Verdruss mit Personenfreizügigkeit
Mal ein ganz anderes Thema: Herr Hitzfeld, derzeit noch Trainer des FC Bayern und bald schon Trainer der Schweizer Nationalmannschaft (der Nati, ausgesprochen wie die Kurzform für ein Mitglied einer inzwischen verbotenen Partei) wohnt drei Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt im südbadischen Lörrach.
Das sind entscheidende drei Kilometer, in Prozenten ausgedrückt: 50%. Denn um so viel kann Herr Hitzfeld seine Steuerlast senken, wenn er drei Kilometer weiter südlich seine Zelte aufschlägt.
Ich überlege mir, in die Schweiz zu ziehen.
Sagt Herr Hitzfeld heute der Basler Zeitung. Er ist derzeit nicht der einzige Deutsche, der sich das überlegt. Deshalb stinkt der Bundesregierung, neben ein paar anderen Kleinigkeiten, die Personenfreizügigkeit mit der Schweiz ganz gewaltig.
Denn so hatte man sich dieses in Sonntagsreden als Eckpfeiler der europäischen Integration gepriesene Bürgerrecht nicht vorgestellt: Hochqualifizierte und teuer ausgebildete Fachkräfte wandern in die Schweiz ab und Hilfskräfte aus den neuen Ostländern stossen nach.
PS: Herr Hitzfeld hat sein Handwerk in der Schweiz gelernt. Damit das klar ist.




Personenfreizügigkeit unter Auflagen würde es wohl besser treffen…denn 10.000 € in der Tasche muss der Bürger melden, will er denn über die Grenze und mit 15.000 € darf er nicht in die Schweiz. Ein Unternehmer, welcher in die Schweiz möchte, muss ggf. dafür zahlen…dies beschränkt sich allerdings nicht auf die Schweiz…Wegzugssteuer kann fällig werden, wenn ein Unternehmen von seiner Freiheit Grenzen mit seinem Unternehmen zu überschreiten Gebrauch machen will.
Aber man arbeitet ja gerade dran, weitere Fluchtanreize zu nehmen. Schade nur, dass der Weg nicht der ist, Deutschland so attraktiv zu machen, dass die Bürger bleiben wollen, nein die anderen sollen ihre Reize aufgeben, so dass der Bürger überall das gleiche Übel findet. Und da sage einer noch, die Regierung packe keine Projekte an. Das ist das Mammut Projekt schlechthin: die weltweite Anpassung an die Standards von Deutschland….
Früher agierten Schweizer sehr dezent und smart… Ich weiss nicht, ob diese neuentdeckte Freude an öffentlichen Begeisterungsbekundungen für das eigene Land, sich wirklich so vorteilhaft für einige Spezialitäten (oder heisst Spezialitätli?) wie den Fortbestand des Bankgeheimnises auswirken wird… ;-).
Bei Hitzfeld kann nun wirklich keiner, der außer Neid auch noch etwas Vernunft aufbringt, etwas dagegen haben, schließlich wird er sein Einkommen bis auf weiteres auch fast ausschließlich in der Schweiz, ja sogar im Dienst für die Schweiz, erzielen.
Herr Messmer:
Ein Satz zur Verteidigung Deutschlands:
Hitzfeld mag sein Handwerk in der Schweiz gelernt haben (weiss ich nicht), erfolgreich wurde er aber mit deutschen Vereinen (Dortmund, München)…
Böse Zungen (und ich gebe hier nur das wider, was ich von der deutschen Politik in Zukunft an Kommentaren erwarte) könnten aber behaupten, dass er als Trainer nur deshalb in die Weltklasse aufgestiegen ist, weil er seinen Marktwert mit der Arbeit für deutsche Clubs erhöht hat, welche mit Sicherheit irgendwie subventioniert wurden.
Daraus entsteht aus deutscher, finanzpolitischer Sicht automatisch ein Anspruch auf einen Teil aller zukünftig erwarteten Erträge des Herrn H.
…und wenn er dann in die Schweiz umzieht, wird aus der oben beschriebenen, obskuren Theorie Propaganda.
Kann ja auch nicht angehen!
Dann wird die Schweiz bei der EM eben von uns aus dem Turnier befordert ;).
Aber im Ernst. Wenn er sowieso in der Schweiz arbeitet, dann kann er doch auch dort wohnen.
@ Stefanie: “…so daß der Bürger überall das gleiche Übel findet.”
Nur ein bißchen Geduld, Stefanie. Schon bald werden sich dank der tatkräftigen Hilfe des dummen Wahlvolks, das Leute wie Gysi so “süß und eloquent” findet, die Linken überall in D etabliert haben. Und dann werden sie schnurstracks die Mauer wieder hochziehen, und wir werden alle gleich sein, nämlich gleich arm.
Nix wie weg hier!