Anarchistischer Humor II
M.M., 19.03.2008
Also wenn dann diese deutschen Geldsäcke ihre nicht versteuerten Millionen in ihren grossmotorigen Limousinen mit dem Stern oder dem Propeller vor der deutschen Steuerfahndung nach Zürich in Sicherheit bringen, dann wollen sie das ruckizucki erledigen.
Und fahren schneller als erlaubt. Das freut den Schweizer Fiskus.
Allein der Kanton Zürich hat mit den Deutschen eine Million Franken mehr Bussgelder eingenommen.
Insgesamt hat Zürich 13’253 Ordnungsbussen an Deutsche geschickt. Und das muss man ihnen lassen: Sie sind ehrlich. 11’344 Autofahrer haben die Busse bezahlt.
antibuerokratieteam.net





Manchmal ist das im Schweizerischen fehlende Esszett recht amüsant.
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Ja man fragt sich schon, warum Daimlerfahrer Busse bezahlen sollen :-)
Gibt es in der Schweiz (in der ja in der Regel heimtückisch von hinten geknipst wird) eigentlich eine Halterhaftung bezüglich Geschwindigkeitsverstößen? Normalerweise ist in .de (wo eine solche nicht existiert) ein Foto, auf dem nur ein zu flott fahrendes Kennzeichen abgebildet ist, höchstens für eine Fahrtenbuchauflage gut…
Ehrliche Deutsche. Tja, es ist offensichtlich ein gewaltiger Unterschied, ob man bei einer Gesetzesübertretung erwischt wurde oder hoffen kann, dass man nicht erwischt wird.
Passt zu den gestrigen Meldungen in Funk und Fernsehen, dass die Selbstanzeigen der Liechtenstein-Aktivisten lawinenartig zugenommen hätten.
Man sieht, der Mensch braucht die Androhung/Vollzug von Strafe, um sozial zu agieren. Zumindest wenn die soziale Verantwortung über die Sippengrenze hinausgeht. Fehlen die Konsequenzen, wird er beliebig unleidlich ohne seine fröhliche Miene zu verlieren.
Ähnlich ergeht es bei uns den Holländern.
Die recht aufwendige Blitzanlage auf der A3 am Elster Berg rentiert sich angeblich v.a. durch Holländer, die oft nicht wissen, dass die 100er Schilder da wirklich keine Empfehlung darstellen.
“Man sieht, der Mensch braucht die Androhung/Vollzug von Strafe, um sozial zu agieren. Zumindest wenn die soziale Verantwortung über die Sippengrenze hinausgeht. Fehlen die Konsequenzen, wird er beliebig unleidlich ohne seine fröhliche Miene zu verlieren (-> Link auf Ackermann).”
Dem möchte ich widersprechen. Eine extrinsische Motivation, durch Androhung einer Strafe bei Fehlverhalten, ist in den seltensten Fällen ein wirksames Substitut für die intrinsische Motivation sich bestimmten Regeln einer Gesellschaft anzupassen.
So ist es in Hamburg zum Beispiel ein großer Sport sich ein studentisches Nahverkehrsticket mittels Photoshop zu erstellen, obwohl auf das systematische Erschleichen von öffentlichen Leistungen eine Bewährungsstrafe von bis zu einem Jahr verhängt werden kann. Ersparnis und Strafe stehen in keinem Verhältnis zueinander und die Gefahr erwischt zu werden steigt, da auch die Kontrolleure dazulernen. Die einzige Konsequenz die zu beobachten ist, ist die Vertiefung der Photoshop-Kenntnisse seitens der Schwarzfahrer.
Entweder ist die Einsicht in Notwendigkeit gesellschaftlicher Regeln vorher vorhanden oder nachher und man steht für die Konsequenzen seines Fehlverhaltens gerade (im obrigen Fall durch Begleichung der Geldbuße) oder gar nicht. Großartige Veränderungen im Verhalten wird man durch externe “Motivation” jedenfalls nicht erzwingen können.
Nebenbei gesagt, fehlt mir der Bezug zwischen zu schnell fahren und der Ausnutzung der Vertragsfreiheit zwischen zwei Privatpersonen, die niemandem schadet.
Die Selbstanzeigen nehmen zu, weil die Hetzkampange der Regierung (und den willigen Medien, die ja von etwa von den Anzeigen der Regierung ganz gut leben; Stichwort AIDS oder Raserkampange) Erfolg zeigt. Wenn das Risiko erwischt zu werden, angesichts der kriminellen Methoden der Steuerbehörden deutlich steigt, ist es das ökonomischere ‘freiwillig’ zu zahlen.
Sind Steuern eine Gesellschaftliche Regel: Zeig mir meine Unterschrift unter den Gesellschafts/Staatsvertrag!
Man sieht, der Mensch braucht die Androhung/Vollzug von Strafe, um sozial zu agieren.
Nein: Um sich den Umverteilern zu unterwerfen, die eine künstliche Gemeinschaft kreieren, der sich der Einzelne nicht zugehörig fühlt.
Deine Unterschrift ist auf der Fotoseite deines Reisepasses, unter dem Bild…wer mit der Gesellschaft oder dem Staat hier nicht einverstanden ist kann sich jederzeit und ohne Probleme eine andere Gesellschaft oder einen anderen Staat suchen wo es besser passt. Manche behaupten sogar dass so im 18., 19., und 20. Jhdt die USA bevoelkert wurden…
kann sich jederzeit und ohne Probleme eine andere Gesellschaft oder einen anderen Staat suchen wo es besser passt
Das stimmt erstens nicht und ist zweitens auch nicht der Punkt: Dagny will nicht das eine Zwangskollektiv gegen das andere eintauschen müssen.
Man kann doch als Deutscher, Deutschland ganz legal verlassen. Es ist aber schon ein Problem, dass man nicht einfach die deutsche Staatsbürgerschaft abgeben kann ohne eine andere anzunehmen. Willst Du darauf hinaus? Dass andere Länder auch Steuern erheben, ist nicht die Schuld Deutschlands oder der Deutschen und erstmal nicht ihr Problem.
Du kannst Deutschland verlassen, dich außerhalb der EU aber nicht beliebig lange in einem Staat deiner Wahl aufhalten oder dort gar einer regelmäßigen Tätigkeit nachgehen.
Und um eine “Schuld Deutschlands oder der Deutschen” geht es auch nicht, sondern um die allgemeine Zwangsverpflichtung des Einzelnen, einem Kollektiv zu dienen, dem er sich nicht angehörig fühlt.
Tja, die Plätzchen auf der Erde, wo man noch sein eigener Herr sein darf werden immer knapper. Vielleicht hilft die Einreise nach Kanada und dann einfach ab in die Wälder. Es ist eine Schande, zu welch absurden Handlungen man gezwungen wird, nur weil man keine Steuern zahlen will und nicht will, dass einem jemand anderes etwas anschafft. Mann, mann, mann …
Eben Deutschland lässt Dich raus, zwingt Dich also nicht in Deutschland zu bleiben. Andere Staaten lassen Dich vielleicht nicht hinein, das aber ist kein deutsches Problem, Beschwerden und Vorschläge sollten an die Staaten gehen, die Dich nicht immgrieren lassen, denn es ist ihre Entscheidung und keine Entscheidung Deutschlands oder der Deutschen.
Man nennt das Einwanderung…und wenn man die Voraussetzungen mitbringt und ein bisschen Geld und Geduld hat, und ein paar Formulare ausfuellt, dann kann man sich in (fast) jedem Land der Welt beliebig lange aufhalten oder auch “einer regelmäßigen Tätigkeit nachgehen”. Ein bisschen Eigeninitiative muss schon sein auf der Suche nach dem Glueck.
Auf den Unsinn mit dem Zwangskollektiv will ich nicht eingehen, das ist mir dann doch langsam zu dumm.
Danke für den Hinweis auf den korrekten Dienstweg. Frage mich nur, wie der uns jetzt weiterbringt…
Es braucht schon mehr als ein “bisschen Geld und Geduld”. Jedenfalls, um in die Länder zu kommen, deren Freiheitsgrade wenigstens etwas erträglicher sind.
“Unsinn”, “zu dumm” – ja Mensch, sag das doch gleich, dass du die Wahrheit nicht vertragen kannst.
Schnauze halten, arbeiten und für die finanzielle Ausstattung der Ideale anderer sorgen, so wäre es richtig…
Tausende von Menschen aus allen Teilen der Welt schaffen das taeglich…es sind sogar einige aus Deutschland dabei. Es ist wirklich nicht so schwer aber man muss sich halt doch ein bisschen selber anstrengen.
Die “Wahrheit”…oh je, reden wir jetzt ueber Religion?
Im übrigen muß man den Kaczynski-Brüdern ja in einem Punkt leider recht geben: Europa ist Großdeutschland!
Wenn du meinst, um z.B. nach Australien oder in die USA einwandern zu können, müsse man sich nur “ein bisschen selber anstrengen”, wäre eine Beschäftigung mit der Wirklichkeit für dich vielleicht mal ganz instruktiv. Aber vielleicht steht dir ja z.B. das Mittel der Zeitreise zur Verfügung.
“Wahrheit” hat für dich nur etwas mit Religion zu tun? Dann tust du mir leid, ehrlich. In einer Welt, in der man wahr und falsch nicht auseinanderhalten kann oder darf, wollte ich jedenfalls nicht leben.
Muss mein Mittel der Zeitreise gewesen sein das mich hierher gebracht hat…ich kann mich da dunkel an einen DeLorean erinnern…
Eines stimmt jedenfalls, es ist leichter ueber das “Zwangskollektiv” in D zu jammern und irgendwelchen Utopien hinterherzuhaengen als was zu unternehmen. Man kann natuerlich auch warten bis die USA einem die green card unaufgefordert zuschicken….und vielleicht auch gleich noch das Flugticket dazu…und einen Job…usw. Das hat man sich eigentlich auch verdient wenn man sich mal unilateral vom “Zwangskollektiv” D losgesagt hat.
“Wirklichkeit” & “Wahrheit” – gepachtet von Rayson in seiner eigenen (kleinen) Welt.
Wie ist das eigentlich, wenn man so mit einem Haufen Wertungen durch die Gegend rennt und sie verzweifelt irgendwo loswerden muss?
Die Feststellung, dass es sich bei den meisten Staaten um Zwangskollektive handelt, ist kein “Jammern”, sondern das simple Zurkenntnisnehmen einer Tatsache. Manch einer bemüht sich ja, eine Welt, die andere für ihn eingerichtet haben, gehorsamst zu verinnerlichen, aber so weit muss man sich zum Glück nicht erniedrigen.
Ach ja, die “Green Card” – wenn du mir erzählen kannst, wie ein “bisschen selber anstrengen” einen in den Besitz dieser heißbegehrten Erlaubnis bringt, nehme ich natürlich alles zurück und behaupte das Gegenteil. Wenn nicht, mag meine Welt so klein sein, wie sie ist – sie unterscheidet sich von den anderen dann nur dadurch, dass sie real existiert. Man muss natürlich auch bereit sein, diesen Schock zu verkraften.
Aber bessere Untertanen als dich kann sich eigentlich niemand wünschen. Glückwunsch!
“Wie ist das eigentlich, wenn man so mit einem Haufen Wertungen durch die Gegend rennt und sie verzweifelt irgendwo loswerden muss?”
Du meinst, so wie du in deinem B.L.O.G.?
“Die Feststellung, dass es sich bei den meisten Staaten um Zwangskollektive handelt, ist kein “Jammern”, sondern das simple Zurkenntnisnehmen einer Tatsache.”
Und? Kauf dir eine Insel und nenn sie von mir aus Raysonistan, und dann hast du deinen eigenen ent-”zwangskollektivierten” Staat. Ansonsten kannst du dir den Staat raussuchen wo du dich am freiesten fuehlst. Und der Staat deiner Wahl nimmt sich halt auch das Recht dich rauszusuchen – oder eben nicht.
Und wie man die green card bekommt – man bewirbt sich darum, ganz einfach. Darauf haettest du auch selber kommen koennen…
Na prima – du überlässt den Opfern des von dir geliebten Umverteilungswahns wenigstens noch die Wahl, welchem Zwangskollektiv sie sich unterwerfen dürfen. Ich frage mich, wie verarmt ein Denken sein muss, das auf so einem Niveau angekommen ist.
Man bewirbt sich also um die Green Card? Großartig! Und wie kann ich durch “ein bisschen anstrengen” meine Chancen auf 100% steigern?
Aber immerhin, der lockere Staatswechsel ist plötzlich auch für dich so einfach nicht mehr, denn plötzlich gibt es Gründe für den Wunschstaat, Bewerber abzulehnen.
Geht das eigentlich tatsächlich so problemlos, mal eben das Gegenteil vom vorher Gesagten zu behaupten? Oder bist du schon so an die Unterwerfung unter das herrschende Neusprech gewöhnt?
Opfer? Gleich weine ich…
Und wo genau habe ich den Umverteilungswahn gutgeheissen? Ich sage lediglich dass so ziemlich jeder Staat in der einen oder anderen Form Steuern verlangt etc…und dass man D auch einfach verlassen kann wenn man es nicht mehr aushaelt.
Weil du so nett fragst erklaer ich dir das mit der green card und dem Anstrengen. Mit mir kann man’s ja machen…
Also, die green card oder das Aequivalent dazu in anderen Laendern erhaelt man in der Regel wenn die folgenden Voraussetzungen vorliegen:
1. Berufsausbildung oder Studium
2. Einige Jahre relevante Berufserfahrung
3. Solide Sprachkenntnisse in der jeweiligen Landessprache
4. Eintragungsfreies Fuehrungszeugnis und gute Gesundheit
5. Ein bisschen Geld auf dem Sparbuch
Das sind keine unueberwindlichen Huerden (vielleicht fuer dich schon, wer weiss…) aber man muss sich schon ein bisschen selber reinhaengen damit es alles zusammenkommt. Und nein, du hast kein Anrecht darauf dass dich ein fremder Staat aufnimmt. Wenn di dich mal um einen Job bewribst wirst bu merken dass die Firma dich auch nicht nehmen muss…aber nehmen wird wenn sie sich was von dir verspricht.
Jetzt klar?
Wahr und falsch gibt es eigentlich nur innerhalb eines logischen Systems. Über Aussagen über die Wirklichkeit kann man nicht sagen, ob sie wahr oder falsch sind, es sei denn es sind (mehr oder weniger komplizierte) Tautologien.
Mein Beileid
In Deutschland wird es weiterhin Steuern geben, anstatt also seine Energie auf Kritik und Geschimpfe an dem Zwangskollektiv (naja immerhin kann man es verlassen) zu verschwenden, sollte man seine Emigration vorbereiten. Die meisten Leser dieses Blogs sind wohl einfach Deutsche, können den Emigrationswilligen also kaum bei den Einreisehindernissen in andere Länder helfen. Ich kann da auch nur noch Polen anbieten, wobei ich mir noch einen Pass besorgen müsste. Nun ja, ein paar Schweizer gibt es auch, vielleicht starten sie ja eine Unterschriftenliste für die Aufnahme von durch Steuern verfolgten Deutschen.
Natürlich verlangt jeder Staat in der einen oder anderen Form Steuern. Doch ist das Antwort auf eine grundsätzliche Staatskritik ein wenig dürftig.
Ist ja nett, dass du meinen begrenzten Wissensstand aufstocken möchtest, aber ich gebe davon gerne etwas zurück:
Die Kriterien, die da über die Erlangung der Green Card aufzählst, sind Voraussetzungen, die man als Gewinner einer Lotterie erfüllen muss. Welches bisschen Anstrengung macht mich also da zum Gewinner?
Ansonsten gilt über die Green Card:
“[Sie] wird nur in begrenzten Fällen vergeben, so zum Beispiel an Ehepartner amerikanischer Staatsbürger oder im Rahmen bestimmter wirtschaftspolitischer Initiativen.” (Wikipedia)
Für die Einwanderung nach Australien bspw. muss man eine gewisse Mindestpunktzahl erreichen, die zwar auch nicht “unüberwindlich” ist, aber eben nicht von jedem erfüllt werden kann. Und was wäre das Möglichkeit wert, sich den Staat seiner Wahl auszusuchen, wenn sie nicht für jedermann jederzeit gilt, sondern nur für einen bestimmten Personenkreis in einem bestimmten Zeitraum?
Die Analogie mit der Jobsuche ist übrigens verfehlt: Es ist ja nicht so, dass ich automatisch einem Arbeitgeber zugeteilt werde, wenn mich ein anderer nicht möchte.
Ich mag es immer, wenn auf simple Dinge philosophische Betrachtungen angewendet werden.
Ich möchte dich mal als Zeuge vor Gericht sehen, wenn dich der Richter auf deine Wahrheitspflicht hinweist…
Oder wie du empört aufschreist, wenn einer für eine Falschaussage belangt wird. Alles nur Tautologien, und überhaupt…
Stelle ich mir lustig vor.
Ups – ich dachte, wir lebten in einer Demokratie, wo man Dinge nicht einfach hinnehmen muss, sondern auch verändern kann. Scheint für Steuern nicht zu gelten.
Das “geh doch nach drüben” war schon vor dreißig Jahren nicht so der argumentative Hit…
“Grundsätzliche Staatskritik” – klingt ein bisschen wie eine “grundsätzliche” Kritik der Schwerkraft, wenn man bedenkt dass rund 99,9% aller Menschen in Staaten organisiert sind.
Was die green card betrifft – Wikipedia ist da nicht zuverlaessig aber wenn du es genauer wissen willst dann lies wenigstens den Artikel in Wikipedia English und du wirst sehen dass die lottery nur einer von mehreren Wegen ist um die green card zu bekommen. Ausserdem stellst du ja richtig fest dass Australien (und Kanada…) ein Punktesystem haben…und man sich dort also noch einfacher aus eigener Kraft qualifizieren kann.
Wie gesagt, es gibt keinen Anspruch ab Geburt darauf von einem fremden Staat aufgenommen zu werden…aber man kann seine Chancen wesentlich verbessern.
Bevor wir hier Naturgesetzlichkeiten ins Spiel bringen, sollten wir uns vielleicht doch mal der grundsätzlichen Gestaltbarkeit von Institutionen bewusst sein.
Wenn die grundsätzliche Staatskritik nur offenlegt, wie hohl, wie untertänig und wie fatalistisch viele der herrschenden Überzeugungen in Wirklichkeit sind, hat sie schon mehr Sinnvolles geleistet, als wir normalerweise in einem ganzen Leben als Parteipolitik zu hören bekommen.
Und wenn man das einmal begriffen hat, kann man auch mal pragmatisch an die Umgestaltung des Bestehenden gehen. Aber nur dann – denn ohne Erkenntnis der fundamentalen Probleme des herrschenden Staatsverständnisses fehlte es auch an denkbaren Alternativen.
Oh ja, die Lotterie ist nur einer von mehreren Wegen – aber auch die anderen klingen nicht gerade danach, als seien sie mit ein bisschen Anstrengung umsetzbar.
Wie gesagt, es gibt keinen Anspruch ab Geburt darauf von einem fremden Staat aufgenommen zu werden…aber man kann seine Chancen wesentlich verbessern.
Habe ich nie bezweifelt. Wer jung ist, gut ausgebildet, ohne soziale Bindung und reich, wird zumindest in Australien nicht viele Probleme haben, weil die gerade heftig suchen. Für eine Green Card braucht es allerdings noch viel mehr, aber die genannten Charakteristika wären immer eine gute Voraussetzung.
Aber gerade den Schwächeren, Lobbylosen und privat sozial Engagierten, also denen, die der Staat am meisten ihrer Chancen beraubt, ist der Weg in eine bessere Welt konsequent verwehrt.
“Aber gerade den Schwächeren, Lobbylosen und privat sozial Engagierten, also denen, die der Staat am meisten ihrer Chancen beraubt, ist der Weg in eine bessere Welt konsequent verwehrt.”
Wow, jetzt wird es aber arg sozialdemokratisch hier…und das in einem liberalen blog. Pass auf dass dich der nicht erwischt…
Habe nie gesagt dass ALLE UEBERALL die genau gleichen Chancen haben…das gab’s nur bei einer Staatsform die jetzt seit fast 18 Jahren in der Hoelle schmort. Mancher muss fuer sein Glueck eben ein bisschen haerter arbeiten als andere, das gehoert zu einer freien Marktwirtschaft schon dazu. Ausserdem gehoerst du doch sicher zu “…jung [ist], gut ausgebildet, ohne soziale Bindung und reich…”, da kann dir das doch egal sein. Oder nicht?
Irgendwann kommt immer der Punkt, an dem einen die eigenen Vorurteile einholen.
So ist natürlich der liberale Impetus, gerade auch den Schwächeren und Benachteiligten zu helfen. Deswegen wird mich da auch weniger verdammen, sondern mir auf die Schulter klopfen.
Entgegen deiner auf langweilige Art vorurteilsbeladenen Projektion ist es übrigens völlig schnurz, in welcher Lage ich mich selbst befinde.
Selbstverständlich fordern Liberale auch ein wenig eigene Anstrengung – nur eben nicht, um vor Fürstenthronen zu bestehen, sondern um Dinge zu tun, die von den Mitmenschen geschätzt werden.
Yep, gibt es. Ausser man ist clever genug, anonym ein Familienmitglied vorzuschieben und sich gleichzeitig aufs Zeugnisverweigerungsrecht bei Familienmitgliedern zu berufen. Yep, auch das gibt es. Kein Witz!
“Innerhalb eines logischen Systems”
Arg schwammig.
Irgendwann kommt immer der Punkt, an dem einem die eigenen Argumente ausgehen, Rayson.
Erst ist man gegen jegliche Umverteilung (warum soll ich fuer was zahlen was mich nix angeht…ich erklaer einfach meinen Austritt aus dem “Zwangskollektiv”) und dann will man vor allem “den Schwächeren und Benachteiligten [zu] helfen.” Also langsam wird’s schon ein bisschen absurd.
Von welchen “Fürstenthronen” redest du – denen in Liechtenstein?
Da hat der Rayson tatsächlich übersehen, daß staatlich organisierte Umverteilung der absolut einzige Weg ist, den Schwächeren und Benachteiligten zu helfen. Wie es ja auch keine andere Möglichkeit gibt, jemandem mit gebrochenem Bein beizustehen, als ihn für den Rest seines Lebens strikte Bettruhe einzuhalten zu zwingen. Das hat der Rayson noch nicht verstanden; ganz schön doof von ihm.
Man kann die “Schwächeren und Benachteiligten” natuerlich auch ausschliesslich von Spenden, guten Gaben und Almosen leben lassen.
Und stimmt, das war ganz schoen doof von ihm, aber ich bin nicht nachtragend. Ich helfe halt auch den “Schwächeren ” aus.
“Fremdhilfe vor Selbsthilfe” scheint bei Dir ja ein tiefverwurzelter Impetus zu sein.
@ David
“Wie es ja auch keine andere Möglichkeit gibt, jemandem mit gebrochenem Bein beizustehen, als ihn für den Rest seines Lebens strikte Bettruhe einzuhalten zu zwingen.”
Hat es diesen albernen Vergleich noch gebraucht, um einen “Sozialstaat” in Grund und Boden zu stampfen? (Fand ich eigentlich – sorry! – irgendwie noch absurder als das ganze gereizte Zwiegespräch selbst.)
“Der Klügere gibt nach”, sagt man in solchen Fällen; ich bin gespannt, wer das sein wird…
@ David:
Ah, die “Schwächeren und Benachteiligten” sollen sich also selbst helfen…nachdem Rayson weiter oben fesgestellt hat dass der Staat sie ihrer Chancen beraubt.
Und dein Vergleich mit dem gebrochenen Bein…der hinkt.
Liest Du eigentlich, was andere schreiben, oder scannst Du nur nach Stichworten?
Nope.
Allerdings war die Pointe “der hinkt” wahrscheinlich das Cleverste, das Du bisher gesagt hast! Respekt. Weiter so.
Danke. Solltest du mal was Cleveres hier sagen dann werd ich das auch erwaehnen.
Falls es Dir denn auffiele. Darin ist mein Zutrauen aber eher gering.
Ouch…
So wird das nix mit dem Cleversein David.
Ein Urteil aus solch berufenen Fingern muß ich wohl demütigst anerkennen.
Amen
@john j
Ja, das ist schon dumm, wenn man das Gegenüber mit dem selbstgebastalteten Strohmann verwechselt. Das führt dann zu solchen Irritationen.
Es ist immer grundsätzlich hinderlich, wenn man nur in Schwarz und Weiß denkt. Richtig: Art, Ausmaß und Richtung der Umverteilung in nationalen Wohlfahrtsstaaten halte ich für grundsätzlich kritikwürdig, und zwar aus verschiedenen Gründen, die ich in einer Diskussion mit jemandem, der zu differenzieren vermag, auch gerne aufzähle. Daraus folgt aber nur für den Simpel, dass es keine anderen Formen gemeinschaftlich organisierter Hilfe geben kann. Damit ist, um gleich mal wieder dem Griff zum Einschaltknopf des Schwarzweiß-Fernsehers vorzubeugen, nicht ausschließlich private Organisation gemeint, sondern durchaus auch eine im weiteren Sinn staatliche. Das Stichwort lautet “Subsidiarität”.
Die Liebe zum Staat scheint es zu gebieten, dass man sein Grundprinzip, nämlich das des erzwungenen Kollektivs, nicht mit Namen nennen darf. Ich kann aber eigentlich nur Staatsbefürworter ernst nehmen, die sich dieser Tatsache bewusst sind, aber trotzdem diese Organisationsform bevorzugen, weil sie eben mal gelernt haben, dass Zielkonflikte etwas sind, dessen Existenz man aushalten können muss, wenn man im Leben steht.
Absurd ist vor allem die selbstverständliche Gleichsetzung einer Umverteilung im Stile eines “viel hilft viel” mit dem Eintreten für die Benachteiligten. Im Gegenteil: Die Zwangsumverteiler dieser Welt schaffen sich ihre Klientel mittlerweile selbst, indem sie z.B. jede Eigeninitiative durch stetig wachsende Abgaben bestrafen, die erst dann entfallen, wenn man sich ganz in die Hände des wohlmeinend gängelnden Wohlfahrtsstaates begibt.
Ich freue mich jetzt nur, dass wir etwas Licht in das Dunkel des Staatenwechsels bringen konnten, und überlasse dich dann weiterhin gerne deinem Strohmann, mit dem ich dir noch viele spannende Gespräche wünsche. Frohe Ostern!
Ich bin nicht irritiert…du?
Dein Wortgeklingel mal beiseite, erst redest du vom Zwangskollektiv aus dem du austrittst (aber das Land nicht verlaesst weil dir die USA die green card nicht einfach so zusenden und Australien wohl zu weit weg ist …) und benutzt den Begriff “Umverteilungswahn”. Als dir dann langsam die Felle davonschwimmen kommst du mit Saetzen daher die sich A. Nahles mitschreibt, weil sie sauer ist dass sie ihr nicht eingefallen sind. Wie es halt gerade passt…
“Ich kann aber eigentlich nur Staatsbefürworter ernst nehmen…”
Glaubst du wirklich ich nehme dich noch ernst?