeldet, wir haben Vollbeschäftigung und das Wachstum liegt bei sechs Prozent.“ Schröder ist begeistert und bestellt zum Feiern eine Flasche Bier. Die Schwester besorgt ein Pils in der Kantine und serviert es dem Altkanzler: „Das macht 8 Yuan.“

  4. stefanolix

    In der Stahlindustrie liegt es aber vor allem daran, dass die Kapazitäten kaum ausreichen, um den Bedarf zu befriedigen. Im Osten gibt es so alte Stahlwerke: wenn man dort durchgeht, fühlt man sich (beim Anschauen der Werkhallen und der anderen Gebäude) mindestens 20 Jahre zurückversetzt. Aber sie laufen mit hochmoderner Technik und produzieren Stahlprodukte.

  5. FAB.

    Öh, eigentlich finde ich den Bericht sehr positiv. Wenn auch da oben langsam sowas wie Normalität einkehrt, d.h. Verhältnisse wie hier im Westen im Grenzgebiet zu Belgien oder Holland (hier wohnen, da arbeiten oder andersherum, die Bereitschaft, die jeweils andere Sprache zu lernen, usw.), ist das doch sehr hoffnungsvoll. Ein paar bösartige Schmierereien? Die Gutwilligen auf beiden Seiten scheinen sich davon ja nicht abschrecken zu lassen. Also, weiter so, das wird schon! (Man muß auch mal das Positive sehen, oder?)

  6. NUB

    Wie könnt Ihr gedanklich Euren liberalen Kollegen Boche verkaufen? :-D

  7. Statler

    Wir sind doch Neoliberale. Ist also alles eine Frage des Preises.

  8. NUB

    Schlimm. Eine Kelle Mitleid. ;-)

  9. Martin Müller

    Um auf die Frage einzugehen, ob es dann nicht allen Beteiligten besser ginge: Nein. Den Polen bestimmt nicht. ;-)))))

    PS: Zweimal hintereinander dieses Zeichen

  10. NUB

    Polens Nationalisten in dem Fall verwirrt: “Erst wollten sie die Ostgebiete zurück, jetzt geben sie uns noch welche dazu… Die wollen uns jedenfalls wieder fertig machen.”

Einen Kommentar schreiben

Copyright © 2012 by: antibuerokratieteam.net • Template by: BlogPimp • Lizenz: Creative Commons BY-NC-SA.