Politiker, die in ihrer Rolle als Kandidaten für ein öffentliches Amt Protektionismus predigen, das ist mehr als die meisten Ökonomen aushalten können. Selbst wenn sie den Kandidaten beraten. Der Kandidat ist Barack Obama, der Ökonom ist Austan Goolsbee, und bis vor ein paar Tagen erzählte das Obama-Camp jedem, der es hören wollte, daß Goolsbee, der angesehene Forscher aus Chicago, in Wirtschaftsfragen ihr wichtigster Experte sei.

Wie gesagt, bei protektionistischen Sprüchen fällt es einem nach jahrelangem Ökonomiestudium nicht leicht, zu schweigen, und so äußerte Goolsbee im kleinen Rahmen die Vermutung, daß Obama das als Präsident schon nicht so meinen werde und überhaupt eigentlich zu klug für sowas sei. Was dazu führt, daß das Obama-Camp Austan Goolsbee nun nicht mehr kennt, ja sogar bestreitet, daß dieser jemals ein wichtiger Berater gewesen sei — nein, er wäre nur ein ganz normaler „volunteer“ gewesen, so als hätte der Mann nachts Plakate für Obama geklebt oder an Wahlkampfständen Bleistifte verschenkt.

Politikberatung ist schon ein elendes Geschäft.